Neunblättrige Zahnwurz: Heilpflanze im Fokus

Zahnwurz – Cardamine im Vergleich ©Marlies Schneider

Die Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos) ist auch bekannt als Quirlblättrige Zahnwurz oder Weißer Sanikel. Sie ist eine faszinierende Pflanze, die in den schattigen Laubwäldern Europas heimisch ist. Mit ihren blassgelben, nickenden Blüten und den charakteristischen quirlständigen Blättern zieht sie im Frühjahr die Blicke auf sich.

Historische Bedeutung und medizinische Anwendung

In der traditionellen Volksmedizin wurde die Neunblättrige Zahnwurz aufgrund ihrer heilenden Eigenschaften geschätzt. Die Wurzeln der Pflanze enthalten ätherische Öle, Alkaloide und Tannine, die zusammenziehend und wundheilend wirken. So wurde sie bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Leider hat sich die Wirkung bei Zahnscherzen nicht bestätigt. Die Namensgeben kommt von dem Aussehen der Wurzel. Welche Zähnen ähnelt.

Besonders bemerkenswert ist ihre Anwendung bei Gewebebrüchen wie Leisten- oder Nabelbrüchen. Hierfür wurde aus den Wurzeln eine Emulsion hergestellt, die äußerlich aufgetragen wurde, um die Heilung zu unterstützen.

Es hat mich mehrere Versuche gekostet sie in meinem Garten zu kultivieren. Leider findet man sie in Vorarlberg nicht wildwachsend. Allerdings ist sie in Tirol und Salzburg zum Teil in sehr großer Zahl zu finden. Alle Zahnwurzarten gelten als nicht gefährdet. Nach mehreren Anläufen habe ich nun zwei große Stöcke die jedes Jahr austreiben. Aber vermehren wollen sie sich nicht. Zumindest ist es so, dass sie wenigstens jedes Jahr austreiben und blühen.

Vergleiche der Zahnwurzarten

Die Gattung der Zahnwurze umfasst mehrere Arten, die sich in Aussehen und Verbreitung unterscheiden:

Neunblättrige Zahnwurz – Cardamine enneaphyllos ©Marlies Schneider
  • Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos):
    • Merkmale: Blassgelbe Blüten, quirlständige Blätter mit meist drei Blättern pro Quirl, daher der Name „Neunblättrig“.
    • Verwendung: Traditionell bei Zahnschmerzen und Gewebebrüchen.
    • Vorkommen: In Vorarlberg ist diese Art leider nicht anzutreffen. Hauptsächlich ist sie im östlichen Alpen und Voralpenland verbreitet. In Tirol und Salzburg ist sie zum Teil in großen Beständen zu finden.
Zwiebel-Zahnwurz – Cardamine bulbifera ©Marlies Schneider
  • Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera):
    • Merkmale: Rosa bis violette Blüten, charakteristische Brutknospen (Bulbillen) in den Blattachseln, daher der Name „Zwiebeltragend“.
    • Verwendung: Weniger dokumentiert, jedoch gibt es Hinweise auf traditionelle Anwendungen, die heute weitgehend verloren gegangen sind.
    • Vorkommen: Bei uns in Vorarlberg kommt sie verbreitet in Mischwäldern vor. Zum Teil vereinzelt oder in großen Beständen. Die jungen Zwiebeln sind essbar und schmecken, naja nach Zwiebeln eben.
Finger-Zahnwurz – Cardamine penthaphyllos ©Marlies Schneider
  • Finger-Zahnwurz (Cardamine penthaphyllos):
    • Merkmale: Rosafarbene Blüten, unten fünfteilige Blätter und oben dreiteilige Blätter.
    • Verwendung: Wenig dokumentiert; spezifische traditionelle Anwendungen sind kaum bekannt.
    • Vorkommen: Diese Art gibt es in Vorarlberg zwar, aber man muss sie schon suchen um sie zu finden.

Die Neunblättrige Zahnwurz hat eine relativ gut dokumentierte Verwendung in der traditionellen Medizin. Die Anwendungen der anderen Zahnwurz-Arten sind weniger bekannt. Viele dieser Anwendungen gingen im Laufe der Zeit verloren. Generell ist die Zahnwurz in der Volksheilkunde nicht mehr sehr bekannt. Das ist sehr schade, da sie doch ein großes Potential bietet.

Mythologie und Märchen

Obwohl es keine spezifischen Märchen über die Neunblättrige Zahnwurz gibt, ranken sich um Pflanzen und ihre Heilkräfte zahlreiche Geschichten. Pflanzenmärchen erzählen oft von der geheimnisvollen Verbindung zwischen Mensch und Natur, von heilenden Kräften und magischen Begegnungen. Diese Geschichten betonen die Bedeutung der Pflanzen in der Kultur und das tiefe Wissen um ihre Kräfte.

Anwendung

Früher wurde die Zahnwurz bei Gewebebrüchen und Bindegewebsschwäche verwendet.

Dazu kommt aber noch ein Blogartikel mit genaueren Angaben und Rezepten!

Fazit

Die Neunblättrige Zahnwurz ist mehr als nur eine hübsche Waldpflanze. Ihre historischen Anwendungen in der Volksmedizin und ihre Präsenz in der Pflanzenwelt machen sie zu einer bemerkenswerten Vertreterin unserer Flora. Vielleicht inspiriert sie uns, die vergessenen Schätze der Natur wiederzuentdecken und ihre Geschichten neu zu erzählen.

Rezept: Salbe für Dehnungsstreifen

Rezept: Sehnensalbe

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.


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