Johanniskraut-Öl selbstgemacht

Vergangenes Wochenende durfte ich wieder bei einem Top-Referenten der FNL-Kräuterakademie verbringen. Die Sonne war gnadenlos und die Kräuterwanderung war absolut genial mit besonders schönen Eindrücken und netten Menschen. Österreichs Vegetation ist so vielfältig und interessant und wir hatten einen Menge Spaß.

Leider hat mich die Sonne aber an den Beinen ein klein wenig erwischt. Da ich meine Johanniskraut-Schüttellotion dabeihatte, war das aber rasch kein Problem. Selbstverständlich sollte man erst keinen Sonnenbrand bekommen aber hin und wieder erwischt es einen dann doch.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) als Ölauszug ist wunderbar für die Hautregeneration und auch besonders hilfreich nach einem Sonnenbad, zur Narbenpflege, bei Prellungen oder Verstauchungen. Da ich mir sowieso eine Schüttellotion für den Körper aus Johanniskrautöl und Rosenhydrolat gemacht hatte, hatte ich meine Erste-Hilfe gleich mit im Koffer. Ein Sonnenbrand ist zwar nicht weg nach dem Auftragen von Johanniskrautöl aber es lindert die Schmerzen sehr rasch.

Für ein Öl-Mazerat gibt es ganz verschiedene Ansätze.

Hier meine Variante:

Ich stoße die Blüten, mit dem oberen Kraut der Pflanze, mit etwas Öl im Mörser an. Beachte, dass ich Knospen, Blüten und verblühte Pflanzenteile für das Mazerat verwende. Die verblühten Pflanzenteile benötige ich, um auch das wertvolle Hyperforin auszuziehen welches der entzündungshemmende Stoff ist und genauso wichtig wie das bekannte Hypericin. Witzigerweise sprechen aber viele immer nur vom antiviralen Hypericin und vergessen oft, dass noch viel mehr aus der Pflanze zu holen ist.

Jetzt muss man wissen, dass Hyperforin sich in der Sonne rasch abbaut. Hyperforin ist oxidations- und lichtempfindlich. Darum macht es keinen Sinn den Ölauszug an die Sonne zu stellen. Es wird leider immer und immer wieder so publiziert. Aber da schrillen bei mir alle Alarmglocken, denn Sonne und Öl ist keine gute Kombination. Es kommt zur Oxidation, das Öl wird viel zu rasch ranzig. Es sei denn du hast deinen Ölauszug in einem dunklen Glas, denn die Wärme ist sehr wohl für einen guten Ölauszug wichtig. Schlussendlich musst du es aber selbst beurteilen, wie du dein Öl herstellen willst. Manchmal denkt man einfach nur nicht daran oder aber man wusste es nicht besser und ist froh, wenn man mehr über die Herstellung von Ölmazeraten erfährt. (Die Forschungsgruppe von Dr. Schempp / Freiburger Universitäts-Hautklinik empfiehlt die Extraktion im Dunklen vorzunehmen. Sogar im Mittelalter wurde das Johanniskrautöl dunkel ausgezogen, lt Ursel Bühring: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde)

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen es bedarf keine Sonne, um ein schönes Rotöl zu erhalten. Beachte aber, je nach verwendetem Öl wird das Mazerat heller oder dunkler. Klassisch wird Olivenöl verwendet, manche schwören sogar darauf. Das Öl selbst ist schon grünlich und das Rotöl wird eher dunkel. Verwendest du Sonnenblumenöl wird das Rotöl heller bleiben. Wie du auf meinem Foto sehen kannst. In meiner Heilpflanzenjahresausbildung, vor einigen Jahren, habe ich gelernt, dass ein Sonnenkraut auch mit einem Sonnenöl ausgezogen werden soll. Nun ich mache allerdings immer zwei Mazerate eins aus Olivenöl und eines aus Sonnenblumenöl und verwende sie unterschiedlich.

Wenn du das Pflanzenmaterial etwas im Mörser verrieben hast kannst du das Glas mit Öl aufgießen und das Ganze mit einem Tuch bedeckt ausziehen lassen. Ein Tuch sollte deshalb verwendet werden damit noch Feuchtigkeit entweichen kann und dies dauert ein paar Tage. Damit kein Staub ins Glas gelangt gibt man ein Tuch darüber. Nach ein paar Tagen kannst du das Glas verschließen, dann haben sich die Kräuter meist auch abgesenkt und nun lässt du sie für 4-6 Wochen ausziehen.

Wenn du ein noch stärkeres Öl möchtest kannst du das Pflanzenmaterial nach dieser Zeit abseihen und die Prozedur wiederholen nur, dass du als Menstruum dein fertiges Rotöl verwendest und nicht nochmal das Öl deiner Wahl. Du nimmst also neue Kräuter (zerstoßen) und übergießt diese mit dem Rotöl. Beachte, dass dies dann ein sehr starkes Mazerat ergibt.

Dein Rotöl kannst du nun für Salben, zur Narbenpflege oder was auch immer verwenden oder aber du machst eine Schüttellotion daraus.

Beachte: Johanniskraut fördert nicht wirklich die Lichtempfindlichkeit wie oft behauptet, wenn man von einem gesunden Menschen ausgeht. Dazu gibt es inzwischen seriöse Studien. Man würde schon höhere Dosen an Johanniskraut-Präparaten benötigen damit man von einer Lichtempfindlichkeit sprechen könnte. Es empfiehlt sich im Bedarfsfall Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten.

Hier geht es zum Rezept: Johanniskraut-Schüttellotion

Tipp: Wenn du unbedingt ein Sonnenauszug herstellen willst kannst du auch zusätzlich einen Dunkelauszug herstellen und die Öle anschließend mischen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

 

 

 

 

 

 

 

Pao de Queijo – Brasilianische Käsebällchen

p1100480Kennst du schon Pao de Queijo? Ich habe diese Leckerei in Brasilien kennen gelernt. Ich war eine Zeitlang dort unterwegs und konnte diesen Käsebällchen nie widerstehen. In Brasilien findet man sie wirklich überall, an jeder Theke werden sie verkauft. Es gibt auch Backmischungen dafür, aber solche sind nicht nötig. Das Rezept ist wirklich ganz einfach und es ist getreidefrei.

400 g Maniokmehl (Tapioka Stärke) das bekommst du im Asia-Markt.

150 ml Heumilch

100 ml Wasser

100 g Bergkäse oder ähnliches fein gerieben (ich verwende richtigen Alpkäse)

100 g Parmesan fein gerieben (beste Qualität)

1-2 Bio-Eier in Gr M

5 El  Olivenöl kaltgepresst

1 Tl Salz

Die flüssigen Zutaten werden gemischt. Also Öl, Milch sowie Wasser mischen und das Salz gibt man auch gleich dazu. Dann die Mischung unter rühren zum Kochen bringen.

Das Maniokmehl in eine große Schüssel geben und nach und nach die heiße Milch einarbeiten. Immer gut unterrühren. Das dauert etwas. Das ganze sollte ein fester Teig werden (ähnlich wie ein Brotteig). Nach und nach kannst du die Eier hinzu geben. Achtung es muss ein fester Teig bleiben. Wird die Masse zu weich dann nimm  nur 1 Ei oder gib Mehl dazu. Am Schluss den geriebenen Käse unterkneten.

Mithilfe eines Teelöffels (gehäuft) formst du aus dem Teig kleine Kügelchen. Diese setzt du auf ein Blech  mit Backpapier.

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Im vorgeheizten Backrohr bei 180°C ca 25 Minuten backen, bis sie leicht golden sind. Richtig sind sie, wenn sie außen knusprig und innen weich sind.

Die Brötchen kommen auch bei Kindern gut an. Als Jause zwischen durch oder auf einer Party für Groß und Klein sind sie ein delikater Snack.

Dazu kann man noch ein Gurkenkrokodil machen. Schaut nett aus und schmeckt sehr gut.

 

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© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

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Beinwell – Salomonssiegel – Balsam

Pflanzen Portrait:

Den Echten Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) kennt man auch unter dem Namen Wohlriechende Weißwurz oder Siegelwurz. Sie gehört zu der Familie der Asparagaceae – Spargelgewächse.

Die bei uns heimische, bis zu 50 Zentimeter hoch werdende Art, zeigt ihre weiß-grünen hübschen Blüten von ca. April bis Juni. Zu finden ist der Echte Salomonssiegel in Mischwäldern und gelegentlich auch mal auf einer Wiese. Die Pflanze hat ein Kreuz besonders die Beeren dürfen nicht verzehrt werden! Es gibt bei uns drei Arten sie unterscheiden sich wie folgt:
– Echter Salomonssiegel oder Wohlriechende Weißwurz – Polygonatum odoratum: 1 Blüte – im Herbst dann immer pro Blüte eine dunkle Beere. Kantiger Stängel und sie ist kleiner im Wuchs als Polygonatum multiflorum.

© Marlies Schneider

 

© Marlies Schneider

 

– Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum): 3 bis 5 Blüten – im Herbst mehrere dunkle Beeren. Runder Stiel. Etwas höher im Wuchs als Polygonatum odoratum. Ihr sagt man auch im Volksmund Vielblütiges Salomonssiegel.

© Marlies Schneider

 

– Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum): Blätter quirlständig – im Herbst rote Beeren und erst später schwarz-blau.

© Marlies Schneider

In der Pflanzenheilkunde benutzt man vom Salomonssiegel den im Herbst gesammelten Wurzelstock oder im frostfreien Winter. Der Wurzelstock ist geruchlos, die Blüten riechen angenehm aromatisch, der Geschmack der Pflanze ist aber eher bitter bis herb und kann Brechreiz auslösen.
Die Volksheilkunde sagt der Salomonssiegel wirkt abschwellend und hämolytisch. Der Salomonssiegel wird nur äußerlich angewendet. Aus dem Wurzelstock kann eine Tinktur oder ein Ölauszug hergestellt werden. Daraus wird ein sensationell guter Sehnen- und Bänderbalsam gemacht, für die diese Pflanze auch bekannt ist. Sie wird auch Siegelsalbe genannt, das ist vielleicht manchen ein Begriff.
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© Marlies Schneider

Den Ölauszug kann man gleich wie bei Beinwell herstellen. Die gereinigte Wurzel klein schneiden. In Olivenöl erhitzen nicht kochen sondern nur simmern lassen. Dann 10-20 Tage im Öl ziehen lassen, abseihen in eine dunkle Flasche füllen und beschriften.
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© Marlies Schneider

Für die Tinktur das Rhizom klein schneiden. In ein Glas geben und mit 80 % Alkohol aufgießen. 28 Tage (eine Mondphase) ziehen lassen. Abseihen und in eine dunkle Flasche füllen und beschriften.

Mein Balsam habe ich wie folgt gemacht:
50 ml Salomonssiegel-Öl
50 ml Beinwell-Öl
20 ml Johanniskraut-Öl
10 g Kakaobutter
10 g Bienenwachs (oder etwas mehr)Öl mischen im Wasserbad mit erwärmen bis sich Kakaobutter und Bienenwachs gelöst haben. Abfüllen und beschriften.
Sie kann bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelschmerzen, Bänderdehnung, Wunden und Rückenschmerzen eingesetzt werden.
Bänder und Knochen können mit diesem Balsam gut gepflegt werden.
Wenn du keinen Zugang zu Salomonssiegel hast, kannst du in der Apotheke fragen oder im Internet nach geschnittener Wurzel suchen.
Tinkturen gibt es auch fertig im Internet zu erwerben. Diese kann man aber sicher auch in einer guten Apotheke kaufen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
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