Beinwell Ölauszug

© Marlies Schneider

 

Ich habe einen großen Stock Beinwell im Garten. In der Volksheilkunde wird Beinwell lange verwendet und ist eine besonders wichtige Heilpflanze. Symphytum officinalis aus der Familie der Boraginaceae – Raublattgewächse. Er ist der Knochenheiler schlechthin. Sogar die Schulmedizin hat ihn zu schätzen gelernt. Diese Pflanze wurde in der Tat gut untersucht und man weiß das die Wallwurz – so auch genannt – die Heilung der Knochen bzw. das Zusammenwachsen fördert und unterstützt.

Früher hat man die Blätter gegessen. Diese sollte man allerdings nicht mehr konsumieren denn man hat wie bei den meisten Raublattgewächsen Pyrrolizidinalkaloide gefunden. Dieser Wirkstoff gilt als Leberschädigend und findet sich auch in manchem Korbblütler wie im Huflattich – Tussilago farfara oder der Pestwurz – Petasites alba und Petasites hybridus zum Beispiel wieder.

Man weiß, dass dieser Stoff den Fettsäurestoffwechsel und die Gallensäuresekretion stört. Zudem wirkt er auf die Leberzellen und hat einen mutagenen und cancerogenen Effekt. Es ist eben ein Fraßschutz und ich glaube wir haben auch genug anderes zu essen, um darauf zu verzichten zu können. Auch für die anderen Heilpflanzen gibt es ausreichend unschädlichen Ersatz. Allerdings möchte ich nicht auf meine Beinwellsalbe verzichten und diese wird äußerlich angewendet und stellt somit in der Regel kein Problem dar. Beachte bitte: der Pyrrolizidingehalt ist bei der Wurzel bei 0,3-0,4 %. Denn auch in Salbenform darf nicht zu viel äußerlich angewendet werden. Eine Behandlung sollte also nicht länger als 4-6 Wochen im gesamten Jahr betragen.

Die Wurzel kannst du zur frostfreien Zeit im Spätherbst, Winter und zeitigem Frühjahr graben. Ich steche ein Stück ab und wasche sie ganz vorsichtig. Die schwarze Schicht, welche die Wurzel umgibt sollte erhalten bleiben auch der Schleim sollte nicht abgewaschen werden. Damit wertvolle Wirkstoffe, die wir in der Salbe haben wollen, nicht verloren gehen.

Auf einem Küchenkrepp kannst du sie trocknen lassen oder abtupfen. Die Wurzel sollte rasch verarbeitet werden, denn sie trocknet sonst aus oder könnte schimmeln. Also wird sie klein geschnitten und in deinem Salbenstövchen mit einem guten Öl übergossen. Ich verwende gerne Olivenöl dafür. Ich mache einen Warmauszug über drei Tage. Ich erhitze das Öl ca. auf 70°C und lasse das Öl ca. 1-2 h ziehen. Dann lösche ich die Kerzen und wiederhole den Vorgang an den nächsten beiden Tagen wieder. Anschließend wird das Öl abgeseiht und in ein sauberes Glas gefüllt. Du kannst das Öl für Salbe verwenden oder aber direkt als Einreibung benutzen.

Bei einem Knochenbruch kannst du also die Heilung unterstützen, sowie bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelkater, Gelenkbeschwerden. Der Hauptwirkstoff ist Allantoin der 0,6-0,8% ausmacht, weiters Gerbstoffe, Schleimstoffe und Asparagin. Ich empfehle vor der Anwendung die Rücksprache mit dem Arzt.

Beachte: Die Salbe darf nur auf unverletzte Haut aufgetragen werden.

Du kannst auch gut getrocknete Beinwellwurzel verwenden.

Wie du den Echten Beinwell von anderen Arten unterscheiden kannst lernst du in meinem Lehrgang zum Kräuterexperten im Volksheilkundlichen Lehrgang der Kräuterakademie der Freunde naturgemäßer Lebensweise. Auch erzähle ich dir welcher Beinwell am wenigsten Pyrrolizidin enthält und sich für die Salbe gut eignet.

Beachte: Hierbei handelt es sich wie bei all meinen Blogbeiträgen um Erfahrungen aus der Volksheilkunde. Diese Anwendung ersetzt keinen Gang zum Arzt.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

Literatur:

Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Karl Hiller u. Matthias F. Mezlzig

Biogene Arzneimittel. Teuscher, Melzig, Lindquest

Arzneipflanzen – Arzneidrogen, Bettina Lube-Diedrich

Referat 2014 Sieglinde Ettel, Kräuternest.at

 

Bärlauch-Chips

© Marlies Schneider,

 

Wir machen schon seit vielen Jahren im Frühjahr Bärlauch-Chips. Diese Chips sind so gut, dass Kinder sie auch unheimlich gerne haben. Naja, bei uns zumindest ist es der Fall. Ich selbst mag sie auch so gerne und ich starte immer ein „Wettessen“ mit meinem Kleinen. Oder sollte ich „Wettknabbern“ sagen?

Es ist ein Knabberspaß diese crunchy Blätter zu essen. Zudem sind sie wirklich leicht gemacht und eine gesunde Alternative zu dem anderen Zeug, das man so bekommt. Heuer in diesem verrückten Jahr ist es vielleicht auch eine Idee zum Nachmachen für euch. Wir sollten ja nicht so oft einkaufen gehen und Leckereien selbst machen ist so einfach.

Rezept:

Ich sammle eine Ladung Bärlauch wasche diesen und schleudere ihn in der Salatschleuder ab. Dann gebe ich ihn in eine große Schüssel. Etwas Öl (ca. 1/2 Tl voll), Salz, Pfeffer, Paprikapulver oder Gewürze deiner Wahl. Sei vorsichtig mit dem Salz und den Gewürzen. Es bedarf nur ganz wenig. Durch das Trocknen im Backrohr verliert der Bärlauch sein Wasser und so eine Würzmischung kann schnell zu stark sein.

Nun wird alles mit den Händen gut durchmischt. Dann gibst du die Blätter auf Backbleche – bei mir waren es drei. Bei 130°C im Ofen mit Ober- und Unterhitze trocknen. Du kennst dein Backrohr selbst am besten. Es ist möglich, dass du weniger Temperatur zum Trocknen brauchst. Höher würde ich nicht schalten damit die Blätter nicht braun werden. Das solltest du unbedingt vermeiden, denn dann werden die Bärlauch-Chips bitter. Ich schau immer wieder mal ins Backrohr ob ich die Blätter am Stiel heben kann. Das Blatt sollte waagrecht stehen und sich nicht mehr biegen. Dann sind sie genau richtig. 

Noch ein Tipp: Gib die ausgekühlten Chips in eine luftdicht verschließbare Box. Dann halten sie dir über mehrere Tage und schmecken wie am ersten Tag.

Du kannst mit anderen Kräutern ähnlich verfahren. Die Knoblauchsrauke würze ich noch zusätzlich mit Knoblauchpulver, da sie an Geschmack verliert. Ansonsten schmeckt diese aber auch wirklich gut.

Gemüse Chips kannst du auch so machen, es eignen sich Karotten, Grünkohl, Randig, Sellerie usw., um ein paar genannt zu haben.

Viel Spaß beim Nachmachen!

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Feiner Brotaufstrich – Hummus

© Marlies Schneider,

Klassischen Hummus habe ich vor Jahren einmal gegessen und fand ihn recht gut. Das war es dann für eine Weile. In meiner Küche ist einfach alles zu finden so auch Kichererbsen. Meine FNL-Kollegin Gerda Zipfelmayer hat mich auf die Idee gebracht Bärlauch in den Hummus zu hacken. Da ich sowieso nicht so recht wusste was ich mit den Kichererbsen machen soll ist folgendes Rezept entstanden.

Hummus selbstgemacht:

Erst einmal habe ich eine Tasse voll Kichererbsen eingeweicht. Über die Nacht mit etwas Natron stehen lassen. Wasser abkippen und anschließend die Kichererbsen abspülen und mit frischem Wasser ca. 30 Min. köcheln lassen.

Nun ergab sich ein Problem, denn in einen Hummus gehört natürlich Tahini. Ich war überrascht, dass ich tatsächlich kein Tahini (Sesampaste) da hatte. Also habe ich getrickst und kurzerhand Sesam (ca. 1 EL) mit Sesamöl (ca. 1 EL) in einer Pfanne geröstet und diesen abgekühlt mit den Kichererbsen, 4 Knoblauchzehen, Saft einer Bio-Zitrone (optional den Abrieb der Schale) und etwas Olivenöl (nach Gefühl) fein gemixt. Mit Salz, Pfeffer usw. abschmecken. Am Schluss gibt man feingehackten Bärlauch dazu und mischt diesen unter.

Es hat wunderbar funktioniert und ein sehr guter Hummus ist entstanden. Selbstverständlich kannst du auch andere Kräuter in den Hummus geben es muss nicht unbedingt Bärlauch sein.

Genieße deinen Brotaufstrich auf einem frisch gebackenem Sauerteigbrot. Was für eine Gaumenfreude.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Wildkräutersalat mit kandierten Haselkätzchen

Im Moment haben wir eine echt verrückte Zeit. Viele Menschen sind unheimlich verunsichert und wissen nicht so recht was sie alles benötigen, um längere Zeit daheim bleiben zu können. Wer sich allerdings ein klein wenig mit unseren Wildkräutern auskennt, kann sich im Handumdrehen einen Salat aus dem Garten holen, der jeden gewöhnlichen Salatkopf aus dem Supermarkt in den Schatten stellt. Wildkräuter liefern uns genau jetzt unheimlich viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Dies ist es was wir jetzt benötigen, um unser Immunsystem möglichst fit zu halten. Ein starkes Immunsystem schadet nie.

In meinem Garten ist im Moment etliches zu finden für einen Wildkräutersalat:

Giersch sprießt jetzt raus und die ganz jungen Blätter schmecken am allerbesten. Knoblauchrauke, Bärlauch, Fünf-Fingerkraut auch hiervon die ganz jungen Blätter verwenden, Blätter vom Kleinen Wiesenknopf, Odermennig die zarten Austriebe, Löwenzahnblätter, Wiesenknöterich, Vogelmiere, Stinkender Storchschnabel, Blätter von Schaumkräuter, ein paar Blüten vom Duft-Veilchen, Lungenkraut, Gänseblümchen und Gundermann runden so einen Wildkräutersalat wunderbar ab. Ich habe noch Rucola und Vogerlsalat im Garten die ich dazu gebe.

Das ist nur ein Auszug was möglich ist es gibt natürlich noch viel mehr wie Schafgarbe, Spitzwegerich, Barbarakresse uvm.

Mit einem wunderbaren Dressing aus einem fruchtigen Essig, welche ich jedes Jahr im Sommer ansetzte, Olivenöl und etwas Honig ergibt dies eine Geschmacksexplosion.

Das Highlight für diesen Salat sind aber die kandierten Haselkätzchen.

Für das Rezept benötigst du:

1 Handvoll Haselkätzchen noch möglichst geschlossen

1 El Butter

2-3 El brauner Zucker

Butter schmelzen lassen und den Zucker dazu geben. Den Zucker langsam schmelzen bis eine karamellartige Masse entsteht. Dann gibst du die Haselkätzchen dazu. Du vermengst das Ganze vorsichtig und gibst es auf ein Backpapier und lässt die Masse erkalten. Danach kannst du sie vorsichtig auseinanderbrechen und in eine Aufbewahrungsbox füllen. Übrigens stecken die Haselkätzchen voller wertvoller Pollen. Pollen sind die reinsten Kraftpakete.

Entweder gibst du davon etwas in dein Müsli, Salat, Dessert. Ich muss mich allerdings immer beherrschen nicht zu viel davon zu naschen. Sie schmecken wie Buttertoffee.

Bitte beachte, auch Wildkräuter können für den ein oder anderen unverträglich sein. Auch wenn du eine Nussallergie hast, solltest du Abstand nehmen von kandierten Haselkätzchen.

Besonders in meinen Kräuterkursen und im Lerhgang zum Dipl. Kräuterexperten FNL der hoffentlich im Herbst 2020 starten kann, lernst du all diese Pflanzen genauestens kennen.

Der Verein Freunde naturgemäßer Lebensweise ist der älteste und größte Kräuterverein Österreichs.

Kommt aber erst mal alle gut durch diese Zeit!

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Soap to go

Um euch bestmögliche Kurse anbieten zu können bilde ich mich in Sachen Kräuterkunde immer wieder weiter. Zur Zeit bin ich immer mal bei den besten Ausbildern die der Verein Freunde naturgemäßer Lebensweise zu bieten hat zu besuch. Dadurch bin ich in ganz Österreich unterwegs. Da ich mit dem Auto unterwegs bin, muss man hin und wieder mal stehen bleiben. Ich mag Autobahntoiletten nicht sonderlich. Es gibt so gut wie nie eine Seife um sich die Hände zu waschen. Also wurde es längst überfällig eine „Seife to go“ zu basteln.

Ich habe vom Seifensieden immer Seifenraspeln übrig. Für alles mögliche kann man diese gebrauchen und somit auch für eine „Seife to go“. Es ist eine ideale Resteverwertung und total brauchbar.

In kleinen Döschen abgepackt ist die mobile Seife in der Tasche gut verstaut und schnell zur Hand. Wer keine Seifenreste übrig hat, kann natürlich auch von einer Naturseife ein paar Raspeln abreiben und diese so mitnehmen. Oder du verwendest Seifenstückchen die für eine Dusche schon recht klein sind und einem immer wieder aus der Hand fallen. Einfach trocknen lassen und dann klein schneiden.

Verwendet wird die Seife einfach in dem man, bevor die Hände nass sind, ein kleines Stückchen raus nimmt und sich die Hände damit wäscht.

Die Grundidee für diese Art der Seife habe ich übrigens das erste Mal von Wolfgang Frey. Ein wirklich guter Seifensieder mit tollen Produkten.  (unbezahlte Werbung)

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Nase-frei-Inhalator selbstgemacht

Es ist die typische Zeit für eine verstopfte Nase. Es ist total lästig und unangenehm. Ich habe mir darum einen Nasen-Inhalator gemacht. Nett schaut eine Inhalationshülse aus. So ein Stift ist total einfach hergestellt und du kannst wieder erleichtert atmen. Zudem kannst du ihn immer wieder nachfüllen. Du hast also so gut wie kein Wegwerf-Produkt wie zum Beispiel ein Plastikfläschchen. Du weißt auch ganz genau was du da einatmest. Ich empfehle dir hochqualitative ätherische Bio-Öle dafür zu verwenden, ein Geschenk unserer Pflanzenwelt in höchst konzentrierter Form.

Ich habe mir hier einen Inhalator für eine verstopfte Nase gemacht.

Auf den Wattestab werden:

2 Tropfen Speik Lavendel – Lavandula latifolia, beruhigt und fördert die Konzentration, schmerzlindernd

2 Tropfen Pfefferminze – Mentha x. piperita, schleimlösend, hilft bei Kopfschmerzen und erfrischt

2 Tropfen Eukalyptus – Corymbia citriodora, stark entzündungshemmend, antiallergisch

2 Tropfen Citronella – Cymbopogon winterianus, erheiternd und entkrampfend

anschließend gibst du den Wattestab in das vorgesehene Gläschen das mit dem Deckel verschlossen wird. Dann wir das Behältnis in die Hülle gesteckt. Schon kannst du an deinem Nase-frei-Inhalator schnuppern und befreit durchatmen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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