Ballota nigra ist ein mehrjähriger, behaarter Lippenblütler – Lamiaceae aus dem Mittelmeerraum, die sich über Mitteleuropa, Westasien und Nordafrika bis nach Nordamerika ausgebreitet hat.
Schwarznessel im Porträt: und ihre Formen in Österreich
Bestimmungshilfe für die Schwarznessel und ihre Unterarten in Österreich:
Diese bebilderte Bestimmungshilfe unterstützt bei der Unterscheidung der drei Unterarten in Mitteleuropa – insbesondere bei Exkursionen, Gartenführungen oder in der Ausbildung von Kräuterinteressierten.

Im Folgenden werden die wichtigsten Merkmale in einer Gegenüberstellung aufgeführt:
Allgemeine Merkmale
- Lippenblüter mit meist rosa bis purpurnen Blüten (10–14 mm), die Oberlippe ist haarig.
- Kelch 5-zähnig, glockenförmig, stark behaart und mit einem deutlichen Stiel.
- Blätter gegenständig, eiförmig, grob gezähnt, runzelig, weich behaart. Blattränder oft rötlich bei Ruderalis. Blätter sehen oft aus als ob sie lahm sind.
- Stängel vierkantig, hohl, verzweigt, oft rötlich bei Ruderalis.
- Geruch stark modrig-unangenehm
Die Pflanze kommt in Österreich vor, aber immer in Form von Unterarten (subspecies). Das bedeutet: Es gibt keine „Ballota nigra“ im engeren, nominalen Sinn ohne Zusatz – also keine Art, die einfach nur als Ballota nigra (ohne subspezifische Zuordnung) eindeutig vorkommt.
In Österreich sind laut botanischer Fachliteratur drei Unterarten nachgewiesen:
- Ballota nigra subsp. foetida – Kurzzähnige Schwarznessel
- Ballota nigra subsp. nigra – Langzähnige Schwarznessel
- Ballota nigra subsp. ruderalis – Ruderal-Schwarznessel (selten, ruderal verwildert)

Unterarten-Vergleich: Erkennungsmerkmale und Unterscheidung
| Merkmal | subsp. foetida (Kurzzähnige) | subsp. nigra (Langzähnige) | subsp. ruderalis (Ruderalform) |
|---|---|---|---|
| Kelchzähne | Kurz, stumpf, nur 1–3 mm, mit Mini-Spitze | Lang, spitz, 4–6 mm, dreieckig | Sehr kurz, kaum sichtbar über Kelch hinausragend |
| Blätter | Breit, weich, dicht behaart | Größer, dunkler, ebenfalls stark behaart | Kleiner, schmaler, weniger behaart |
| Blütenfarbe | Rosa bis blassrosa | Rosa bis purpurn | Blassrosa bis fast weiß |
| Geruch | Sehr stark, muffig | Ebenso stark, modrig | Schwächer, teilweise kaum auffällig |
| Wuchs | 30–90 cm, buschig-verzweigt | Bis 120 cm, robuster Stängel | Niedrig, zierlich, oft nur 20–50 cm hoch |
| Standort | Ränder, Wegränder, Mauerfugen, sonnig | Ähnliche Orte, auch Bahntrassen | Innerstädtisch, Schuttplätze, Bahnhöfe |
| Verbreitung | Vor allem Westösterreich (z. B. Vorarlberg?) | Östliches Österreich (z. B. Burgenland) | Selten, v. a. Wien und urbane Zentren |
Die Pflanze bevorzugt stickstoffreiche, kalkhaltige Böden in Höhen bis etwa 1300 m
Tipps zur Bestimmung im Feld
- Kelchzähne mit Lupe betrachten: Länge und Form sind das sicherste Unterscheidungsmerkmal.
- Blattbehaarung und -form: foetida meist weicher und filziger.
- Standortumgebung analysieren: ruderalis oft an Bahnhöfen und städtischen Rändern, foetida an sonnigen Rändern.
- Blüte rosa bis blassrosa mit einer Länge von 10 – 14 mm. Oberlippe ist hochgewölbt und die Unterlippe dreilappig. Dabei ist der mittlere Lappen keilförmig. Die Oberlippe ist deutlich behaart.

Historisches zur Schwarznessel – eine Pflanze am Rand der Heilkunst
Bereits in der Antike wurde eine Pflanze namens Ballote in den Schriften des griechischen Arztes Dioskurides erwähnt – übelriechend, doch wirksam gegen Krämpfe, Bisse und nächtliche Unruhe. Auch Plinius der Ältere kannte sie als schweißtreibende Zutat in alten Salben. In den Kräuterbüchern der frühen Neuzeit – etwa bei Tabernaemontanus – fand sich die Pflanze unter Namen wie „stinkender Andorn“ oder „schwarze Nessel“ wieder. Ihre Heilwirkung wurde kaum geschätzt, ihr modriger Geruch oft bemängelt. So blieb sie eine Außenseiterin der hohen Klostermedizin – gemieden von Mönchen, aber nicht vergessen vom Volk. In der bäuerlichen Überlieferung galt sie als Schutzpflanze an Schwellenorten: dort, wo Weg und Wildnis sich berühren, wo Menschen loslassen müssen, was sie beschwert.
Die Schwarznessel, ist nicht nur botanisch faszinierend, sondern besitzt auch ein magisches und mystisches Potenzial, das sich besonders in der Kräuterkunde, im Räucherwerk und der Pflanzenmystik entfalten lässt. Obwohl sie in der modernen Magie kaum noch Beachtung findet, trägt sie altes Wissen in sich.
Mystische und magische Aspekte über die Pflanze
Magische Pflanzenweisheit
„Wo die Wege enden und der Stein zu bröckeln beginnt, da wächst sie. Nicht schön, nicht lieblich, doch stark im Schatten. Wer sie findet, dem flüstert sie vom Loslassen, vom Schutz vor dem Unausgesprochenen – und vom Mut, das Alte hinter sich zu lassen.“
Zuordnung
- Element: Erde & Wasser (Schattenseite)
- Planet: Saturn
- Wirkung: Schutz, Loslassen, Abgrenzung, Übergangsrituale
- Anwendung: als Räucherpflanze, Schwellenkraut, für Träume und Schattenarbeit
© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz
Haftungsausschluss/Disclaimer
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
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