Herkunft und Gewinnung von Adlerholz
Wie ihr schon gehört habt stammt Adlerholz, auch bekannt als Agarholz, vom Aquilaria malaccensis Baum, einer immergrünen Pflanze, die in den Wäldern Südostasiens beheimatet ist. Dieser Baum ist für sein einzigartiges Harz bekannt, welches das kostbare Adlerholz enthält. Die Gewinnung dieses wertvollen Holzes ist jedoch eine Herausforderung, da nicht jeder Aquilaria malaccensis Baum das begehrte Adlerholz produziert. Hierbei handelt es sich wie beim Harz um einen absoluten Luxusartikel.
Um Adlerholz zu gewinnen, werden die Bäume entweder durch künstliche Pilzinfektion oder auf natürliche Weise, durch Insekten die die Pilze übertragen, angegriffen. Durch dieses Impfen setzt der Baum ein Harz frei, um sich vor Schäden zu schützen. Dieses Harz enthält die wertvollen Inhaltsstoffe des Adlerholzes. Pilzkulturen dieser Art überdauern locker 100 Jahre mit dem Baum bis dieser mit dem Pilz abstirbt.
Inhaltsstoffe und Volksheilkunde
Adlerholz ist für seine vielfältigen Inhaltsstoffe bekannt, die ihm heilende Eigenschaften verleihen. Es enthält ätherische Öle, Terpene und verschiedene andere Verbindungen. In der traditionellen Volksheilkunde wird Adlerholz für eine Vielzahl von Beschwerden verwendet, darunter Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme und Entzündungen.
Einige traditionelle Rezepte nutzen Adlerholz zur Herstellung von Tinkturen oder Salben. Diese werden dann auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, um Linderung zu verschaffen. Das wertvolle Holz wird auch oft zum Räuchern verwendet, um eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen und negative Energien zu vertreiben. Es wird auch als natürliches Aphrodisiakum angesehen und zur Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit verwendet.
Räuchern mit Adlerholz
Das Räuchern mit Adlerholz hat eine lange Geschichte und wird sowohl zu spirituellen als auch zu therapeutischen Zwecken verwendet. Beim Räuchern mit Adlerholz werden negative Energien beseitigt, eine beruhigende Atmosphäre geschaffen und meditative Zustände gefördert.
Adlerholz wird oft als Hauptbestandteil in Räuchermischungen verwendet. Es hat einen intensiven und würzigen Duft, der als beruhigend und spirituell anregend beschrieben wird. Beim Räuchern entfaltet Adlerholz seine aromatischen Eigenschaften und schafft eine besondere Atmosphäre. Das Holz kann entweder in Form von Räucherstäbchen, Räucherkegeln oder als lose Kräuter verwendet werden.
Räuchermischungen mit Adlerholz
Es gibt unzählige Möglichkeiten, Adlerholz in Räuchermischungen zu verwenden. Hier sind einige beliebte Rezepte:
- Räuchermischung „Spirituelle Reinigung“:
- Zutaten wie: Adlerholz, Weihrauch, Lavendel, Sandelholz
- Anleitung: Mische gleiche Teile aller Zutaten. Verwende diese Mischung, um einen Raum von negativen Energien zu reinigen und eine friedliche Atmosphäre zu schaffen.
- Räuchermischung „Entspannung und Meditation“:
- Zutaten wie: Adlerholz, Patchouli, Jasmin, Kamille
- Anleitung: Mische gleiche Teile aller Zutaten. Dieses Räucherwerk fördert Entspannung und Meditation, indem es einen beruhigenden Duft verbreitet.
Räucherkegel mit Adlerholz
Adlerholz kann auch in Form von Räucherkegeln verwendet werden. Diese sind einfach in der Anwendung und bieten eine lang anhaltende Duftwirkung. Hier ist eine Anleitung zur Herstellung von Räucherkegeln mit Adlerholz:
- Zutaten:
- Adlerholzpulver
- Sandelholzpulver
- Wasser
- Anleitung:
- Mische gleiche Teile Adlerholzpulver und Sandelholzpulver
- Füge nach und nach Wasser hinzu, bis eine formbare Masse entsteht
- Forme kleine Kegel aus der Masse und lasse sie vollständig trocknen
- Die Räucherkegel sind nun bereit zur Verwendung.
Tradition und Artenschutz
Die Verwendung von Adlerholz hat eine lange Tradition in vielen Kulturen Südostasiens. Es wird oft als Symbol für Glück, Reichtum und spirituelle Reinheit angesehen. Das Holz wird in der Herstellung von Kunstwerken, Möbeln und Parfüms verwendet.
Aufgrund seiner Beliebtheit ist Adlerholz jedoch zu einer bedrohten Ressource geworden. Die Überernte und illegale Abholzung haben zu einem drastischen Rückgang der Aquilaria malaccensis Bäume geführt. Um den Artenschutz zu fördern, sind verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, um den Handel mit illegalem Adlerholz einzuschränken und nachhaltige Anbaumethoden zu fördern.
In einigen Ländern gibt es spezielle Programme zur Aufforstung von Aquilaria malaccensis Bäumen, um die Bestände wieder aufzufüllen. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Zukunft des Adlerholzes zu sichern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.
Mein Stückchen Adlerholz stammt von einer Plantage in der die Bäume geimpft werden und nur 7 – 15 Jahre benötigt um Geerntet zu werden. Es ist ein kleiner Schatz in meinem Räucherwerk welchen ich nur bei ganz besonderen Anlässen verwende.
Faszination für Adlerholz
Die faszinierende Naturressource des Adlerholzes hat die Menschen seit Jahrhunderten begeistert. Seine einzigartigen Eigenschaften, seine Verwendung in der Volksheilkunde und seine symbolische Bedeutung machen es zu einem begehrten Gut. Mit zunehmender Sensibilisierung für den Artenschutz steht die Nachhaltigkeit bei der Gewinnung von Adlerholz im Vordergrund.
Der Schutz der Aquilaria malaccensis Bäume und die Förderung eines nachhaltigen Handels sind entscheidend, um die Zukunft dieser wertvollen Ressource zu sichern. Nur durch verantwortungsbewusstes Handeln und den Erhalt der natürlichen Lebensräume können wir sicherstellen, dass das faszinierende Adlerholz auch für kommende Generationen erhalten bleibt.
© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz
Haftungsausschluss/Disclaimer
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
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FNL Referentin: Marlies Schneider