Kräuterspaziergang in Hard

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL

 

Fr, 27.04. – 15 Uhr
„Kräuterspaziergang“
mit Marlies Schneider
Dipl. Kräuterexpertin
Ort: Bildungszentrum 6971 Hard (Villa Jenny), Landstraße 36

Kosten: 8,00€

Anmeldung: 05574 / 73134 oder
bildungszentrum-hard@gmx.at

Pflanzenportrait Bingelkraut – Mercurialis annua / Mercurialis perennis

Der Frühling ist da und das Wetter ist traumhaft. Die Frühjahrskräuter schießen aus dem Boden. Man findet Veilchen, Löwenzahn und Bärlauch. Aber auch ein ganz unscheinbares kleines Kräutlein findet man jetzt überall.
Ich habe mir vorgenommen euch hin und wieder ein Pflanzenportrait einzustellen.

Die Wahl ist auf das „Bingelkraut“ gefallen!

Bei uns findet man zwei Gattungen davon. Das Einjährige Bingelkraut oder auch Garten-Bingelkraut genannt – Mercurialis annua und das ausdauernde Wald-Bingelkraut – Mercurialis perennis.

Bei der Namensherkunft ist man sich nicht ganz eins. Meist verbreitet ist die Theorie es könnte ein Kraut des Götterboten der Römer sein welches Merkur (Hermes) war. Wolf Dieter Storl beschreibt das Einjährige Bingelkraut in seinem Buch Wandernde Pflanzen wie folgt: „Das Einjährige Bingelkraut ist im Gegensatz zum Guten Heinrich als „böser Heinrich“ zu verstehen. Denn verzehrt man diese Pflanze ergeht es einem richtig schlecht. Übelkeit, Erbrechen und Durchfall gehen dann einher, wurde es früher doch tatsächlich für eine „innere Reinigung“ verwendet.

Beide Pflanzen der Wolfsmilchgewächse gelten als giftig und es wird heutzutage generell von einer inneren Einnahme abgeraten. Beide Pflanzen sind (nicht zwingend) zweihäusig, das bedeutet, dass wir hier eine männliche und eine weibliche Pflanze finden können.

Magische Geschichten gibt es natürlich auch, dachte Dioskurides, eine Einnahme der männlichen Pflanze würde die Geburt eines Buben begünstigen. Doch leider hat Dioskurides die Pflanzen noch dazu verwechselt.
Wegen seiner narkotischen Zutat war es auch ein Bestandteil der Flugsalbe.

Die Inhaltsstoffe beider Pflanzen sind ähnlich: Saponine, Bitterstoffe, Cyanglykoside, Flavonoide, Rutin, Hermidin, ätherische Öle

Im getrockneten Zustand verliert das Bingelkraut seine Giftigkeit.
Das getrocknete Kraut kann man ohne weiteres in ein Schlafkissen füllen. Wird die Pflanze getrocknet wird das trockene Kraut bläulich. Darum wurde sie früher auch zum Färben oder als Tinte verwendet. In der anthroposophischen Medizin wird das Bingelkraut bei Frauen Beschwerden eingesetzt.
Bingelkraut ist hilfreich bei Rheuma, Gicht, asthmatischen Beschwerden, Warzen, entzündeten und eitrigen Wunden, Verbrennungen, Hämorrhoiden sowohl auch bei Schwellungen.

Ich habe mir heuer einen Bingelkraut-Balsam gerührt. Für äußere Anwendungen ist dieser geeignet.

Anwendungen aus der Volksheilkunde ersetzen nie einen Gang zum Arzt.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL

Weitere Information zum Thema Kräuter gibt es immer in meinen Kursen/Vorträgen in Hard, Vorarlberg.

Kräuterkissen für alle Wehwechen!

DO, 9.11. – 19 Uhr

mit Marlies Schneider
Dipl. Kräuterexpertin
Ort: Kräuternest, Liebfrauenberg 2, 6830 Rankweil

Kosten: 17,00 € für Skript und Material für FNL Mitglieder
19,00€  für Skript und Material für FNL Nichtmitglieder
Anmeldung: 0680 211 31 29 oder
naturzumwohlfuehlen@aon.at

An diesem gemütlichen Abend erfährst du alles zum Thema Kräutersammeln, zum Trocknen deiner Kräuterfunde und über die Anwendung in einem Duftkissen.

Wer möchte kann sich im Anschluss gleich ein Kräuterkissen befüllen und mit nach Hause nehmen.

© Marlies Schneider

 

 

Cola-Sirup selbermachen aus Eberraute

Auf dem letzten Kindergeburtstag hat mein Sohn bei der Gastfamilie Cola zu trinken bekommen. Er ist total begeistert von dem Getränk, nur meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Naja, wenn ich so zurück denke, ich wollte auch immer Cola haben und meine Eltern waren dagegen. Ich glaube es geht vielen Eltern so und gehört irgendwie dazu.

Ich habe mir gedacht, dann mach ich doch das Cola-Getränk lieber selber. An Zucker ist zwar nichts gesund aber ein Glas Sirup ist dann schon mal erlaubt. Nachdem wir sowieso hauptsächlich Wasser trinken, finde ich das OK. Mein Sohn war skeptisch und hat gemeint Cola könne man nicht selber machen. Ich habe ihm dann eine Pflanze im Garten gezeigt und erklärt, dass es mit dieser sehr wohl möglich sei. Absolut skeptisch hat er das Grünzeug betrachtet und es für unmöglich erklärt.

Kiss me quick and go – englischer Name

Dabei handelt es sich um die Eberraute – Artemisia abrotanum aus der Familie der Korbblütler. Im Garten wächst sie wie ein kleiner Halbstrauch, sie ist winterhart und mehrjährig. Ich finde sie sehr hübsch mit ihren silber-grün-schimmernden gefiederten Blättern. Sie ist ein Neophyt aber verwildert nicht sehr stark verbreitet. In unseren Gärten wächst sie problemlos und die Pflanze ist sehr anspruchslos und einfach zu halten.

Die Eberraute enthält sehr viele ätherische Öle und sie ist reich an Bitterstoffen. Diese Bitterstoffe sind verdauungsanregend und helfen bei der Verdauung von fettreichen Speisen. Sie fördert den Gallenfluss und unterstützt die Leber. In der Heilkunde ist sie also wohl bekannt. Sehr gut passt sie auch in ein Kräutersalz und auch in ein Suppengewürz. Da sie sehr bitter ist, solltest du davon wenig hinzugeben.

Aber das Entscheidende ist, dass der Geruch von Eberraute sehr an Cola erinnert. Darum wird sie auch gerne als Cola-Kraut verkauft.

Das Rezept ist eigentlich sehr einfach nachzumachen und es überzeugt tatsächlich sehr.

Zutaten:

2 l Wasser

800g Zucker

5 Stk Bio-Zitronen, filetiert

ca 17-20g Eberrauten-Spitzen

4 El Zucker Couleur

Wasser und Zucker werden aufgekocht und vom Herd genommen. Wichtig ist das du nur Zitronenfilets hinzu gibst. Die Schale wird komplett entfernt und auch die weiße Haut unter der Schale sollte entfernt werden. Denn diese weiße Haut ist sehr bitter und diese Bitterstoffe wollen wir nicht in der Cola haben. Von der Eberraute nimmst du nur die jüngsten Triebspitzen. Alle anderen enthalten auch zu viele Bitterstoffe. Das Getränk würde zu herb werden.

Nun gibst du zu deiner Zuckerlösung (diese darf ruhig noch heiß sein) deine Zitronenfilets und das Cola-Kraut hinzu.

Nun machst du es gleich wie mit einem Holunderblütensirup, einfach 3-4 Tage stehen lassen und jeden Tag mehrmals umrühren. Am vierten Tag wird deine Zuckerlösung abgeseiht. Du gibst den Zucker Couleur hinzu und kochst das Ganze auf. In sterile Flaschen füllen.

Zucker-Couleur brauchst du nur für die Optik. Gibst du es nicht hinzu hast du einen leicht gelblichen Sirup. Es ist also nicht zwingend nötig für das Rezept.

Genieße deine Cola mit kaltem Mineralwasser. Garantiert ohne Koffein und du kannst ihn beliebig verdünnen.

HINWEIS: Wie bei jedem Kraut das du verwendest solltest du dich umhören ob du es konsumieren kannst. Manche Kräuter sollten während der Schwangerschaft zB nicht eingenommen werden. Dazu gehört auch die Eberraute.

Aberglaube: im Englischen wird sie auch maiden’s ruin – Jungfernverderb genannt. Mit der Eberraute konnte man Mädchen verzaubern und ihre Liebe gewinnen. Wer in der Kirche bei der Predigt müde wurde, konnte sich mit einem Zweig Eberraute helfen. Denn der Duft hält munter.

ACHTUNG: Die Zitronenschalen nicht auf den Kompost geben. Du kannst damit einen wunderbaren Zitronen-Essigreiniger herstellen!

© Marlies Schneider

 

Rosenblütengelee

Eine besondere Köstlichkeit aus dem Garten ist das Rosenblütengelee:

1 Liter Rosenblütenblätter unbehandelt

2 El Rosenwasser

1 Liter Wasser

1/2 Saft einer Bio-Zitrone

etwas Tonkabohne gerieben

1 Kg Gelierzucker 1:1 aus dem Bioladen

Rosenblüten mit Wasser übergießen. Den Gelierzucker dazugeben  und langsam auflösen. Ständig dabei rühren. Bis zum Gelierpunkt kochen lassen und eine Probe machen. Tonkabohne, Zitronensaft und das Rosenwasser am Schluss noch dazu geben und gut unterrühren, aufwallen lassen. In vorbereitete Gläser füllen und abkühlen lassen.

Das Gelee schmeckt vorzüglich. Guten Appetit!

Beachte das der Rosenduft sehr zart ist. Umso mehr Blätter du verwendest umso besser kommt der Geschmack durch. Kombinierst du andere Kräuter können diese den Rosenduft überdecken oder zurück drängen. Rose lässt sich gut mit Vanille oder Tonka kombinieren ohne zu sehr gedämpft zu werden.

 

Köstlichkeiten aus Rosenblüten

 

 

 

 

Heuer sind meine Rosen im Garten besonders schön. Das Wetter ist ideal und das Kraut der Pflanzen ist richtig schön und kräftig. Die Blüten sind ein Traum und duften einfach herrlich. Ich liebe David Austin Rosen, sie sind meistens gefüllt und stark duftend. Meine Stöcke sind schon einige Jahre alt und einfach fantastisch. Durch diese reichhaltige Blüte konnte ich heuer einige Rosenblätter ernten. Daraus habe ich ein paar geniale Köstlichkeiten gezaubert.

Rosenblüten Essig:

2 Handvoll Rosenblütenblätter stark duftend

etwas an Rosa Beeren ganz

etwas Pfeffer ganz

1/2 Vanilleschote

1 Tr. Rose bulgarisch

Apfelessig natürlich ohne Zusätze. Am besten selbstgemacht.

Gib alle Zutaten in eine Flasche mit großer Öffnung und übergieße diese mit dem Apfelessig. Nun kannst du deinen Ansatz mindestens für ca. 4 – 5 Wochen ziehen lassen. Ideal ist, wenn du jeden Tag mal das Glas schüttelst damit immer alle Pflanzenteile mit dem Essig bedeckt sind. Danach kannst du die Zutaten abseihen und den Essig in eine saubere schöne Flasche füllen. Wenn du willst, kannst du noch ein Tl Honig dazu geben. Das macht den Essig etwas milder. Lass es dir schmecken!

Beachte: Du kannst auch einen anderen Essig verwenden. Leider ist es aber schwer einen ohne Zusätze wie diverser Farbstoffe und Antioxidationsmittel zu finden. Ist dir das schon einmal aufgefallen?

Rosenlikör:

ca. 500mlKorn 38%

2 Handvoll Rosenblütenblätter stark duftend

Abrieb einer halben Tonkabohne

1/2 Vanille Schote hatte ich noch übrig, so kam sie auch noch dazu.

ca. 100g Zucker (mehr oder weniger nach Gusto)

Alles in ein sauberes Weithalsglas füllen und mindestens zwei Wochen ziehen lassen. Ich habe die Blütenblätter meist bis zu 3 Monate in der Flasche. Es muss jeden Tag etwas geschüttelt werden. Dann wird abgeseiht und den Likör in saubere Flaschen füllen. Ich habe festgestellt, umso länger der Likör reifen kann umso besser wird er. Das gilt übrigens auch für den Essig.

Du kannst im Grunde jede duftende Rose verwenden. Nur beachte, dass sie nicht gespritzt wurden. Auch sonst empfehle ich höchste Qualität aller Produkte. So erhält man ein erstklassiges Endprodukt welches auch immer ein schönes Mitbringsel oder Geschenk ist.

Es ist egal welche Farbe deine Rosen haben, sie müssen nicht zwangsläufig rot sein, aber der Duft ist wichtig.