Isländisch Moos Tinktur

Cetraria islandica – Isländisch Moos Pflanze ©Marlies Schneider

Wunderflechte der Alpen

Und hier hast du einen Leitfaden mit den Erkennungsmerkmalen:

Isländisch Moos

Du hast nun in den vergangenen Beiträgen einiges über das Isländisch Moos gehört und gelernt. Nun eine richtige Zubereitung dieser Flechte ist nötig um die gewünschte Wirkung auch zu erzielen. Heute sage ich dir wie du sie anwenden kannst.

Die Drogenbezeichnung für die Apotheke ist Lichen islandica. Sie ist als einzige Flechte im österreichischen Ausgabe des Europäischen Arzneibuches aufgelistet.

Beachte, dass das Isländisch Moos in manchen Bundesländern Österreichs teilweise geschützt ist.

Wichtigste Inhaltsstoffe von Isländisch Moos sind:

·        Schleimstoffe mit Glucanen bis zu 50 %, Lichenin
und Isolichenin.

·        Zudem sind 3-4 % Flechtensäuren enthalten
sowie weitere Stoffe mit einer antibakteriellen Wirkung.

·        Analysen haben gezeigt, dass es sich um
Usninsäure, Fumarprotocetrarsäuren und Protocetrarsäuren handelt.

·        Aber auch Fettsäuren wie Lischesterinsäuren und
Protolichesterinsäuren wurden nachgewiesen.

·        Die enthaltenen Polysacharide haben eine
beruhigende sowie umhüllende Wirkung.

Es gibt Belege für eine antioxidative, immunmodulatorische, antimikrobielle, krebshemmende und antidiabetische Wirkung. Weiters gibt es Studien die eine antidiabetische und entzündungshemmende Wirkung bestätigt haben.

Die Flechte wirkt auch etwas tuberkulostatisch, darum wurde sie Früher gerne bei zur Behandlung von Lungentuberkulose eingesetzt.

Die Flechte gilt nicht nur als verdauungsfördernd sondern unterstütz unser Blutsystem indem weiße und rote Blutkörperchen vermehrt werden.

Verwendung findet die Flechte bei Appetitlosigkeit, chronischen Beschwerden im Oberbauch, Husten und Bronchitis sowie bei Entzündungen im Mund und Rachenraum.

    • Kontraindikationen sind keine bekannt.

    • Wechselwirkungen mit Medikamente sind keine bekannt.

Die Zubereitungsarten werden unterschiedlich angegeben.

Eine Variante wäre:

Für Tee verwendet man ca. 1,5 – 2,5 g zerkleinertes Kraut und übergießt es mit abgekochtem Wasser und lässt den Tee ca. 10 Minuten ziehen. Wer auf die Bitterstoffe verzichten möchte übergießt das Kraut mit kochendem Wasser und gießt dieses weg. Erneut das Kraut übergießen und anschließend ziehen lassen.

Eine weitere Variante wäre:

Für Tee verwendet man ca. 1,5 – 2,5 g zerkleinertes Kraut einmal kochen. Den Sud wegschütten und ein weiteres Mal mit frischem Wasser aufkochen und ziehen lassen. Der erste Sud ist sehr bitter aber der zweite dann schleimstoffreich. Wenn man den Tee auf Körpertemperatur abkühlen lässt, dann merkt man die Schleimstoffe erst so richtig.

Der Tee daraus soll wunderbar zur Vorbeugung von Erkältungen helfen und früher wurde er gegen Skorbut getrunken. Definitiv gilt die Flechte als Abwehrkräfte stärkend.

Früher war Isländisch Moos auch tatsächlich eine wichtige Nahrungspflanze für die Menschen. Sie wurde in Nordeuropa Brot beigemischt, aber auch in Brei, Pudding Suppen oder in Salaten.

Als Suppe zubereitet wird das Isländisch Moos zuerst in kaltem Wasser eingelegt. Es wird leicht vorgekocht um die Bitterstoffe zu entfernen. Michael Machatscheck erwähnt es schmecke wie Pilzsuppe.

Um die Flechte völlig zu entbittern muss man allerdings etwas mehr Zeit erübrigen. Am besten wird sie für ca. 20 Stunden eingeweicht. Mit frischem Wasser für 1-2 mal aufkochen. Der Absud sollte immer entfernt werden. Früher hat man die sogenannte Moossuppe daraus gekocht. Dafür wurde das Isländisch Moos mit Milch und Wein gekocht und verfeinert. Man kann nach dem entbittern die Flechte auch wieder trocknen und zermahlen und als Pulver verwenden. Brot mit Flechtenmehl hält sich besonders lange, da die Flechte antibiotisch wirksam ist. Diese Wirkung überträgt sich auch auf das Brot.

Auch hier wird vermutet das „Manna“ aus der Bibel könnte eine Flechte gewesen sein. Aber es gibt leider nur Spekulationen darüber.

Sirup lässt sich auch gut herstellen. Auch hier wird der erste Sud davon entfernt. Die Flechte wird ein weiteres mal mit frischem Wasser aufgekocht und abgeseiht. Dieser Sud kann im Verhältnis 1:1 mit Zucker eingekocht werden. Es sollte ein brauner etwas dicklicher Sirup entstehen. Heiß in Flaschen füllen. Hier hat man gleich einen wunderbaren Hustensirup für den Winter parat.

Für Wunden und bei Hautausschlägen hat man eine Pflaster aus der Flechte hergestellt. Es eignet auch wunderbar ein Wickel oder Umschlag, in dem man ein Tuch mit Tee tränkt und auflegt.

In Island gibt es sogar einen Schnaps aus dieser Flechte der als „Cetraria islandica Schnaps“ Bekannt ist. Und in Russland wird die Flechte seit 1942-43 zur Extraktion von Glukose verwendet. Da es damals einen Zuckerrübenmangel gab.

Der Ethanol Auszug zeigte in Untersuchungen eine Wirksamkeit gegen 12 verschiedene grampositive Bakterien und gegen einige gramnegative Bakterien. Ausgenommen davon waren Pseudomonas syringae , Klebsiella pneumoniae und Yersinia enterocolitica.

Es gab verschiedene Studien und Tests die besten Auszüge gelangen jedoch für eine Tinktur mit einem Alkoholgehalt von 60-70% für phenolische Verbindungen.

Eine Russische Studie zeigte jedoch, dass der Ethanol Extrakt bei 40% die beste antioxidative Aktivität aufwies. Die beste antibakterielle Wirkung wurde beim 1:1 Auszug ermittelt. 

Für eine Tinktur kannst du nun die Flechte im Verhältnis 1:1 oder 1:3 ansetzten. Generell sollte ein Warmauszug gemacht werden. Ich verwende dafür meinen Magical Butter Maker bei 54°c für ca. 8 Stunden und im Verhältnis 1:3. Das Material zerkleinere ich etwas und benetzte es vorher mit 50 % Alkohol 60 % stark, decke es ab und lass es über die Nacht quellen.

Schlussendlich sollte man vorher also entscheiden welches Ziel man mit der Tinktur verfolgt. Somit löst sich dann auch die Frage wie hoch der Alkohol sein sollte. Also je nach dem welche Wirkstoffe ich haben möchte.

Achtung:

Durch die enthaltenen Polysacharide sollte eine Einnahme mit Medikamenten in einem Abstand von mindestens 2 h bestehen. Polysacharide können die Aufnahme von Medikamenten hemmen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Literartur:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9370490, Nahrhafte Landschaft, Michael Machatschek, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23195981, sphinxsai.com/2020/ph_vol13_no3/1/(198-205)V13N3PT, journal.asu.ru/biol/article/view/12693

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FNL Referentin: Marlies Schneider

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So erkennst du Isländisch Moos richtig

Im letzten Artikel habe ich dir das Isländisch Moos vorgestellt. Heute zeige ich dir die wichtigsten Erkennungsmerkmale. Mir ist dieses Thema sehr wichtig, da im Internet fast nur falsche Bilder über diese Flechte zu sehen sind. Dies verwirrt natürlich die Menschen, da man nicht weiß wie denn die Flechte nun tatsächlich auszusehen hat.

Um die Bilder zu vergrößern kannst du einfach rauf klicken!

Wenn du noch mehr über das Isländisch Moos wissen möchtest über Inhaltsstoffe und Verarbeitung habe ich noch zwei weitere Artikel für dich. Klick hier:

Isländisch Moos Tinktur und weitere Rezepte

Wirkung und Anwendung

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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