Euphrasia officinalis – 5 erstaunliche Wirkungen

Im zweiten Teil zu Euphrasia officinalis dem Gemeinen Augentrost geht es weiter mit den Inhaltsstoffen, Anwendungen und seiner Wirkung.

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So nun geht es weiter mit Euphrasia officinalis dem Gemeinen Augentrost und seine Wirkung!

Euphrasia officinalis Tinktur
Euphrasia officinalis Tinktur

1. Inhaltsstoffe mit therapeutischem Potenzial

Euphrasia officinalis enthält eine Vielzahl bioaktiver Verbindungen:

  • Iridoidglykoside: Aucubin, Catalpol und Euphrosid, bekannt für entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften.
  • Phenolcarbonsäuren: Ferulasäure und Kaffeesäure, die entzündungshemmend wirken und freie Radikale neutralisieren.
  • Gerbstoffe: Haben adstringierende Effekte und tragen zur Linderung von Schleimhautreizungen bei.

Diese Inhaltsstoffe machen Euphrasia zu einer wertvollen Pflanze in der Phytotherapie.

Schauen wir uns Aucubin genauer an.

Aucubin: Struktur und Löslichkeit

Aucubin ist ein Iridoidglykosid mit der Summenformel C₁₅H₂₂O₉. Es besitzt eine geringe orale Bioverfügbarkeit, wird jedoch in verschiedenen Organen wie Leber, Nieren und Herz nachgewiesen. In vitro zeigt Aucubin eine gute Löslichkeit in Wasser (15 mg/mL bei 25 °C) und in DMSO (69 mg/mL bei 25 °C).

Pharmakologische Eigenschaften von Aucubin

Aucubin weist eine Vielzahl biologischer Aktivitäten auf:

  • Antioxidativ: Schutz vor oxidativem Stress.
  • Entzündungshemmend: Hemmung der Prostaglandinsynthese.
  • Hepatoprotektiv: Schutz der Leberzellen vor toxischen Einflüssen.
  • Neuroprotektiv: Schutz der Nervenzellen vor Schädigungen.
  • Antimikrobiell: Aktivität gegen verschiedene pathogene Mikroorganismen

Weitere Iridoide in Euphrasia officinalis

Neben Aucubin enthält Euphrasia officinalis weitere Iridoidglykoside wie Catalpol und Verbenalin, die ebenfalls entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzen.


2. Klinische Studien und Anwendungen

Euphrasia officinalis wird in der Augenheilkunde geschätzt:

  • Homöopathie: Euphrasia D6 wird bei Bindehautentzündungen und Heuschnupfen eingesetzt.

3. Traditionelle Anwendungen in der Volksmedizin

In der Volksmedizin wurde Euphrasia nicht so vielseitig genutzt:

  • Teezubereitungen: Bei Erkältungen, Husten und Verdauungsbeschwerden.
  • Augenkompressen: Zur Linderung von Augenreizungen und Müdigkeit.
  • Homöopathische Mittel: Bei entzündlichen Prozessen der Augen und Atemwege.

4. Anwendungen in der Phytotherapie

Euphrasia officinalis wird traditionell bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Konjunktivitis: Entzündung der Bindehaut.
  • Blepharitis: Entzündung der Augenlider.
  • Allergische Reaktionen: Linderung von Symptomen bei Heuschnupfen.
  • Sinusitis: Entzündung der Nasennebenhöhlen.

Die Anwendung erfolgt meist in Form von Tees, Tinkturen oder Augentropfen als Fertigpräparat.


5. Magische Bedeutung und Symbolik

Euphrasia officinalis besitzt auch eine mystische Bedeutung:

  • „Bright Eye“: Der Name verweist auf die Förderung der geistigen Klarheit und Wahrnehmung.
  • Räucherungen: In alten Ritualen genutzt, um die Wahrnehmung zu schärfen und spirituelle Klarheit zu erlangen.
  • Der Name „Euphrasia“ leitet sich vom griechischen Wort „euphrosyne“ ab, was „Fröhlichkeit“ bedeutet. In der antiken Mythologie war Euphrasia eine der Chariten (Grazie), Göttinnen der Schönheit und des Anmuts. Die Pflanze wurde daher mit positiven Eigenschaften wie Klarheit und Wohlbefinden assoziiert.
  • Im Mittelalter wurde Euphrasia als „Augentrost“ bekannt, da man glaubte, sie könne die Sehkraft stärken und Augenkrankheiten heilen. Die Pflanze ist ein Symbol für Augenpflege und Klarheit.

6. Praktische Anwendung und Zubereitung

Euphrasia kann auf verschiedene Weisen genutzt werden:

  • Tee: 1 TL getrocknetes Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.
  • Augenkompressen: Abgekühlten Tee auf sterile Kompressen geben und auf die geschlossenen Augen legen.
  • Augentropfen: In Apotheken erhältliche Präparate mit Euphrasia-Extrakt.

Fazit

Euphrasia officinalis, auch bekannt als Augentrost, ist nicht nur eine wertvolle Heilpflanze mit nachgewiesenen therapeutischen Eigenschaften, sondern auch eine Pflanze mit reicher Geschichte und mystischer Bedeutung. Leider wird sie in der Lektüre und auch in der Phytotherapie auf die Anwendung bei Augenleiden reduziert. Meines Erachtens besitzt die Pflanze ein großes Potenzial, welches nicht ausgeschöpft wird.

Im nächsten Artikel geht es dann weiter mit der Tinkturherstellung und einem Gel-Rezept.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.