Isländisch Moos Tinktur

Cetraria islandica – Isländisch Moos Pflanze ©Marlies Schneider

Wunderflechte der Alpen

Und hier hast du einen Leitfaden mit den Erkennungsmerkmalen:

Isländisch Moos

Du hast nun in den vergangenen Beiträgen einiges über das Isländisch Moos gehört und gelernt. Nun eine richtige Zubereitung dieser Flechte ist nötig um die gewünschte Wirkung auch zu erzielen. Heute sage ich dir wie du sie anwenden kannst.

Die Drogenbezeichnung für die Apotheke ist Lichen islandica. Sie ist als einzige Flechte im österreichischen Ausgabe des Europäischen Arzneibuches aufgelistet.

Beachte, dass das Isländisch Moos in manchen Bundesländern Österreichs teilweise geschützt ist.

Wichtigste Inhaltsstoffe von Isländisch Moos sind:

·        Schleimstoffe mit Glucanen bis zu 50 %, Lichenin
und Isolichenin.

·        Zudem sind 3-4 % Flechtensäuren enthalten
sowie weitere Stoffe mit einer antibakteriellen Wirkung.

·        Analysen haben gezeigt, dass es sich um
Usninsäure, Fumarprotocetrarsäuren und Protocetrarsäuren handelt.

·        Aber auch Fettsäuren wie Lischesterinsäuren und
Protolichesterinsäuren wurden nachgewiesen.

·        Die enthaltenen Polysacharide haben eine
beruhigende sowie umhüllende Wirkung.

Es gibt Belege für eine antioxidative, immunmodulatorische, antimikrobielle, krebshemmende und antidiabetische Wirkung. Weiters gibt es Studien die eine antidiabetische und entzündungshemmende Wirkung bestätigt haben.

Die Flechte wirkt auch etwas tuberkulostatisch, darum wurde sie Früher gerne bei zur Behandlung von Lungentuberkulose eingesetzt.

Die Flechte gilt nicht nur als verdauungsfördernd sondern unterstütz unser Blutsystem indem weiße und rote Blutkörperchen vermehrt werden.

Verwendung findet die Flechte bei Appetitlosigkeit, chronischen Beschwerden im Oberbauch, Husten und Bronchitis sowie bei Entzündungen im Mund und Rachenraum.

    • Kontraindikationen sind keine bekannt.

    • Wechselwirkungen mit Medikamente sind keine bekannt.

Die Zubereitungsarten werden unterschiedlich angegeben.

Eine Variante wäre:

Für Tee verwendet man ca. 1,5 – 2,5 g zerkleinertes Kraut und übergießt es mit abgekochtem Wasser und lässt den Tee ca. 10 Minuten ziehen. Wer auf die Bitterstoffe verzichten möchte übergießt das Kraut mit kochendem Wasser und gießt dieses weg. Erneut das Kraut übergießen und anschließend ziehen lassen.

Eine weitere Variante wäre:

Für Tee verwendet man ca. 1,5 – 2,5 g zerkleinertes Kraut einmal kochen. Den Sud wegschütten und ein weiteres Mal mit frischem Wasser aufkochen und ziehen lassen. Der erste Sud ist sehr bitter aber der zweite dann schleimstoffreich. Wenn man den Tee auf Körpertemperatur abkühlen lässt, dann merkt man die Schleimstoffe erst so richtig.

Der Tee daraus soll wunderbar zur Vorbeugung von Erkältungen helfen und früher wurde er gegen Skorbut getrunken. Definitiv gilt die Flechte als Abwehrkräfte stärkend.

Früher war Isländisch Moos auch tatsächlich eine wichtige Nahrungspflanze für die Menschen. Sie wurde in Nordeuropa Brot beigemischt, aber auch in Brei, Pudding Suppen oder in Salaten.

Als Suppe zubereitet wird das Isländisch Moos zuerst in kaltem Wasser eingelegt. Es wird leicht vorgekocht um die Bitterstoffe zu entfernen. Michael Machatscheck erwähnt es schmecke wie Pilzsuppe.

Um die Flechte völlig zu entbittern muss man allerdings etwas mehr Zeit erübrigen. Am besten wird sie für ca. 20 Stunden eingeweicht. Mit frischem Wasser für 1-2 mal aufkochen. Der Absud sollte immer entfernt werden. Früher hat man die sogenannte Moossuppe daraus gekocht. Dafür wurde das Isländisch Moos mit Milch und Wein gekocht und verfeinert. Man kann nach dem entbittern die Flechte auch wieder trocknen und zermahlen und als Pulver verwenden. Brot mit Flechtenmehl hält sich besonders lange, da die Flechte antibiotisch wirksam ist. Diese Wirkung überträgt sich auch auf das Brot.

Auch hier wird vermutet das „Manna“ aus der Bibel könnte eine Flechte gewesen sein. Aber es gibt leider nur Spekulationen darüber.

Sirup lässt sich auch gut herstellen. Auch hier wird der erste Sud davon entfernt. Die Flechte wird ein weiteres mal mit frischem Wasser aufgekocht und abgeseiht. Dieser Sud kann im Verhältnis 1:1 mit Zucker eingekocht werden. Es sollte ein brauner etwas dicklicher Sirup entstehen. Heiß in Flaschen füllen. Hier hat man gleich einen wunderbaren Hustensirup für den Winter parat.

Für Wunden und bei Hautausschlägen hat man eine Pflaster aus der Flechte hergestellt. Es eignet auch wunderbar ein Wickel oder Umschlag, in dem man ein Tuch mit Tee tränkt und auflegt.

In Island gibt es sogar einen Schnaps aus dieser Flechte der als „Cetraria islandica Schnaps“ Bekannt ist. Und in Russland wird die Flechte seit 1942-43 zur Extraktion von Glukose verwendet. Da es damals einen Zuckerrübenmangel gab.

Der Ethanol Auszug zeigte in Untersuchungen eine Wirksamkeit gegen 12 verschiedene grampositive Bakterien und gegen einige gramnegative Bakterien. Ausgenommen davon waren Pseudomonas syringae , Klebsiella pneumoniae und Yersinia enterocolitica.

Es gab verschiedene Studien und Tests die besten Auszüge gelangen jedoch für eine Tinktur mit einem Alkoholgehalt von 60-70% für phenolische Verbindungen.

Eine Russische Studie zeigte jedoch, dass der Ethanol Extrakt bei 40% die beste antioxidative Aktivität aufwies. Die beste antibakterielle Wirkung wurde beim 1:1 Auszug ermittelt. 

Für eine Tinktur kannst du nun die Flechte im Verhältnis 1:1 oder 1:3 ansetzten. Generell sollte ein Warmauszug gemacht werden. Ich verwende dafür meinen Magical Butter Maker bei 54°c für ca. 8 Stunden und im Verhältnis 1:3. Das Material zerkleinere ich etwas und benetzte es vorher mit 50 % Alkohol 60 % stark, decke es ab und lass es über die Nacht quellen.

Schlussendlich sollte man vorher also entscheiden welches Ziel man mit der Tinktur verfolgt. Somit löst sich dann auch die Frage wie hoch der Alkohol sein sollte. Also je nach dem welche Wirkstoffe ich haben möchte.

Achtung:

Durch die enthaltenen Polysacharide sollte eine Einnahme mit Medikamenten in einem Abstand von mindestens 2 h bestehen. Polysacharide können die Aufnahme von Medikamenten hemmen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Literartur:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9370490, Nahrhafte Landschaft, Michael Machatschek, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23195981, sphinxsai.com/2020/ph_vol13_no3/1/(198-205)V13N3PT, journal.asu.ru/biol/article/view/12693

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September 2024 . KURSSTART VORARLBERG – RHEINTAL. Raum Hard . Wochenends

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6. Türchen Naschgummis aus Rotem Holunder

Lass dich täglich überraschen mit einem weiteren schönen Rezept!

Heute gibt es ein süßes Rezept. Naschgummis ist total einfach herzustellen. Du kannst im Grunde jeden Sirup dazu verwenden und einfach mit Agar Agar gelieren lassen. Ich empfehle ein reines Agar Agar Pulver zu kaufen. Das Geliert am besten und die Gummis schmecken besser. Achte also auf die Zusammensetzung. Selbstverständlich kannst du auch Gelatine verwenden. Damit schmecken die Gummibärchen eher wie man sie kennt und sie werden auch fester.

Der Vorteil von Agar Agar ist, du kannst Fehler besser korrigieren. Gelieren dir deine Naschbonbons zu wenig, kannst du die Masse einfach noch einmal erwärmen und nochmal Agar Agar dazu geben. Bei Gelatine geht das nicht mehr.

Übrigens habe ich ein Cup Honig verwendet das sind 350 g. Ich finde, dass ist noch edler.

© Marlies Schneider, Referentin der FNL Kräuterakademie
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Freue dich täglich auf ein schönes Rezept.

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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Duft Veilchen Sirup: Rezept und Nutzen für die Gesundheit und Bestimmungshilfe

Duft Veilchen Sirup: Rezept und Nutzen für die Gesundheit und Bestimmungshilfe

Jetzt ist die Zeit der Duft Veilchen und sie blühen jeden Tag wie verrückt. Ganz besonders interessant ist Viola odorata – das Duft-Veilchen. Es verströmt einen wunderbaren, lieblichen Duft. Die Pflanze stammt aus der Familie der Veilchengewächse – Violaceae. Ein Veilchen Sirup bereichert die Küche.

Duft Veilchen Sirup
Veilchen Sirup Rezept ideal für Kinder bei Husten ©Marlies Schneider

Stell dir vor diese Pflanze, das Duft Veilchen wurde schon in der Antike kultiviert. Was für eine fantastische Geschichte, oder?

Sie spielte bei Ritualen aber auch in der Heilkunde eine zentrale Rolle. Sie ist eine ausdauernde und unkomplizierte Pflanze. Zudem ist sie gut an ihrem Duft zu erkennen. Weiters enthält Viola odorata ätherische Öle, Schleimstoffe und Flavonoide. Früher war sie sehr bekannt und besonders beliebt für kostbarstes Parfum. Aufgepasst bei Züchtungen, kann es passieren, dass die Bestimmung nicht eindeutig ist. Damit meine ich Duft und Kelch sind nicht wie bei der Wildform vorhanden.

Das Duft Veilchen wird kulinarisch auch in der Volksheilkunde genutzt. Ich mache gerne verschiedene Produkte daraus.

  • Kandierte Veilchen sind wunderbar auf Gebäck.
  • Veilchen-Zucker zum Backen ist ein Genuss.
  • Veilchen-Salz auf den Salat ist etwas ganz Besonderes und eine feine Zutat für Gourmets.
  • Wundervoll ist der Veilchen Sirup, der bei Husten auch von Kindern gerne eingenommen wird
Veilchen Siurp

Durch die enthaltenen Saponine ist die Pflanze besonders bei Husten sehr hilfreich. Aber auch bei Heiserkeit oder Bronchitis, denn die enthaltenen Schleimstoffe lindern Reizhusten und bilden einen schützenden Film auf den Schleimhäuten. Allerdings schmeckt der Sirup auch so richtig gut.

Die Blüten werden auch sehr gerne zu verschiedenen Mazeraten verarbeitet welche sich für Kosmetika eignen wie Veilchenöl, Veilchentinktur oder Veilchenessig.

Viola odorata ist wunderbar bei Hautleiden. Auch hier wird sie in der Volksheilkunde gerne zum Beispiel auch für Waschungen verwendet. Ganz besonders hilfreich ist die Pflanze in Form von Salbe bei Menstruationsbeschwerden für eine Massage im Unterbauchbereich.

Ich habe ein Glycerit von den Blüten angesetzt und werde euch berichten sobald es fertig gestellt ist. Dies ist eine weitere Art eines Pflanzenauszuges den ich für selbstgemachte Kosmetika verwenden werde. Also du siehst die Ideen sind fast Grenzenlos.

Veilchen-Sirup Rezept:

1 l Wasser
1 kg Zucker
2 Handvoll Veilchen wären ideal wenn du hast
2 Zitronen in Scheiben geschnitten
Weinsäure oder Zitronensäure optional
Wasser und Zucker aufkochen und abkühlen lassen. Veilchen, Weinsäure und Zitronen dazu geben.

Ich lasse den Ansatz eine Woche, aber mindestens 48 Stunden, im Kühlschrank ziehen. Jeden Tag umrühren.

Nach dieser Zeit wird abgeseiht durch ein Tuch oder sehr feines Sieb. Anschließend erwärme ich den Sirup kurz.


Ich achte darauf, dass sich die Weinsäure oder Zitronensäure gut gelöst hat. Dann fülle ich ihn in sterile Flaschen ab. 

Beachte: Wenn du Zitronensäure verwendest wird die Farbe schwächer. Denn der pH-Wert verändert sich und neutralisiert die Farbe der Veilchen. Auch wenn du nicht so viele Veilchen hast, kann der Sirup recht hell sein. Keine Sorge er schmeckt trotzdem, da du ihn lange genug ziehen lässt.

So ein Sirup ist ein kostbares Geschenk. Ich habe selbst mal einen bekommen und war total entzückt. Mach doch auch mal jemanden eine Freude damit.

Tipp:

Setzt doch auch einmal einen Veilechen-Essig an. Du wirst überrascht sein wie wundervoll dieser schmeckt!

Viola odorata Bestimmung
Pflanzenbestimmung von Viola odorata ©Marlies Schneider

Botanische Merkmale:

  • Blüten: Blauviolett bis purpurfarben, selten weiß; stark duftend
  • Kelchblätter: Mit nach unten verlängerten Anhängseln und stumpf an der Spitze und behaart.
  • Sporn: Kräftig, meist dunkelviolett, leicht gebogen
  • Blütenstiel: Behaart
  • Blütezeit: Februar bis April

Wichtig zur Bestimmung sind:

Kelchblätter:

  • Form: Eiförmig bis stumpf.
  • Anhängsel: Die Kelchblätter besitzen an ihrer Basis kleine, krautige Anhängsel. Diese Fortsätze sind ein charakteristisches Merkmal der Gattung Viola und dienen der Unterscheidung von anderen Veilchenarten.

Unterschiede bei den Anhängseln:

  • Viola odorataDeutlich ausgeprägte, nach unten verlängerte Kelchblatt-Anhängsel
  • Viola riviniana (Hain-Veilchen) → Längere, schmalere Anhängsel als V. odorata
  • Viola reichenbachiana (Wald-Veilchen) → Kürzere und weniger auffällige Anhängsel

Sporn:

  • Farbe: Kräftig violett, entspricht der Farbe der Kronblätter.
  • Form: Meist gerade oder leicht gebogen.
  • Länge: Etwa 5 bis 7 Millimeter.

Diese Merkmale sind hilfreich, um Viola odorata von anderen Veilchenarten zu unterscheiden. Beispielsweise hat das Hain-Veilchen (Viola riviniana) einen weißen Sporn und längere Kelchblatt-Anhängsel, während das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) einen dünnen, violetten, gebogenen Sporn und kürzere Kelchblatt-Anhängsel aufweist. Zudem sind die Kelchblätter spitz zulaufend und nicht stumpf wie bei Viola odorata.

Blätter:

  • Form: Rundlich bis nierenförmig, leicht gekerbt
  • Oberfläche: Meist behaart, dunkelgrün

Wuchsform:

  • Kleine, kriechende Staude mit unterirdischen Ausläufern

Fundorte & Lebensraum:

  • Standort: Halbschattige bis schattige Plätze
  • Boden: Humusreich, feucht, nährstoffreich
  • Vorkommen: Gärten, Waldränder, Wiesen, Parks, Hecken
Veilchen Bestimmung
Pflanzenbestimmung von Viola odorata im Unterschied zu anderen Veilchen ©Marlies Schneider

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

 

 

 

Erfrischendes Tonic Water Rezept mit Chinarinde

Ich trinke meistens Wasser aber hin und wieder möchte ich ein Tonic Water haben. Ich suchte danach, ob noch welches im Haus war. Mein Mann sagte: „Mich wundert es, dass du Tonic Water noch nicht selbst machst.“ Natürlich bin ich sofort hellhörig geworden. Kann man Tonic Water selber machen?
Nach ein bisschen Recherche habe ich erfahren, dass dies möglich ist. So habe ich mir eins zusammen gebastelt in der Hoffnung, dass man es auch trinken kann.

Erfrischendes Tonic Water Rezept mit Chinarinde von ©Marlies Schneider

Bittermittel gelten als tonisierend. Das Wort „Tonic“ kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie kräftigend oder stärkend. Es gibt unterschiedliche Bittermittel wie sogenannte „Amara adstringentia“ dh. es sind Bitter- und Gerbstoffe enthalten, dazu gehört die Chinarinde.


Die Pflanze des Chinarindenbaumes stammt ursprünglich aus Südamerika. In der Volksheilkunde hat man die Rinde bei Fieber, Schmerzen, Appetitlosigkeit und zur Unterstützung des Immunsystems verwendet. Man glaubte auch sie könne bei Malaria helfen. Der Wirkstoff ist Chinin dabei handelt es sich um ein Alkaloid.

Hahnemann hat mit Chinarinde experimentiert und so das Ähnlichkeitsprinzip entdeckt. Das ist auch der Grund, warum vielen Menschen Chinarinde ein Begriff ist.  Es handelt sich um eine wirklich spannende Pflanze.

Aber nun zum Rezept!

1 Bio Zitrone davon den Abrieb und deren Saft
1 Bio Limette davon den Abrieb und deren Saft
1 Bio Orange davon den Abrieb und den Saft von einer halben oder ganzen Orange

20 g Chinarinde geschnitten
7 g Pimentkörner
4 g Wacholderbeeren

5 Stk Kardamomkapseln, grün
2 cm Ingwer klein geschnitten oder geraspelt

5 Stängel Zitronengras (ca 120 g kann auch ruhig mehr sein) klein geschnitten

1 g Salz

1 Liter Wasser

1 kg Sirupzucker
Da wir hier Chinarinde verarbeiten habe ich einen Kaltauszug gemacht.

Ich habe 20 g Chinarinde mit 1 Liter kaltem Wasser übergossen und 36 h stehen lassen.

Danach kam der Abrieb der Zitrusfrüchte hinzu und die gemörserten Gewürze sowie das Zitronengras, Saft der Zitrusfürchte und das Salz.

Alles zusammen wird aufgekocht. 

Abkühlen lassen und die Gewürze abseihen.

Weiters durch einen Kaffeefilter abfiltern und wer hat,  zum Schluss durch die Nutsche abfiltern, damit möglichst alle Schwebeteile entfernt werden.

So entsteht eine klare Flüssigkeit. Die klare Flüssigkeit mit dem Sirupzucker in einen Topf geben und aufkochen.

In saubere Flaschenfüllen, fertig.
Ich würde das Tonic nicht mehr durch die Filternutsche filtern. Es geht kaum durch und dauert ewig.Es ist einfacher wenn man den Sud ein zweites Mal durch einen Kaffeefilter laufen lässt um viele Schwebestoffe zu entfernen.

Tonic Water Sirup selber machen Rezept nach ©Marlies Schneider

Mein selbstgemachtes Tonic-Sirup-Rezept ist eine kreative Mischung aus natürlichen Zutaten. Diese Zutaten sorgen nicht nur für den erfrischenden Geschmack. Sie bieten auch verschiedene gesundheitsfördernde Eigenschaften. Hier ist ein Überblick über die einzelnen Inhaltsstoffe:

1. Zitrone, Limette und Orange (Abrieb und Saft)

  • Hauptwirkung: Sorgen für die frische, spritzige Basis und den typischen, leicht bitteren Geschmack des Tonic Waters.
  • Inhaltsstoffe: Vitamin C, ätherische Öle (besonders in der Schale), Flavonoide.
  • Vorteile: Vitamin C wirkt antioxidativ, während die ätherischen Öle für das intensive Aroma und eine leichte antibakterielle Wirkung sorgen.

2. Chinarinde

  • Hauptwirkung: Die zentrale Zutat für den charakteristischen bitteren Geschmack, der Tonic Water ausmacht.
  • Inhaltsstoffe: Chinon-Alkaloide wie Chinin.
  • Vorteile: Chinin wurde traditionell als Mittel gegen Malaria eingesetzt und hat eine leichte tonisierende (anregende) Wirkung.

3. Pimentkörner

  • Hauptwirkung: Verleihen dem Sirup würzige, warme Noten.
  • Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Eugenol.
  • Vorteile: Eugenol wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Verdauung.

4. Wacholderbeeren

  • Hauptwirkung: Geben eine leichte Harzigkeit und Frische, die das Aroma abrundet.
  • Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide.
  • Vorteile: Wacholder wird oft für seine harntreibenden und entgiftenden Eigenschaften geschätzt.

5. Kardamomkapseln

  • Hauptwirkung: Fördern ein leicht süßlich-würziges Aroma, das Tiefe verleiht.
  • Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Cineol.
  • Vorteile: Kardamom wirkt beruhigend auf den Magen und fördert die Verdauung.

6. Ingwer

  • Hauptwirkung: Fügt eine feine Schärfe und Wärme hinzu.
  • Inhaltsstoffe: Gingerol, ätherische Öle.
  • Vorteile: Ingwer ist bekannt für seine entzündungshemmenden und verdauungsfördernden Eigenschaften.

7. Zitronengras

  • Hauptwirkung: Verstärkt die frische Zitrusnote und gibt dem Sirup ein exotisches Flair.
  • Inhaltsstoffe: Citral, ätherisches Öl.
  • Vorteile: Zitronengras wirkt beruhigend und kann die Verdauung unterstützen.

8. Salz

  • Hauptwirkung: Verstärkt den Geschmack und bringt eine leichte Würze.
  • Inhaltsstoffe: Natriumchlorid.
  • Vorteile: Balanciert die Aromen aus und unterstreicht die frischen Noten.

9. Kräutersirupzucker

  • Hauptwirkung: Gibt dem Sirup die notwendige Süße und sorgt für die richtige Konsistenz.
  • Inhaltsstoffe: Saccharose mit Kräuterextrakten (abhängig vom verwendeten Zucker).
  • Vorteile: Hebt die Aromen der Gewürze und Zitrusfrüchte hervor.

Die Kombination dieser Zutaten ergibt ein gut ausbalanciertes Geschmackserlebnis, das den typischen Charakter von Tonic Water perfekt nachahmt. Dein Rezept klingt nicht nur lecker, sondern auch faszinierend vielseitig – eine tolle Mischung aus Aromavielfalt und Handwerkskunst!

Etwas Sirup mit Mineralwasser aufgießen und fertig ist dein Tonic Water.

Ich kann mir vorstellen, dass auch ein Gin-Tonic sehr gut damit schmeckt. Nun inzwischen habe ich das ausprobiert und es schmeckt sensationell.

Achtung:

Chinarinde zu hoch dosiert kann zu Fieber und allergischen Reaktionen führen. Nicht in der Schwangerschaft konsumieren.

Tonic Water Sirup selber machen Rezept nach ©Marlies Schneider

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

 

Selber Cola machen: Rezept mit Eberraute

Auf dem letzten Kindergeburtstag hat mein Sohn bei der Gastfamilie Cola zu trinken bekommen. Er ist total begeistert von dem Getränk, nur meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Naja, wenn ich so zurück denke, ich wollte auch immer Cola haben und meine Eltern waren dagegen. Ich glaube es geht vielen Eltern so und gehört irgendwie dazu.

Selber Cola machen: Rezept mit Eberraute ©Marlies Schneider

Ich habe mir gedacht, dann mach ich doch das Cola-Getränk lieber selber. An Zucker ist zwar nichts gesund, aber ein Glas Sirup ist dann schon mal erlaubt. Nachdem wir sowieso hauptsächlich Wasser trinken, finde ich das OK. Mein Sohn war skeptisch und hat gemeint Cola könne man nicht selber machen. Ich habe ihm dann eine Pflanze im Garten gezeigt und erklärt, dass es mit dieser sehr wohl möglich sei. Absolut skeptisch hat er das Grünzeug betrachtet und es für unmöglich erklärt.

Dabei handelt es sich um die Eberraute – Artemisia abrotanum aus der Familie der Korbblütler. Im Garten wächst sie wie ein kleiner Halbstrauch, sie ist winterhart und mehrjährig. Ich finde sie sehr hübsch mit ihren silber-grün-schimmernden gefiederten Blättern. Sie ist ein Neophyt, aber verwildert nicht sehr stark. In unseren Gärten wächst sie problemlos und die Pflanze ist sehr anspruchslos und einfach zu halten.

Die Eberraute enthält sehr viele ätherische Öle und sie ist reich an Bitterstoffen. Diese Bitterstoffe sind verdauungsanregend und helfen bei der Verdauung von fettreichen Speisen. Sie fördert den Gallenfluss und unterstützt die Leber. In der Heilkunde ist sie also wohl bekannt. Sehr gut passt sie auch in ein Kräutersalz und auch in ein Suppengewürz. Da sie sehr bitter ist, solltest du davon wenig hinzugeben.

Aber das Entscheidende ist, dass der Geruch von Eberraute sehr an Cola erinnert. Darum wird sie auch gerne als Cola-Kraut verkauft.

Das Rezept ist eigentlich sehr einfach nachzumachen und es überzeugt tatsächlich sehr.

2 l Wasser

800g Zucker

5 Stk Bio-Zitronen, filetiert

ca 17-20g Eberrauten-Spitzen

4 El Zucker Couleur
Wasser und Zucker werden aufgekocht und vom Herd genommen.

Wichtig ist das du nur Zitronenfilets hinzu gibst. Die Schale wird komplett entfernt und auch die weiße Haut unter der Schale sollte entfernt werden. Denn diese weiße Haut ist sehr bitter und diese Bitterstoffe wollen wir nicht in der Cola haben.

Von der Eberraute nimmst du nur die jüngsten Triebspitzen. Alle anderen enthalten auch zu viele Bitterstoffe. Das Getränk würde zu herb werden.

Nun gibst du zu deiner Zuckerlösung (diese darf ruhig noch heiß sein) deine Zitronenfilets und das Cola-Kraut hinzu.

Nun machst du es gleich wie mit einem Holunderblütensirup, einfach 3-4 Tage stehen lassen und jeden Tag mehrmals umrühren.

Am vierten Tag wird deine Zuckerlösung abgeseiht.

Du gibst den Zucker Couleur hinzu und kochst das Ganze auf.

In sterile Flaschen füllen.
Zucker-Couleur brauchst du nur für die Optik. Gibst du es nicht hinzu hast du einen leicht gelblichen Sirup. 

Es ist also nicht zwingend nötig für das Rezept.
Genieße deine Cola mit kaltem Mineralwasser.

Garantiert ohne Koffein und du kannst ihn beliebig verdünnen.

HINWEIS: Wie bei jedem Kraut das du verwendest solltest du dich umhören ob du es konsumieren kannst. Manche Kräuter sollten während der Schwangerschaft zB. nicht eingenommen werden. Dazu gehört auch die Eberraute.

Aberglaube: im Englischen wird sie auch maiden’s ruin – Jungfernverderb genannt. Mit der Eberraute konnte man Mädchen verzaubern und ihre Liebe gewinnen.

Wer in der Kirche bei der Predigt müde wurde, konnte sich mit einem Zweig Eberraute helfen. Denn der Duft hält munter.

Up-Cycling:

ACHTUNG: Die Zitronenschalen nicht auf den Kompost geben. Du kannst damit einen wunderbaren Zitronen-Essigreiniger herstellen!

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.