Herkunft und Merkmale
Das Grasbaumharz – Xanthorrhoea spp, auch bekannt als Yakka, oder Gum Acaroid, stammt aus der Familie der Asphodelaceae und hat seine Ursprünge in Australien. Die Aborigines, die Ureinwohner Australiens, haben es seit Jahrhunderten als wichtigen Bestandteil ihrer Kultur und Tradition genutzt.
Xanthorrhoea spp. ist eine Pflanzengattung mit mehreren Arten von grasartigen Bäumen oder Sträuchern. Sie sind für ihre langen, schmalen Blätter und ihre auffälligen Blütenstände bekannt. Diese Pflanzen sind an das australische Klima angepasst und können extremen Bedingungen wie Dürre und Buschbränden standhalten. Bei der immergrünen Art enthalten die Pflanzenteile ein gelbes, rotes oder bräunliches Harz. Sie wachsen oft als Unterwuchs australischer Eucalyptuswälder. Eine Eigenschaft ist, dass sie Buschbrände oft unversehrt überstehen können. Dies ist sogar für die Bäume notwendig, denn andere Arten werden zu mineralischen Nährstoffen verbrannt, was diesen Bäumen zu gute kommt.
Herstellung
Das Harz wird von den Stämmen durch natürliches ausschwitzen gewonnen. Je nach Art ist das Harz gelb, rötlich oder braun. Das teuerste und seltenste Harz ist gelblich und stammt aus Xanthorrhoea resinosa. Das rote Harz wird wiederum gerne als „Red Gum“ bezeichnet welches nicht mit „Kino“ verwechselt werden darf, das von anderen Pflanzen stammt und ebenso bezeichnet wird.
Inhaltsstoffe
Grasbaumharz enthält verschiedene Inhaltsstoffe wie Cyanidin, Flavonole, Kaempferol, Quercetin und in manchen Arten befindet sich noch Proanthocyanidine. Diese Verbindungen verleihen dem Harz seine aromatischen und medizinischen Eigenschaften. Durch Gerbstoffe und Pikrinsäure erhält das Harz auch seine rote Farbe. Bei einem niederen Gerbstoffgehalt ist das Harz gelb.
Löslichkeit
Grasbaumharz ist in Wasser unlöslich, löst sich jedoch gut in Alkohol und färbt die Tinktur rot. Achtung das gelbe Harz des Grasbaumes ist in Alkohol weniger gut löslich als das rote Harz.
Verwendung
Für die Aborigines wurde es als Klebstoff verwendet. Da das Harz wasserdicht ist wurde es auch zur Abdichtung verschiedener Gegenstände wie Wasserbehälter oder Blasinstrumente verwendet. Es wurde für die Herstellung von Speeren und Axtköpfen eingesetzt. Das Harz wurde bei den Eingeborenen auch für religiöse Zwecke verwendet. Weiters lieferte der Baum Grundnahrungsmittel wie Nahrung, Fasern und Materialien die für die Herstellung diverser Gegenstände dienten. (anpsa.org.au) Aus den Blüten des Grasbaumes gewinnen die Aborigines ein süßes Getränk. Auch galt der Grasbaum mit seinen Blüten als Anzeiger für die Himmelsrichtung.
Das Harz wurde zu Siegellacke oder für Harzseifen verwendet. Zudem fand es sich als Brennstoff in der Pyrotechnik wieder. Man hat eine Politur für diverse Metallgegenstände daraus hergestellt. Weiters wurde es in der Parfümerie eingesetzt.
Räuchern
Das Aroma ist sehr schwer zu beschreiben. Ich finde es etwas säuerlich, eventuell sogar etwas abgestanden aber auch irgendwie süßlich. Es erinnert eventuelle an Drachenblut ist aber nicht so extrem stark. Es inspiriert uns beim Verräuchern die notwendigen Schritte einzuleiten um Mut für Wünsche zu schaffen und diese Unternehmungen in die Tat umzusetzen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Harz in Australien in deren Kirchen wie Weihrauch verräuchert.
Fazit
Grasbaumharz, auch bekannt als Xanthorrhoea spp., ist ein faszinierendes Produkt mit einer reichen Geschichte und vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten. Seine Herkunft aus Australien und seine Bedeutung für die Aborigines machen es zu einem wichtigen kulturellen Element. Mit seinen aromatischen Eigenschaften und medizinischen Vorteilen hat es auch in der modernen Welt seinen Platz gefunden. Allerdings wurde durch die Aberntung, von Nicht-Aborigines in den 1920er Jahren, der Baumbestand stark dezimiert und viele Bäume stark beschädigt. Auch durch die Ausbeutung von Landbesitzern, welche Bäume zum Verkauf anboten, um daraus Kapital zu schlagen, sind nicht mehr viele davon übriggeblieben. Eine Wiederaufforstung der Grasbäume gestaltet sich sehr schwer, denn die Pflanzen wachsen extrem langsam.
© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz
Haftungsausschluss/Disclaimer
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
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