Volksheilkundliche Anwendungen im Allgemeinen:
- Schmerzlinderung und Wundheilung:
- Äußerlich wurde Salomonssiegel traditionell als Breiumschlag bei Prellungen, Blutergüssen, Verstauchungen und Schwellungen verwendet.
- Eine Tinktur oder Salbe aus der Wurzel wurde für die Behandlung von Quetschungen, Hautabschürfungen und kleinen Verletzungen eingesetzt.
- Knochen und Gelenke:
- In der Volksheilkunde wurde das Salomonssiegel als unterstützendes Mittel bei Knochenbrüchen und Gelenkschmerzen verwendet. Breiumschläge oder Einreibungen mit Salomonssiegel-Tinktur galten als hilfreich, um die Heilung zu fördern.
- Hautprobleme:
- Die Pflanze wurde äußerlich angewandt, um Hautentzündungen, Ekzeme und kleinere Verbrennungen zu behandeln. Der Wurzelextrakt sollte beruhigend und heilungsfördernd wirken.
- Verdauungsprobleme:
- Innerlich wurde ein Tee aus der Wurzel gelegentlich zur Unterstützung bei Magenbeschwerden und Verdauungsproblemen genutzt. Hier war jedoch Vorsicht geboten, da die Pflanze in zu hohen Dosen giftig ist.
- Blutreinigung und Stoffwechsel:
- In der Volksmedizin galt die Pflanze als blutreinigend und stoffwechselfördernd. Sie wurde bei rheumatischen Beschwerden und zur Entgiftung verwendet.
Inhaltsstoffe:
- Steroidsaponine: Wirken entzündungshemmend und schleimlösend.
- Alkaloide: Können schmerzstillend und muskelentspannend wirken.
- Flavonoide: Besitzen antioxidative Eigenschaften.
- Polysaccharide: Unterstützen das Immunsystem.
- Stärke: Spendet Energie und wirkt beruhigend auf gereizte Haut.
- Früher vermutete man herzwirksame Glycoside. Allerdings haben diese Annahme neue Untersuchungen wiederlegt. (auch bei multiflorum). Weiters enthalten sind Schleimstoffe und Gerbstoffe
Magische Eigenschaften (Volksglaube):
- Salomonssiegel wurde in der magischen Tradition zum Schutz und zur Heilung eingesetzt. Es galt als Pflanze der Kraft, die vor bösen Geistern und negativen Einflüssen schützen sollte.
- Die Wurzel wurde als Amulett getragen, um Stärke und Stabilität zu verleihen.
- Der Name „Salomonssiegel“ leitet sich vom Abdruck an der Wurzel ab, der an ein Siegel erinnert. Man glaubte, dass dies göttlichen Schutz symbolisiert.
Zum Teil werden die Pflanzen allerdings in der Volksheilkunde unterschiedlich verwendet:
Polygonatum multiflorum
wurde volkstümlich hauptsächlich bei Frauenbeschwerden in den Vorwechseljahren genutzt oder aber äußerlich bei Prellungen und Verstauchungen sowie Hämorrhoiden. Besonders in Amerika wird die Tinktur nach wie vor innerlich bei Frauenbeschwerden verwendet.
Der Salomonssiegel wirkt regulierend wenn Spannungen in Bändern oder auch Sehnen auftreten. Er hat eine großartige entzündungshemmende Wirkung, sowohl äußerlich als auch innerlich.
Bei uns in Europa ist jedoch eine innere Einnahme kaum bekannt. Er ist zuverlässig wirksam bei Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis und löst ungesunde Kalkablagerungen.
Energetisch wirkt er ausgleichend und kühlend.
Ich habe gute Erfahrung bei Wachstumsschmerzen gemacht. Aber auch bei Verspannungen oder stumpfen Verletzungen, in Form von Salbe.
Reguliert den Blutfluss der Frau. Auch soll sie in den Vorwechseljahren hilfreich sein.
Unterstützt die Wiederherstellung von Bindegeweben.
Polygonatum odoratum wurde volkstümlich innerlich bei Magenbeschwerden, Gicht und Rheuma verwendet. Es wurde auch äußerlich als Breiumschläge verwendet, um Prellungen, Verstauchungen oder Blutergüsse zu lindern.
In der russischen Volksmedizin wurde die Wurzel und die gewonnene Gallerte von Amanita mucscaria vermischt und bei schmerzenden Stellen aufgetragen.
Verwendet wurde die zerstampfte Wurzel auch als Brechmittel.
Weiters gilt sie als nährstoffreiches, aphrodisierendes und verjüngendes Tonikum sowie schleimlösend und blutstillend.
Im TCM wird das Rhizom speziell durch kneten an der Sonne langsam getrocknet. Das Rhizom sollte dabei weich bleiben oder auch transparent. Die Anwendung im TCM bezieht sich auf Husten, oder ausgetrockneten Rachen mit Durstgefühl.
Erntezeitpunkt
In der Pflanzenheilkunde verwendet man den Wurzelstock des Salomonssiegels. Dieser wird im Herbst oder im frostfreien Winter gesammelt. Das geschieht, wenn die Beeren abgefallen sind. Der Wurzelstock hat einen angenehmen Duft und die Pflanzen sind schwach giftig, besonders die Beeren. Bei Überdosierung kann Salomonssiegel Erbrechen auslösen.
Tinktur und Ölauszug von Polygonatum multiflorum:
Den Ölauszug kann man gleich wie bei Beinwell herstellen. Noch besser im Verhältnis 1:4 Die gereinigte Wurzel klein schneiden. In Olivenöl erwärmen. Ich gehe kaum über eine Temperatur von 50°C. Für ca. 8 h warm ausziehen. Hitze kann hier kontraproduktiv sein. Darum verzichte ich auf ein Zwischenlösungsmittel.
Für die Tinktur das Rhizom klein schneiden, in ein Glas geben und mit 80 % Alkohol übergießen. 28 Tage ziehen lassen, dann abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Bei frischem Material ist das Verhältnis 1:3 80% Alkohol, bei getrocknetem 1:5; 50 % Alkohol. Niedrige Dosierungen von 1-5 Tropfen genügen. Die Tinktur wird in der Volksmedizin bei Wechseljahrsbeschwerden oder Husten eingesetzt.
Achtung: Salomonssiegel ist kontraindiziert bei Darmfeuchtigkeit, schlechter Verdauung und Durchfall, da es etwas ölig und süßlich ist.
Die Früchte von Salomonssiegel sind nicht essbar und können zu Übelkeit und Erbrechen führen.
Peter Holmes gibt drei Arten an die gleich verwendet werden können. Polygonatum odoratum, Polygonatum multiflorum, Polygonatum biflorum.
Tipp: Unter dem Namen Yu Zhu kann man die Wurzel des Polygonatum odoratum im Internet kaufen!
Pflanzen beziehen im Versandhandel: Bei der Staudengärtnerei Gaismayer in Deutschland oder bei Sarastrostauden in Österreich. Es lohnt sich auch die heimischen Gärtner zu fragen. In Vorarlberg hat die Staudengärtnerei Kopf in Sulz verschiedene Arten im Angebot.
Beachte: Polygonatum multiflorum bevorzugt einen halbschattigen Standort möchte aber auch gerne Sonne abbekommen damit es gut gedeiht.
Polygonatum odoratum findet man gerne auf Steinmauern oder im Kalkfels und hat gerne Sonne.
Rezept: Vitalbalsam mit Salomonssiegel
Rezept: Salomonssiegel Räucherkegel
Portrait: Salomonssiegel
© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz
Haftungsausschluss/Disclaimer
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.