11 kraftvolle Pflanzen wie Rumex für eine natürliche Eisentinktur bei Eisenmangel
Müdigkeit, blasse Haut, Konzentrationsschwäche – all das können Anzeichen für einen Eisenmangel sein. So ein Mangel lässt sich gut vom Arzt abklären. Doch anstatt sofort zu isolierten Eisenpräparaten zu greifen, kann die Natur auch hier sanft und nachhaltig unterstützen. In dieser selbst angesetzten Eisentinktur bei Eisenmangel vereinen sich wurzelige Bitterstoffe, eisenreiche Wildkräuter und fruchtige Vitamin-C-Quellen zu einem stärkenden Kräuterauszug, der die Eisenaufnahme auf natürliche Weise fördert.
Warum gerade Ampfer für diese Eisentinktur bei Eisenmangel spannend ist, habe ich dir in den letzten Blogartikeln schon berichtet. Im Amerikanischen ist Rumex als Yellow Dock sehr bekannt. Es lässt sich kombiniert mit eisenreichen Kräutern eine wunderbare Eisentinktur bei Eisenmangel daraus herstellen. Nur bei uns ist sie eher unbekannt und gilt als nutzloses Unkraut.

Diese Eisentinktur bei Eisenmangel habe ich mit 80 % Korn im Verhältnis 1:3 (Pflanze zu Alkohol) angesetzt und mit einem Esslöffel Honig sanft abgerundet.
Diese Eisentinktur bei Eisenmangel enthält eine kraftvolle Mischung aus eisenhaltigen, blutreinigenden und nährstoffreichen Pflanzen.
Die Eisentinktur bei Eisenmangel dient zur Unterstützung, wenn der Körper Eisen benötigt. Etwa bei starker Menstruation oder nach Krankheiten.
Warum diese Pflanzen?
1. Alpen-Ampfer-Wurzel (Rumex alpinus, getrocknet oder frisch) Yellow dock
Der Alpen-Ampfer enthält nicht nur von Natur aus Eisen, sondern wirkt durch seine bitteren Wurzelstoffe auch leber- und galleanregend – wichtig für eine gesunde Eisenverwertung. In der traditionellen Kräuterkunde wird er genutzt, um „gespeichertes“ Eisen aus der Leber besser verfügbar zu machen. Als Ersatz ist auch Rumex crispus oder Rumex obtusifolius geeignet.
2. Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale, getrocknet oder frisch)
Ein klassisches Lebermittel, das den Stoffwechsel anregt und den Gallenfluss fördert. Das unterstützt die Eisenaufnahme über den Darm. Für mich ist der Löwenzahn ein besonders wichtiges Entgiftungskraut und darf in dieser Tinktur nicht fehlen. Löwenzahn ist außerdem reich an Mineralstoffen und unterstützt die Verdauung.
3. Kurkuma (Curcuma longa, frisch)
Kurkuma ist nicht nur antioxidativ und entzündungshemmend, sondern fördert nachweislich die Gallenproduktion und unterstützt so eine gesunde Leberfunktion – unerlässlich für einen funktionierenden Eisenstoffwechsel.
4. Sarsaparilla (Smilax officinalis., getrocknet, hier in Pulverform verwendet)
Diese Wurzel gilt als blutreinigend und tonisierend, reinigt das Gewebe und fördert die Ausscheidung. Weiters ist sie reich an Vitamine A, B-Komplex, C und D und Mineralien Eisen, Mangan, Natrium, Silicium, Schwefel, Kupfer, Zink und Jod. Sie ist sehr gut für eine Entgiftung geeignet.
5. Sanddornbeeren (Hippophae rhamnoides, getrocknet)
Ein wahres Vitamin-C-Kraftpaket! Vitamin C ist essenziell, um pflanzliches Eisen besser aufnehmen zu können. Sanddorn bringt zudem Flavonoide, Fruchtsäuren und Antioxidantien mit – eine wunderbare Frucht zur Unterstützung von Immun- und Blutgesundheit. Weiters verbessert die Zugabe von Sandornbeeren das Aroma.
6. Hagebutten (Rosa canina, getrocknet)
Auch Hagebutten sind reich an Vitamin C, was die Eisenaufnahme im Darm deutlich steigert. Dazu liefern sie sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ und leicht adstringierend wirken – wohltuend für Schleimhäute und Blutgefäße.
7. Berberitzenfrüchte (Berberis vulgaris, getrocknet)
Diese leuchtend roten Früchte enthalten neben Vitamin C auch organische Säuren und Bitterstoffe. Sie regen Leber, Verdauung und Durchblutung an und bringen eine leicht säuerliche Frische in die Tinktur. Die Früchte sind nicht so stark Leberwirksam wie die Wurzel, hier aber mehr als ausreichend.
8. Brennnesselblätter (Urtica dioica, getrocknet)
Brennnessel gilt als eine der eisenreichsten Wildpflanzen überhaupt! Als ganzes gegessen, wäre es vermutlich noch besser, aber auch die Brennnessel ist hier nicht der Star. Zusätzlich enthält sie Vitamin C, Kieselsäure, Flavonoide und Chlorophyll – eine wunderbare Pflanze zur Blutbildung, Entgiftung und Kräftigung.
9. Himbeerblätter (Rubus idaeus, getrocknet)
Zwar nicht extrem eisenreich, aber es sind viele Mineralstoffe enthalten. Sie wirken harmonisierend und sind eine sinnvolle Ergänzung in einer Tinktur zur Eisenregeneration.
10. Kardamom (Elettaria cardamomum, grün)
Kardamom fördert die Verdauung und Resorption von Nährstoffen. Er verleiht der Tinktur einen warm-würzigen Geschmack und wirkt sanft aktivierend auf Magen und Darm. Zudem ist auch er eine gute Eisenquelle. 100 g Kardamom enthalten auch 100 mg Eisen. Somit zählt er zu den Spitzenreitern der eisenhaltigen Pflanzen.
11. Zimtstangen (Cinnamomum verum oder cassia)
Zimt regt die Durchblutung und Verdauung an, wirkt wärmend und stabilisierend. Außerdem hat er eine harmonisierende Wirkung auf den Blutzucker. Überdies sind 30 mg Eisen auf 100 g Zimt enthalten.
Rezept
Die Kräuter und Gewürze wurden mit 80 % Kornalkohol im Verhältnis 1:3 (Pflanzenmenge: Alkohol) extrahiert. Nach rund 4–6 Wochen Ziehzeit an einem dunklen Ort wurde die Tinktur gefiltert und mit einem Esslöffel Honig abgerundet für eine bessere Einnahme. Meine Tinktur habe ich in 8 Stunden im Magical Buttermaker bei 54 °C ausgezogen.
| 35 g Alpen-Ampfer Wurzel, frisch 6 g Löwenzahn Wurzel, getrocknet 10 g Kurkuma Wurzel, frisch 6 g Sarsaparilla, pulverisiert 6 g Sanddorn Früchte, getrocknet 6 g Hagebutten, getrocknet 6 g Berberitzen Früchte, getrocknet 6 g Himbeerblätter, getrocknet 4 g Kardamom grün, Pulver 5 g Zimt-Pulver, Ceylon-Zimt | Zum Ansetzten wird 80 % Korn verwendet. Im Verhältnis 1:3 90 g Pflanzenmaterial werden mit 270 ml Korn 80 % angesetzt. Ich habe die Tinktur im Magical Buttermaker bei 54 °C für 8 Stunden ausgezogen. |
| Nach dem Ausziehen in abfiltern und in dunkle Flaschen füllen. Ich verwende eine Flasche mit einer Pipette. 1 x 30 Tropfen täglich als Kur für einen Monat anwenden. | Alternativ kann die Tinktur auch in Korn angesetzt werden und für eine Mondphase ausgezogen werden. Täglich schütteln! |
Achtung!
Keine Anwendung bei Nierenproblemen und Nierensteinen und Steinen. Dies sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.
Um etwas Oxalsäure zu reduzieren, kann man die Wurzel mit Wasser auskochen und erst dann für die Tinktur ansetzten.

Kurkuma & Eisenaufnahme: Was sagt die Wissenschaft?
Kurkuma, insbesondere sein Wirkstoff Curcumin, ist bekannt für seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. In vitro-Studien zeigen, dass Curcumin Eisen binden kann, was theoretisch die Eisenaufnahme im Darm hemmen könnte. Allerdings ergab eine randomisierte, placebokontrollierte Studie mit 154 gesunden Erwachsenen, dass die gleichzeitige Einnahme von bioverfügbarem Curcumin und Eisenpräparaten die Eisenaufnahme nicht signifikant beeinträchtigt. (PubMed: Acute Administration of Bioavailable Curcumin Alongside Ferrous Sulphate Supplements Does Not Impair Iron Absorption in Healthy Adults in a Randomised Trial). Bleibt Curcumin im Rahmen des Rezeptes, hat es positive Eigenschaften für diese Tinktur.
Rumex Pflanzenportrait
Ampfermehl herstellen und 3 Rezepte
Yellow Dock Cracker Rezepte
© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz
Haftungsausschluss/Disclaimer
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.