Naturkosmetik: So machst du deine eigene Shampoo Bar

Immer wenn ich im Urlaub bei meiner Schwester bin, besuche ich einen Kosmetik-Rohstoff-Shop. Was für ein verhängnisvolles Geschäft.  Ich habe mir eine Liste geschrieben welche kosmetischen Rohstoffe ich haben möchte. Es ist schön mal direkt in ein Geschäft zu gehen und nicht alles Online zu bestellen. Man findet doch noch meistens etwas, dass nicht auf der Liste steht. Leider gibt es keinen Händler in unserer Nähe. So nütze ich immer die Chance und gehe in dieses Geschäft.

Wieder daheim habe ich mir Shampoon Bars gemacht. Ich habe mir schön aufgeschrieben was ich alles rein packen möchte.

Beim Umgang mit Tensiden wie SLSA sollte man vorsichtig sein, da feine Pulverpartikel die Atemwege reizen können. Eine geeignete Schutzausrüstung ist daher wichtig, um deine Gesundheit zu schützen. Hier sind einige Tipps:

  1. Atemschutzmaske: Trage eine hochwertige Atemschutzmaske (Mahler Maske die keine Dämpfe durchläst), die verhindert, dass du die feinen Partikel einatmest.
  2. Handschuhe: Verwende Handschuhe, vorzugsweise aus Nitril oder Latex, um Hautkontakt mit den Tensiden zu vermeiden.
  3. Schutzbrille: Eine Schutzbrille ist sinnvoll, um die empfindlichen Augen vor möglichen Reizungen zu schützen.
  4. Gut belüfteter Arbeitsplatz: Arbeite in einem gut belüfteten Raum oder, wenn möglich, im Freien. Ein Abzug oder eine Lüftungsanlage kann zusätzlich helfen, Staubpartikel zu entfernen.
  5. Langärmelige Kleidung: Trage Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, um Hautkontakt mit dem Pulver zu minimieren.

Beim Umgang mit Tensiden gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Eine gute Vorbereitung und die richtige Schutzausrüstung sorgen dafür, dass das Arbeiten mit solchen Stoffen sicher und angenehm bleibt.

Shampoo Bar Rezept

ZutatenVorgehensweise
70g SLSA (Tensid)
25g Lavaerde
30g Ziegenmilchpulver

10g Jojobaöl
10g Kokosöl
10g Sheabutter

2g Cetylalkohol

Rosenwurzwurzeltinktur, kann ersetzt werden
Kastanienblütentinktur, kann ersetzt werden
zB. durch Destilliertes Wasser

Perlglanz (optional)

Ich fügte einen Spritzer von hausgemachten Tinkturen hinzu. Diese beinhalteten sowohl Rosenwurzwurzeltinktur als auch Kastanienblütentinktur.
Zuerst muss man den Cetylalkohol in den Ölen auflösen (im Wasserbad). Anschließend die Sheabutter dazu geben und auch schmelzen lassen.

Die trockenen Zutaten habe ich in einer Schüssel vermischt. Ich habe einen Mundschutz getragen da das Tensid SLSA sehr fein ist und nicht in die Atemwege gelangen sollte.

Hat man das gemacht kann man ganz langsam die Öle untermischen. Dabei ständig kneten bis eine Masse entsteht die nicht auseinander bröselt aber auch nicht zu nass ist.

In Formen drücken und im Backrohr bei 50° ca. 1,5 h trocknen lassen. Anschließend gibt man die Formen in den Tiefkühlschrank für eine Zeit.

Ich glaube meine waren ca. 1 h darin. Ich konnte meine Bars anschließend gut auslösen.
Ich habe mein Rezept mit etwas Kastanienblütentinktur und Rosenwurztinktur ergänzt.

Tipp:

Statt Tinktur eignet sich Essig besonders gut, da der pH-Wert der Shampoo Bar gesenkt werden kann. Für die Kopfhaut wäre dies ganz besonders ideal. Dafür eignen sich alle möglichen Essigansätze wie Veilchen-Essig, Rosen-Essig usw.
Für die Farbe habe ich etwas Kupfer Perlglanz genommen. Diesen kann man aber auch weg lassen.

Ich habe sie natürlich rasch getestet und ich muss sagen sie sind einfach nur hervorragend geworden.

SLSA (Sodium Lauryl Sulfoacetate)

SLSA ist ein mildes, anionisches Tensid, das aus Kokos- und Palmölen gewonnen wird. Es erzeugt einen luxuriösen, stabilen Schaum und reinigt sanft, ohne die Haut auszutrocknen. Es eignet sich besonders für empfindliche Haut. Oft wird es als Alternative zu aggressiveren Tensiden wie SLS (Sodium Lauryl Sulfate) eingesetzt.

  • Ekocert-Konformität: SLSA wird häufig in Naturkosmetik verwendet, da es aus pflanzlichen Quellen stammt. Es ist jedoch wichtig, die spezifische Zertifizierung des Herstellers zu überprüfen, da nicht jedes SLSA-Produkt automatisch Ekocert-zertifiziert ist.
  • Biologische Abbaubarkeit: SLSA gilt als biologisch abbaubar. Es ist umweltfreundlich, da es aus natürlichen Quellen stammt. Außerdem zersetzt es sich in der Umwelt.

Lavaerde

Lavaerde, auch bekannt als Ghassoul, ist eine mineralreiche Tonerde. Sie reinigt sanft, indem sie überschüssiges Fett und Schmutz absorbiert. Dabei beeinträchtigt sie nicht die natürliche Schutzschicht der Haut oder Haare. Sie ist ideal für empfindliche Kopfhaut.

Ziegenmilchpulver

Ziegenmilch ist reich an Vitaminen (wie Vitamin A) und Mineralien. Sie spendet Feuchtigkeit, beruhigt die Haut und fördert die Regeneration. In einer Shampoo-Bar hilft sie, das Haar geschmeidig und gepflegt zu halten.

Jojobaöl

Jojobaöl ähnelt den natürlichen Hautölen und hilft, die Haarfollikel zu pflegen. Es stärkt die Haarstruktur.

Kokosöl

Kokosöl ist bekannt für seine tiefenpflegenden Eigenschaften. Es dringt in die Haarstruktur ein, stärkt sie von innen und schützt vor Haarbruch.

Sheabutter

Sheabutter ist reich an Vitaminen (A und E) ist. Sie beruhigt die Kopfhaut, reduziert Trockenheit und verleiht dem Haar Glanz.

Cetylalkohol

Cetylalkohol ist ein Fettalkohol, der als Konsistenzgeber dient. Er sorgt dafür, dass die Shampoo-Bar fest bleibt, und verbessert die Verteilbarkeit der pflegenden Inhaltsstoffe.

Es hat so Spaß gemacht, dass ich in dieser Richtung sicher noch etliche Rezepte kreieren werde.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.