Almaciga Harz

Herkunft

Agathis philippinensis Harz gehört zur Familie der Araukariengewächse (Araucariaceae). Diese Pflanzenfamilie umfasst insgesamt 15 Arten von Bäumen welche auf den Philippinen, auf Fidschi, in Australien, Neuseeland und auf Neukaledonien heimisch sind. Es handelt sich um immergrüne hohe Bäume die eine sehr harzreiche Rinde aufweisen. Das Harz von Agathis philippinensis ist besonders reichhaltig und wird auch als Manila-Kopal bezeichnet. Bis zum 20. Jahrhundert wurden 75 % dieses Harzes aus Indonesien verschifft.

Kein Dammarharz

Obwohl Agathis philippinensis Harz zu den harten Kopalharzen gehört, handelt es sich nicht um Dammarharz. Das Harz wird aus den Stämmen des Agathis philippinensis Baumes gewonnen und unterscheidet sich in einigen Eigenschaften von Dammarharz.

Inhaltsstoffe und Löslichkeit

Das Harz von Agathis philippinensis enthält verschiedene Inhaltsstoffe, darunter ätherische Öle und Harzsäuren, Resen, Resinolsäure, Bitterstoffe, D-Limonen, Da-Pinen, J-Pinen und Camphen. Es ist leicht löslich in organischen Lösungsmitteln wie Alkohol, Ether, Aceton und teilweise in Terpentin, Benzin und Chloroform. Spannend ist, das die gesammelten Harze von verschiedenen Standorten unterschiedliche Ergebnisse geliefert haben. (Sciencedirect.com) Ethanol scheint aber die besten Ergebnisse geliefert zu haben. (researchgate.net)

Volksheilkunde

In der Volksheilkunde wird das Harz von Agathis philippinensis für verschiedene Zwecke verwendet. Eine traditionelle Anwendung besteht darin, Zahnlöcher damit zu stopfen, um Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern. Aber es wurde auch bei Asthma oder Arthritis verwendet. Bei Arthritis wird das Harz geschmolzen (über indirekte Hitze) und als Umschlag auf die betroffene Stelle gelegt. Geräuchert kann es bei Asthma Linderung verschaffen.

Lacke

Das Harz wird auch in der Lackherstellung verwendet. Aufgrund seiner Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln eignet es sich gut zur Herstellung von Lacken und Firnissen. Weiters wird es zum Abdichten von Booten eingesetzt. Oder ist eine Zugabe von billig Seife.

Brauchtum und Räuchern

Agathis philippinensis Harz hat auch im Brauchtum eine lange Tradition. Es wird beim Räuchern verwendet, um einen angenehmen Duft zu verbreiten. Das Aroma des Harzes ist besonders intensiv und wird von vielen Menschen geschätzt. Er weist ein schwaches balsamisches Aroma auf, ein wenig würzig-süßlich. Es wirkt beruhigend auf gestresste Menschen und hat somit eine entspannende Wirkung. Verräuchert wird er auf den Philippinen gegen Insekten oder aber wie Weihrauch bei religiösen Zeremonien. Weiters wird es für Fackeln verwendet, damit diese besser brennen. Im Harz können sich hin und wieder Einschlüsse von Insekten befinden welche keinen negativen Effekt auf die Qualität des Harzes haben.

Rezepte und Anwendungen

Es gibt verschiedene Rezepte und Anwendungen für das Harz von Agathis philippinensis. Es kann beispielsweise als Zutat in Parfüms oder Duftmischungen verwendet werden. Auch in der Aromatherapie findet es Anwendung. Auch in Naturkosmetik kann es hervorragend eingesetzt werden. Durch seine alkohollösliche Eigenschaft lässt sich auch aus diesem Harz eine Tinktur herstellen. Es wird etwas Harz mit hochprozentigem Alkohol angesetzt. Du kannst das Harz im Verhältnis 1:5 in Weingeist ansetzten.

Artenschutz

Da Agathis philippinensis ein Baum ist, der das Harz produziert, ist auch der Artenschutz von großer Bedeutung. Die nachhaltige Ernte und der Schutz der natürlichen Lebensräume sind entscheidend, um eine langfristige Verfügbarkeit des Harzes zu gewährleisten.

Insgesamt ist Agathis philippinensis Harz ein vielseitiger Rohstoff mit verschiedenen Anwendungen in der Volksheilkunde, Lackherstellung und im Brauchtum. Sein intensives Aroma und seine besonderen Eigenschaften machen es zu einem beliebten Naturprodukt. Der Artenschutz spielt eine wichtige Rolle, um die nachhaltige Nutzung des Harzes zu gewährleisten.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

WERDE FNL KRÄUTEREXPERT*IN und besuche unseren Volksheilkundlichen Kräuterkurs nach Ignaz Schlifni!

September 2024 . KURSSTART VORARLBERG – RHEINTAL. Raum Hard . Wochenends

FNL Referentin: Marlies Schneider