Dryas octopetala bestimmen. Weiße Silberwurz sicher erkennen

Dryas ocotpetala bestimmen ist nicht so schwer, wenn man die Pflanze überhaupt erst beachtet. Die Weiße Silberwurz, wie schon erwähnt, botanisch Dryas octopetala, gehört zu den Rosengewächsen. Sie wächst vor allem in alpinen Kalkgebieten oberhalb der Baumgrenze. Wer Dryas octopetala bestimmen möchte, sollte vor allem auf den kriechenden Wuchs, die lederartigen Blätter und die auffällige weiße Blattunterseite achten.

 

Dryas octopetala bestimmen

In Österreich gilt sie als typische Pflanze der Kalkalpen und ist besonders in höheren Lagen häufig zu finden.

Dryas octopetala bildet flache, dichte Teppiche direkt am Boden. Die Pflanze verholzt mit der Zeit und breitet sich langsam über Ausläufer aus.

Einzelne Triebe können mehrere Jahrzehnte alt werden. Dadurch entstehen oft große Polster zwischen Kalkschutt, Felsen und alpinen Rasen.

Wuchsform und Größe

Wenn du Dryas octopetala bestimmen möchtest, achte zuerst auf den Wuchs. Die Pflanze wächst niedrig und bleibt meist nur wenige Zentimeter hoch. Die langen Triebe liegen dicht am Boden an. Dadurch wirkt die Silberwurz eher wie ein kleiner Teppichstrauch als eine typische Staude.

Dryas octopetala bestimmen und ihre typischen Merkmale:

  • Höhe meist 2 bis 10 cm
  • Kriechende, verholzende Triebe
  • Dichte Polsterbildung
  • Immergrüne Blätter
  • Einzelne große Blüten auf langen Stielen

Gerade diese Kombination ist bei alpinen Rosengewächsen auffällig.

Die Blätter der Weißen Silberwurz

Die Blätter sind eines der wichtigsten Bestimmungsmerkmale. Sie erinnern auf den ersten Blick leicht an kleine Eichenblätter. Genau daran lässt sich Dryas octopetala oft schnell erkennen.

Die Oberseite der Blätter ist dunkelgrün, glänzend und meist kahl. Die Unterseite dagegen ist dicht weißfilzig behaart. Dieser silbrige Filz schützt die Pflanze vor Kälte, Wind und starker Verdunstung.

Darauf solltest du achten:

  • Kleine, ledrige Blätter mit einer eher glänzenden Blattoberseite
  • Grob gekerbter bis gezähnter Blattrand
  • Dunkelgrüne Oberseite
  • Deutlich weiße Blattunterseite
  • Wintergrün

Die weiße Unterseite ist in unseren Alpen ein sehr gutes Merkmal zur Bestimmung.

Blüten und Fruchtstände

Die Blüten erscheinen je nach Höhenlage meist zwischen Juni und August. Sie sitzen einzeln auf aufrechten Stielen und wirken im Verhältnis zur Pflanze groß.

Typische Merkmale der Blüten:

  • Meist acht weiße Kronblätter
  • Gelbe Staubblätter in der Mitte
  • Blütendurchmesser etwa 2 bis 4 cm
  • Einzelblüten statt Blütenstände

Der botanische Name „octopetala“ bedeutet „achtblättrig“. Genau dieses Merkmal fällt oft sofort auf.

Nach der Blüte entstehen auffällige federartige Fruchtstände. Die langen behaarten Griffel bleiben an der Frucht erhalten und bilden silbrige Samenbüschel. Diese erinnern etwas an kleine Federn oder Wattebüschel. Der Wind verbreitet damit die Samen über größere Distanzen.

Dryas octopetala bestimmen

Standort und Vorkommen

Dryas octopetala wächst fast immer auf kalkreichen Böden. Die Art gilt als kalkstet. Das bedeutet, dass sie stark an kalkhaltige Standorte gebunden ist. Besonders häufig findest du sie:

  • In den Kalkalpen
  • Oberhalb der Baumgrenze
  • Auf Felsbändern
  • In alpinen Magerrasen
  • Auf Schuttfluren
  • Zwischen Kalkgestein

Bei uns in Vorarlberg ist sie weit verbreitet und kommt zeitweise in großen Beständen vor. 

Die Pflanze liebt sonnige und offene Standorte mit wenig Konkurrenz. Sie besiedelt oft raue Lebensräume, in denen viele andere Arten kaum wachsen können.

In Österreich kommt die Weiße Silberwurz vor allem in den Alpen vor. In Vorarlberg findest du sie besonders in kalkreichen Gebirgsregionen wie:

  • Lechquellengebirge
  • Rätikon
  • Teilen des Bregenzerwaldes
  • Kalkreichen Bereichen des Verwall
  • Hochalpinen Kalkstandorten im Montafon

Auf silikatischen Böden fehlt sie meist vollständig.

Was unterscheidet Dryas octopetala von anderen Rosengewächsen?

Viele Rosengewächse besitzen weiße Blüten. Trotzdem ist die Silberwurz relativ gut erkennbar.

Wichtige Unterschiede:

Kriechender Zwergstrauch statt Staude

Die Pflanze verholzt und bildet dauerhafte Teppiche. Viele andere alpine Rosengewächse wachsen aufrecht.

Weiße Blattunterseite

Die silbrig-filzige Unterseite ist eines der deutlichsten Merkmale.

Eichenähnliche Blätter

Die kleinen gekerbten Blätter sehen ungewöhnlich aus und unterscheiden sich stark von Fingerkräutern oder Frauenmantel.

Einzelblüten

Dryas octopetala bildet keine großen Blütenstände. Obwohl Rosengewächse meist 5 Kronblätter aufweisen, besitzt die Silberwurz 8 Blütenkronblätter. Dies macht sie neben der Blutwurz zur Ausnahme in der Familie der Rosengewächse. 

Federartige Fruchtstände

Die langen behaarten Griffel sind sehr auffällig und bleiben lange sichtbar.

Verwechslungsgefahr

Wenn du Dryas octopetala bestimmen möchtest, ist die Verwechslungsgefahr in Österreich eher gering. In unseren Breiten gibt es nur die Weiße Silberwurz. Trotzdem können manche Pflanzen auf den ersten Blick ähnlich wirken.

Mögliche Verwechslungen mit viel Phantasie:

Fingerkräuter

Arten der Gattung Potentilla besitzen ebenfalls weiße oder gelbe Blüten. Ihre Blätter sind jedoch meist gefiedert oder handförmig geteilt und nicht eichenartig gekerbt.

Gämsheide

Die Gämsheide wächst ebenfalls niedrig und polsterförmig. Die Blätter sind aber deutlich kleiner und ohne weiße Filzunterseite.

Die Kombination aus:

  • weißfilziger Blattunterseite,
  • eichenartigen Blättern,
  • großen weißen Einzelblüten,
  • federartigen Samenständen

macht die Silberwurz sehr charakteristisch.

Naturschutz und Schutzstatus

Die Weiße Silberwurz gilt als typische Pflanze empfindlicher alpiner Lebensräume. Besonders Trittschäden durch Wandertourismus können größere Polster beschädigen. Da die Pflanze langsam wächst, regenerieren sich zerstörte Bestände oft erst nach vielen Jahren.

In Österreich stehen alpine Lebensräume vielerorts unter Schutz. Das betrifft auch Kalkschutthalden und alpine Rasen mit Silberwurzbeständen. In Vorarlberg liegen zahlreiche Vorkommen in Schutzgebieten oder alpinen Ruhezonen.

Beim Fotografieren oder Bestimmen solltest du:

  • nicht durch Polster treten,
  • keine Pflanzen ausgraben,
  • keine Triebe abbrechen,
  • auf bestehenden Wegen bleiben.

Gerade oberhalb der Baumgrenze reagieren diese Lebensräume empfindlich auf Störungen.

Dryas octopetala bestimmen

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse und Kräuterwanderungen in Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.


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