Grüner Hafer Anwendung: bewährte Praxis statt Trends

Grüner Hafer Anwendung: bewährte Praxis statt Trends

Grüner Hafer Anwendung ist in der amerikanischen Kräuterheilkunde ein Nerventonikum und Adaptogen. Anders als reifer Hafer enthält das milchreife Kraut kombinierte wasser-, alkohol- und fettlösliche Wirkstoffe, die nur frisch oder korrekt extrahiert zur Geltung kommen.

Tee allein extrahiert nicht alle bioaktiven Verbindungen, weshalb Tinkturen, Glycerite und Oxymel gängige Zubereitungsarten sind.Grüner Hafer, botanisch Avena sativa L., wird je nach Erntezeitpunkt sehr unterschiedlich genutzt.

 

Grüner Hafer Anwendung

Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf Milky Oats, also dem milchreifen Hafer.
Diese Form ist keine moderne Mode. Sie stammt aus der amerikanischen Kräuterpraxis und der Eclectic Medicine des 19. Jahrhunderts.

Im deutschsprachigen Raum dominieren Haferstroh und Haferkorn. Milky Oats werden kaum verwendet. Das liegt nicht an fehlender Wirkung, sondern an fehlender Tradition und an der anspruchsvollen Verarbeitung.

Historische Anwendung von grünem Hafer

Europäische Volksmedizin

In Europa nutzte man Hafer vor allem als:

  • Nahrungsmittel

  • Rekonvaleszenzmittel

  • Badedroge bei Hautproblemen

  • Tee aus Haferstroh bei Erschöpfung

Quellen wie Hildegard von Bingen, Tabernaemontanus und Culpeper erwähnen Hafer als stärkend, aber unspezifisch.

Milchreifer Hafer wird in europäischen Kräuterbüchern kaum separat beschrieben.


Amerikanische Volksheilkunde und Eclectic Medicine

In den USA entwickelte sich eine andere Sichtweise.

Ab dem 19. Jahrhundert beschrieben Eclectic Physicians frische Milky Oats als:

  • trophorestorativ für das Nervensystem

  • regenerierend nach Überlastung

  • unterstützend bei nervöser Erschöpfung

John King und Harvey Felter führen Milky Oats explizit als Nervenmittel ohne Sedierung.


Moderne Anwendung von Milky Oats

Anwendungsschwerpunkt

Milky Oats gelten als langsam wirkendes Nerventonikum.
Du setzt sie nicht akut ein, sondern über Wochen.

Typische Einsatzbereiche in der Praxis:

  • nervliche Erschöpfung

  • Reizbarkeit nach Dauerstress

  • Konzentrationsabfall

  • Rekonvaleszenz nach Krankheit

  • begleitend bei Schlafstörungen

Keine akute Beruhigung. Keine Dämpfung.
Der Fokus liegt auf Regeneration.


Frisch oder getrocknet

Frische Milky Oats

Frisches Material enthält:

  • Avenanthramide

  • Alkaloide

  • Saponine

  • empfindliche Phenolamide

Diese Stoffe sind instabil.
Trocknung reduziert die Wirkung deutlich.

Getrockneter grüner Hafer

Getrocknete Ware:

  • enthält vor allem Mineralstoffe

  • wirkt eher tonisierend als nervenaufbauend

  • ist kein gleichwertiger Ersatz

Du kannst sie nutzen, wenn frisches Material nicht verfügbar ist.
Erwarte dann eine andere Wirkung.

Auszugsmethoden und ihre Eignung

Tinktur

Die klassische Anwendung in den USA. Zum richtig geernteten Zeitpunkt werden unreife Haferfrüchte geerntet. Sie enthalten den typischen Milchsaft. 

  • Frisches Milky Oats 

  • Alkohol 80 %

  • Verhältnis 1:1

  • Ziehzeit 2–4 Wochen

Extrahiert:

  • Avenanthramide

  • Alkaloide

  • Saponine

Anwendung von Haferstroh im Vergleich

Haferstroh wirkt anders.

Typische Anwendungen:

  • mineralisierende Tees

  • Bäder

  • Umschläge

  • Hautpflege

Schwerpunkt:

  • Bindegewebe

  • Haut

  • Rekonvaleszenz

Nicht primär nervenregenerierend.


Ungewöhnliche Anwendungen und Rezepte

Milky-Oats-Elixier

  • frische Milky Oats

  • 50 % Alkohol

  • kleiner Honiganteil nach dem Abseihen

Wird in den USA als Kurmittel genutzt.


Haferstroh-Latte

  • fein gemahlenes Haferstroh

  • heißes Wasser

  • pflanzliche Milch

Mineralisch. Mild. Kein Ersatz für Milky Oats, aber praktikabel.


Glycerit für sensible Personen

  • frische Milky Oats

  • Glycerin : Wasser = 3 : 1

  • 4 Wochen Ziehzeit

Geeignet für Kinder oder alkoholsensible Personen.

Praxisfazit ohne Trends

Milky Oats sind kein Lifestyle-Produkt.
Sie sind ein spezialisiertes Nerventonikum, das frisches Pflanzenmaterial und passende Extraktion verlangt.

Wenn du Tee erwartest, greif zu Haferstroh.
Wenn du nervliche Regeneration willst, arbeite mit frischen Milky Oats und Alkohol oder Glycerin.

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Grüner Hafer Anwendung

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
KräuterkurseKräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Inhaltsstoffe Milky Oats: 6 Wirkstoffe erklärt

Inhaltsstoffe Milky Oats: 6 Wirkstoffe erklärt

Die Inhaltsstoffe von Milky Oats erklären die besondere Stellung des grünen Hafers in der Pflanzenheilkunde. Milky Oats stammen aus dem milchreifen Stadium von Avena sativa. In dieser Phase enthält die Pflanze eine hohe Konzentration bioaktiver Stoffe. Inhaltsstoffe Milky Oats wirken vor allem auf das Nervensystem, den Stoffwechsel und die Regeneration. Die Zusammensetzung unterscheidet sich deutlich vom reifen Haferkorn und vom getrockneten Haferstroh.

Inhaltsstoffe Milky Oats

Botanischer Hintergrund der Inhaltsstoffe

Milky Oats werden geerntet, wenn die Körner noch weich sind und beim Pressen eine milchige Flüssigkeit abgeben. In diesem Stadium transportiert die Pflanze Nährstoffe aktiv in die Samen. Genau hier liegt der Unterschied zu späteren Erntezeitpunkten. Inhaltsstoffe Milky Oats liegen in einer wasserreichen, enzymaktiven Form vor. Viele Verbindungen sind empfindlich gegenüber Hitze und Trocknung. Deshalb spielen frische Auszüge und alkoholische Tinkturen eine zentrale Rolle.


Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Milky Oats

1. Kohlenhydrate und Schleimstoffe

Milky Oats enthalten lösliche Kohlenhydrate und Schleimstoffe. Diese Stoffe wirken reizlindernd auf Schleimhäute. Sie unterstützen die Darmschleimhaut und tragen zur Beruhigung bei nervöser Verdauung bei. Die Konzentration ist im milchreifen Stadium höher als im reifen Korn.


2. Proteine und Aminosäuren

Ein wesentlicher Bestandteil der Inhaltsstoffe Milky Oats sind pflanzliche Proteine. Dazu gehören freie Aminosäuren wie Glutaminsäure und Asparagin. Diese Stoffe spielen eine Rolle im Stickstoffstoffwechsel der Pflanze. In der Anwendung werden sie mit regenerierenden Prozessen des Nervensystems in Verbindung gebracht.


3. Beta-Glucane

Beta-Glucane sind lösliche Ballaststoffe. Sie kommen im gesamten Hafer vor, sind jedoch auch in Milky Oats enthalten. Sie beeinflussen den Zuckerstoffwechsel und wirken stabilisierend auf den Darm. In Milky Oats liegen sie in einer leicht verfügbaren Form vor, da die Zellstrukturen noch nicht verholzt sind.


4. Saponine

Saponine gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Sie unterstützen die Aufnahme anderer Inhaltsstoffe und wirken leicht reizend auf Zellmembranen. In der Pflanzenheilkunde werden sie mit einer tonisierenden Wirkung in Verbindung gebracht. Inhaltsstoffe Milky Oats enthalten vor allem steroidale Saponine.


5. Phenolamide und Avenanthramide

Avenanthramide sind charakteristische Inhaltsstoffe des Hafers. Sie wirken antioxidativ und sind für viele physiologische Effekte verantwortlich. In Milky Oats finden sich diese Stoffe in aktiver Form. Sie spielen eine Rolle bei entzündungsmodulierenden Prozessen und bei der Unterstützung des Nervensystems.


6. Mineralstoffe und Spurenelemente

Milky Oats enthalten Magnesium, Kalium, Silicium und Eisen. Diese Mineralstoffe sind an Nervenleitung, Muskelarbeit und Zellregeneration beteiligt. Besonders Magnesium wird mit entspannenden Effekten in Verbindung gebracht. Die Inhaltsstoffe Milky Oats wirken hier nicht isoliert, sondern im Verbund.


Wirkungsschwerpunkte der Inhaltsstoffe

Die Wirkung von Milky Oats ergibt sich aus dem Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe. Der Schwerpunkt liegt auf:

  • Unterstützung des Nervensystems

  • Regeneration bei Erschöpfung

  • Stabilisierung von Verdauung und Stoffwechsel

Milky Oats werden traditionell bei nervlicher Überlastung, innerer Unruhe und Erholungsphasen eingesetzt. Die Inhaltsstoffe wirken dabei nährend und ausgleichend, nicht stimulierend.

Inhaltssstoffe Milky Oats

Unterschied zu Haferstroh und Haferkorn

Haferstroh enthält vor allem Mineralstoffe und Kieselsäure. Reifes Haferkorn liefert Stärke und Speicherproteine. Inhaltsstoffe Milky Oats unterscheiden sich deutlich davon. Sie sind stärker auf Wachstum, Regulation und Schutz ausgelegt. Deshalb werden Milky Oats bevorzugt für nervenbezogene Anwendungen genutzt, während Haferstroh eher äußerlich oder mineralstoffbetont eingesetzt wird.


Bedeutung der richtigen Verarbeitung

Die Inhaltsstoffe sind empfindlich. Hitze, lange Lagerung und falsche Trocknung reduzieren die Qualität. Für die Praxis eignen sich:

  • Frischpflanzen-Tinkturen

  • Kurz gezogene Auszüge

  • Alkohol-Wasser-Mischungen

So bleiben die Inhaltsstoffe Milky Oats stabil und verfügbar.


Einordnung in die moderne Pflanzenheilkunde

In der modernen Phytotherapie gelten Milky Oats als nervenstärkende Pflanze. Die Inhaltsstoffe erklären diese Einordnung. Besonders im englischsprachigen Raum werden Milky Oats als trophorestorativ beschrieben. Der Fokus liegt auf Aufbau, nicht auf schneller Wirkung.


Abschluss

Die Inhaltsstoffe Milky Oats machen den milchreifen Hafer zu einer besonderen Heilpflanze. Ihre Zusammensetzung erklärt die Anwendung bei nervlicher Belastung und Regeneration. Entscheidend sind Erntezeitpunkt und Verarbeitung. Nur so bleibt die volle Qualität erhalten.

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Milky Oats Inhaltsstoffe

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Milky Oats: 7 botanische Merkmale & Herkunft

Milky Oats: 7 botanische Merkmale & Herkunft

Milky Oats heute: Anwendung, Genuss & Bedeutung

Milky Oats sind die unreifen, milchreifen Ähren des Hafers (Avena sativa). In den USA gelten sie als bewährtes Mittel gegen Stress und nervöse Erschöpfung. Traditionell nutzt man Milky Oats für Tee, Tinkturen und Extrakte. Sie unterscheiden sich von Haferstroh, das vor allem mineralreich ist, sowie von reifen Haferkörnern, die als Nahrungsmittel dienen.

Milky Oats

Botanik und Wuchsform

Milky Oats gehören zur Familie der Süßgräser. Typische Merkmale:

  1. Halme bis zu 1,2 m hoch, steif und fingerstark.

  2. Lange, schmale Blätter, beidseitig behaart.

  3. Rispenförmige Blütenstände mit locker angeordneten Ähren.

  4. Blattscheiden behaart, Ligula spitz.

  5. Milchreifes Stadium: drückt man die Körner, tritt weiße Flüssigkeit aus.

  6. Körner im späteren Stadium gelblich und hart.

  7. Herkunft: ursprünglich Naher Osten und Nordafrika, später Europa, Nordamerika, Asien.

Diese Merkmale helfen, Grünen Hafer von ähnlichen Gräsern zu unterscheiden. 

Milchreifes Stadium

Das „milchige“ Stadium ist medizinisch besonders interessant. Hier sind die Inhaltsstoffe am höchsten konzentriert. Dieses Stadium dauert nur wenige Tage und erfordert tägliche Kontrolle der Rispen. Später wird der Halm zu Haferstroh, die Körner hart und stärkehaltig.


Herkunft und Verbreitung

Hafer stammen aus Eurasien. Historisch:

  • Früheste Kultivierung: Naher Osten

  • Antikes Griechenland und Ägypten: Haferbrei als kräftigendes Nahrungsmittel

  • Römische Antike: Plinius berichtet über Haferanbau

  • Neuzeit: Verbreitung nach Nordamerika und Asien

In den USA ist Milchgrüner Hafer als Pflanzenteil für Phytotherapie bekannt. Sie werden dort in Extrakten und Tinkturen gegen Stress und Müdigkeit genutzt.


Erkennungsmerkmale im Feld

Du erkennst Milky Oats an:

  • Grünen, weichen Körnern

  • Weißer Flüssigkeit beim Drücken

  • Steifen Halmen und Rispenblüten

  • Behaarten Blattscheiden

Qualitätskontrolle ist wichtig, um Wirkstoffe zu erhalten. Zu frühe oder zu späte Ernte mindert die Wirksamkeit. 

Wachstumsbedingungen

Milky Oats gedeihen:

  • Auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden

  • Bei ausreichender Feuchtigkeit, ohne Staunässe

  • In kühleren, gemäßigten Regionen

Die Pflanze ist robust, benötigt aber konstante Überwachung, um das milchreife Stadium optimal zu nutzen.


Unterschied zu Haferstroh und reifen Körnern

  • Milky Oats: unreife Ähren, reich an Wirkstoffen, nervenstärkend

  • Haferstroh: Halme und Blätter, mineralreich, weniger nervenstärkend

  • Reife Körner: Lebensmittel, Beta-Glucane, Proteine

Diese Trennung ist entscheidend für die Verarbeitung zu Tinkturen, Tees oder Extrakten.


Bedeutung in der Kräuterheilkunde

In den USA wird Milky Oats als Nerventonikum verwendet. Es dient der Unterstützung bei:

  • Stress

  • Nervöser Erschöpfung

  • Schlafproblemen

Die Pflanze ist besonders beliebt in Teemischungen, Tinkturen und alkoholischen Extrakten. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff „Grüner Hafer“ verwendet, während Milky Oats international geläufig ist.


Abschluss: Relevanz, Kultur & kulinarische Nutzung

Milky Oats haben heute nicht nur in der Kräuterheilkunde Bedeutung, sondern auch in Ernährung und Wellness. In den USA werden sie sowohl in Tees, Tinkturen, Sirups als auch in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Bereits die traditionelle Volksmedizin schätzte die milchreifen Ähren als stärkendes Nervenmittel. Moderne Anwendungen greifen diese Erfahrungen auf und verbinden sie mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den enthaltenen Polysacchariden, Proteinen und Antioxidantien, die in der milchreifen Phase besonders hoch konzentriert sind.

Auch kulinarisch lassen sich Milky Oats einsetzen: Junge grüne Ähren oder Haferkraut können in Smoothies, grünen Getränken oder als Beigabe zu Haferlatte-Varianten verwendet werden. Das milde, nussige Aroma passt zu warmen Getränken genauso wie zu pflanzlichen Milchmischungen. Haferstroh kann zudem als Basis für ein mildes, beruhigendes Getränk ähnlich einem Matcha-Latte genutzt werden, wobei die wertvollen sekundären Pflanzenstoffe erhalten bleiben, wenn es schonend aufgegossen wird.

Für Sammler und Heilpraktiker lohnt sich die Beobachtung der Felder: Milky Oats sind nur wenige Tage im optimalen Erntestadium. Wer diesen Zeitpunkt verpasst, verliert einen Großteil der aktiven Substanzen. Gleichzeitig zeigt die Pflanze, wie eng traditionelle Nutzung, moderne Extraktionsmethoden und kulinarische Kreativität zusammenwirken können.

So verbinden Milky Oats heute Botanik, Geschichte, Heilpflanzenwissen und Genuss, was sie zu einer besonders vielseitigen Pflanze macht. Sie ist nicht nur ein botanisches Lehrstück, sondern auch ein praktisches Heilmittel und eine kulinarische Zutat zugleich.

Fazit

Milky Oats verbinden botanische Robustheit mit einem hohen Wirkstoffprofil. Sie sind leicht erkennbar, anspruchslos im Anbau und wertvoll für Heilpflanzen-Anwendungen. Wer Milky Oats erntet, sollte das milchreife Stadium beachten, um die Wirksamkeit zu sichern.

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Miky Oats

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Seifensieden Vorarlberg: 7 starke Gründe für Naturseife

Seifensieden Vorarlberg: 7 starke Gründe für Naturseife

Seifensieden in der Praxis

Seifensieden Vorarlberg steht für handwerkliche Herstellung, fundiertes Wissen und gemeinsames Arbeiten in der Gruppe. Naturseife entsteht nicht industriell, sondern in einem klaren Prozess mit pflanzlichen Rohstoffen und genauer Anleitung. In Vorarlberg gibt es dafür passende Rahmenbedingungen, Zeit und Ruhe.

 

Seifenkurs Vorarlberg

1. Seifensieden Vorarlberg vermittelt echtes Grundlagenwissen

Beim Seifensieden Vorarlberg lernst du den gesamten Ablauf von der Vorbereitung bis zur Reifezeit. Du verstehst, warum Lauge und Öl reagieren und welche Rolle Temperatur und Rührzeit spielen. Dieses Wissen ist entscheidend, um Naturseife sicher und reproduzierbar herzustellen.

2. Arbeiten mit pflanzlichen Rohstoffen

Seifensieden Vorarlberg basiert auf pflanzlichen Ölen. Jedes Öl bringt eigene Eigenschaften mit. Olivenöl wirkt anders als Kokosöl oder Rapsöl. Du lernst, warum die Zusammensetzung über Härte, Schaum und Pflege entscheidet. So entsteht ein Verständnis für Qualität statt bloßes Nachmachen.

3. Sicherheit steht im Mittelpunkt

Beim Seifensieden Vorarlberg gehört der richtige Umgang mit Lauge zwingend dazu. Schutzmaßnahmen sind kein Nebenthema. Du arbeitest konzentriert, sauber und strukturiert. Sicherheitsregeln werden erklärt und eingehalten. Das schafft Vertrauen und Routine.

4. Gemeinsames Arbeiten statt Einzelversuche

Seifensieden Vorarlberg findet gemeinsam statt. Ihr arbeitet Schritt für Schritt im selben Prozess. Fehlerquellen werden direkt besprochen. Fragen klärst du sofort. Das unterscheidet einen Präsenzkurs klar von Anleitungen oder Videos.

5. Verständnis für Reifezeit und Lagerung

Naturseife ist nach dem Gießen nicht fertig. Beim Seifensieden Vorarlberg lernst du, warum Reifezeit wichtig ist und wie Lagerung die Qualität beeinflusst. Diese Phase entscheidet über Milde und Haltbarkeit. Dieses Wissen fehlt bei vielen Hobbyversuchen.

6. Seifensieden Vorarlberg ist entschleunigtes Handwerk

Der Prozess verlangt Aufmerksamkeit. Er zwingt zur Konzentration. Genau das macht Seifensieden Vorarlberg so wertvoll. Du arbeitest bewusst mit Zeit, Temperatur und Material. Das Ergebnis entsteht nicht nebenbei.

7. Regionale Kurse mit klarer Struktur

Seifensieden Vorarlberg findet in überschaubarem Rahmen statt. Du arbeitest draußen oder in ruhiger Umgebung. Die Kursstruktur bleibt klar. Theorie und Praxis greifen ineinander. Du weißt jederzeit, was du tust und warum.

Für wen eignet sich Seifensieden Vorarlberg

Seifensieden Vorarlberg eignet sich für Menschen, die verstehen wollen, wie Naturseife entsteht. Du brauchst keine Vorkenntnisse. Du solltest sorgfältig arbeiten können und bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Handwerkliches Interesse reicht aus.

Warum Präsenzkurse wichtig bleiben

Beim Seifensieden Vorarlberg siehst du Konsistenz, Temperaturverhalten und Reaktionen live. Das lässt sich nicht vollständig digital abbilden. Präsenz schafft Klarheit und Sicherheit.

Seifensieden Vorarlberg auf Outdooractive

Du findest den Kurs jetzt auch auf Outdooractive. Dort siehst du Termine, Inhalte und alle organisatorischen Details auf einen Blick. Der Eintrag ergänzt diese Seite sinnvoll und erleichtert die Planung.

👉 Jetzt findest du mich auch auf Outdooractive.
Der Link führt direkt zum aktuellen Seifensieden-Vorarlberg-Termin.

Seifensieden Vorarlberg

Naturseife verstehen statt Produkte kopieren

Der Seifenkurs bedeutet, Naturseife als Produkt zu verstehen. Industrielle Seifen bestehen oft aus Tensiden, Zusatzstoffen und Stabilisatoren. Naturseife entsteht durch Verseifung von Fett und Lauge. Dieser Unterschied ist grundlegend. Beim Seifensieden lernst du, warum Inhaltsstoffe eine Rolle spielen und wie sie das Endprodukt beeinflussen. Du erkennst Qualität anhand von Rezeptur, Reifezeit und Verarbeitung.

Ergänzung 2

Warum Seifen produzieren Zeit braucht

Der Workshop ist kein Schnellprozess. Jeder Schritt baut auf dem Vorherigen auf. Vorbereitung, Abwiegen und Temperaturkontrolle sind entscheidend. Fehler entstehen meist durch Ungeduld. Genau deshalb ist der Kurs klar strukturiert. Du arbeitest ohne Zeitdruck. Das fördert sauberes Arbeiten und Verständnis für den Ablauf.

Ergänzung 3

Gemeinsames Seifensieden schafft Sicherheit

Beim Seifenkurs arbeitest du nicht allein. Ihr beobachtet Konsistenz, Farbe und Reaktion gemeinsam. Unterschiede werden sofort sichtbar. Das schult das Auge. Fragen entstehen im Prozess und werden direkt geklärt. Dieses Lernen im Moment ist der große Vorteil gegenüber Anleitungen.

Ergänzung 4

Naturseifensieden und Verantwortung

Naturseife herzustellen bedeutet Verantwortung. Du arbeitest mit Lauge. Du entscheidest über Zusammensetzung und Qualität. Seifensieden Vorarlberg vermittelt diese Verantwortung bewusst. Sicherheitsregeln werden nicht erklärt, sondern gelebt. Das schafft Vertrauen in die eigene Arbeit.

Ergänzung 5

Warum regionale Kurse sinnvoll sind

Der Workshop in Vorarlberg findet in deiner Region statt. Kurze Wege. Klare Organisation. Verlässliche Termine. Das erleichtert Teilnahme und Planung. Regionale Kurse fördern Austausch und Vernetzung. Du lernst Menschen kennen, die ähnliche Interessen haben.

Ergänzung 6

Materialkunde

Ein wichtiger Teil ist die Materialkunde. Du lernst, wie sich Öle unterscheiden. Du erkennst, warum manche Mischungen härter oder weicher ausfallen. Seifensieden Vorarlberg vermittelt dieses Wissen praxisnah. Du siehst die Wirkung direkt im Prozess.

Ergänzung 7

Warum Präsenz auch langfristig sinnvoll ist

Viele Menschen starten mit Videos. Sie stoßen schnell an Grenzen. Der Seifenkurs in Vorarlberg bietet Tiefe. Du lernst Zusammenhänge. Du entwickelst Routine. Präsenzkurse schaffen Sicherheit, die bleibt.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
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Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Kräuter-Teeverkostung richtig nutzen: 3 einfache Tests

Kräuter-Teeverkostung richtig nutzen: 3 einfache Tests

Wie Experten mit einer Kräuter-Teeverkostung den Geschmack von Heilpflanzen zur Bestimmung nutzen.

Kräuter-Teeverkostung richtig nutzen: 3 einfache Tests
Kräuter-Teeverkostung richtig nutzen: 3 einfache Tests

Die Fähigkeit, durch den Geschmack die Eigenschaften von Heilpflanzen zu bestimmen, ist eine der ältesten und fundamentalsten Praktiken der Kräuterheilkunde. Lange bevor die moderne Laboranalytik Inhaltsstoffe isolieren konnte, verließen sich Heiler und Heilerinnen auf ihre Sinne – allen voran den Geschmackssinn.

Diese Methode, oft als organoleptische Prüfung bezeichnet, ist weit mehr als nur eine subjektive Wahrnehmung. Sie ist eine hochentwickelte diagnostische Technik, die direkte Rückschlüsse auf die pharmakologische Wirkung und die energetischen Qualitäten einer Pflanze zulässt. Dieser Artikel bietet eine professionelle Anleitung in 6 Schritten, um die Bestimmung von Heilpflanzen durch ihren Geschmack zu erlernen.

Kräuter-Teeverkostung Ausführung

Kräuter-Teeverkostung gibt dir ein praktisches Werkzeug. Du nimmst Kräuter, machst Tee daraus und schmeckst, was dir die Pflanze sagt. So erkennst du Geschmack, spürbare Wirkung und bekommst Hinweise auf Inhaltsstoffe. Diese Methode ergänzt chemische Analysen, welche wir zu Hause nicht machen können, und kann dir helfen, eigene Mischungen zu entwickeln.

In diesem Artikel beschreibe ich drei einfache Tests mit Tee — Verkostung, Wirkungseindruck und Kombination — und zeige, wie du sie gezielt nutzt.


Test 1: Geschmack und Sensorik – Der erste Eindruck bei einer Kräuter-Teeverkostung:

Ablauf

  • Nimm 1–2 g getrocknete Pflanze (Blätter, Wurzel, Blüte)
  • Übergieße mit ca. 200 ml heißem Wasser (je nach Pflanze 90–100 °C)
  • Lasse 5–10 Minuten ziehen
  • Probiere bei 35–40 °C, nimm kleine Schlucke, halte kurz im Mund

Worauf du achtest

  • Geschmack: bitter, süß, scharf, adstringierend, aromatisch, sauer
  • Mundgefühl: pelzig, ölig, trocken, mild, weich, befeuchtend
  • Nachgeschmack: kurz, lang, weich, zusammenziehend, wärmend, kühlend

Warum das wichtig ist

Der erste Eindruck gibt Hinweise auf mögliche Stoffgruppen. Bitter kann auf Bitterstoffe oder Polyphenole hindeuten, süß auf Schleimstoffe oder Polysaccharide, scharf auf ätherische Öle oder scharfwirkende Verbindungen. Aromatisch weist auf volatile Öle hin. Diese sensorische Einschätzung ist validiert durch moderne Forschung: Die Datenbank PlantMolecularTasteDB ordnet tausenden Pflanzenstoffe sensorische Profile zu. PMC+1

Beispiel:
Ein Tee aus Eibischwurzel schmeckt mild‑süß, der Mund wird weich und befeuchtet → wahrscheinlich Schleimstoffe, gut bei trockener Schleimhaut.
Ein Tee aus Wermutkraut schmeckt stark bitter, Mund trocken, leicht zusammenziehend → Hinweis auf Bitterstoffe oder Polyphenole, gut bei Verdauungsschwäche.


Test 2: Wirkung beobachten – Körperlicher Eindruck nach dem Tee

Nach dem Genuss beobachtest du, was sich im Körper tut:

  • Spürst du Wärme oder Kälte? Auflockerung, Entspannung oder Schwere?
  • Bessert sich die Verdauung? Wird der Magen ruhiger? Gibt es mehr Galle- oder Saftfluss?
  • Gibt es Schleimlösung, Linderung bei Husten, besseres Atmen?
  • Wie verhält sich das Nervensystem – beruhigt, aktiviert, ausgeglichen?

Diese Wahrnehmungen helfen, die sensorische Einschätzung mit Wirkung zu verbinden. So kann Geschmack ein Indikator für Wirkung sein — wenn auch immer subjektiv.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Eine Analyse aus der Phytochemie zeigte, dass der „molekulare Geschmack” (plant molecular taste) von Pflanzen mit Anti‑Inflammationswirkung korreliert. Bitterkeit war dabei besonders stark mit anti‑inflammatorischen Effekten verbunden. MDPI+1


Test 3: Kombination & Vergleich – Mischungen und Gegenüberstellungen

Du kannst Tees mischen oder parallel testen:

  • Mische eine Bitterpflanze mit einer Schleim‑pflanze (z. B. Wermut + Eibisch) → Milderung der Bitterkeit, bessere Verträglichkeit, Wirkung auf Verdauung + Schleimhautschutz
  • Vergleiche zwei Kräuter mit gleicher Wirkungsrichtung, aber unterschiedlichem Geschmack → z. B. aromatisch vs. scharf: teste Wirkung und Gefühl
  • Teste unterschiedliche Ziehzeiten oder Wassertemperaturen → viele Stoffe lösen sich nur bei bestimmten Bedingungen (z. B. ätherische Öle vs. Gerbstoffe)

So nutzt du Teeverkostung-Kräuter als begleitende Methode für Rezeptentwicklung und individuelle Anpassung.


Beispiel‑Rezepte für deine Kräuter-Teeverkostung in der Praxis

Geschmack und Sensorik

Hier drei einfache Teekombinationen für deine Kräuter-Teeverkostung, die du direkt testen kannst:

1. Schleimhäute beruhigen & stützen

  • 50 % Eibischwurzel
  • 30 % Malvenblätter
  • 20 % Spitzwegerich

Ziehzeit: 10 Minuten, lauwarm trinken. Wirkung: Schutz der Schleimhäute, mild, beruhigend

2. Verdauung & Leber unterstützen

  • 40 % Löwenzahnwurzel (bitter)
  • 40 % Artischockenblätter (bitter)
  • 20 % Pfefferminze (aromatisch)

Ziehzeit: 5–7 Minuten, warm trinken. Wirkung: Verdauungsanregung, Leber‑ und Galle-Unterstützung

3. Durchblutung & Entschlackung

  • 50 % Ingwer (frisch oder getrocknet, scharf)
  • 30 % Rosmarin (aromatisch)
  • 20 % Brennnessel (mineralstoffreich, leicht salzig)

Ziehzeit: 7 Minuten, etwas länger ziehen lassen. Wirkung: wärmend, anregend, entgiftend


Hinweise & Grenzen der Kräuter-Teeverkostung

  • Geschmack ist subjektiv und variiert je nach Person und Tagesform. Dokumentiere deinen Eindruck neutral.
  • Inhaltsstoffe lösen sich unterschiedlich — abhängig von Wassertemperatur, Ziehzeit, Schnittgröße, Alter der Pflanze.
  • Wirkung ist nicht allein von Geschmack abhängig. Kombination von Erfahrung, Literatur und Analyse bleibt wichtig.
  • Manche wirksamen Pflanzenstoffe sind nicht wasserlöslich und deshalb nicht im Tee enthalten.

Kräuter-Teeverkostung
In 6 Schritten zur Bestimmung von Heilpflanzen durch eine Kräuter-Teeverkostung

In 6 Schritten zur Bestimmung von Heilpflanzen durch eine Kräuter-Teeverkostung

Die professionelle Bestimmung von Heilpflanzen durch ihren Geschmack erfordert Übung, Achtsamkeit und ein methodisches Vorgehen. Wende diesen Prozess nur bei Pflanzen an, die du bereits als sicher und essbar identifiziert hast.

Schritt 1: Die Vorbereitung Beginne mit einem neutralen Gaumen. Trinke etwas Wasser und vermeide intensive Geschmäcker wie Kaffee oder scharfe Speisen kurz vor der Verkostung. Verwende eine kleine Menge der Pflanze – ein kleines Stück Blatt oder Wurzel genügt.

Schritt 2: Der erste Eindruck Nimm die Pflanze in den Mund und zerkaue sie langsam. Konzentriere dich auf den allerersten Geschmack, der sich auf Ihrer Zunge entfaltet. Ist er süß, sauer, salzig, bitter, scharf oder zusammenziehend? Dieser erste Eindruck ist oft der dominanteste Geschmack.

Schritt 3: Die Entwicklung des Geschmacks bei einer Kräuter-Teeverkostung: Bleibe bei der Wahrnehmung. Verändert sich der Geschmack? Manchmal tritt ein zweiter oder sogar dritter Geschmack hinzu. Eine Pflanze kann beispielsweise zuerst süßlich schmecken und dann eine bittere oder scharfe Note entwickeln. Notiere die Reihenfolge und Intensität.

Schritt 4: Die körperliche Reaktion beobachten

Der Geschmack löst unmittelbare körperliche Reaktionen aus. Achte auf folgende Empfindungen:

  • Temperatur: Fühlt sich der Mundraum wärmer oder kühler an? Scharfer Geschmack (Ingwer) erzeugt Wärme, während saurer oder bitterer Geschmack (Zitrone, Endivie) oft als kühlend empfunden wird.
  • Feuchtigkeit: Regt die Pflanze den Speichelfluss an (saftig, befeuchtend) oder hinterlässt sie ein trockenes, pelziges Gefühl (trocknend, zusammenziehend)?
  • Andere Empfindungen: Spüre ein Kribbeln, eine Betäubung oder eine krampflösende Wirkung im Mund oder Rachen?

Schritt 5: Geschmack und Inhaltsstoffe korrelieren Mit der Zeit lernt man, den wahrgenommenen Geschmack mit wahrscheinlichen Inhaltsstoffgruppen zu verknüpfen. Dies ist der Kern der Bestimmung von Heilpflanzen durch eine Kräuter-Teeverkostung.


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Quellen

5 klare Regeln: Pflanzen-Sensorik anwenden

5 klare Regeln: Pflanzen-Sensorik anwenden

Du willst die Pflanzen-Sensorik in deiner Kräuterarbeit effektiv einsetzen. Unter Pflanzen-Sensorik verstehen wir, dass der Geschmack einer Pflanze dir sofort Hinweise auf enthaltene Inhaltsstoffe, typische Wirkungen und energetische Eigenschaften liefern kann. Mit einem strukturierten Ansatz kannst du schnell erkennen, welche Pflanze für welche Anwendung geeignet sein kann, und deine Praxis gezielt ausrichten. Es ist ein Anhaltspunkt, eine Idee. Recherche ist trotzdem wichtig.

Pflanzen-Sensorik
Pflanzen-Sensorik

Die Pflanzen-Sensorik ist kein Ersatz für wissenschaftliche Analysen, sondern ein Screening-Tool, das dich in Kombination mit Literatur und Datenbanken unterstützt.


Wie die Wirkung bitterer Heilpflanzen wissenschaftlich erklärt wird

Die Ablehnung des bitteren Geschmacks ist ein tief in unserer Biologie verankerter Schutzmechanismus, der uns vor potenziell toxischen Substanzen warnt. Doch in der Welt der Kräuterheilkunde ist genau dieser Geschmack oft ein Zeichen für eine potente Wirkung. Bittere Heilpflanzen werden seit Jahrtausenden zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, insbesondere im Bereich der Verdauung und Entgiftung. Die moderne Wissenschaft beginnt nun zu verstehen. Sie erkennt, warum die Wirkung bitterer Heilpflanzen so geschätzt wird. Zudem liefert sie beeindruckende Belege für deren therapeutisches Potenzial.

1. Wissenschaftliche Evidenz zur Wirkung bitterer Heilpflanzen

Die Frage, ob bitter besser ist, wurde in einer Studie mit dem Titel „Phytochemicals and Inflammation: Is Bitter Better?“ direkt untersucht. Die Ergebnisse sind eindeutig: Bittere Pflanzeninhaltsstoffe haben eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit, eine entzündungshemmende Wirkung (AIA) auszuüben, als anders schmeckende Substanzen.

Die Forscher stellten fest, dass der Geschmack einer Substanz ein besserer Prädiktor für ihre entzündungshemmende Aktivität ist. Der Geschmack ist ein besserer Prädiktor als ihre chemische Klasse. Dies ist eine bahnbrechende Erkenntnis, die die traditionelle, geschmacksbasierte Kräuterheilkunde validiert.

2. Die Chemie dahinter: Alkaloide und ihre pharmakologische Wirkung

Die Wirkung bitterer Heilpflanzen ist oft auf eine bestimmte Klasse von Inhaltsstoffen zurückzuführen: die Alkaloide. Viele Alkaloide, wie Berberin aus der Berberitze oder Chinin aus dem Chinarindenbaum, sind für ihren intensiv bitteren Geschmack und ihre starke pharmakologische Aktivität bekannt. Diese Substanzen interagieren im Körper mit spezifischen Bitterrezeptoren (TAS2Rs). Diese Rezeptoren sind nicht nur auf der Zunge zu finden. Sie sind im gesamten Körper vorhanden, unter anderem im Magen-Darm-Trakt und in den Atemwegen. Die Aktivierung dieser Rezeptoren löst eine Kaskade von Reaktionen aus. Diese Reaktionen führen zu vielfältigen therapeutischen Effekten. Dazu gehören entzündungshemmende, antimikrobielle und sogar krebshemmende Eigenschaften.

3. Organaffinität: Ein Fokus auf Leber, Galle und Verdauung

Traditionell werden bittere Heilpflanzen zur Unterstützung des Verdauungssystems eingesetzt. Ihre Wirkung entfaltet sich hier auf mehreren Ebenen:

  • Choleretisch: Sie regen die Leber an, mehr Galle zu produzieren. Galle ist essenziell für die Fettverdauung und die Ausscheidung von Abfallprodukten.
  • Cholagog: Sie fördern die Ausschüttung der in der Gallenblase gespeicherten Galle in den Dünndarm.
  • Magen- und Pankreassaft-Anregung: Der bittere Geschmack signalisiert dem gesamten Verdauungstrakt, sich auf die Nahrungsaufnahme vorzubereiten. Dies steigert die Produktion von Magensäure und Bauchspeicheldrüsenenzymen.

Pflanzen wie die Artischocke (Cynara scolymus) und der Löwenzahn (Taraxacum officinale) sind klassische Beispiele für bittere Heilpflanzen. Ihre Wirkung auf die Leber- und Gallenfunktion ist gut dokumentiert.

4. Energetik: Kühlend und trocknend

In der energetischen Betrachtung der Kräuterheilkunde werden bittere Pflanzen als kühlend und trocknend eingestuft. Diese Eigenschaften machen sie ideal zur Behandlung von „heißen“ und „feuchten“ Zuständen im Körper. Dazu gehören:

  • Entzündungen: Hitze ist das Kardinalzeichen von Entzündung. Die kühlende Natur der Bitterstoffe hilft, diese Hitze zu klären.
  • Infektionen: Viele Infektionen gehen mit Fieber (Hitze) und Schleimbildung (Feuchtigkeit) einher.
  • Hauterkrankungen: Rote, entzündliche Hautausschläge wie Akne oder Ekzeme werden oft als Hitze-Zustände betrachtet.

Die trocknende Wirkung hilft, übermäßige Flüssigkeitsansammlungen, wie sie bei Ödemen oder übermäßiger Schleimproduktion auftreten, zu reduzieren.

Pflanzen-Sensorik Regel 1: Bitter – Stoffwechsel, Leber und Verdauung

Bittere Pflanzen enthalten Sesquiterpenlactone, Iridoide, Alkaloide und bestimmte Polyphenole. Diese Substanzen aktivieren Geschmacksrezeptoren im Mund und Darm, fördern Verdauungshormone und regen die Leberfunktion an.

Beispiele:

  • Wermut – Sesquiterpenlactone, bitter, regt Galle und Appetit an
  • Enzian – Amarogentin, Verdauungsfördernd, leicht kühlend
  • Löwenzahn – Bitterstoffe und Polyphenole, unterstützt Leber und Nieren
  • Artischocke – Cynarin, verdauungsfördernd, entgiftend

Mein Kräuterlehrer Peter hat immer gesagt: „Bitter ist nicht gleich bitter!“ Nur weil etwas bitter schmeckt, heißt es nicht, dass es auch gesund ist.

Die Integration von bitteren Heilpflanzen in die Gesundheitsroutine kann auf vielfältige Weise erfolgen, sei es durch Tees, Tinkturen oder als Teil der Ernährung (z.B. Radicchio, Chicorée).

PflanzeHauptinhaltsstoffeHauptwirkungAnwendungsgebiete
Enzian (Gentiana lutea)Secoiridoide (Amarogentin)Starkes BittertonikumAppetitlosigkeit, Verdauungs-schwäche
Löwenzahn (Taraxacum officinale)SesquiterpenlactoneLeber- und GallenmittelLeber-
Stoffwechsel anregen,
Entgiftung
Schafgarbe (Achillea millefolium)Ätherische Öle, SesquiterpenlactoneEntzündungshemmend, krampflösendVerdauungs-
beschwerden, Menstruations-krämpfe
Wermut (Artemisia absinthium)Thujon, BitterstoffeVerdauungsfördernd, antiparasitärMagen-
beschwerden, Appetitanregung

Wichtiger Hinweis: Trotz ihrer positiven Wirkung sind bittere Heilpflanzen nicht für jeden geeignet. Bei einem Magengeschwür oder in der Schwangerschaft sollte auf ihre Anwendung verzichtet oder diese nur unter fachkundiger Aufsicht durchgeführt werden. Die starke Wirkung erfordert eine bewusste und informierte Anwendung.


Pflanzen-Sensorik Regel 2: Süß – Schleimstoffe, Polysaccharide, Schutz

Süß schmeckende Pflanzen enthalten oft Polysaccharide und Schleimstoffe, die Schleimhäute schützen, beruhigen und aufbauen. Sie legen sich schützend auf die Schleimhaut von Magen, Rachen oder Darm.

Beispiele:

  • Eibischwurzel – Schleimstoffe, beruhigend, reizlindernd
  • Malve – Polysaccharide, entzündungshemmend
  • Spitzwegerich – beruhigend auf Atemwege, schleimlösend
  • Isländisches Moos – schleimstoffreich, Husten und Halsbeschwerden

Energetik: feucht, kühl, reizlindernd
Praxis: Nutze süße Pflanzen bei trockenem Hals, gereizten Schleimhäuten oder als stützende Komponente in Mischungen. Sie eignen sich gut für Tee- und Siruprezepte.

Schleimstoffe beschreiben die physiologische Wirkung: Sie quellen in Wasser auf, bilden eine schleimige, schützende Masse und legen sich auf Schleimhäute. Diese Eigenschaft ist bei der Eibisch-Wurzel sehr stark ausgeprägt.

Polysaccharide sind die chemischen Verbindungen, aus denen der Schleim besteht. Also: Die Schleimstoffe bestehen chemisch aus Polysacchariden.

Eibisch: sehr hohe Schleimstoffwirkung, also dickflüssig, klebend, beruhigend. Enthält Polysaccharide als Basis.

Malve: enthält ebenfalls Polysaccharide, aber die Schleimstoffwirkung ist leichter, weniger klebend, eher sanft auf Schleimhäute und leicht entzündungshemmend.

Pflanzen-Sensorik
Pflanzen-Sensorik

Pflanzen-Sensorik Regel 3: Scharf – Durchblutung, Sekretion, Aktivierung

Scharfe Pflanzen enthalten ätherische Öle, Gingerole, Capsaicinoide oder Senfölglykoside. Sie erzeugen Wärme oder Kribbeln, fördern Durchblutung, Stoffwechsel und Sekretion.

Beispiele:

  • Ingwer – Gingerole, wärmend, verdauungsfördernd
  • Cayenne – Capsaicin, Durchblutung anregend
  • Schwarzer Pfeffer – Piperin, Stoffwechsel aktivierend
  • Meerrettich – Senfölglykoside, schleimlösend, mild reizend

Energetik: wärmend, aktivierend, öffnend
Praxis: Ideal bei Kälte-Mustern, festsitzendem Schleim oder eingeschränkter Zirkulation. Scharfe Pflanzen lassen sich gut mit süßen Kräutern kombinieren, um eine milde, ausgleichende Wirkung zu erzielen.


Pflanzen-Sensorik Regel 4: Adstringierend – Stabilisierung, Schutz

Adstringenz zeigt Tannine und Gerbstoffe an. Diese wirken zusammenziehend, stabilisierend und helfen bei Durchfall, kleinen Blutungen oder entzündeten Schleimhäuten.

Beispiele:

  • Eichenrinde – adstringierend, stopfend, kühlend
  • Blutwurz – stabilisierend, leicht entzündungshemmend
  • Frauenmantel – zellschützend, blutstillend

Energetik: Kühlend, stabilisierend, beruhigend
Praxis: Adstringierende Pflanzen können innerlich und äußerlich genutzt werden, z. B. als Tee, Umschlag oder Tinktur. Eichenrinde ist auch für Sitzbäder bei Hämorrhoiden äußerst bekannt.


Pflanzen-Sensorik Regel 5: Aromatisch – ätherische Öle, krampflösend

Aromatisch schmeckende Pflanzen enthalten ätherische Öle. Sie wirken krampflösend, schleimlösend oder keimhemmend und unterstützen die Verdauung.

Beispiele:

  • Thymian – ätherische Öle, keimhemmend, bronchialunterstützend
  • Salbei – krampflösend, antiviral, aromatisch
  • Fenchel – entblähend, verdauungsfördernd
  • Lavendel – beruhigend, aromatisch, mild krampflösend

Pflanzen die man sicher bestimmen kann: So arbeitest du mit Pflanzen-Sensorik in der Praxis

  1. Verkostung: Pflanzenteil probieren, Mundgefühl, Nachgeschmack, Textur dokumentieren
  2. Hypothese: Geschmack → mögliche Inhaltsstoffe → mögliche Wirkung
  3. Datenbankprüfung: Monografien, Studien
  4. Dokumentation: Wirkung, Pflanzenteil, Zubereitung, Dosis festhalten
  5. Mischungen: Geschmack kombinieren: süß + bitter → harmonisch, scharf + aromatisch → aktivierend

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Quellen
Pflanzengeschmack und Wirkung: 5 starke Belege

Pflanzengeschmack und Wirkung: 5 starke Belege

Pflanzengeschmack und Wirkung ist äußerst interessant:

Du nimmst eine Pflanze in die Hand. Du riechst, schmeckst — und dein Körper reagiert. Der Eindruck von bitter, süß, scharf oder adstringierend ist nicht nur subjektiv. Pflanzengeschmack kann Hinweise geben auf Inhaltsstoffe, Wirkung und energetische Qualität.

Hier sind fünf starke Hinweise darauf, dass „Pflanzengeschmack und Wirkung“ sinnvoll verknüpft sind.

Pflanzengeschmack mit Wirkung
Pflanzengeschmack mit Wirkung

Zu meinen Kräuterkursmenschen sage ich immer: Mit der Botanik fangen wir an. Wenn wir die Pflanze erkennen und Grundlagen der Herstellung verschiedener Produkte kennen, erst dann macht es Sinn, sich weiter zu steigern.

Wenn du dich für unsere Pflanzenwelt interessierst, aber es fehlen noch die Grundlagen, dann bist du in meinen Kursen genau richtig. Im Herbst 2026 geht es weiter mit einem volksheilkundlichen Kräuterkurs nach Ignaz Schlifni in Vorarlberg mit Marlies Schneider. Das ist ein sinnvoller erster Schritt, um sich mit der Materie „Kräuter“ zu befassen. Wenn du das beherrschst, dann kann man sich mit dem Thema der Geschmäcker unserer Pflanzen befassen.

Hast du dir darüber schon einmal Gedanken gemacht? Ist dir das Thema schon einmal in den Sinn gekommen?

In der Tat ist das ein ganz spannendes Thema. Es ist nicht ganz einfach und recht komplex. Hier kommen 5 starke Belege, dass Geschmack und Wirkung zusammenhängen können. Achtung, nicht immer ist das möglich.

Pflanzengeschmack und Wirkung im TCM:

1. Traditionelle Medizin nutzt Geschmack systematisch

Dieser historische Rahmen zeigt: Der Geschmack war nie Nebensache, sondern zentrales Beurteilungskriterium — und die moderne Forschung nimmt diesen Gedanken erneut auf.


Pflanzengeschmack und Wirkung in der Pharmakologie

2. Statistische Studien zeigen Verbindung zwischen Geschmack und pharmakologischer Wirkung

Das heißt: Geschmack liefert häufig mehr Orientierung als eine einfache chemische Klassifikation. „Pflanzengeschmack und Wirkung“ lassen sich also auf empirische Weise verbinden.

Weitere Hinweise zum Pflanzengeschmack und Wirkung:

Eine wegweisende Studie aus dem Jahr 2018, veröffentlicht im Journal of Ethnopharmacology, kam zu dem Schluss, dass der Geschmack von Phytochemikalien ein besserer Prädiktor für die ethnopharmakologischen Aktivitäten von Heilpflanzen ist als deren rein chemische Klassifizierung [1]. Die Forscher fanden eine statistisch signifikante globale Korrelation zwischen den geschmacksbasierten Klassen von Pflanzeninhaltsstoffen und ihren medizinischen Wirkungen. Dies bestätigt, was Kräuterkundige seit Jahrhunderten praktizieren: Der Geschmack ist ein Schlüssel zum Verständnis der Pflanzenmedizin.

Eine weiter Studie zum Pflanzengeschmack und Wirkung:

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2022 untermauert diese Erkenntnis. Sie zeigte, dass Pflanzen mit ähnlichem Geschmack eine 1,46-mal höhere Wahrscheinlichkeit haben, für dieselbe therapeutische Funktion verwendet zu werden [2]. Der Pflanzengeschmack und seine Heilwirkung sind also kein Zufall, sondern basieren auf der molekularen Struktur der Inhaltsstoffe, die sowohl den Geschmack als auch die Wirkung bedingen.


Pflanzengeschmack und Wirkung samt chemischer Struktur

3. Geschmack entsteht durch chemische Struktur — und chemische Struktur bestimmt die Wirkung

Das bedeutet: Wenn du eine Pflanze bewusst schmeckst und einordnest, nutzt du dein sensorisches System als grobes Screening-Werkzeug für potenzielle Inhaltsstoffgruppen.


Pflanzengeschmack und Wirkung wahrnehmen

4. Geschmack kann modulieren, wie wir die Wirkung wahrnehmen (Sensorische und extraorale Rezeptoren)

Nicht alle Geschmackseffekte bleiben auf der Zunge. Manche Rezeptoren (etwa Bitter-Rezeptoren vom Typ TAS2R) finden sich auch in anderen Körperteilen — z. B. im Verdauungstrakt, in Schleimhäuten oder der Atemwege.

Das heißt: Pflanzengeschmack kann mehr sein als Genuss oder Warnsignal. Er kann körperliche Reaktionen auslösen, die z. Bsp. mit Heilwirkung zusammenhängen können. Damit erhält dein Eindruck von Geschmack einen physiologischen Hintergrund.


Kräuterwahrnehmung und Wirkung samt modernen Analysen

5. Moderne Analysen verknüpfen Pflanzengeschmack und Wirkung und pharmakologische Netzwerke

Damit gibt es eine wissenschaftliche Brücke zwischen traditionellen Geschmacksklassifikationen und moderner Forschung zum Pflanzengeschmack und Wirkung.

Pflanzengeschmack und Wirkung
Pflanzengeschmack und Wirkung

Pflanzen-Sensorik / Pflanzengeschmack und Wirkung aufgeschlüsselt:

GeschmackEnergetikHauptwirkungenTypische Inhaltsstoffe
BitterKühlend,
trocknend
Verdauungsfördernd, entgiftend, entzündungs-hemmendAlkaloide, Sesquiterpen-
lactone
ScharfWärmend,
trocknend
Kreislauffördernd, schweißtreibend, schleimlösendÄtherische Öle,
Harze, Capsaicin
SüßNährend, befeuchtendStärkend,
aufbauend, beruhigend
Polysaccharide, Schleimstoffe, Saponine
SauerKühlend,
befeuchtend
Adstringierend, verdauungs-fördernd,
antioxidativ
Organische
Säuren,
Vitamin C,
Flavonoide
SalzigWärmend, befeuchtendMineralisierend, abführend, erweichendMineralien,
Spuren-
elemente
ZusammenziehendKühlend,
trocknend
Gewebestraffend, blutstillend, entzündungs-hemmendTannine,
Gerbstoffe
Beißend (Acrid)VariabelKrampflösend, nerven-
beruhigend,
reizend
Alkaloide, Protoanemonin

Bitter: Der Entgifter

Bitter schmeckende Pflanzen wie Enzian (Gentiana lutea) oder Löwenzahn (Taraxacum officinale) haben eine starke Affinität zu Leber, Galle und dem gesamten Verdauungssystem. Sie regen die Produktion von Verdauungssäften an und unterstützen so die Entgiftung. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass bittere Pflanzenstoffe eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, entzündungshemmend zu wirken.

Scharf: Der Antreiber

Scharfe Pflanzen wie Ingwer (Zingiber officinale) oder Cayenne (Capsicum annuum) sind wärmend und regen den Kreislauf an. Sie wirken oft schweißtreibend und schleimlösend bei Erkältungen. Ihre Inhaltsstoffe, wie die ätherischen Öle, sind für die anregende Wirkung verantwortlich. Ingwer darf in meinem Erkältungstee nie fehlen.

Süß: Der Nährstoffspender

Süßliche Pflanzen wie Süßholz (Glycyrrhiza glabra) als Verstärkerdroge oder Eibisch (Althaea officinalis) sind nährend, befeuchtend und stärkend. Sie werden oft bei Trockenheitszuständen und zur Beruhigung von gereizten Schleimhäuten eingesetzt. Ihre Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm auf die Schleimhäute oder Gewebe.

Sauer: Der Erfrischer

Saure Pflanzen wie die Hagebutte (Rosa canina) oder der Weißdorn (Crataegus spp.) wirken oft kühlend und adstringierend. Sie sind reich an Antioxidantien wie Vitamin C und Flavonoiden und haben eine besondere Affinität zum Herz-Kreislauf-System.

Salzig: Der Mineralisierer

Der salzige Geschmack ist in der Pflanzenwelt seltener und findet sich vor allem in Algen oder mineralreichen Pflanzen wie dem Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense). Er wirkt erweichend auf verhärtetes Gewebe und füllt die Mineralstoffspeicher des Körpers auf.

Zusammenziehend: Der Gewebefestiger

Der adstringierende Geschmack, der ein pelziges Gefühl im Mund hinterlässt, stammt von Gerbstoffen (Tanninen). Pflanzen wie die Eichenrinde (Quercus robur) oder Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) wirken gewebestraffend, wundheilend und entzündungshemmend.

Beißend (Acrid): Der Krampflöser

Dieser Geschmack ist oft ein Warnsignal und kann in hohen Dosen toxisch sein. In kleinen Mengen sind Pflanzen mit beißendem Geschmack, wie die Lobelie (Lobelia inflata, low dose drug), stark krampflösend. Sie wirken entspannend auf das Nervensystem.

Pflanzengeschmack & Wirkung
Pflanzengeschmack mit Wirkung

Kräuter-Energetik:

Neben dem Pflanzengeschmack und Wirkung spielt die Energetik einer Pflanze eine entscheidende Rolle. Diese Eigenschaften bestimmen, ob sie wärmend, kühlend, befeuchtend oder trocknend wirkt. Eine scharfe Pflanze ist fast immer wärmend, eine bittere meist kühlend. Diese energetischen Eigenschaften sind entscheidend, um die richtige Pflanze für den individuellen Zustand einer Person auszuwählen. Ein erhitzter, entzündlicher Zustand erfordert kühlende Kräuter, während ein kalter, stagnierender Zustand von wärmenden Kräutern profitiert.

Guten Rutsch ins neue Jahr 2026
Guten Rutsch ins neue Jahr 2026

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Quellen
Naturkraft: 2025 – Ein Wunderjahr

Naturkraft: 2025 – Ein Wunderjahr

Ein Jahr liegt hinter uns, das in seiner Intensität und seinen Herausforderungen kaum zu überbieten war. Es war ein Jahr, das uns gelehrt hat, was es bedeutet, tief durchzuatmen, die kleinen Wunder des Alltags zu sehen und vor allem: die Naturkraft in uns und um uns herum zu mobilisieren.

Naturkraft 2025 ein Jahresrückblick
Naturkraft 2025 ein Jahresrückblick

Naturkraft 2025 – mit einer Achterbahn ins neue Jahr

Wir starteten das Jahr 2025 mit einem spontanen Kurztrip über Silvester. Es war der Versuch, den Kopf freizubekommen, bevor uns die Realität mit voller Wucht traf. Wir erhielten die erschütternde Diagnose für unseren Sohn: eine sehr seltene Erkrankung, die nur etwa 0,01 % der Bevölkerung betrifft. Diese Nachricht stellte unser Leben auf den Kopf und zog uns in einen Strudel aus Sorge, Arztterminen und Ungewissheit. Weiters waren da noch meine Eltern, denen es zu der Zeit beiden nicht gut ging und Hilfe benötigten. Es war einfach alles zu viel.

Doch gerade in dieser Zeit der größten Belastung zeigte sich die unglaubliche Stärke, die in uns schlummert – die Naturkraft der Resilienz. Um nicht in der Schwere der Situation zu versinken, suchte ich bewusst nach einem Anker, einer Aufgabe, die mich erdet und ablenkt.

Die Entscheidung fiel auf den Start eines kleinen Kräuterkurses für FNL-Kräuterexperten:innen nach Ignaz Schlifni. Es war die absolut richtige Wahl. Die Kursteilnehmer sind eine Quelle der Freude, unglaublich wohltuend und angenehm. Sie haben mir gezeigt, dass Ablenkung nicht Flucht, sondern eine notwendige Form der Selbstfürsorge sein kann.

Die Sehnsucht nach Ruhe und Unberührtheit führte uns in den Semesterferien in den Schwarzwald. Eine Woche lang genossen wir die Natur, die uns mit ihrer stillen Präsenz und ihrer majestätischen Schönheit umfing. Es war ein wichtiger Moment des Innehaltens, ein Auftanken der inneren Naturkraft.

Jahresrückblick 2025 – Power der Projekte

Naturkraft 2025 - Von Duft und Rauch
Naturkraft 2025 – Von Duft und Rauch

Von Duft und Rauch – das Buchprojekt

Parallel zu all dem tobte in meinem Kopf ein weiteres, großes Projekt: mein Buch. Irgendwie, zwischen all den Arztterminen, den Kursen und den Kräuterführungen, habe ich es geschafft, mein Manuskript fertigzustellen. Es ist ein kleines Wunder, dass dieses Werk, das im März nächsten Jahres veröffentlicht wird, nun im Feinschliff ist. Es beweist, dass selbst in den chaotischsten Phasen des Lebens Kreativität und Produktivität ihren Weg finden können.

Naturkraft Finnland

Der Höhepunkt des Sommers war unsere Flucht nach Finnland. Mitten in einem Nationalpark, in einer Hütte im Nirgendwo, fanden wir die absolute Stille. Diese Wochen waren Balsam für die Seele. Dort, fernab des Alltags, nahm ich meinen Blog wieder in Angriff, verbesserte und aktualisierte ihn. Die Rückmeldungen und der Zulauf, den ich seitdem erfahre, sind eine enorme Motivation. Sie zeigen mir, dass es eine Gemeinschaft gibt, die sich für die Themen Gesundheit und Kräuter interessiert.

Trotz der ständigen Müdigkeit, die ein solches Jahr mit sich bringt, spüre ich eine unerklärliche Energie. Ich bin gefühlt ständig müde und trotzdem habe ich eine Kraft, von der ich nicht weiß, woher ich sie nehme. Der Mensch ist und bleibt ein Wunderwerk der Naturkraft. Diese innere Stärke, die uns durch die dunkelsten Stunden trägt, ist das größte Geschenk.

Dieser Jahresrückblick ist mehr als nur eine Aufzählung von Ereignissen. Er ist ein Zeugnis dafür, dass wir auch in der größten Krise wachsen können. Er ist ein Dank an die Naturkraft der Kräuter, die uns Heilung und Wissen schenken, an die Naturkraft der Familie, die uns Halt gibt, und an die Naturkraft der Gemeinschaft, die uns trägt.

Kräuterwanderung in Vorarlberg 2026

Ich freue mich auf ein gutes, neues und spannendes Jahr 2026 mit euch. Möge es uns allen neue Erkenntnisse, Heilung und vor allem viel Naturkraft bringen. Euer Interesse an Gesundheit und Kräutern motiviert mich ungemein, diesen Weg weiterzugehen.

Selbstverständlich bedanke ich mich bei allen meinen Kunden für ihre Treue und Wiederkehr zu meinen Kursen.

Ein Dank geht auch an alle Buchungen und Neukunden!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026!

Naturkraft 2025 - Frohe Weihnachten
Naturkraft 2025 – Frohe Weihnachten

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Kräuterwanderung als Geschenk: 5 Gründe für Vorarlberg

Kräuterwanderung als Geschenk – Das Erlebnis, das wirklich berührt

Kräuterwanderung als Geschenk
Kräuterwanderung als Geschenk
Kräuterwanderung als Geschenk
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Die perfekte Kräuterwanderung für jede Person

Für Anfänger und Neugierige: Du wirst staunen, wie viel Heilkraft direkt vor deiner Haustür wächst. Jede Pflanze hat ihre Geschichte, ihre Signatur, ihre Botschaft. Du wirst lernen, diese zu lesen – und das ist wie ein neues Fenster zur Welt öffnen.

Für ehemalige Kursteilnehmer:innen: Du brauchst noch Stunden für deine Prüfung zum/zur Kräuterexperten:in? Unsere Kräutertour ist deine Chance, fehlende Unterrichtsstunden nachzuholen und gleichzeitig dein Wissen in der Praxis zu vertiefen. Hier wird das Gelernte lebendig.

Für Kräuterkundige und Profis: Auch wer bereits viel weiß, wird überrascht. Jede Jahreszeit, jede Region, jede Wanderung offenbart neue Nuancen. Hier kannst du dein Wissen auffrischen, neue Perspektiven gewinnen und dich mit Gleichgesinnten austauschen.

Für Urlaubsgäste: Du möchtest Vorarlberg nicht nur sehen, sondern wirklich erleben? Eine Kräuterwanderung ist das Gegenteil von oberflächlichem Tourismus. Du wirst die Seele dieser wunderschönen Region spüren – durch ihre Pflanzen, ihre Traditionen, ihre Heilkräfte.

Kräuterwanderung in Vorarlberg
Kräuterwanderung in Vorarlberg

Wandere durch die grüne Vielfalt Vorarlbergs

Die Termine stehen bereits fest. Mittwochs und freitags, von 09:00 bis 16:00 Uhr, bist du unterwegs. Die genauen Routen werden ausgewählt, sobald die Seilbahnöffnungszeiten bekannt gegeben werden – so kannst du die besten Standorte zur besten Zeit erreichen.

Warum eine geprüfte Wanderführerin den Unterschied macht

Kräutertour in Vorarlberg
Kräutertour in Vorarlberg

Ein Geschenk, das lange nachwirkt

Ein Geschenk ist wirklich wertvoll, wenn es noch lange nach dem Tag selbst nachwirkt. Ein Kräutertag als Geschenk macht genau das. Die Person wird nicht nur an diesem einen Tag bereichert – sie wird danach anders durch die Welt gehen. Sie wird Kräuter sehen, wo sie vorher nur Unkraut sah. Sie wird verstehen, dass Natur Apotheke ist. Sie wird sich verbundener mit der Erde fühlen.

Und jedes Mal, wenn sie später eine Brennnessel sieht oder Kamille riecht, werden sie an diesen besonderen Tag zurückdenken – an die Wanderung, an die Entdeckungen, an dich, die dieses Geschenk gemacht hast.

Jetzt ist die Zeit – Buche und sichere dir deinen Kräuterausflug

Die Termine sind begrenzt. Die Plätze sind begrenzt. Aber die Möglichkeit, jemandem etwas wirklich Bedeutungsvolles zu schenken, ist unbegrenzt.

Kontaktiere uns noch heute

und reserviere einen Platz für eine der Touren. Ob für dich selbst, für jemanden, den du liebst, oder um deine Kräuterausbildung zu vervollständigen – dieser Tag wird ein Wendepunkt sein.

Die Natur wartet. Die Kräuter warten. Und wir freuen uns, dich auf dieser wundervollen Reise zu begleiten.

Lass dich beschenken oder beschenke dich selbst!

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Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute

Mariendistel Rezepte – Historische und moderne Anwendungen im Überblick

Mariendistel Rezepte spielen in der Naturheilkunde seit Jahrhunderten eine Rolle. Im Folgenden findest du überlieferte Anwendungen aus gesicherten historischen Quellen, moderne Interpretationen für den Alltag und Hinweise, warum manche Zubereitungen besser geeignet sind als andere. Im dritten Teil der Serie schauen wir uns mögliche sinnvolle Zubereitungen an.

Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute
Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute

Mariendistel Rezepte: Historische Anwendungen der Kräutermeister

Die Mariendistel war für viele frühe Kräuterkundige eine geschätzte Pflanze. Sie lag nicht im Mittelpunkt jeder historischen Schrift, taucht aber in mehreren einflussreichen Werken klar erkennbar auf.

Nicholas Culpeper (England, 17. Jahrhundert)

Quelle: Culpeper’s Complete Herbal (1653)

Culpeper schreibt der Mariendistel (Milk Thistle) vor allem leber- und gallenstärkende Eigenschaften zu.

Mariendistel Rezepte – Culpeper Anwendung:

  • „Ein Abkochung der Samen stärkt die Leber und hilft gegen Gelbsucht (Obstruction of the Liver).“
  • „Die Samen in Wein gekocht tragen zur Öffnung der Verstopfungen in Leber und Milz bei.“

Historische Mariendistel Rezepte (vereinfacht nach Culpeper):

  • 1 Esslöffel zerstoßene Samen
  • 250 ml Wasser oder Wein
  • 10–15 Minuten köcheln
  • 2–3 Mal täglich 1 kleines Glas

(Hinweis: In der modernen Phytotherapie ersetzt man Wein durch Wasser wegen der Leberbelastung.) Wir trinken also keinen Heilwein, sondern einen Tee.

John Gerard (England, 1597)

Gerard nennt die Mariendistel eine Pflanze, die „die Melancholie vertreibt“ und „die Leber beruhigt“.

Gerard Anwendung:

  • Pulver aus den Samen, in Honig eingerührt, „stärkt die inneren Organe“

Historische Mariendistel Rezepte nach Gerard:

  • 1 Teelöffel Mariendistelsamenpulver
  • Mit 1 Teelöffel Honig vermischen
  • 2 Mal täglich einnehmen

Leonhart Fuchs (Deutschland, 1543)

Quelle: New Kreüterbuch

Fuchs beschreibt die Pflanze als „Carduus Marianus“ und hebt ihre Fähigkeit hervor, „die hitzige Leber zu kühlen“.

Mariendistel Rezepte nach Fuchs:

  • Samen grob zerstoßen
  • In Wasser ziehen lassen (Dekokt)
  • Bei Leberhitze und Gallenstau empfohlen

Dioskorides (1. Jh.) – vorsichtige Zuordnung

Quelle: De Materia Medica

Dioskorides beschreibt eine Pflanze namens Sillybon. Viele Botaniker sehen darin die Mariendistel oder eine sehr nahe Verwandte. Er empfiehlt die Pflanze bei „Pleuritis und Schmerzen im Brustkasten“.

Da die Zuordnung nicht zu hundert Prozent sicher.

Anmerkung: Um die Samen zu zerstoßen, gibt man sie am besten in eine Tüte oder ein Geschirrtuch und zerkleinert sie mit einem Hammer.


Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute
Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute

Moderne Mariendistel Rezepte Anwendungen – wissenschaftlich untermauert

1. Mariendistelsamen-Kapseln (empfohlen bei empfindlicher Leber)

Silymarin wird am stabilsten verwertet, wenn der Samen fein gemahlen wird. Alkoholische Tinkturen sind für Menschen mit Leberproblemen nicht ideal. Ich kaufe mir das Pulver.

Rezept/Herstellung:

  • Ganze Mariendistelsamen im Mörser oder Mixer fein mahlen
  • Sofort in pflanzliche Kapseln füllen (Größe 0 oder 00)
  • Luftdicht lagern

2. Mariendistel-Tee aus ganzen oder grob geschroteten Samen

Quelle: European Medicines Agency Monograph (EMA) – Milk Thistle Fruit

Die EMA beschreibt Tee aus Samen als traditionelle Zubereitung, weist aber darauf hin, dass die Wirkstoffausbeute geringer ist als bei Extrakten.

Rezept:

  • 1–2 TL Samen grob schroten
  • Mit 250 ml heißem Wasser übergießen
  • 15 Minuten ziehen lassen
  • Bis zu 3 Tassen täglich

3. Mariendistel Rezepte-Pulver für die Küche (modern)

Aufgrund des Ölanteils der Samen (Linol- und Ölsäure) kann man Pulver als nährstoffreiche Beimischung nutzen.

Rezept:

  • 1 Teelöffel Pulver in:
    • Joghurt
    • Smoothies
    • Müslis
  • Maximal 2–3 TL pro Tag

4. Mariendistelöl aus den Samen

Historische Quellen erwähnen Öl selten, moderne Forschung dagegen deutlicher.

Quelle: Springer’s Plant Foods for Human Nutrition (2025)

Herstellung zu Hause ist möglich, aber aufwendig. Besser: kaltgepresst kaufen.

Verwendung:

  • 1 TL pur
  • Als Basisöl für Salate
  • Nicht erhitzen

5. Mariendistel-Kräutermischung nach altem englischem Vorbild

In historischen Rezepten mischte man Mariendistel mit Fenchel, Minze und Angelika für die Verdauung.

Quelle: Culpeper, Gerard (beide erwähnen Kombinationen mit „warming herbs“)

Moderne Interpretation:

  • 1 Teil Mariendistel
  • 1 Teil Fenchel
  • 1 Teil Pfefferminze
  • Alle grob schroten, 1 TL pro Tasse, 10 Minuten ziehen lassen

Wirkt verdauungsfreundlich und mild entkrampfend.


Historische Rezepturen neu interpretiert

6. “Leber-Wein” nach Culpeper – alkoholfrei modernisiert

Der originale Wein entfällt wegen der Leberbelastung.

Modern:

  • 2 TL Mariendistelsamen (geschrotet)
  • 200 ml Traubensaft
  • 10 Minuten leicht erwärmen
  • 1 Mal täglich

Diese Interpretation macht jedoch wenig Sinn aufgrund der Löslichkeit der Inhaltsstoffe.

7. Mariendistel-Electuarium nach Gerard – modern

Honig konserviert natürlich und schmeckt angenehm.

Rezept:

  • 2 TL feines Samenpulver
  • 2 TL Honig
  • Gut verrühren
  • Täglich ein kleiner Löffel

Besonderer Hinweis: PSC und Mariendistel

Dabei handelt es sich um eine ganz fiese Krankheit. Durch chronisch entzündete Gallengänge kommt es zu einer Leberzerstörung. Es gibt Hinweise darauf, dass Silymarin aus der Mariendistel helfen kann.

Studien zeigen, dass Silymarin bei chronischen Lebererkrankungen antioxidative und leberschützende Effekte besitzt.

Die Datenlage zu PSC (Primär sklerosierende Cholangitis) ist begrenzt, aber es gibt Hinweise auf antioxidative Effekte, die theoretisch unterstützend sein könnten.

Quelle: Pubmed

Für PSC gilt jedoch:

  • keine Selbsttherapie
  • immer ärztliche Betreuung

Warum Kapseln oft sinnvoller sind als Tinkturen

  • Tinkturen enthalten Alkohol, der die Leber belasten kann.
  • Silymarin ist schlecht wasserlöslich, aber als Pulver und in standardisierten Extrakten gut verfügbar.
  • Samenpulver bietet ein breites Wirkstoffspektrum ohne Alkohol.

Fazit

Die Mariendistel verbindet jahrhundertealte Erfahrungsmedizin mit moderner Forschung. Historische Kräuterkundige wie Culpeper, Gerard und Fuchs sahen die Pflanze bereits als leberstärkend und entgiftend. Moderne Studien bestätigen diese Einschätzung weitgehend, vor allem im Hinblick auf antioxidativen Schutz und Leberregeneration.

Mit diesen Rezepten bekommst du einen sicheren, klar belegten Überblick über die praktische Anwendung der Mariendistel in Vergangenheit und Gegenwart.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Mariendistel – 5 starke Inhaltsstoffe & Anwendungen

Mariendistel – die Inhaltsstoffe und wie sie wirken

Die Mariendistel ist nicht nur eine auffällige Heilpflanze, sie enthält eine Reihe bioaktiver Stoffe — und besonders ein komplexes Spektrum an Substanzen macht sie zu einer interessanten Pflanze für Phytotherapie und Naturheilkunde.

Mariendistel
Mariendistel Inhaltsstoffe und Anwendungen

Hauptwirkstoffe: Silymarin und Flavonolignane

Der entscheidende Inhaltsstoff der Mariendistel ist der sogenannte Silymarin-Komplex. Das Silymarin findet sich vor allem in den reifen Samen (Achänen) der Mariendistel.

Silymarin besteht aus mehreren Flavonolignanen — darunter Silybin A und B (oft Hauptanteil), Isosilybin A/B, Silychristin, Silydianin und andere.

Je nach Analyse enthalten die Samen typischerweise etwa 1,5 – 3 % Silymarin auf Trockenmasse.

Silybin allein macht oft 50–70 % des Silymarin-Komplexes aus und ist damit der mit Abstand wirksamste Teil.


Weitere Inhaltsstoffe der Mariendistel

Neben Silymarin enthält die Mariendistel eine Vielzahl weiterer bioaktiver Substanzen, je nach Pflanzenteil:

  • Flavonoide wie Quercetin, Taxifolin, Apigenin, Naringenin und andere.
  • Fettsäuren bzw. Pflanzenöl: Die Samen enthalten häufig 20–30 % fettes Öl; das Öl enthält vor allem Linolsäure und Ölsäure, dazu Palmitinsäure etc.
  • Weitere Stoffe: Proteine, Schleimstoffe (Mucilage), Sterole und andere pflanzliche Verbindungen.

Je nach Pflanzenteil wie Samen, Blätter, Blüten, Stängel, variieren die Konzentrationen deutlich. Eine aktuelle Studie zeigte, dass z. B. die Blüten methanolisch extrahiert besonders hohe Werte an Phenolen, Flavonoiden und Tanninen aufwiesen.


Pharmakologische Wirkungen & Medizinische Studien

Die Kombination dieser Inhaltsstoffe macht die Mariendistel zu einer der am besten untersuchten Heilpflanzen — mit zahlreichen dokumentierten pharmakologischen Effekten:

Leber- und Gallenschutz (Hepatoprotektion)

  • Silymarin stabilisiert die Membran der Leberzellen, schützt sie vor toxischen Einflüssen und fördert die Regeneration geschädigter Zellen.
  • Es erhöht den Glutathionspiegel in der Leber — Glutathion ist entscheidend für die Entgiftung und den Schutz vor oxidativem Stress.
  • Aufgrund dieser Eigenschaften wird Mariendistel traditionell bei Lebererkrankungen (z. B. durch Gifte, Medikamente, Alkohol), Hepatitis und Leberzirrhose eingesetzt.

Antioxidativ und entzündungshemmend

  • Die Flavonolignane wirken als starke Radikalfänger und hemmen lipidperoxidative Prozesse.
  • Mariendistel-Extrakte können Entzündungen modulieren: Sie beeinflussen zelluläre Signalwege, hemmen proinflammatorische Mediatoren und fördern antioxidative Schutzsysteme.

Weitere therapeutische Potenziale

Neue Forschung deutet auf ein breites Spektrum an möglichen Einsatzfeldern hin — neben Leber- und Gallenschutz:

  • Antitumor- und krebshemmende Wirkungen: In Labor- und Tierversuchen konnte Silybum marianum Zellwachstum von Krebszellen hemmen, Apoptose (programmierter Zelltod) fördern und Zellzyklus-Arrest bewirken.
  • Unterstützende Effekte bei Stoffwechselproblemen: Einige Studien nennen mögliche antidiabetische, cholesterinsenkende oder blutdruckmodulierende Effekte.
  • Antimikrobielle Eigenschaften: Extrakte aus verschiedenen Pflanzenteilen (Blätter, Stängel, Blüten) zeigten in jüngsten Studien Aktivität gegen diverse Bakterien und Pilze.

Mariendistel Inhaltsstoffe und Anwendungen
Mariendistel Anwendungen & Inhaltsstoffe

Pflanzenteile und ihre Nutzung – Was nutzt man wofür?

Obwohl alle Pflanzenteile in chemischen Analysen untersucht wurden, ist es vor allem der Samen (Früchte / Achänen) der Mariendistel, der im pflanzlichen Arzneieinsatz dominiert — wegen der hohen Konzentration von Silymarin und Ölen.

Blätter, Blüten und Stängel enthalten zwar ebenfalls phenolische Verbindungen, Flavonoide u.a., ihre Wirkung ist aber meist weniger gut dokumentiert — und sie enthalten kaum Silymarin.

Deshalb sind moderne Präparate (Extrakte, Nahrungsergänzungen) fast immer auf Basis der Samen gearbeitet — ganz klassisch als Silymarin-Extrakt.


Historische und traditionelle Nutzung – über Jahrhunderte hinweg

Die Verwendung der Mariendistel als Heil- und Nutzpflanze reicht mindestens 2.000 Jahre zurück.

Traditionell setzte man sie ein bei Leber- und Gallenerkrankungen, Gelbsucht, Gallenbeschwerden, Vergiftungen oder Verdauungsproblemen.

In manchen Regionen diente sie auch als Nahrungsmittel: Samenöl, Samenmehl oder – nach Entdornung – junge Blätter bzw. Blütenköpfe sollen früher vereinzelt genutzt worden sein.


Warum Mariendistel heute noch relevant ist

Die Mariendistel verbindet eine reiche phytochemische Ausstattung mit dokumentierten pharmakologischen Effekten und einer langen Heilertradition.

  • Der Silymarin-Komplex, besonders Silybin und weitere Flavonolignane, bietet starke antioxidative, antientzündliche und leberschützende Eigenschaften.
  • Die Samen sind darüber hinaus reich an wertvollem Öl und Nährstoffen, was die Pflanze auch ernährungsphysiologisch interessant macht.
  • Neue Studien — wie eine aus 2025 — zeigen zusätzlich antimikrobielle Aktivitäten von Extrakten, was die Bandbreite möglicher Anwendungen erweitert.
  • Das macht die Mariendistel nicht nur zu einer klassischen Heilpflanze, sondern auch zu einem Kandidaten für moderne phytotherapeutische, nutraceutical (Lebensmittel mit gesundheitsfördernder Wirkung) und kosmetische Anwendungen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Quellen: MDPI; AWL.CH; Springer; Benthamscience;

Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze

Mariendistel: Botanik, Herkunft und Heilpflanze in einem

Die Silybum marianum — die Mariendistel — verbindet markante Erscheinung mit langer Tradition und medizinischem Potenzial.

Mariendistel – Eine markante Pflanze und ihre Merkmale

Die Mariendistel gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wächst ein- oder zweijährig (annual oder biennial). Im ersten Jahr bildet sie eine typische Blattrosette, im zweiten Jahr entwickelt sie einen aufrechten, verzweigten Stängel mit Blütenständen. Bei mir ist sie tatsächlich manchmal nur einjährig, da sie von den Schnecken liebend gerne gefressen wird.

Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze
Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze

Die Pflanze kann zwischen etwa 0,5 und 2 Meter hoch werden. Der Stamm ist meist hohl, längsrillig und kann leicht wollig behaart sein.

Die Blätter sind besonders charakteristisch: glänzend dunkelgrün bis grün, durchzogen von auffälligen weißen oder milchig-weißen Adern bzw. Marmormustern entlang der Blattnerven. Die Blattkanten sind stark gezähnt und mit stacheligen Dornen / Stacheln (spines / thorny margins) besetzt — typisch für Disteln. Interessant jedoch, dass Dornen und Stacheln vorkommen.

Blüten erscheinen in Kugel- oder Korbblütenständen (Kapiteln) am Ende des Stängels. Die Blüten sind röhrenförmig, rosa bis purpurfarben. Die Hüllblätter (Involucral bracts) sind ebenfalls mit steifen Dornen versehen.

Nach der Blüte entstehen die Früchte: dunkle, glänzende Achänen (Nüsschen), etwa 6–8 mm lang, mit einem weißen Pappus (Haarschweif), der der Windverbreitung dient.

Herkunft, Standort und natürliches Vorkommen

Die Heimat der Mariendistel liegt im Mittelmeerraum bzw. Südeuropa, Nordafrika, Kleinasien und Vorderasien. Von dort aus wurde sie weltweit verbreitet und tritt heute auch in vielen Teilen Europas, Nord- und Südamerikas sowie anderen Regionen verwildert auf.

Die Pflanze bevorzugt warme, sonnige Standorte, häufig auf trockenen, durchlässigen Böden wie etwa an Mauern, an Weg- und Wegrändern, auf Ödland, an steinigen Hängen oder in gestörten Böden. Wobei ich sie in Vorarlberg noch nie verwildert gefunden habe.

Die Bodenanforderungen sind gering: Sie gedeiht auf armen und eher mageren Böden, braucht nur wenig Nährstoffe und kommt mit Trockenheit zurecht.

Warum „Mariendistel“? Name und Geschichte

Der botanische Gattungsname Silybum weist auf die Zugehörigkeit zur Distel-Gruppe hin, der Artname marianum ehrt die Maria der christlichen Tradition. Es gibt eine alte Legende, wonach die weißen Blattadern durch Milch entstanden seien, die der Legende nach von der Jungfrau Maria beim Stillen auf die Blätter tropfte.

Diese volkstümliche Herkunft erklärt viele traditionelle Namen wie „Holy thistle“, „Mary’s thistle“ oder eben „Milk thistle / Mariendistel“.

Verwendung und Bedeutung in der Volksheilkunde

Die Mariendistel gilt seit der Antike als Heilpflanze. Schon der antike Arzt Dioscorides (ca. 40–90 n. Chr.) beschrieb ihre Wirkung. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie in ganz Europa und im Mittelmeerraum in Kloster- und Volksmedizin angewendet — insbesondere bei Beschwerden von Leber, Galle, Verdauung oder zur Entgiftung.

Heute kennt man vor allem den Samen der Mariendistel (die Früchte) als wichtige Quelle für den Wirkstoffkomplex Silymarin. Silymarin besteht aus mehreren Flavonolignanen (z. B. Silybin, Silychristin, Silydianin) und ist für seine leberschützenden, antioxidativen und entgiftenden Eigenschaften bekannt.

Diese Eigenschaften machen die Mariendistel besonders interessant bei Leber- und Gallenerkrankungen, toxischen Belastungen durch Medikamente oder Umweltgifte, Verdauungsbeschwerden oder generell zur Unterstützung der Leber- und Gallengesundheit.

Auch historisch wurden Samen und Extrakte der Mariendistel bei Gelbsucht, Gallensteinen, Menstruationsbeschwerden und zur Milchbildung bei stillenden Frauen eingesetzt.

Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze
Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze

Produkte und Verwendung heute

Heutzutage werden aus der Mariendistel vor allem die Samen (als Ganzes oder gemahlen) und standardisierte Extrakte (meist mit definiertem Silymarin-Gehalt) hergestellt. Diese Präparate sind in vielen Ländern als Nahrungsergänzungen oder pflanzliche Arzneimittel erhältlich.

Darüber hinaus galten in früheren Zeiten auch junge Blätter, Stängel oder Blüten als essbar – etwa beim Entrinden der stacheligen Ränder und Kochen der Stammteile, oder das Kochen der Blütenköpfe ähnlich wie Artischocken. Zudem lassen sie sich entsaften.

Damit zeigt die Mariendistel, wie vielseitig eine Pflanze sein kann: als Heilpflanze, Nahrungsmittel und wild wachsendes Gewächs gleichermaßen.

Spannende Fakten und Anekdoten

  • Die charakteristische weiße Aderung der Blätter — Grundlage für den Namen „Milk Thistle / Mariendistel“ — verdankt sich der volkstümlichen Legende um die Jungfrau Maria. Diese Legende ist bis heute in vielen Ländern bekannt.
  • Obwohl die Pflanze stachelig und „dornig“ aussieht, wurde sie oft in Klostergärten und Heilgärten angebaut — ihre medizinische Wirkung machte sie wertvoll genug, um sie trotz der Dornen zu kultivieren.
  • Mariendistel gehört zu den Pflanzen mit sehr geringen Ansprüchen an Boden und Klima. Sie gedeiht selbst auf armen Böden und in trockenen, sonnigen Lagen — das macht sie robust und pflegeleicht.

Warum die Mariendistel bis heute relevant bleibt

Die Mariendistel überzeugt durch eine Kombination aus auffälliger Erscheinung, reicher Tradition und medizinischem Potenzial. Ihre botanischen Merkmale — weiße Blattadern, stachelige Blattkanten, kräftiger Wuchs, markante Blüten — machen sie unverwechselbar.

Gleichzeitig sind ihre Samen eine wertvolle Quelle für Silymarin, das als pflanzlicher Wirkstoff bei Leber- und Gallenerkrankungen geschätzt wird. Damit verbindet die Mariendistel traditionelle Heilpflanzenkunde mit moderner Phytotherapie.

Aus botanischer Sicht ist sie robust und genügsam: Sie wächst auf armen Böden, braucht wenig Pflege und verträgt Trockenheit — Eigenschaften, die sie sowohl in der Natur als auch im Garten oder Kräuterbeet attraktiv machen.

Wer Natur, Geschichte und Heilpflanzen verbindet, findet in der Mariendistel eine Pflanze, die all diese Aspekte vereint: wild, schön, schützend — und wirksam.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Quellen: PMC; Nativeplanttrust; Nativeplanttrust

Seifenkurs im Kaltverfahren: 3 power Seifen selbst gemacht!

Seifenkurs im Kaltverfahren: 3 power Seifen selbst gemacht!

Ich freue mich, dass ich euch auch im neuen Jahr wieder meinen Seifenkurs im Kaltverfahren anbieten kann.

Du willst wissen, wie man Naturseifen herstellt und worauf es beim Sieden ankommt? Das lernst du im Seifenkurs im Kaltverfahren.

In meinem Seifenkurs im Kalkverfahren lernst du die Grundlagen, um eigene Naturseifen herzustellen. Du verstehst, wie Fette, Lauge miteinander reagieren und was beim Verseifen passiert.

Seifenkurs im Kaltverfahren
Seifenkurs im Kaltverfahren: 3 Seifen selbst gemacht!

Gemeinsam machen wir drei einfache Seifen, mit etwas Farbe und Duft (optional) für schöne Akzente. Du arbeitest mit mir Schritt für Schritt mit und nimmst am Ende 500 g deiner eigenen Seifen mit nach Hause.

Der Seifenkurs im Kaltverfahren ist bewusst klein gehalten. So kann ich auf jede Frage eingehen und du lernst in ruhiger Atmosphäre.

Naturseifen herstellen – lerne, wie echte Seife entsteht

Du willst wissen, wie du Naturseifen herstellen und selbst sieden kannst und was beim Verseifen wirklich passiert? Dann bist du in meinem Seifenkurs im Kalkverfahren genau richtig.

Viele kennen Seifen nur aus dem Supermarktregal. Doch die Kunst des Seifensiedens hat eine lange Geschichte. Schon die Babylonier stellten vor über 4.000 Jahren Mischungen aus Ölen und Laugen her. Auch damals ging es um Sauberkeit und Pflege – heute kommt der Wunsch nach Natürlichkeit dazu. In meinem Kurs bringe ich dir diese alte Technik mit modernen Grundlagen näher.

Was erwartet beim Naturseifen herstellen?

Wir arbeiten mit guten Pflanzenölen. Ich zeige dir, wie du sicher und sauber arbeitest. Du lernst, welche Reaktionen im Topf stattfinden. Ich helfe dir, die richtige Mischung zu finden. Jede Seife wird ein wenig anders, aber alle stammen aus unserer eigenen Hand.

Warum dieser Naturseifenkurs anders ist?

Der Naturseifenkurs ist bewusst klein. Ich nehme mir Zeit für jeden Teilnehmer. Du stellst deine Fragen direkt, bekommst ehrliche Antworten und klare Anleitungen. Kein Massenkurs, wir arbeiten miteinander.

Ich zeige dir, wie du mit einfachen Mitteln zu Hause weiterüben kannst. Du erfährst, welche Werkzeuge du wirklich brauchst. Ich erkläre auch, welche Öle sich gut eignen. Du lernst, wie du Farben gezielt einsetzt und worauf du bei Düften achten solltest.

Wenn du Lust hast, selbst kreativ zu werden, ist dieser Seifenkurs im Kaltverfahren der richtige Einstieg. Er bietet dir die Möglichkeit, echte Handarbeit zu erleben.

Für wen ist der Naturseifenkurs geeignet?

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Du brauchst keine Vorkenntnisse. Alles, was du wissen musst, lernst du im Kurs.

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Du wirst feststellen Nautrseife herstellen ist gar nicht so schwer. Aber Achtung, Seifesieden im Kaltverfahren macht auch ein bisschen süchtig.

Bitte zieh Kleidung an, die schmutzig werden darf, oder nimm eine Schürze mit. Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und eventuell eine Maske wären hilfreich.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Vanillezucker Rezept – Die besten Tipps zur perfekten Zubereitung

Vanillezucker aus der Vanille, welche oft als „Königin der Gewürze“ bezeichnet, ist einfach hervorragend. Ursprünglich stammt sie aus den tropischen Wäldern Mexikos.

Vanillezucker Rezept - Die besten Tipps zur Zubereitung
Vanillezucker Rezept – Die besten Tipps zur Zubereitung

Die Totonaken, ein indigenes Volk, kultivierten sie als Erste und integrierten sie in ihre Rituale und kulinarischen Genüsse. Später übernahmen die Azteken die Vanille und kombinierten sie mit Kakao zu einem Getränk namens „Xocolatl„. Im 16. Jahrhundert brachten spanische Eroberer, darunter Hernán Cortés, die Vanille nach Europa, wo sie schnell an Beliebtheit gewann.

Dieses Rezept gibt es tatsächlich schon lange auf meinem Blog.

Ich hatte es bei meinem Schokolade-Rezept integriert und ist untergegangen, da es nicht gefunden werden konnte. Nun widme ich dem Rezept einen eigenen Beitrag. Ich verwende relativ oft beim Backen Vanillezucker. Allerdings schmeckt uns der selbstgemachte Vanillezucker am besten.

Für mich ist dies die beste Zubereitungsform für Vanillezucker und du kannst jeden Zucker dafür verwenden. Ob Haushaltszucker, Birkenzucker oder Kokosblütenzucker. Sie eignen sich alle dafür.

Vanillezucker aus Zucker / Birkenzucker selber machen

2 ganze Vanilleschoten

Die Vanilleschoten kannst du vorher noch auskratzen und die Schoten schneidest du in kleine Stücke.

250 g echten Birkenzucker (nicht aus Mais gewonnen) oder Kokosblütenzucker oder Haushaltszucker

Jetzt gibst du alles zusammen, ausgekratztes Mark der Vanilleschoten, die klein geschnittenen Schoten und den Zucker in die Kaffeemühle. Die klein geschnittenen Schoten kommen tatsächlich hinzu. Sie ergeben erst ein richtig intensives Aroma und wären zu schade, um sie zu entsorgen.

Alles zusammen fein mahlen.

Dies ergibt einen wunderbar schmackhaften Vanillezucker. Er ist gleich verwendbar.

In einem luftdichten Gefäß aufbewahren, dann hält sich das Aroma über Monate. Sollte er etwas klumpig werden, dann mörsert man den Zucker einfach etwas an. Er wird dann gleich wieder Streu-fähig.

Für mich ergibt diese Zubereitungsform den besten Vanillezucker überhaupt. Denn es wird die komplette Schote verwendet und nicht nur das Mark.

Fakten zu Vanille:

Vanille enthält zahlreiche Aromastoffe, insbesondere Vanillin, dem verschiedene positive Auswirkungen auf unseren Körper nachgesagt werden. So soll Vanille stimmungsaufhellend wirken und bei depressiven Verstimmungen oder Angstzuständen helfen können.

Zudem wird ihr eine beruhigende Wirkung zugeschrieben, die zur Linderung von Stress beiträgt und eine positive Stimmung fördert.

In der Küche verleiht Vanille zahlreichen Süßspeisen, Gebäck und Getränken ein unverwechselbares Aroma. Durch ihre Vielseitigkeit und die positiven Eigenschaften ist Vanille sowohl kulinarisch als auch gesundheitlich ein wertvolles Gewürz.

Echte Vanille oder künstliches Aroma? Worauf du beim Vanillezucker achten solltest

Die Vanille gilt als Königin der Gewürze – sinnlich, warm, weich und gleichzeitig geheimnisvoll. Doch hinter ihrem süßen Duft verbirgt sich eine faszinierende botanische, kulturelle und auch wirtschaftliche Geschichte. Und wer sich einmal intensiver mit Vanille beschäftigt, erkennt schnell: Vanille ist nicht gleich Vanille.

Die Herkunft der Vanille

Vanille stammt ursprünglich aus Mexiko. Die Ureinwohner, vor allem die Totonaken, verwendeten die fermentierten Schoten der Vanilla planifolia schon lange, bevor sie von spanischen Eroberern nach Europa gebracht wurde. Botanisch gehört Vanille zur Familie der Orchideen – sie ist also kein Gewürz im klassischen Sinn wie Pfeffer oder Zimt, sondern die Frucht einer Kletterorchidee.

Heute kommt der größte Teil der Welternte aus Madagaskar, Réunion (früher Bourbon), Tahiti, Uganda und Mexiko. Die klimatischen Bedingungen, die Art der Fermentation und die jeweilige Vanillesorte führen zu deutlichen Qualitäts- und Geschmacksunterschieden.


Die wichtigsten Vanillesorten im Überblick

1. Bourbon-Vanille (Vanilla planifolia)
Diese Sorte stammt überwiegend aus Madagaskar und den Komoren. Sie ist die klassische, intensiv duftende Vanille mit einem warmen, leicht karamelligen Aroma. Bourbon-Vanille ist die am häufigsten verwendete Sorte in der Küche.

2. Tahiti-Vanille (Vanilla tahitensis)
Etwas seltener und teurer. Sie besitzt eine blumigere, an Kirsche und Anis erinnernde Note. Ihr Duft ist weicher und parfümierter. Sie wird oft in feiner Pâtisserie, Parfümherstellung oder edlen Desserts verwendet.

3. Mexikanische Vanille
Das Ursprungsland der Vanille liefert eine besonders harmonische und erdige Sorte mit Noten von Schokolade und Gewürzen. Echte mexikanische Vanille ist heute selten und meist hochpreisig.

4. Ugandische Vanille
Diese Sorte hat sich in den letzten Jahren am Markt etabliert. Sie ist kräftig, süß und vanillinreich – perfekt für Gebäck und Liköre.


Was ist echter Vanillezucker – und was nicht?

Beim Blick ins Supermarktregal fällt sofort auf: Es gibt Vanillezucker und Vanillin-Zucker. Der Unterschied ist gewaltig:

  • Echter Vanillezucker enthält gemahlene Vanilleschoten oder Vanilleextrakt. Man erkennt ihn an den kleinen schwarzen Punkten – das sind die Samen, die „Vanillekörnchen“. Sein Aroma ist rund, vielschichtig und naturbelassen.
  • Vanillin-Zucker besteht dagegen manchmal aus synthetischem Vanillin, größtenteils aus Holz, Erdöl oder Nebenprodukten der Papierindustrie gewonnen. Das Aroma ist eindimensional und sehr stark – aber ohne die Tiefe der echten Vanille.

Wenn auf der Verpackung „mit echter Bourbon-Vanille“ steht, handelt es sich um ein natürliches Produkt. Steht dagegen nur „Vanillin“ oder „natürliches Aroma“, ist meist kein echter Vanilleextrakt enthalten.


Qualität, Nachhaltigkeit und Ethik

Echte Vanille ist teuer – und das hat Gründe. Jede Blüte muss von Hand bestäubt werden, und die Schoten reifen viele Monate lang, bevor sie fermentiert und getrocknet werden. Die gesamte Verarbeitung kann bis zu acht Monate dauern.

Aufgrund des hohen Preises gibt es im Handel viele gestreckte oder künstlich aromatisierte Produkte. Wer nachhaltig kaufen möchte, sollte auf Fair-Trade- oder Bio-Siegel achten. Diese garantieren gerechte Entlohnung und vermeiden chemische Behandlung der Schoten.

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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Quelle:

  • R. Verhoef et al., „Vanillin production from lignin,“ Journal of Biotechnology, 2009.
  • Chemistry World, Royal Society of Chemistry (RSC), 2016: “Vanillin: the case for the synthetic flavouring.”
  • P. Dignum et al., “Production of vanillin from guaiacol,” Applied Microbiology and Biotechnology, 2020.
  • European Food Safety Authority (EFSA), “Flavouring Group Evaluation 21 (FGE.21): Vanillin and related substances”, EFSA Journal 2008.
  • Molecules, 2024, 29(2), 442 – “Synthetic and Natural Vanillin: Biotechnological Advances and Market Overview.”

5 Electuarium-Rezepte: Tradition trifft heute 3 antike & 3 moderne

In diesem dritten Beitrag widmen wir uns konkret den ElectuariumRezepte: historisch überlieferten Rezepturen bis hin zu modernen Interpretationen im Kräuter-Honig-Bereich – inklusive Hinweisen auf die ayurvedische Tradition.

3 antike & 3 moderne Electuarium-Rezepte: Tradition trifft heute
3 antike & 3 moderne Electuarium-Rezepte: Tradition trifft heute

Historische Electuarium-Rezepte

  1. Mithridaticum
    Das berühmte Mithridatium (oder Mithridat) war eine antike komplexe Arznei mit vielen Zutaten, die König Mithridates VI entwickelte. Es war in Form eines Electuariums gebunden: Pulver + Süßstoff (Honig) und wurde als Antidot eingesetzt.
  2. Theriac (Theriacale)
    Die Weiterentwicklung: In der griechisch-römischen und mittelalterlichen Ärzteschaft galt Theriak als panaceales Mittel. Die Zubereitung erfolgte oft als Paste mit Honig, z. B. „electuarium theriacum“. Die öffentlichen Zubereitungs-Zeremonien zeigen den kulturellen Status.

Diese Zubereitungen werden heute nicht mehr angewandt bzw. gemischt. Denn Grundzutaten wie Opium und Tiergifte sind nicht erlaubt und gefährlich.

  1. Latwerge der Klosterheilkunde
    Im deutsch-sprachigen Raum war die Latwerge eine dicke Saft-Honig­-Mischung, medizinisch und kulinarisch genutzt – also eine Variante des Electuariums. Beispiel-Rezept wie ein Latwerg ausgesehen haben könnte: Fruchtsaft aus Quitten oder Pflaumen stark einkochen, mit Honig und Gewürzen versetzen, bis zäh-pastös.

Vermutlich wurde das Electuarium durch das Latwerg abgelöst. Denn nicht jeder hatte damals Zugang zu Honig. Aber Obst gab es doch hin und wieder.

Moderne Electuarium-Rezepte

Es werden getrocknete und möglichst fein pulverisierte Kräuter verwendet. Ein Honig nach Wahl kann für die Zubereitung verwendet werden.

  1. Kräuter-Honig zur Immun-Stärkung
    Zutaten: Honig, Hagebuttenpulver, Sanddornpulver, Kurkumapulver, eine Prise schwarzer Pfeffer. Herstellung: Pulver mischen, Honig erwärmen, Zutaten einrühren, in Glas abfüllen.
  2. Goldene Milch“-Paste
    Zutaten: Kurkumapulver, Ingwerpulver, Zimt- und schwarzer Pfeffer-Pulver, Honig. Mischung ergibt pasteartige Zubereitung, die mit warmer Milch eingenommen wird. Besonders an kalten Tagen ist sie als Getränk konsumiert wunderbar. Die Goldene Milch ist wohl eine der bekanntesten Zubereitungsformen. Nur wissen viele nicht, dass es sich im Grunde um ein Electuarium handelt.

  1. Hustenhonig
    Zutaten: Honig, Thymianpulver, Fenchelsamenpulver, Eibischwurzelpulver. Herstellung: Pulver mischen, Honig erwärmen, einrühren, abfüllen. Anwendung: bei Husten oder Halsschmerzen lutschen. Ich rühre es auch ganz gerne in meinen Tee.
  2. Stärkende Zubereitung Gänseblümchen, Giersch, Brennnessel, Ackerschachtelhalm, Schlüsselblumen und Gundermann in gleichen Teilen pulverisieren und mit Honig mischen. Das ist übrigens die Mischung der Kugeln auf dem Foto. Es wird nur so viel Honig verwendet, dass Kugeln geformt werden können. Ich habe sie einfach in Himbeerpulver für pink und Spirulina Pulver für blau und Fichtenpulver für grün gerollt.

Ayurveda-Hinweis

Im Ayurveda kennt man eine ähnliche Zubereitungsform: sogenannten Lehya (लिह्य), eine geleartige Zubereitung von Kräutern, Zucker oder Honig und Gewürzen, die gelutscht werden. Diese Tradition zeigt die universelle Verbreitung des Electuarium-Gedankens: Kräuter + süße Trägersubstanz.

Anwendungstipps

  • Verwende möglichst hochwertigen Honig und fein gemahlene Kräuter.
  • Sanft erwärmen, damit die Inhaltsstoffe nicht überhitzt werden.
  • Dunkle, luftdichte Aufbewahrung – Paste haltbar im Kühlschrank einige Wochen.
  • Dosierung: kleine Mengen reichen – ½–1 Teelöffel
  • Achte auf mögliche Wechselwirkungen (z. B. wenn Kräuter bestimmte Wirkstoffe enthalten) und konsultiere Fachpersonen bei Unsicherheit.

Schlussbemerkung

Vom antiken Mithridatium über die mittelalterliche Theriak-Tradition bis zur heutigen Kräuter-Honig-Paste: Das Konzept des Electuarium zeigt eine durchgehende Verbindung von Heilkunst, Geschmack und Textur. Wer heute eine moderne Version herstellt, folgt einem jahrhundertealten Ansatz – und kann ihn mit zeitgemäßen Zutaten kreativ weiterdenken. Vermutlich war die Kräuter-Honig-Zubereitung das erste bekannte Dessert.

Begriffserklärung Teil 3:

Ab etwa 1900 verschwand das Wort weitgehend aus dem allgemeinen Sprachgebrauch, weil die pharmazeutischen Formen standardisiert wurden – man sprach nun von „Sirup“, „Paste“, „Elixier“ oder „Konfitüre“.
In der heutigen phytotherapeutischen Szene erlebt das Wort Electuarium jedoch eine Renaissance, oft im englischen Sprachraum („herbal electuary“), aber zunehmend auch wieder im deutschsprachigen Kräuterkontext. Dort dient es als elegante, traditionsbewusste Bezeichnung für Honig-Kräuter-Zubereitungen, die zwischen Nahrung und Heilmittel stehen.

Kurz zusammengefasst über Electuarium-Rezepte:

  • Bedeutung: ableckbare, honiggebundene Arzneipaste
  • Ursprung: griechisch ekleíchein („lecken“) → lateinisch electuarium
  • Deutsche Entsprechung: Latwerge oder Leckmittel
  • Erste Belege: antike Pharmatexte (1. Jh.), im Deutschen ab ca. 13.–14. Jh.
  • Heutige Verwendung: Wiederentdeckung in der Kräuterheilkunde als traditionelle, honigbasierte Darreichungsform

Ursprung der Electuarium-Rezepte:

Culpeper beschrieb in seinem berühmten Werk The English Physician (1652) bzw. Pharmacopoeia Londinensis (1649) viele Electuaria, die er meist nach ihrer Hauptwirkung oder Hauptsubstanz benannte, etwa:

  • Electuarium lenitivum – mild abführend, beruhigend
  • Electuarium aromaticum – mit Gewürzen zur Stärkung von Magen und Herz
  • Electuarium e scoria ferri – eisenhaltig, stärkend
  • Theriacal Electuary – abgeleitet vom Theriak, als Allheilmittel gegen Gifte

Culpeper selbst notierte diese Rezepte in Lateinisch-Englischer Mischsprache, meist als Sammlung von Zutaten (Pulver, Harze, Honig, Zucker) mit genauen Dosierungen, bezogen auf das damalige Apothekermaßsystem (Drachmen, Unzen, Scrupel).

1. Beruhigendes Electuarium bei Husten

Zutaten:

  • 50 g Honig
  • 3 g Süßholzwurzelpulver
  • 10 g Eibischwurzelpulver
  • 5 g Thymianpulver
  • 5 g Fenchelsamenpulver

Zubereitung:

  1. Die pulverisierten Zutaten gut vermischen.
  2. Den Honig erwärmen (nicht über 40 °C), um ihn flüssiger zu machen.
  3. Die Pulver langsam in den Honig einrühren, bis eine gleichmäßige Paste entsteht.
  4. In einem verschließbaren Glasgefäß aufbewahren.
    Anwendung: 1 Teelöffel bei Bedarf einnehmen.

2. Verdauungsfördernde Zubereitung

Zutaten:

  • 30 g Honig
  • 5 g Fenchel- oder Anispulver
  • 10 g Angelikawurzelpulver
  • 5 g Ingwerpulver
  • 1–2 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl (optional)

Zubereitung:

  1. Die Pulver gut mischen.
  2. Honig erwärmen und mit den Pulvern verrühren.
  3. Optional das ätherische Pfefferminzöl hinzufügen.
  4. Die Masse in ein Glas füllen.
    Anwendung: ½–1 Teelöffel nach dem Essen einnehmen.

3. Immunsystem-stärkende Zubereitung

Zutaten:

  • 40 g roher Honig
  • 25 g Hagebuttenpulver, ich verwende immer komplett pulverisierte Hagebutten.
  • 10 g Sanddornfruchtpulver
  • 5 g Kurkumapulver
  • 1 Prise schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

  1. Hagebutten- und Sanddornpulver sieben, um größere Stücke zu entfernen.
  2. Honig mit allen Pulvern verrühren.
  3. In einem Glasgefäß, kühl und dunkel lagern.
    Anwendung: 1 Teelöffel täglich, am besten morgens.

4. Harz-Electuarium zur Atemwegsunterstützung

Zutaten:

  • 5 g Kiefernharz (gereinigt), wie von der Fichte
  • 30 g Bienenhonig
  • 10 g Eibischwurzelpulver
  • 5 g Myrrhenpulver

Zubereitung:

  1. Das Kiefernharz vorsichtig im Wasserbad schmelzen.
  2. Den Honig hinzufügen und verrühren.
  3. Die Pulver nach und nach einrühren, bis eine homogene Paste entsteht.
  4. In einem Glas, luftdicht verschließen.
    Anwendung: ½ Teelöffel bei Husten oder Verschleimung einnehmen.

5. Belebendes Electuarium (adaptogen)

Zutaten:

  • 40 g Honig
  • 10 g Ginsengpulver
  • 10 g Macapulver
  • 5 g Ashwagandhapulver
  • 1 Prise Zimt

Zubereitung:

  1. Pulver gut vermischen und nach und nach in den Honig einrühren.
  2. Masse in ein Glas geben und luftdicht verschließen.
    Anwendung: 1 Teelöffel morgens oder vor geistiger Anstrengung einnehmen.

Fun Facts:

Electuarium Theriacale Magnum Original aus den Chronicles of Pharmacy

Wurzel der Florentiner Schwertlilie, Süßholz, jeweils 12 oz; Arabischer Costus, Pontischer Rhabarber, Fingerkraut, jeweils 6 oz; Ligusticum meum, Rhabarber, Enzian, jeweils 4 oz; Osterluzei, 2 oz; Scordiumkraut, 12 oz; Zitronengras, Andorn, Kretischer Diptam, Bergminze, jeweils 6 oz; Polei-Minze, Pinienrinde, Gamander, jeweils 4 oz; Blätter von Lorbeerkassie, 4 oz; Blüten von roten Rosen, 12 oz; Lavendel, 6 oz; Johanniskraut, 4 oz; Tausendgüldenkraut, 2 oz; Safran, 6 oz; Früchte von Amyris opobalsamum, 4 oz.; Zimt, 12 oz.; Cassia lignea,

Narde, je 6 oz.; Keltische Narde, 4 oz.; Langer Pfeffer, 24 oz.; Schwarzer Pfeffer, Ingwer, je 6 oz.; Kardamom, 4 oz.; Rapssamen, Blätterpilz, je 12 oz.; Samen von mazedonischer Petersilie, 6 oz.; Anis, Fenchel, Kresse, Seseli, Thlaspi, Amomum, Sandkraut, je 4 oz.; Karotte, 2 oz.; Opium, 24 oz.; Opobalsamum, 12 oz.; Myrrhe, Olibanum, Terpentin, je 6 oz.; Storax, Gummi arabicum, Sagapenum, je 4 oz.; Asphalt, Opoponax, Galbanum, jeweils 2 Unzen; Saft von Akazie und Hypocist, jeweils 4 Unzen; Rizinus, 2 Unzen; Lemnischer Bolus, gebrannter Vitriol, jeweils 4 Unzen; Trochisken von Meerzwiebeln, 48 Unzen; von Vipern, von Kalmus, jeweils 24 Unzen.

Verreiben Sie die Balsame, Harze und Gummis in einer ausreichenden Menge Wein, um eine dünne Paste zu bilden, und vermischen Sie das Ganze mit 960 Unzen Honig.

Confectio Damocratis (Mithridatium) Original aus den Chronicles of Pharmacy

Zimt: 14 Drachmen, Myrrhe: 11 Drachmen; Blätterpilz, Narde, Ingwer, Safran, Thlaspi-Samen, Weihrauch, Chio-Terpentin, jeweils 10 Drachmen, Kamelheu, Arabischer Costus (Zetower), Indisches Blatt (Muskatblüte), Französischer Lavendel, Langer Pfeffer, Hartkrautsamen, Saft aus Zistrosen, abgeseihtes Storax, Opoponax, abgeseihtes Galbanum, Balsam von Gilead (ausgedrücktes Muskatnussöl), Russischer Rizinus, jeweils 1 oz. Poley Mountain, Wasser-Gamander, Früchte des Balsambaums (Kubebben),

weißer Pfeffer, kretische Karottensamen, passiertes Bdellium, jeweils 7 Drachmen. Keltische Narde, Enzianwurzel, kretische Diptamblätter, rote Rosen, mazedonische Petersiliensamen, Samen des Kleinen Kardamoms, süße Fenchelsamen, Gummi arabicum, gefiltertes Opium, je 5 Drachmen. Kalmuswurzel, wilde Baldrianwurzel, Anissamen, passiertes Sagapenum, jeweils 3 Drachmen. Bärwurz, Johanniskraut, Akaziensaft (Catechu), Wadenbäuche, jeweils 2½ Drachmen.

Geklärter Honig, dreimal so schwer wie alles andere.

Theriaca Andromachi Original aus den Chronicles of Pharmacy

Pralinen mit Meerzwiebeln, ½ Pfund. Langer Pfeffer, abgesiebtes Opium, getrocknete Vipern, jeweils 3 oz. Zimt, Balsam von Gilead (ausgedrücktes Muskatnussöl), jeweils 2 oz. Blätterpilz, Iriswurzel, Scordium, rote Rosen, Navewsamen, Süßholzextrakt, jeweils 1½ Unzen. Narde, Safran, Kardamom, Myrrhe, Costus (Zitwer), Kamelheu, jeweils 1 oz. Fingerkrautwurzel, Rhabarber, Ingwer, Indisches Blatt (Muskatblüte), Kretische Diptamblätter, Andorn, Bergminze, Französischer Lavendel, schwarzer Pfeffer, Petersiliensamen, Weihrauch, Chio-Terpentin, Baldrianwurzel, jeweils 6 Drachmen. Enzianwurzel, Keltische Narde, Bärwurz, Berg-Johanniskraut, Pinienkerne, Kriechender Gamander, Früchte des Balsambaums (Kubeben), Anis, Fenchelsamen, Kleine Kardamompflanze, Bischofskraut, Hartkraut, Melassesenf, Saft aus Zistrosen, Katechu, Gummi arabicum, Storax, Sagapenum, Lemnische Erde (Armenischer Baumstamm), gebrannter Grüner Schwefel, jeweils ½ oz. Kriechende Osterluzei, Tausendgüldenkraut, kretische Karottensamen, Opoponax, passiertes Galbanum, russischer Rizinus, Judenpech (weißer Bernstein), Kalmuswurzel, jeweils 2 Drachmen.

Geklärter Honig, dreimal so schwer wie alles andere.

Man sieht schon, historisch waren es recht verrückte Rezepte mit fragwürdigen Zutaten.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Quellen:

Electuarium 7 Gründe & Risiken und wie es wirkt

Der Begriff Electuarium bezeichnet – wie bereits im ersten Beitrag erläutert – eine Arzneiform, bei der pulverisierte Wirkstoffe in eine süße Masse wie Honig oder Sirup eingebettet werden. Der heutige Beitrag stellt die Anwendungen, Vorteile und Risiken eines solchen honiggebundenen Arzneimittels ins Zentrum: warum Honig? Welche Vorteile bringt diese Zubereitungs­form? Und welche Nachteile sollten beachtet werden?

Electuarium Zubereitung Tipp
Electuarium Zubereitung

Warum Honig?

Honig fungiert nicht nur als Süßungsmittel, sondern bringt mehrere günstige Eigenschaften mit:

  • Er dient als Bindemittel: Pulver wirkt trocken und ungenießbar, mit Honig entsteht eine Paste, die gut gelutscht werden kann („electuariums“ = „zu leckendes Arzneimittel“).
  • Er verbessert die Geschmacklichkeit: Viele Kräuter oder Mineralien sind bitter oder „streng“ im Geschmack – die Honigbindung macht die Einnahme angenehmer, was die Compliance in historischen Zeiten steigerte.
  • Honig kann selbst eine mild heilende Wirkung haben – z. B. bei Husten, Halsbeschwerden oder äußerer Anwendung.

Vorteile eines Electuariums

  1. Palatabilität: Eine bitter wirkende Mischung wird durch Honig leicht akzeptierbar.
  2. Langsame Freisetzung: Pastehafte Zubereitungen bleiben im Mund und wirken über längere Zeit, was insbesondere bei Kräuterwirkstoffen sinnvoll sein kann.
  3. Flexibilität der Einnahme: Man kann die Paste direkt lutschen, in warmem Wasser/Milch oder Tee auflösen oder auf Brot einnehmen – das macht sie vielseitig.
  4. Kombination vieler Wirkstoffe: Historisch erlaubte die Pasteform die Kombination zahlreicher Zutaten – wie bei Theriak oder Mithridat.
  5. Haltbarkeit und Lagerung: Honig- oder Sirupgebundene Zubereitungen waren in Zeiten ohne moderne Konservierung länger verwendbar.
  6. Symbolische/mystische Wirkung: In früheren Jahrhunderten verlieh die „edle Form“ (süß, dick, pastös) einer Arznei zusätzliches Prestige – was die therapeutische Wirkung weiter stärkte (Placebo-/Ritualeffekt).
  7. Moderne Adaption: Heute finden sich „Electuaria“ im Bereich der Kräuter-Honig-Pasten wieder – z. B. als Hustenhonig, Digestivpaste oder Gewürzhonig („goldene Milch“-Kur).

Nachteile und Risiken

  • Zuckergehalt: Honig enthält viel Frucht- und Traubenzucker – bei regelmäßigem, größeren Verzehr sind Kalorien und Einfluss auf Blutzucker zu bedenken.
  • Unkontrollierte Dosierung: In historischer Form enthielten Electuaria häufig viele, auch potenziell riskante Inhaltsstoffe (z. B. Opium, Tierbestandteile bei Theriak) – moderne Adaptationen müssen sauberer formuliert sein.
  • Haltbarkeit/ hygienische Risiken: Wenn nicht korrekt gearbeitet oder gelagert, kann die Paste fermentieren oder mikrobiell kontaminiert werden. Das passiert meist, wenn frische Pflanzen verwendet werden. Früher war ab und zu eine Fermentation erwünscht.
  • Allergien & Unverträglichkeiten: Kräuter, Harze, Scharfstoffe oder Honig selbst können Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen.
  • Falsche Sicherheitsannahmen: Historisch wurden Electuaria oft als „Allheilmittel“ beworben (z. B. Theriak als Universalantidot) – moderne Evidenz fehlt vielfach.
  • Kinder & Honig: Bei Säuglingen besteht Risiko einer Botulismus-Erkrankung bei Rohhonig­verzehr – auch wenn diese Form selten so konzentriert eingesetzt wird, sollte Vorsicht gelten.

Praktische Anwendungshinweise

  • Wenn du eine moderne Kräuter-Honig-Paste (Electuarium) herstellen möchtest, achte auf eine gute Qualität des Honigs, getrocknete Kräuter (fein gemahlen), saubere Gefäße und dunkle Lagerung. Die Pulver sollten gesiebt werden, für eine angenehme Einnahme.
  • Die Einnahme kann z. B. vor dem Schlafen, bei Husten oder zur allgemeinen Stärkung erfolgen – kleine Mengen reichen oft.
  • Konsultiere bei chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft oder Kindern vorher eine Fachperson – nicht jede Kräutermischung ist harmlos.
  • Behalte realistische Erwartungen: Solche Pasten können unterstützend wirken, aber ersetzen nicht notwendige medizinische Therapien.

Begriffserklärung Teil 2:

Die erste belegte deutschsprachige Erwähnung findet sich im späten Mittelalter, wo man den Begriff in den Apothekenbüchern oft in lateinischer Form ließ, aber im Deutschen übersetzte man ihn bald zu „Latwerge“ oder „Leckmittel“.
Das Wort Latwerge geht etymologisch auf das mittellateinische electuarium zurück, via althochdeutsch latuarich → mittelhochdeutsch latwerge. Diese Formen bezeichneten genau dieselbe Zubereitung – eine dicke, süß gebundene Paste aus Heilsubstanzen.
In alten Kräuterbüchern wie dem von Hieronymus Bock (1539) oder Leonhart Fuchs (1543) findet man beides: das gelehrte Electuarium in der lateinischen Rezeptüberschrift und den volkstümlichen Begriff Latwerge oder Leckmittel in der Beschreibung.

Beispielhafte Entwicklung der Begriffe:

  • Griechisch: ἐκλείχειν → „ablecken“
  • Lateinisch: electuarium → „Leckmittel“
  • Mittellateinisch: lectuarium, electuarium
  • Althochdeutsch: latuarich
  • Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch: Latwerge

Während Latwerge im Laufe der Zeit ins kulinarische Sprachfeld überging – also Mus, Fruchtpaste, eingekochter Saft –, blieb Electuarium im pharmazeutischen Bereich als Fachbegriff erhalten. In Apothekenverzeichnissen des 17. bis 19. Jahrhunderts findet man ihn häufig, etwa in Kombinationen wie Electuarium lenitivum (milde Latwerge), Electuarium aromaticum (gewürzreich) oder Electuarium theriacale (Theriak-Latwerge).

Für mich gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen einem Latwerg, welches oft eingedicktes Obst/Mus ist. Und das Electuarium, welches Kräuterpulver mit Honig darstellt.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Quellen zum Weiterlesen & Verlinken:

5 epochale Stationen der Electuarium-Tradition: Geschichte, Magie & Mystik

Das Wort Electuarium bezeichnet eine Arzneiform, die ihren Ursprung in der Antike hat: eine zähflüssige Masse aus pulverisierten Wirkstoffen, häufig Kräutern, Resinen oder Mineralien, gebunden mit Honig, Melasse oder Sirup – sodass sie „geleckt“ oder gelutscht werden konnte.

Electuarium
Was ist ein Electuary

In diesem ersten Beitrag widmen wir uns dem Thema Electuarium in seiner geschichtlichen Ausdehnung, seinen mystischen und magischen Aspekten – und ziehen gezielt Vergleiche zu bekannten Formen wie dem Theriak (Theriaka), dem Mithridat (Mithridatium) und der im deutschsprachigen Raum bekannten Zubereitungsform des Latwerge.

1. Antike Ursprünge

Bereits in griechisch-römischer Zeit finden sich Hinweise auf dicke Arzneipasten, bei denen Honig oder süßende Substanzen als Vehikel verwendet wurden, um bittere, starke oder exotische Wirkstoffe – etwa Gifte, Tierprodukte oder exotische Harze – verträglich zu machen. Besonders die Geschichte des Mithridatiums ist legendär: Der König Mithridates VI Eupator von Pontus (2. Jh. v. Chr.) soll eine komplexe Mixtur entwickelt haben, um sich gegen Vergiftung zu schützen – diese Form ging später in die Theriak-Tradition ein.
Auch der Begriff „theriak“ leitet sich vom griechischen therion („Wildtier, Bestie“) ab, da solche Mixturen ursprünglich als Gegengift bei Tier- oder Schlangenbissen galten.

2. Mittelalter & Ritual

Im Mittelalter nahm das Electuarium (lat. electuarium) eine zentrale Rolle in der Arzneimittelpraxis ein – sowohl im Kloster- wie auch im städtischen Umfeld. In deutschsprachigen Regionen war eine Variante als Latwerge bekannt, dick eingekochter Saft oder Mus mit Honig oder Sirup, der sowohl als Arznei als auch kulinarische Zubereitung diente.
Parallel dazu entwickelten sich öffentliche Zubereitungen von Theriak, bei denen Apotheker und Ärzte in Zeremonien große Chargen kochten – ein Hinweis auf das hohe Prestige dieser Arzneiform.

3. Besonderheiten & Magie

Was macht das Electuarium so offen für mystische bzw. magisch-medizinische Vorstellungen? Erstens: Die dicke, süße Konsistenz – Honig war seit Ägypten für seine konservierende, „heilende“ Wirkung bekannt. Zweitens: Die Formulierung mit sehr vielen und oft exotischen Zutaten (z. B. Tier- oder Giftprodukte) erzeugte den Eindruck eines „Wundermittels“. Besonders bei Theriak hieß es, die Mixtur benötige eine Reifung von Jahren, um ihre vollständige Wirkung zu entfalten.
Drittens: Das Zusammenspiel von Heilpflanze, Geschmack, Textur und ritueller Zubereitung – das Erzeugen einer besonderen Arzneiform – trug zur magischen Aura bei. Der Begriff „Electuarium mirabile“ taucht in Werbeanzeigen des 18. Jahrhunderts auf.

4. Vergleich: Theriak, Mithridat, Latwerge

  • Mithridatium war eine frühe, komplexe Mixtur mit Dutzenden von Zutaten, entwickelt im antiken Pontus.
  • Theriak gilt als Weiterentwicklung bzw. Ableger: Eine noch umfangreichere Mischung (zum Teil > 50 Zutaten), oft mit Honig gebunden, als „Universalantidot“ im Mittelalter und der frühen Neuzeit.
  • Latwerge im deutschsprachigen Mittelalter: Ursprünglich eher saft-honigbasierte Paste, häufig auch mit medizinischer Funktion („Leckmittel“) – eine Variante des Electuariums.
    Somit liegt das Electuarium begrifflich und funktional zwischen diesen Formen – es ist die generische Kategorie, unter der solche pastösen Heil- oder Genussmittel laufen.

5. Moderne Rückkehr & „Goldene Milch

In der heutigen Zeit erlebt die Idee von honiggebundenen Kräuter-Pasten eine echte Renaissance – etwa im Bereich der „Goldenen Milch“, jener Kur aus Kurkuma, Pfeffer, Honig und anderen Gewürzen, die nun in Herbst- und Winterzeit als Gesundheitsbeigabe wieder populär wird. Diese Zubereitung entspricht in ihrer Grundidee dem Electuarium-Gedanken: Kräuter oder Gewürze mit süßem Träger vermischt, um ihren Nutzen angenehmer und wirkungsvoller einzunehmen.
Damit kann man sagen: Die Tradition des Electuariums lebt weiter – neu interpretiert, aber mit Wurzeln, die Jahrtausende zurückreichen.

Die Herkunft des Wortes Electuarium

Der Begriff Electuarium stammt ursprünglich aus dem Lateinischen, genauer von ēlectuārium (später electuarium geschrieben). Dieses wiederum leitet sich vom griechischen ἐκλεικτόν (ekleiktón) bzw. ἐκλείχειν (ekleíchein) ab, was wörtlich „auflecken“, „ablecken“ oder „lecken“ bedeutet.
Das spiegelt die ursprüngliche Anwendungsweise dieser Arzneiform wider: Man sollte sie ablecken oder im Mund zergehen lassen, um die Wirkstoffe langsam aufzunehmen – ganz ähnlich wie bei einem Sirup oder einer modernen Kräuter-Honig-Paste.

In der lateinischen medizinischen Terminologie taucht das Wort bereits in antiken pharmazeutischen Texten auf. Spätestens im 1. Jahrhundert n. Chr. verwendete Dioskurides (in De Materia Medica) vergleichbare Begriffe für pastöse, süß gebundene Arzneiformen.
Im späteren mittelalterlichen Latein blieb electuarium erhalten und wurde in medizinischen Handschriften, Klosterrezepturen und Apothekenordnungen regelmäßig gebraucht.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Quellen zum Weiterlesen & Verlinken:

1. Herbstzauber: Apfel-Kürbis-Suppe – Rezept, ein wärmender Powergenuss

Apfel-Kürbis-Suppe aus Hokkaidokürbisse.

Sie sind kleine Orangenwunder, die im Herbst leuchten, als hätten sie Sonnenstrahlen eingefangen.

Für deine Apfel-Kürbis-Suppe ist ein Hokkaidokürbis ideal. Ihre dünne Schale wird beim Kochen weich – ein echter Vorteil für deine Apfel-Kürbis-Suppe, denn so entfällt das mühsame Schälen. Und das Fruchtfleisch? Fein, samtig und mit einem Hauch von Maroni-Aroma, das sich perfekt in Suppen, Pürees oder Ofengerichte einfügt.

Kürbisse kannst du dunkel und kühl ein paar Wochen lang wunderbar lagern. Ist er aber angeschnitten und im Kühlschrank, hält er sich nicht mehr lange und sollte rasch aufgebraucht werden.

Apfel-Kürbis-Suppe
Apfel-Kürbis-Suppe Rezept

Obwohl heute fast jeder Herbstkoch einen Hokkaido kennt, hat er eine relativ junge Geschichte. In Japan wurde im 19. Jahrhundert eine Kürbislinie gezüchtet, die aus importierten amerikanischen Sorten entstanden war. In den 1930er Jahren erreichte man schließlich die heutige Sorte „Uchiki kuri“, die später exportiert wurde und über Umwege auch nach Deutschland gelangte. In Europa erlangte der Hokkaido besonders in den 1990er Jahren Popularität, da er relativ einfach zu kultivieren war und sich gut lagern ließ.

Sein Name allerdings stammt nicht direkt von der japanischen Insel – vielmehr wurde der Kürbis so genannt, weil der erste verkaufte Samen aus Hokkaido kamen. In der Schweiz wird der Hokkaido übrigens oft „Oranger Knirps“ genannt – ein liebevoller Kosename, der an sein kompaktes Format erinnert.

Um Prostataleiden zu lindern, können Kürbiskerne verzehrt werden. Diese helfen einen Zinkmangel auszugleichen, denn dieser geht oft bei genau diesem Problem einher. Kürbiskerne enthalten nämlich sehr viel Zink.

Tja, und heute habe ich dir unser bestes Apfel-Kürbis-Suppe-Rezept dabei. Die Apfel-Kürbis-Suppe ist wirklich ein Gedicht.

Diese Apfel-Kürbis-Suppe ist einfach gut. Mit Äpfeln kombiniert finde ich sie unschlagbar. Ich koche immer eine große Menge und koche sie danach ein. Das ergibt mir meist einen Vorrat bis zur nächsten Saison.

Zutaten:

3 kg Kürbis im Ofen vorgaren

5 Äpfel

2 rote Zwiebeln

10 Knoblauchzehen

450 ml Weißwein – optional

2 El Kurkuma Pulver

1 El Ingwer Pulver

etwas Chilipulver

Muskat

Pfeffer

etwas Butter

ca. 1-2 Liter Wasser

Suppenwürze Deluxe

Ich verwende immer zwei ganz große Töpfe und teile alles auf. Zwiebel und Knoblauch kleinschneiden und in etwas Butter andünsten. Ich gebe hier auch immer gleich meine Suppenwürze mit hinzu. Die Äpfel vom Kerngehäuse befreien und etwas kleinschneiden und zu den Zwiebeln geben und mitdünsten. Nun den Kürbis in kleinen Stücken in die Töpfe geben und mit Wasser und Weißwein ablöschen. Wird kein Weißwein verwendet, bitte die Menge durch Wasser ersetzen. Die Flüssigkeitsmenge ist nur ein ungefährer Richtwert.

Normalerweise gehe ich nie nach Rezept vor. Es sollte einfach alles gut mit der Flüssigkeit bedeckt sein. Wenn du den Kürbis im Ofen weich gegart hast, dauert die Herstellung der Suppe nicht mehr lange. Ansonsten muss er direkt in der Suppe weichgekocht werden. Allerdings lässt er sich nach dem Backen im Ofen viel leichter zerschneiden. Wenn der Kürbis weichgekocht ist, wird alles püriert und die Gewürze kommen hinzu. Da die Suppe bei Verwendung noch mit etwas Kokosmilch verfeinert wird, mache ich sie nicht zu dünn und fülle sie in Gläser ab. Die Gläser werden jetzt noch für 60 Minuten bei 100°C eingekocht.

Benötige ich eine Kürbis-Suppe, entnehme ich diese aus dem Glas und schütte sie in einen Kochtopf und koche sie noch einmal ordentlich auf. Nun gebe ich etwas Kokosmilch hinzu und würze gegebenenfalls noch nach. Serviert wird sie mit etwas Kürbiskernöl.

Volksheilkundlicher Kurs Start:

September 2026 |09:00 – August 2028|17:00

Rezept

Suppenwürze Deluxe

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Das Salomonssiegel Magazin 02/2025 ist ein kleines, besonderes Geschenk nur für alle, die meinem Blog folgen. Darin findest du die faszinierendsten Arten des Salomonssiegels und meine Rezepte, die seine Vielseitigkeit zeigen.

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Wer meinem Blog folgt, bekommt nicht nur Inspiration für die Naturküche, sondern bleibt auch über neue Freebies, botanische Entdeckungen und kleine Geheimnisse aus der Pflanzenwelt informiert. Dieses Magazin ist kein Massenprodukt, sondern exklusiv für meine treuen Leserinnen und Leser.

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Das nächste Freebie kommt im Frühjahr 2026 heraus!

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Entdecke 1 Zauberhaftes Lavendel Räucherkegel Rezept

Lavendel Räucherkegel öffnen Türen zu alten Mythen, verführerischen Düften und innerem Frieden. Diese Räucherkegel tragen nicht nur das Aroma der Provence und heilende Wirkung in sich, sondern auch eine tiefe mystische Geschichte, in der Duft und Ritual eins werden.

DIY Lavendel Räucherkegel Rezept
Lavendel Räucherkegel Rezept

Lavendel räuchern: Ursprung und alte Legenden

Lavendel Räucherkegel verbinden uns mit Geschichten aus Tausenden von Jahren. Schon die alten Griechen nannten Lavendel „nardus“ (bezieht sich auf aromatische Pflanzen), eine Pflanze, deren Duft sehr geschätzt war, sowohl als Medizin als auch in Ritualen.

Die Römer verwendeten Lavendel (von lateinisch lavare „waschen“) in Badehäusern, streuten Blüten ins Wasser und glaubten, der Duft reinige nicht nur den Körper, sondern auch den Geist.

Eine alte Legende erzählt, wie Kleopatra Lavendel nutzte, um Caesar und später Antonius zu bezaubern – ihr Duft sollte Macht und Verführung zugleich sein.

Lavendel räuchern: Magie in Ritualen & Schutz

Lavendel räuchern galten durch die Geschichte hindurch als Schutz gegen das Böse und negative Energien. Im Mittelalter hängte man Lavendel über Türen oder verbrannte ihn in Kaminen, um Dämonen fernzuhalten und die Luft von Krankheiten zu reinigen – wenn man noch nicht wissen konnte, dass viele dieser Krankheiten durch Mikroben verursacht wurden, glaubte man an dunkle Mächte.

In mediterranen Regionen war es Brauch, Lavendel in Hausaltäre zu legen oder in Kirchen bei Festen zu streuen. Am Johannistag wurden Lavendelblüten manchmal in Feuer geworfen, um Licht, Reinheit und Schutz zu feiern.

Lavendel räuchern wirkt beruhigend und klärend – in alten Zeiten verwendete man ihn auch bei schlaflosen Nächten, bei Nervosität oder zur Beruhigung der Gemüter. Es heißt, wer Lavendelduft in seinem Schlafraum habe, finde leichter in Träume und gute Visionen

Lavendel Räucherkegel: Symbolik & Mythos

Das Symbol des Lavendels ist tief verwoben mit Liebe, Reinheit und Treue. In der viktorianischen Sprache der Blumen wurde Lavendel manchmal als Zeichen der Eifersucht oder des Misstrauens gedeutet – interessante Kontraste zu seiner sanften, beruhigenden Wirkung.

Ebenso ranken sich Mythen um Lavendel als Brücke zwischen diesseitiger Welt und dem Feenhaften: Wer Lavendel blühen lässt oder Lavendelduft eingeatmet, soll Feen in seinen Garten locken. In manchen Überlieferungen wird gesagt, Lavendel erlaube einen Blick in die Zukunft – wenn man ihn in Träumen sieht oder riecht.


Lavendel Räucherkegel & dein Ritual

Wenn du einen Lavendel Räucherkegel anzündest, öffnet sich nicht nur der Raum für Duft – oft beginnt ein kleines Ritual:

  • Das Licht gedimmt, eine Kerze daneben, und tiefes Einatmen beim ersten Rauch.
  • Die Flamme lässt den Kegel glühen, der Rauch trägt Lavendel hinaus in den Raum, füllt Ecken und zieht Schatten fort.

Diese Rituale sind nicht neu – sie greifen die Praxis alter Kulturen auf, die Lavendel verbrannten, um Böses abzuschirmen und Frieden herzustellen.


Lavendel Räucherkegel: Anwendung & DIY-Hinweis

Und hier kommt dein Rezept ins Spiel: Wenn du selbst Lavendel Räucherkegel herstellst, gestaltest du nicht nur ein Produkt, sondern du kreierst ein persönliches Werkzeug für deine Rituale. Diese Räucherkegel können helfen:

  • Räume energetisch zu reinigen
  • Stimmung zu beruhigen und Ängste zu lindern
  • klare Gedanken zu fördern und die Sinne zu öffnen

Verwende nur getrockneten Lavendel, ein gutes Bindemittel. Lasse die Räucherkegel langsam und gründlich trocknen, damit sie gleichmäßig glühen und ihren Duft voll entfalten.


Wissenschaft trifft Mystik

Interessanterweise bestätigen moderne Studien, dass Lavendel beruhigende Wirkungen hat – etwa zur Linderung von Angstzuständen, zur Förderung guten Schlafs und zur Verbesserung der Gemütslage.


DIY Lavendel Räucherkegel Rezept
DIY Lavendel Räucherkegel Rezept

DIY Lavendel Räucherkegel Rezept

Es ist nicht nur ein Duft. Es ist ein Erlebnis, ein Moment der Ruhe und Magie. Und mit deinem DIY-Rezept kannst du diese Magie selbst in dein Zuhause bringen.

8 g Lavendel, getrocknet
2 g Buchenholzkohle, ohne Zusätze
1,5 g Nelken Pulver
0,5 g Gummi arabicum, Pulver
4 g Eibisch Wurzel, getrocknet
etwas Lavendel-Hydrolat
Den Lavendel pulverisieren und sieben und 8 g vom feinen Material abwiegen. Die Eibisch Wurzel mit einem Mixer zu Pulver vermahlen. Vom feinen Pulver 4 g abwiegen und mit dem Lavendel mischen.
Zur Lavendel-Eibisch-Mischung alle weiteren Zutaten untermischen. Sehr gut vermengen.
Nun mit einer Pipette etwas Lavendel-Hydrolat hinzufügen. Sehr vorsichtig, bis eine formbare Masse entsteht. Gut durchkneten und abgedeckt etwas rasten lassen. Anschließend mit Geduld Kegel formen und auf einem Holzbrett trocknen lassen.
Die Trockenzeit benötigt ein paar Tage, je nach Größe deiner Kegel.
Auf einer hitzestabilen Unterlage oder auf einem Sandbett anzünden und genießen. Beachte, diese Kegel erzeugen etwas mehr Rauch. Also bitte achte auf eine gute Durchlüftung.

Tipp: Du kannst dafür auch Kegelformen verwenden.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.