Copal blanco: Der Duft des heiligen Harzes

Copal blanco oder auch Copal amargo, auch bekannt als Bursera bipinnata, ist eine Harzart, die zur Familie der Burseraceae gehört. Es handelt sich dabei um eine mesoamerikanische Baumart, die hauptsächlich in Mexiko und Mittelamerika heimisch ist. Bei Bursera bipinnata handelt es sich um eine von zwei Arten, die die Bezeichnung Copal tragen. Oftmals wird der Name Copal oder Kopal als Sammelbegriff verschiedener Baumharze unterschiedlicher Herkunft verwendet.

Seine Herkunft reicht bis in die Zeit der Azteken zurück, die es als heiliges Harz verehrten. Es wurde sogar dem Gott Quetzalcoatl gewidmet. Copal blanco zeichnet sich durch seine besonderen Merkmale aus und wird für verschiedene Zwecke verwendet. Copalli stammt aus der Aztekensprache, was so viel wie Harz bedeutet. Allerdings steht es auch in dieser Sprache für Weihrauch. Man spricht im englischen Raum noch heute von Copale oder Animé. Kopal hat in Mexiko den selben Stellenwert wie bei uns der Weihrauch.

Ein Bild von Copal blanco, einem zähflüssigen Harz mit einer klaren, glänzenden Oberfläche. Das Harz ist in einer natürlichen Form abgebildet und liegt auf einem gestreiften Hintergrund. Neben dem Hauptstück befindet sich ein kleinerer Teil des Harzes. Ein minimalistischer Text beschreibt die Verwendung und Inhaltsstoffe von Copal blanco.
Copal blanco – Bursera bipinnata Harz, Elemi oder Pom ©Marlies Schneider

Herstellung und Inhaltsstoffe

Die Herstellung von Copal blanco ist recht einfach. Das Harz wird aus dem Stamm unteranderem von Bursera bipinnata gewonnen. Es handelt sich um ein zähflüssiges, klebriges Harz, das bei Kontakt mit der Luft aushärtet. Da es weich ist wird es mit einem Spatel auf Agavenblätter abgesammelt. Da es am Stamm runter rinnt muss es ständig abgesammelt werden.

Die Inhaltsstoffe von Copal blanco sind vielfältig und umfassen ätherische Öle, Terpene und andere flüchtige Verbindungen. Analysen haben unterschiedliche Ergebnisse geliefert. So ist es gar nicht einfach genaue Inhaltsstoffe aufzuzeigen. Es hat sich gezeigt, dass frische Harze wegen ihrer flüchtigen Terpene und Alkane, einen eher Pinien-Zitronen-Geruch aufweisen. Während bei älteren Exemplare ein anderer Geruch präsent ist. Zudem ist Copal einfach ein spanische Bezeichnung für aromatische Harze die ganz unterschiedlicher Pflanzengattungen entnommen wurde. Unter diesem Begriff finden wir Gattungen wie Protium und Pinus genauso und einige Fabaceae Arten. Manchmal werden aber Harze von Bursera auch Elemi genannt. Aber auch der Begriff Pom gibt es dafür.

Bei Kopalen können wie bei Bernstein Einschlüsse von kleinen Insekten oder auch Pflanzenmaterialien vorkommen. (ncbi.nlm.nih.gov)

Löslichkeit und Verwendung

Copal blanco ist in Alkohol und fettem Öl löslich. In Wasser ist es nicht löslich. Es wird zu den Oleoresinen gezählt. Allerdings gibt es manche Copals die gumminöse Fraktionen aufweisen. Diese wären wiederum wasserlöslich. Das kann bei bestimmten Tränenformen vorkommen.

Dies ermöglicht eine breite Palette von Verwendungszwecken. Copal blanco wird auch in der Parfümherstellung, in der Medizin und in der spirituellen Praxis eingesetzt. Er wurde von den Hochkulturen für verschiedenste Erkrankungen genutzt wie Husten, Erkältungskrankheiten sowie Durchfallerkrankungen. Er wurde auch zur Lebensmittelkonservierung verwendet.

Die Mayas verwendeten Copal auch zur Herstellung von Farben. Ähnlich wie die Maori in Neuseeland.

Noch heute kann es vorkommen das Copal in hochwertigen Lackfarben vorkommt. Umso härter ein Copal ist umso wertvoller ist er. Copal wurde und wird auch in der Parfümerie verwendet. (cameo.mfa.org)

Kurzantwort

  • Copal ist überwiegend ein diterpenes Oleoresin (kein Gummiharz).
  • Lösungsmittel: Am effektivsten sind Ethanol, gefolgt von Isopropanol, Ethylacetat, Aceton, Chloroform, und Turpentinöl, gern erhitzt. Unpolare: weniger geeignet.
  • Wärme und Alterung verbessern deutlich die Löslichkeit.
  • Alle Aussagen sind aus wissenschaftlicher Literatur & Datenbanken entnommen – ideal für weiterführende Labortests oder Anwendungslösungen.

Räuchern

Die indigenen Hochkulturen von Mittel-, bzw. Südamerika haben Copal verräuchert für Opferzeremonien und religiösen Ritualen. Er wurde auch für Reinigungsrituale verwendet.

Zudem wird er in Tempeln und Kirchen wie Weihrauch verwendet. Er unterstützt das Nervensystem und tut dem Geist gut. Er wird heute noch beim traditionellen Totenfest verwendet. Er hat eine entkrampfende, schleimlösende Wirkung. Es lässt sich auch definitive mystische Verbindung aufbauen und unterstützt die Spiritualität.

Der Duft ist etwas pfeffrig aber doch balsamisch und etwas prickelnd mit einem Hauch würze.

Ein Stück Copal blanco auf einem dekorativen Teller, das Harz hat eine leicht transparente, gelbliche Farbe mit kleinen Einschlüsse.
Copal blanco – Bursera bipinnata Harz, Elemi oder Pom ©Marlies Schneider

Artenschutz

Aufgrund seiner Beliebtheit ist Copal blanco von einer Übernutzung bedroht. Um den Bestand zu schützen, wurden Maßnahmen ergriffen, um den Handel zu kontrollieren und nachhaltige Erntepraktiken zu fördern. Es ist wichtig, dass die Herstellung und der Handel mit Copal blanco verantwortungsbewusst und unter Berücksichtigung des Artenschutzes erfolgen.

Insgesamt ist Copal blanco ein faszinierendes Harz mit einer reichen Geschichte und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Seine einzigartigen Merkmale und der angenehme Duft machen es zu einem beliebten Produkt in verschiedenen Branchen. Durch eine nachhaltige Nutzung können wir sicherstellen, dass Copal blanco auch zukünftigen Generationen erhalten bleibt.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.