Johanniskraut-Rosen Schüttellotion

Die Schüttellotion aus Johanniskrautöl und Rosenhydrolat ist ganz einfach und schnell selbstgemacht.

Du benötigst nur eine desinfizierte saubere Flasche mit Sprühkopf.

Ich destilliere mein Rosenhydrolat selber aber es gibt auch wunderbares Rosenhydrolat zu kaufen.

Weiters benötigst du Johanniskrautölmazerat welches du nach dieser Herstellungsmethode machen kannst: klick.

Nun kannst du die Flasche zur Hälfte mit Rosenhydrolat auffüllen und den Rest der Flasche füllst du mit Johanniskrautöl auf.

Wenn deine Haut etwas mehr Feuchtigkeit benötigt kannst du auch etwas mehr Hydrolat verwenden. Benötigt sie aber mehr Fett dann nimmst du weniger Hydrolat und dafür mehr Öl. Vor Gebrauch sehr gut schütteln damit sich das Öl und Hydrolat verbindet.

Deine Haut kannst du nun nach dem Duschen wunderbar damit pflegen und der Duft ist himmlisch. Als Erste-Hilfe kannst du diese Lotion nach dem Sonnenbaden auch verwenden. Als Wissen aus der Volksheilkunde kann damit schmerzender Sonnenbrand gut gelindert werden. Bei starken Verbrennungen oder anderen Erkrankungen ersetzt es nicht den Gang zum Arzt.

Beachte: Im oberen Bild links siehst du ein Mazerat, welches zweimal ausgezogen wurde. Wie du das machst kannst du hier nachlesen: klick

 

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

 

 

Johanniskraut-Öl selbstgemacht

Vergangenes Wochenende durfte ich wieder bei einem Top-Referenten der FNL-Kräuterakademie verbringen. Die Sonne war gnadenlos und die Kräuterwanderung war absolut genial mit besonders schönen Eindrücken und netten Menschen. Österreichs Vegetation ist so vielfältig und interessant und wir hatten einen Menge Spaß.

Leider hat mich die Sonne aber an den Beinen ein klein wenig erwischt. Da ich meine Johanniskraut-Schüttellotion dabeihatte, war das aber rasch kein Problem. Selbstverständlich sollte man erst keinen Sonnenbrand bekommen aber hin und wieder erwischt es einen dann doch.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) als Ölauszug ist wunderbar für die Hautregeneration und auch besonders hilfreich nach einem Sonnenbad, zur Narbenpflege, bei Prellungen oder Verstauchungen. Da ich mir sowieso eine Schüttellotion für den Körper aus Johanniskrautöl und Rosenhydrolat gemacht hatte, hatte ich meine Erste-Hilfe gleich mit im Koffer. Ein Sonnenbrand ist zwar nicht weg nach dem Auftragen von Johanniskrautöl aber es lindert die Schmerzen sehr rasch.

Für ein Öl-Mazerat gibt es ganz verschiedene Ansätze.

Hier meine Variante:

Ich stoße die Blüten, mit dem oberen Kraut der Pflanze, mit etwas Öl im Mörser an. Beachte, dass ich Knospen, Blüten und verblühte Pflanzenteile für das Mazerat verwende. Die verblühten Pflanzenteile benötige ich, um auch das wertvolle Hyperforin auszuziehen welches der entzündungshemmende Stoff ist und genauso wichtig wie das bekannte Hypericin. Witzigerweise sprechen aber viele immer nur vom antiviralen Hypericin und vergessen oft, dass noch viel mehr aus der Pflanze zu holen ist.

Jetzt muss man wissen, dass Hyperforin sich in der Sonne rasch abbaut. Hyperforin ist oxidations- und lichtempfindlich. Darum macht es keinen Sinn den Ölauszug an die Sonne zu stellen. Es wird leider immer und immer wieder so publiziert. Aber da schrillen bei mir alle Alarmglocken, denn Sonne und Öl ist keine gute Kombination. Es kommt zur Oxidation, das Öl wird viel zu rasch ranzig. Es sei denn du hast deinen Ölauszug in einem dunklen Glas, denn die Wärme ist sehr wohl für einen guten Ölauszug wichtig. Schlussendlich musst du es aber selbst beurteilen, wie du dein Öl herstellen willst. Manchmal denkt man einfach nur nicht daran oder aber man wusste es nicht besser und ist froh, wenn man mehr über die Herstellung von Ölmazeraten erfährt. (Die Forschungsgruppe von Dr. Schempp / Freiburger Universitäts-Hautklinik empfiehlt die Extraktion im Dunklen vorzunehmen. Sogar im Mittelalter wurde das Johanniskrautöl dunkel ausgezogen, lt Ursel Bühring: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde)

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen es bedarf keine Sonne, um ein schönes Rotöl zu erhalten. Beachte aber, je nach verwendetem Öl wird das Mazerat heller oder dunkler. Klassisch wird Olivenöl verwendet, manche schwören sogar darauf. Das Öl selbst ist schon grünlich und das Rotöl wird eher dunkel. Verwendest du Sonnenblumenöl wird das Rotöl heller bleiben. Wie du auf meinem Foto sehen kannst. In meiner Heilpflanzenjahresausbildung, vor einigen Jahren, habe ich gelernt, dass ein Sonnenkraut auch mit einem Sonnenöl ausgezogen werden soll. Nun ich mache allerdings immer zwei Mazerate eins aus Olivenöl und eines aus Sonnenblumenöl und verwende sie unterschiedlich.

Wenn du das Pflanzenmaterial etwas im Mörser verrieben hast kannst du das Glas mit Öl aufgießen und das Ganze mit einem Tuch bedeckt ausziehen lassen. Ein Tuch sollte deshalb verwendet werden damit noch Feuchtigkeit entweichen kann und dies dauert ein paar Tage. Damit kein Staub ins Glas gelangt gibt man ein Tuch darüber. Nach ein paar Tagen kannst du das Glas verschließen, dann haben sich die Kräuter meist auch abgesenkt und nun lässt du sie für 4-6 Wochen ausziehen.

Wenn du ein noch stärkeres Öl möchtest kannst du das Pflanzenmaterial nach dieser Zeit abseihen und die Prozedur wiederholen nur, dass du als Menstruum dein fertiges Rotöl verwendest und nicht nochmal das Öl deiner Wahl. Du nimmst also neue Kräuter (zerstoßen) und übergießt diese mit dem Rotöl. Beachte, dass dies dann ein sehr starkes Mazerat ergibt.

Dein Rotöl kannst du nun für Salben, zur Narbenpflege oder was auch immer verwenden oder aber du machst eine Schüttellotion daraus.

Beachte: Johanniskraut fördert nicht wirklich die Lichtempfindlichkeit wie oft behauptet, wenn man von einem gesunden Menschen ausgeht. Dazu gibt es inzwischen seriöse Studien. Man würde schon höhere Dosen an Johanniskraut-Präparaten benötigen damit man von einer Lichtempfindlichkeit sprechen könnte. Es empfiehlt sich im Bedarfsfall Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten.

Hier geht es zum Rezept: Johanniskraut-Schüttellotion

Tipp: Wenn du unbedingt ein Sonnenauszug herstellen willst kannst du auch zusätzlich einen Dunkelauszug herstellen und die Öle anschließend mischen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

 

 

 

 

 

 

 

DIY Räucherwedel

© Marlies Schneider,

Räuchern ist ein schönes Hobby und so vielseitig. Dazu ist es hilfreich, wenn man eine Feder oder Räucherfeder besitzt, um den Rauch etwas besser zu verteilen. Aber auch um die Kohle oder Glut ein klein wenig anzufachen, wenn es nötig sein sollte. Natürlich kannst du solche Federn kaufen, aber ein Räucherwedel selbstgemacht noch dazu aus Federn, die du selbst gefunden hast, ist schon etwas ganz Besonderes. Du kannst so eine Bastelarbeit auch gut mit Kindern machen. Denn als erstes musst du Federn sammeln und das kann schon ein bisschen dauern. Du kannst auch Nachbarn oder Freunde fragen ob sie dir welche sammeln, sollten sie beim Wandern oder Spazieren gehen welche finden. Weiters brauchst du ein schönes Holz. Es sollte dir gefallen und dich ansprechen, wenn du es findest. Wir haben hier hin und wieder schönes Schwemmholz welches sich hervorragend dafür eignet. Beim Sattler habe ich mir ein paar Lederstücke geholt. Diese sind für alle möglichen Basteleien zu gebrauchen.

Nun brauchst du noch Basteldraht und eine Zange. Mit dem Draht wickelst du nun deine drapierten Federn fest um den Holzstab. Anschließend legst du ein Stück Leder über die Federenden/Holzstab und mit einer Schnur oder einem Draht bindest du das Leder fest. Wir haben noch schöne Halbedelsteine aufgeklebt. Du kannst auch eine Blume des Lebens oder sonst etwas Schönes verwenden. Und schon ist dein handgefertigter ganz persönlicher Räucherfächer fertig.

Er eignet sich wunderbar für eine Raumheilung, Hausräucherung etc.
Tipp: wir suchen den ganzen Sommer über Federn oder etwas Schwemmholz damit unser Räucherfächer im Herbst fertig ist.
© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL

Ausbildung zum/zur Dipl. Kräuterexperte/in in Hard, Vorarlberg in Kleingruppen



Die FNL Kräuterakademie bietet in ganz Österreich „Volksheilkundliche Kräuterkurse nach Ignaz Schlifni“ an.

Ignaz Schlifni ist der Gründer des Kräutervereins FNL (Freunde naturgemäßer Lebensweise). Es ist der größte und älteste Kräutervereins Österreichs.
Ziel dieses Kurses ist es, altes Wissen der Volksheilkunde und das besondere Kräuterwissen und den Erfahrungsschatz von Ignaz Schlifni zu erlernen. Zudem möchten wir mit diesem Lehrgang die Menschen unsere heimische Natur näherbringen.
Es werden ca. 400 Kräuter/Wildpflanzen durchgenommen. Ihr erfahrt vieles über deren Gebrauch und die Volksheilkunde und die Kräuterkunde des Ignaz Schlifni.
Als qualifizierte Kursleiterin freue ich mich ganz besonders, dir einen Exklusivkurs mit nur 8 Teilnehmern anbieten zu können.
Nach Kursabschluss hast du die Möglichkeit eine Prüfung zu machen zum/zur „FNL Kräuterexperten / FNL Kräuterexpertin“.
Weitere Informationen/Anmeldung bekommst du direkt auf der Seite der Kräuterakademie.
In Vorarlberg beginne ich mit meinem Kurs am Samstag, 19.09.2020
Der Kurs endet mit einer freiwilligen Prüfung Ende August 2022.
Für weiter Informationen kannst du mich gerne kontaktieren unter
E-Mail: naturzumwohlfuehlen@a1.net oder
Tel.: 0043 (0) 680 2113129

Hier geht es zur ANMELDUNG: Kurs HARD

Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Dipl. Knospenpädagogin, geprüfte Wanderführerin
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg

 

„DIE VOLKSHEILKUNDLICHEN KRÄUTERKURSE NACH IGNAZ SCHLIFNI“ BEINHALTEN FOLGENDE AUSBILDUNGSBEREICHE:

HEILPFLANZEN

Vorstellen und Bestimmen von mind. 400 heimischen Heilkräutern sowie die jeweilige Anwendungsmöglichkeit laut „volksheilkundlicher Überlieferung und Kräuterlehre nach Ignaz Schlifni“, Einführung in die Pflanzensystematik und Botanik, Erlernen der wichtigsten Pflanzenfamilien inkl. ihrer Besonderheiten, Erkennungsmerkmale, Inhaltsstoffe und deren wichtigste Vertreter, botanische Bezeichnung in Deutsch und Latein.

BIOLOGIE & ÖKOLOGIE

Fotosynthese, Inhaltsstoffe und wirksame Pflanzenstoffe, Giftpflanzen, Alpenpflanzen, Bäume & Sträucher, essbare Wildkräuter, Lebensräume und Pflanzengemeinschaften, Grundsätzliches zum Bestimmen und Anwenden von Heil- & Wildpflanzen, Grundsätzliches zum Sammeln und zum Naturschutz.

VOLKSHEILKUNDE

Heilpflanzen und ihre Verwendung in der Volksheilkunde, Ernte, Lagerung und Verarbeitung von Heilkräutern, Wurzeln, Beeren, Früchten und Samen sowie deren Verwendung, Kräuterwissen unserer Vorfahren, Homöopathische Hausapotheke, Einführung und Kennenlernen von Blütenessenzen, Räuchern.

NATURHAUSMITTEL

Herstellen von Hausmitteln volksheilkundlicher Überlieferung (Tees, Cremen, Ansätze, Bäder, Wickel etc.), Frühjahrs- und Entschlackungskur, Gebrauch von Pflanzen in der Küche.

SONSTIGES

Grundbegriffe der Anatomie, Informationen über den Verein FNL, Ausarbeiten & Vortragen eines Referates, Durchführen einer selbstständigen Kräuterführung und Erstellen eines Herbariums.

 

Weiters werde ich auch noch zusätzlich Alpenpflanzen, Naturkosmetik, Gemmotherapie, mit euch durchnehmen.

Darum setzte ich auf Kleingruppen da man wesentlich leichter gemeinsam diverse Produkte herstellen kann und auch auf Wünsche der Teilnehmer eingehen kann. Auch die Theorie Stunden können so wesentlich angenehmer und abwechslungsreicher gestaltet werden.

 

Aber ganz klar liegt das Augenmerk des volksheilkundlichen Kräuterkurses nach Ignaz Schlifni auf dem Pflanzenbestimmen. Denn wer die Pflanzen nicht kennt tut sich auch schwer mit der Anwendung und den Möglichkeiten die eine Pflanze bietet. Wir werden also ganz sicher um die 400 Pflanzen kennenlernen. Eine ganz große Leidenschaft von mir sind die Alpenpflanzen und diese werden auch nicht zu kurz kommen da sie einfach zu unserer Region dazu gehören.

 

Wir werden die Winterarbeit bei mir in Hard machen. Da können wir dann auch gleich ein paar Dinge herstellen. Ansonsten werden wir viel im Freien sein und das in ganz Vorarlberg da je nach Region verschiedene Pflanzen wachsen. Es wird also auch gewandert.

ACHTUNG: Kurskosten ab Herbst 2020!

Die Kurskosten sind bei: EUR 1.600,00

Bei Anmeldung werden zuzüglich EUR 131,00 als Anzahlung geleistet. Dies sichert den Kursplatz und die Unterlagen (Prüfungskatalog, Ordner) und das Lexikon nach Ignaz Schlifni.

 

Zuzüglich einer Vereinsmitgliedschaft des FNL für das Jahr für Österreich: EUR 32,00

Wer eine Prüfung machen möchte kann das freiwillig tun. Die Prüfungsgebühr ist bei : EUR 60,00

Diese findet in St Veit an der Glan statt (Kosten für die Unterkunft/Anfahrt sind separat zu entrichten).

Hier findest du alles wissenswerte über Kosten und Gebühren: KURS KOSTEN

Weiters fallen wenige Materialkosten an, für die Extra-Themen oder Fahrkosten für Zug oder Seilbahn.

 

Um zur Prüfung anzutreten besteht eine 75% Anwesenheitspflicht.

Ich hoffe ich habe nichts vergessen. Wenn du noch Fragen hast kannst du mich gerne wieder kontaktieren.

Eine Anmeldung erfolgt direkt über die Webseite der Akademie: ANMELDUNG

 

 

Verein Freunde naturgemäßer Lebensweise

FNL-Zentrale

Hunnenbrunn / Schlossweg 2

9300 St. Veit an der Glan

Telefon: +43 4212 33 461

E-Mail: info@fnl-kraeuterakademie.at

 

Glycerite – Pflanzenauszug mit Glycerin

 

Pflanzliches Glycerin ist eine fast geruchlose und eine farblose dickflüssige Substanz. Es handelt sich dabei um eine natürliche Substanz und gehört zur Gruppe der Zuckeralkohole. Es wird unter anderem aus Palmen-, Soja-, oder Kokosöl gewonnen.

Pflanzliches Glycerin ist eine weitere Möglichkeit, um Pflanzenextrakte herzustellen. Im englischsprachigen Raum kennt man dieses Auszugsverfahren schon sehr lange. Warum dieses Auszugsverfahren bei uns noch nicht richtig bekannt ist, ist mir eigentlich schleierhaft.

Glycerin wurde so um 1789 entdeckt und wird schon seit ungefähr 1846 für Pflanzenauszüge gebraucht. Es ist nicht gleichzusetzen wie eine alkoholische Tinktur, ich glaube da kommt bis lang kein Auszugsverfahren hin. Aber Glycerin bietet immerhin eine Alternative zur alkoholischen Tinktur. Wasserlösliche Stoffe und auch Farbstoffe wie zum Beispiel Anthocyiane, welche zu den Flavonoiden zählen, lassen sich mit Glycerin wunderbar ausziehen.

Bei Glycerite handelt es sich also um pflanzliche Auszüge, bei denen das Lösungsmittel Glycerin ist. Um so einen Auszug zu machen, empfehle ich auf pflanzliches Bio-Glycerin zurück zugreifen. Diese Art eines Kräuterauszuges ist für all jene die gerne auf alkoholische Tinkturen oder Extrakte verzichten möchten aus welchen Gründen auch immer. Es ist eine Tinktur, die für Kinder tauglich ist und durch den süßen Geschmack gerne eingenommen wird. Zudem ist sie nicht so stark im Wirkstoffgehalt als eine alkoholische Tinktur, welches wir bei Kindern gerne bevorzugen. Auch bei den Gemmo-Mazeraten kommt pflanzliches Glycerin zum Einsatz. Jedoch ist in einem Gemmo-Mazerat nach der originalen Rezeptur von Dr. Pol Henry auch Alkohol enthalten.

Um Glycerite selbst herzustellen benötigt man trockene oder frische Kräuter/frische Lebensmittel wie Obst oder Gemüse fein zerhackt oder mit dem Stabmixer zerkleinert. Diese werden mit pflanzlichem Glycerin übergossen und für mindestens ca. 2 Woche ausgezogen besser sind ca. 4 Wochen. Jeden Tag werden diese Auszüge geschüttelt.

Glycerin wird öfters in der Kosmetik verwenden. Wir können somit ein Glycerit als Wirkstoff bis maximal 10% in unser Kosmetikprodkut hinzugeben. Wenn du Glycerin zu hoch dosierst, kann es die Haut austrocknen und diesen Effekt wollen wir vermeiden. Diese goldene Regel sollte man also besser beachten. Aber im Grunde kannst du das Glycerin bei jedem Kosmetikrezept durch Glycerite austauschen.

Um einen Pflanzenauszug mit Glycerin herzustellen benötigst du die Zugabe von Wasser.

Beachte, wenn man zu viel frisches Pflanzenmaterial verwendet, bekommt man zu viel Wasser in das Produkt. Damit das Glycerin konserviert und diese Eigenschaft nicht verliert sollte ein Anteil von idealerweise 60-80% Glycerin und ungefähr 20-40 % Wasser enthalten sein. Nun musst du berücksichtigen, dass eine Gurke wesentlich mehr Wasser enthält als eine Blüte.

Es gibt bei uns hauptsächlich zwei verschiedene Produkte von Glycerin zu kaufen. Ein Produkt enthält 99,5% Glycerin und 0,5% Wasser. Das zweite Produkt enthält 86,5% Glycerin und 13,5% Wasser.

Für getrocknetes Material benötigt man Wasser, um die Pflanzenstoffe besser auszuziehen. Es ist somit kein Problem, wenn du ein Glycerin von 86,5% verwendest und den Auszug mit getrocknetem pflanzlichem Material herstellst. du kannst also noch 6,5% – 26,5% Wasser dazu geben.

Machst du aber ein Gurken-Glycerit oder generell ein Glycerit aus frischem pflanzlichem Material kannst du durchwegs ein Glycerin von 99,5% verwenden. Die Gurke enthält, wie schon erwähnt, viel Wasser und es ist nicht nötig noch zusätzlich Wasser zu deinem Auszug zu geben. Bei frischen Lebensmitteln kannst du sehr schwer genau berechnen ob und wie viel zusätzliches Wasser du benötigst.

Das Glas sollte der herzustellenden Menge angepasst werden. Es wird bei frischem Material 1/2 – 3/4 voll gefüllt und mit Glycerin 99,5% übergossen. Eventuell benötigst du noch Wasser dazu.

Bei getrockneten Pflanzen wird 1/3 Pflanzenmaterial und mit 86,5% Glycerin übergossen. Selbstverständlich kannst du hierbei auch 99,5% Glycerin verwenden aber dann muss eben Wasser beigemengt werden. Die Kräuter sollten gut bedeckt sein. Jeden Tag durchmischen oder schütteln vermeiden. In den ersten Tagen öffne ich das Glas immer einmal kurz besonders wenn ich mit frischem Lebensmitteln arbeite.

Über die Haltbarkeit wird viel diskutiert. Ein Jahr ist bei ordentlicher Herstellung gegeben. Ich habe aber auch schon gelesen es solle bis zu 3 Jahren kein Problem darstellen. Ich denke es ist einfach besser kleine Mengen zu produzieren und lieber wieder frische Glycerite zu mazerieren. Glycerin fungiert ähnlich wie ein Konservierer. Nun ist es aber so, dass du trotz Abfiltern, dein Glycerit nie ganz schwebstofffrei bekommst. Stelle ich also ein Kosmetikprodukt her würde ich klassisch konservieren. Nun steht es dir frei für welchen Konservierer du dich entscheidest.

Für den kosmetischen Zweck kannst du deine Glycerite auch mit etwas Alkohol konservieren.

Als Ersatz für eine alkoholische Tinktur für die innere Einnahme  kannst du deine Tinktur in eine dunkle Flasche mit Tropfaufsatz füllen oder einfach einen Teelöffel davon einnehmen. Aber auch in den Tee kannst du einen Teelöffel geben, solltest du Schwierigkeiten mit der Einnahme haben.

Viel Spaß beim Experimentieren und Ausprobieren!

 

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung sowie aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Lila Sirup – Veilchen Sirup

Jetzt ist die Zeit der Veilchen und sie blühen jeden Tag wie verrückt. Ganz besonders interessant ist Viola odorata – das Duft Veilchen. Es verströmt einen wunderbaren lieblichen Duft. Die Pflanze stammt aus der Familie der Veilchengewächse – Violaceae.

Stell dir vor diese Pflanze wurde schon in der Antike kultiviert. Was für eine fantastische Geschichte, oder? Sie spielte bei Ritualen aber auch in der Heilkunde eine zentrale Rolle. Sie ist eine ausdauernde und unkomplizierte Pflanze. Zudem ist sie gut an ihrem Duft zu erkennen. Weiters enthält Viola odorata ätherische Öle, Schleimstoffe und Flavonoide. Früher war sie sehr bekannt und besonders beliebt für kostbarstes Parfum.

Sie wird kulinarisch aber auch in der Volksheilkunde genutzt. Ich mache gerne verschiedene Produkte daraus. Kandierte Veilchen sind wunderbar auf Gebäck. Auch ein Veilchen-Zucker zum Backen ist ein Genuss. Veilchen-Salz auf den Salat ist etwas ganz besonders und was feines für einen Gourmet.

Wundervoll finde ich den Sirup der bei Husten auch von Kindern gerne eingenommen wird. Durch die enthaltenen Saponine ist die Pflanze besonders bei Husten sehr hilfreich. Aber auch bei Heiserkeit oder Bronchitis, denn die enthaltenen Schleimstoffe lindern Reizhusten und bilden einen schützenden Film auf den Schleimhäuten. Allerdings schmeckt der Sirup auch so richtig gut.

Die Blüten werden auch sehr gerne zu verschiedenen Mazeraten verarbeitet welche sich für Kosmetika eignen wie Veilchenöl, Veilchentinktur oder Veilchenessig. Viola odorata ist wunderbar bei Hautleiden. Auch hier wird sie in der Volksheilkunde gerne zum Beispiel auch für Waschungen verwendet. Ganz besonders hilfreich ist die Pflanze in Form von Salbe bei Menstruationsbeschwerden für eine Massage im Unterbauchbereich.

Ich habe ein Glycerit von den Blüten angesetzt und werde euch berichten sobald es fertig gestellt ist. Dies ist eine weitere andere Art eines Pflanzenauszuges den ich für selbstgemachte Kosmetika verwenden werde. Also du siehst die Ideen sind fast Grenzenlos.

Heute möchte ich euch aber mein Sirup Rezept vorstellen:

1 l Wasser

1 kg Zucker

2 Handvoll Veilchen wären ideal wenn du hast

2 Zitronen in Scheiben geschnitten

Weinsäure oder Zitronensäure optional

Wasser und Zucker aufkochen und abkühlen lassen. Veilchen, Weinsäure und Zitronen dazu geben. Ich lasse den Ansatz eine Woche im Kühlschrank ziehen. Jeden Tag umrühren. Nach dieser Zeit wird abgeseiht durch ein Tuch oder sehr feines Sieb. Anschließend erwärme ich den Sirup kurz, achte darauf, dass sich die Weinsäure oder Zitronensäure gut gelöst hat und fülle ihn in sterile Flaschen ab. 

Beachte: Wenn du Zitronensäure verwendest wird die Farbe schwächer. Wenn du auch nicht so viele Veilchen hast, kann der Sirup sogar recht hell sein. Keine Sorge er schmeckt trotzdem da du ihn lange ziehen lässt.

So ein Sirup ist ein kostbares Geschenk. Ich habe selbst mal einen bekommen und war total entzückt. Mach doch auch mal jemanden eine Freude damit.

Tipp: Setzt doch auch einmal einen Veilechen-Essig an. Du wirst überrascht sein wie wundervoll dieser schmeckt!

 

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Anti-Mückenspray

 

Gestern haben wir das erste Mal in diesem Jahr gegrillt. Es war echt schön und total lecker. Aber die Mücken kamen am Abend sehr rasch. Der Winter war zu warm und wir haben jetzt schon Mücken. Unglaublich früh sind sie unterwegs. Nun wollte mein Kleiner einen Anti-Mückenspray mischen. Da ich mit ihm öfters solche „Do it Yourself – DIY“ Projekte starte, dachte ich es ist eine gute Idee. Zudem wissen wir was wir in unserem Spray enthalten haben und weder der Haut noch der Natur schaden. Wir haben die Mischung nicht all zu stark gemacht da auch mein Kleiner seine Hose damit mal einsprühen wird. Ich habe den Eindruck, dass eine 1% Mischung ausreichend ist. Ich zumindest finde das schon stark, allerdings ist meine Nase sehr empfindlich. Zudem soll der Geruch ja auch eine Zeit lang auf der Kleidung oder an den Beinen haften bleiben. Sonst muss man ständig sprühen.

Du kannst so einen Spray wunderbar mit Kindern herstellen. Es macht ihnen viel Spaß und sie haben ihr eigenes Produkt welches etwas ganz besonderes ist.

Anti-Mückenspray

85 ml Lavendel-Hydrolat, ich habe den Lavendel selbst destilliert und noch recht viel ätherisches Öl mit dabei. Natürlich kannst du auch einfach destilliertes Wasser verwenden. (Dann würde ich aber mehr ätherische Öle verwenden)

15 ml Vodka

5 ml Solubol (optional), es handelt sich um einen natürlichen Emulgator der die ätherischen Öle mit dem Hydrolat verbindet

3 Tr Citronella

5 Tr Sandelholz

5 Tr Bergamotte (nicht bei direkter Sonneneinstrahlung auf der Haut verwenden) Bergamotte könnte phototoxisch wirken.

5 Tr Eukalyptus radiata

2 Tr Rosengeranie

Alles mischen, das Solubol gut unterrühren und dann in eine dunkle Flasche mit Sprühaufsatz füllen. Fertig ist unser Anti-Moskitospray.

Die Mischung ist aufgrund des Lavendel-Hydrolates stark genug und duftet großartig. Wir haben extra Kinder taugliche ätherische Öle ausgesucht. Ansonsten gibt es noch viele ätherische Öle die man für einen Anti-Mückenspray verwenden könnte.

Weitere mögliche Öle gegen Mücken wären Lemongrass, Zedernholz, Rose, Rosmarin, Salbei, Basilikum

Beachte: dass die Haut auch gereizt auf ätherische Öle reagieren kann. Teste den Spray an einer Stelle zuerst ob du ihn verträgst. Für Kleinkinder oder Babys ist diese Mischung nicht gemacht worden.

Als kleines Geschenk oder Mitbringsel ist so ein Spray auch einmal etwas ausgefallenes.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Handwaschpaste für Gärtner oder Schrauber

Bei dem schönen Wetter zieht es viele hinaus in den Garten. Man werkelt, pflanzt, gestaltet oder macht sogar größere Arbeiten so wie wir.

Wenn man viel Erde schaufelt und Pflanzen umsetzt sind die Hände am Abend oft schwarz. Nicht immer lässt sich der Schmutz so leicht lösen. Dafür hilft aber eine Handwaschpaste.

Die meisten Zutaten wirst du daheim haben. Hier ist meine Variante:

100 g Seifenraspeln (ich habe immer vom Seifensieden Reste übrig), möglichst klein geraspelt, jede Naturseife geht auch dafür

50 g Gundermann Hydrolat (optional geht auch dest. Wasser)

25 g Heilerde

25 g Natron

50 g Kokosöl

5 g Weingeist

10 g Spitzwegerich Tinktur 40%, Plantago lanceolata

Ich destilliere mein Gundermann Hydrolat selbst. Gundermann – Glechoma hederaceae ist hautpflegend besonders für beanspruchte Hände. Natürlich kannst du destilliertes Wasser oder ein anderes Hydrolat benutzen.

Man gibt zu den Seifenflocken das Hydrolat und schmilzt die Seife bei kleiner Temperatur im Wasserbad.

Anschließend kannst du alle trockenen Zutaten samt Kokosöl dazu geben und gut verrühren. Zum Schluss gibst du die Spitzwegerich Tinktur dazu. Auch Spitzwegerich ist eine wunderbare Pflanze für die Haut. Auch bei Schrunden oder Wunden ist Spitzwegerich eine große Heilpflanze. Weingeist und Tinktur dienen aber auch der Konservierung. Wenn du keine Tinktur zur Hand hast kannst du auch nur Weingeist nehmen. Dann würde ich ca. 10 g dazu geben.

In ein sauberes Glas füllen und mit einem Löffel bei Bedarf entnehmen.

Beachte: Mein Rezept dient ausschließlich für intakte gesunde Haut.

Tipp: Wenn du kein Hydrolat oder keine Tinktur hast kannst du noch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu geben.

Ich verwende Seifenraspeln von meinen selbst gesiedeten Seifen die zum Teil einen Duft haben. So riecht die Handwaschpaste total fein.

 

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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All you need is Amara – Bitterstoffe

Ja ich glaube bei mir trifft es zu. Ich bin ein absoluter Schokoladejunkie und esse ständig zu viel davon. Leider ist es nicht besonders förderlich. Ich merke schnell an meiner Haut, wenn sie aufschreit, dass es genug ist und ich besser die Finger von Schokolade lassen sollte. Oh ja, unsere Haut unser größtes Organ mit ca. 2 m² Fläche zeigt uns ganz genau was falsch läuft. Besonders wenn der Darm mit der Lebensmittelzufuhr nicht mehr klarkommt. Dann gibt es unreine Haut. Wenn ich dann immer noch nicht die Finger von der Schoki lasse, dann kommt es zum schlimmsten und dann sprießt sie wieder die hässliche und verhasste Fieberblase.

Mein Kräutermentor predigte vom ersten Tag an wie wichtig Bitterstoffe für uns Menschen sind. Man könne damit viele Beschwerden lindern oder sogar in den Griff bekommen.

Bitterstoffe helfen aber auch um die Finger vom Zucker zu lassen. Genau was ich brauche. Also habe ich mir Bitterstofftropfen gemischt. Die ich hin und wieder einnehme. Ein Tropfen unter die Zunge genügt vollkommen. Es hilft mir tatsächlich den Schokoladekonsum oder die Zuckersucht in den Griff zu bekommen und drastisch zu senken.

Ich habe mehrere Bitterpflanzen im Garten und habe mir letztes Jahr schon einige unterschiedliche Tinkturen angesetzt und Andere waren schon vorhanden.

Enzianwurzeln – Gentiana lutea geschnitten habe ich allerdings gekauft. Der Enzian ist bei uns geschützt und darf nicht ausgegraben werden. Man sollte sich wirklich daranhalten und man kann sie in der Apotheke erwerben. Enzian ist mit einem Bitterwert von mindesten 10.000 dabei. Bei dieser Pflanze handelt es sich um eine Amara pura also eine reine Bitterstoffdroge.

Fieberklee – Menyanthis trifoliata hat mein Vater im Teich. Immer zu viel und da durfte ich zulangen. Er hat einen Bitterwert von mindestens 3.000. Du kannst ihn aber auch in der Apotheke kaufen denn auch dieser ist bei uns geschützt.

Andorn – Marrubium vulgare auch er ist mit einem Bitterwert von 3.000 dabei. Er lässt sich im Garten problemlos kultivieren.

Salvia officinalis – Salbei ist eine Pflanze, die mit Bitterstoffen und ätherischen Ölen dabei ist. Das bedeutet es handelt sich um eine Amara aromatica. Die ätherischen Öle sorgen für einen angenehmeren Geschmack. Solche Pflanzen werden deswegen gerne in Liköre oder Schnäpsen verarbeitet.

Artemisia vulgaris – Beifußtinktur ist auch noch mit von der Partie.

Bitterwert: gibt den Reizwert an der gerade noch Bitter schmeckt.

Bittertropfen Mischung:

40 ml Enziantinktur (Monoterpene)

25 ml Fieberkleetinktur (Monoterpene)

12 ml Beifußtinktur (Sesquiterpene)

12 ml Salbeitinktur (Diterpene)

12 ml Andorntinktur (Diterpene)

Wie du hier erkennen kannst, haben die verschiedenen Pflanzen mit ihren Bitterstoffen ganz unterschiedliche Strukturen. Aber alle sind sie für unsere Geschmacksknospen „bitter“.

Ich habe meine Mischung in Flaschen mit Pipette gefüllt. So kann ich ganz einfach bei Bedarf einen Tropfen unter die Zunge geben.

Wichtig:

Hierbei handelt es sich um Erfahrungen aus der Volksheilkunde und ersetzten nicht einen Gang zum Arzt. Auch kann es sein das der Ein oder andere allergisch auf Pflanzen reagiert.

Menschen die Probleme mit Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren haben sollten keine Bitterstoffe zu sich nehmen.  In einer Schwangerschaft sollte man Rücksprache mit dem Art halten und sein OK einholen ansonsten muss man auf die Mischung verzichten bzw. nur unbedenkliche Pflanzen mischen. Auch Menschen, die an zuviel Magensäure leiden sollten keine Bittertropfen zu sich nehmen. Denn Bitterstoffe sind Säurelocker.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Literatur:

Leitfaden Phytotherapie, Heinz-Schilcher

Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Karl Hiller u. Matthias F. Melzig

Phytotherapie, Margarete Wenigmann

Arzneipflanzen – Arzneidrogen, Bettina Lube-Dietrich

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Bärlauchknospen als Kapern einlegen

© Marlies Schneider,

Ich mag eingelegte Bärlauchknospen total gerne. Zum Jausenbrot oder auf dem Salat sind sie einfach ein Genuss. Als Geschenk aus der Küche sind sie etwas besonderes und schnell hergestellt.

Ich mach immer zwei Varianten einmal in Essig eingelegt und einmal in Öl eingelegt.

Rezept mit Essig:

Bärlauchknospen

150 ml Apfelessig naturtrüb

1 Tl Honig

1 Tl Salz

Lorbeerblätter, Pfeffer weiss, Senfkörner, Piment oder was du sonst noch so dabei haben möchtest.

Gereinigte Gläser vorbereiten und zu 3/4 mit Knospen auffüllen.

Den Essig mit dem Honig, Gewürze und Salz aufkochen und über die Bärlauchknospen gießen und die Gläser gleich verschließen.

Nun sollten sie ca. einen Monat durchziehen. Danach kannst du sie schon verzehren.

Beachte: Die Menge vom Sud variiert natürlich zu der Menge der Bärlauchspitzen die du hast. Ich hatte ca. 50 ml Gläser und es hat für 3 Stück gereicht.

Rezept mit Öl:

Bärlauchknospen in vorbereitete Gläser (idealerweise vorher blanchieren) füllen und dann

Rosa Pfeffer

Chilischoten, getrocknet 

dazu geben und mit Olivenöl auffüllen. Du kannst auch andere Gewürze verwenden. Nun lässt du auch diese Gläser für eine Zeit stehen. Mindestens 3 Wochen. Danach kannst du sie genießen.

Bitte beachte: dass du die Kapern in Öl eingelegt zuerst ein paar Tage offen stehen lässt damit dir das Öl nicht gärt und Feuchtigkeit entweichen kann, gleich wie wenn du ein Ölmazerat herstellst. Wenn du sie vorher blanchierst passiert nichts. Einfach in etwas Salzwasser kurz blanchieren und gut abtropfen lassen. Anschließend mit den Gewürzen in Gläser schichten und mit Öl aufgießen.

Ich habe auch schon jede einzelne Kaper mit einem Zahnstocker ein bisschen durchlöchert damit sie sich schneller mit Öl oder Essig vollsaugen. Das ist aber viel Arbeit.

Viel Spaß beim Nachmachen.

Beide Rezepte sind Paleo tauglich.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Beinwell Ölauszug

© Marlies Schneider

 

Ich habe einen großen Stock Beinwell im Garten. In der Volksheilkunde wird Beinwell lange verwendet und ist eine besonders wichtige Heilpflanze. Symphytum officinalis aus der Familie der Boraginaceae – Raublattgewächse. Er ist der Knochenheiler schlechthin. Sogar die Schulmedizin hat ihn zu schätzen gelernt. Diese Pflanze wurde in der Tat gut untersucht und man weiß das die Wallwurz – so auch genannt – die Heilung der Knochen bzw. das Zusammenwachsen fördert und unterstützt.

Früher hat man die Blätter gegessen. Diese sollte man allerdings nicht mehr konsumieren denn man hat wie bei den meisten Raublattgewächsen Pyrrolizidinalkaloide gefunden. Dieser Wirkstoff gilt als Leberschädigend und findet sich auch in manchem Korbblütler wie im Huflattich – Tussilago farfara oder der Pestwurz – Petasites alba und Petasites hybridus zum Beispiel wieder.

Man weiß, dass dieser Stoff den Fettsäurestoffwechsel und die Gallensäuresekretion stört. Zudem wirkt er auf die Leberzellen und hat einen mutagenen und cancerogenen Effekt. Es ist eben ein Fraßschutz und ich glaube wir haben auch genug anderes zu essen, um darauf zu verzichten zu können. Auch für die anderen Heilpflanzen gibt es ausreichend unschädlichen Ersatz. Allerdings möchte ich nicht auf meine Beinwellsalbe verzichten und diese wird äußerlich angewendet und stellt somit in der Regel kein Problem dar. Beachte bitte: der Pyrrolizidingehalt ist bei der Wurzel bei 0,3-0,4 %. Denn auch in Salbenform darf nicht zu viel äußerlich angewendet werden. Eine Behandlung sollte also nicht länger als 4-6 Wochen im gesamten Jahr betragen.

Die Wurzel kannst du zur frostfreien Zeit im Spätherbst, Winter und zeitigem Frühjahr graben. Ich steche ein Stück ab und wasche sie ganz vorsichtig. Die schwarze Schicht, welche die Wurzel umgibt sollte erhalten bleiben auch der Schleim sollte nicht abgewaschen werden. Damit wertvolle Wirkstoffe, die wir in der Salbe haben wollen, nicht verloren gehen.

Auf einem Küchenkrepp kannst du sie trocknen lassen oder abtupfen. Die Wurzel sollte rasch verarbeitet werden, denn sie trocknet sonst aus oder könnte schimmeln. Also wird sie klein geschnitten und in deinem Salbenstövchen mit einem guten Öl übergossen. Ich verwende gerne Olivenöl dafür. Ich mache einen Warmauszug über drei Tage. Ich erhitze das Öl ca. auf 70°C und lasse das Öl ca. 1-2 h ziehen. Dann lösche ich die Kerzen und wiederhole den Vorgang an den nächsten beiden Tagen wieder. Anschließend wird das Öl abgeseiht und in ein sauberes Glas gefüllt. Du kannst das Öl für Salbe verwenden oder aber direkt als Einreibung benutzen.

Bei einem Knochenbruch kannst du also die Heilung unterstützen, sowie bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelkater, Gelenkbeschwerden. Der Hauptwirkstoff ist Allantoin der 0,6-0,8% ausmacht, weiters Gerbstoffe, Schleimstoffe und Asparagin. Ich empfehle vor der Anwendung die Rücksprache mit dem Arzt.

Beachte: Die Salbe darf nur auf unverletzte Haut aufgetragen werden.

Du kannst auch gut getrocknete Beinwellwurzel verwenden.

Wie du den Echten Beinwell von anderen Arten unterscheiden kannst lernst du in meinem Lehrgang zum Kräuterexperten im Volksheilkundlichen Lehrgang der Kräuterakademie der Freunde naturgemäßer Lebensweise. Auch erzähle ich dir welcher Beinwell am wenigsten Pyrrolizidin enthält und sich für die Salbe gut eignet.

Beachte: Hierbei handelt es sich wie bei all meinen Blogbeiträgen um Erfahrungen aus der Volksheilkunde. Diese Anwendung ersetzt keinen Gang zum Arzt.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

Literatur:

Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Karl Hiller u. Matthias F. Mezlzig

Biogene Arzneimittel. Teuscher, Melzig, Lindquest

Arzneipflanzen – Arzneidrogen, Bettina Lube-Diedrich

Referat 2014 Sieglinde Ettel, Kräuternest.at

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Bärlauch-Chips

© Marlies Schneider,

 

Wir machen schon seit vielen Jahren im Frühjahr Bärlauch-Chips. Diese Chips sind so gut, dass Kinder sie auch unheimlich gerne haben. Naja, bei uns zumindest ist es der Fall. Ich selbst mag sie auch so gerne und ich starte immer ein „Wettessen“ mit meinem Kleinen. Oder sollte ich „Wettknabbern“ sagen?

Es ist ein Knabberspaß diese crunchy Blätter zu essen. Zudem sind sie wirklich leicht gemacht und eine gesunde Alternative zu dem anderen Zeug, das man so bekommt. Heuer in diesem verrückten Jahr ist es vielleicht auch eine Idee zum Nachmachen für euch. Wir sollten ja nicht so oft einkaufen gehen und Leckereien selbst machen ist so einfach.

Rezept:

Ich sammle eine Ladung Bärlauch wasche diesen und schleudere ihn in der Salatschleuder ab. Dann gebe ich ihn in eine große Schüssel. Etwas Öl (ca. 1/2 Tl voll), Salz, Pfeffer, Paprikapulver oder Gewürze deiner Wahl. Sei vorsichtig mit dem Salz und den Gewürzen. Es bedarf nur ganz wenig. Durch das Trocknen im Backrohr verliert der Bärlauch sein Wasser und so eine Würzmischung kann schnell zu stark sein.

Nun wird alles mit den Händen gut durchmischt. Dann gibst du die Blätter auf Backbleche – bei mir waren es drei. Bei 130°C im Ofen mit Ober- und Unterhitze trocknen. Du kennst dein Backrohr selbst am besten. Es ist möglich, dass du weniger Temperatur zum Trocknen brauchst. Höher würde ich nicht schalten damit die Blätter nicht braun werden. Das solltest du unbedingt vermeiden, denn dann werden die Bärlauch-Chips bitter. Ich schau immer wieder mal ins Backrohr ob ich die Blätter am Stiel heben kann. Das Blatt sollte waagrecht stehen und sich nicht mehr biegen. Dann sind sie genau richtig. 

Noch ein Tipp: Gib die ausgekühlten Chips in eine luftdicht verschließbare Box. Dann halten sie dir über mehrere Tage und schmecken wie am ersten Tag.

Du kannst mit anderen Kräutern ähnlich verfahren. Die Knoblauchsrauke würze ich noch zusätzlich mit Knoblauchpulver, da sie an Geschmack verliert. Ansonsten schmeckt diese aber auch wirklich gut.

Gemüse Chips kannst du auch so machen, es eignen sich Karotten, Grünkohl, Randig, Sellerie usw., um ein paar genannt zu haben.

Viel Spaß beim Nachmachen!

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.