Unterschiede zwischen Echter Katzenminze – und deren andere Arten erklärt

Die Echte Katzenminze stammt ursprünglich aus Südeuropa, Vorderasien und Nordamerika. Bei uns findet man sie in der Natur nur verwildert aus Kulturen. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler – Lamiaceae und besitzt blassrosa Blüten in Scheinquirlen. Der Name Katzenminze kommt daher, da sie auf Katzen anziehend wirkt. Katzenminzen gibt es ca. 300 Arten. Jedoch ist die Heilkräftige die Echte Katzenminze. Sie ist Nepeta cataria mit ihren hellen weißlichen Blüten. Die großen Blätter erinnern an Zitronenmelisse.

Porträt der Echten Katzenminze (Nepeta cataria)

Die Echte Katzenminze (Nepeta cataria), auch bekannt als Katzenmelisse oder Katzenkraut, ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie erreicht Wuchshöhen von 50 bis 100 Zentimetern und zeichnet sich durch ihre graugrüne, filzige Behaarung aus. Die Laubblätter sind eiförmig bis dreieckig, grob gezähnt und besitzen eine herzförmige Basis. Von Juli bis September erscheinen die weißlichen bis blassblauen Blüten, die in Scheinquirlen angeordnet sind. Ein charakteristisches Merkmal der Echten Katzenminze ist ihr intensiver, herber Duft, der auf das enthaltene ätherische Öl Nepetalacton zurückzuführen ist.

Unterschiede zu anderen Katzenminze-Arten

Obwohl alle Katzenminze-Arten zur Gattung Nepeta gehören und gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, gibt es markante Unterschiede:

  • Blütenfarbe: Die Echte Katzenminze hat weißliche bis blassbrosa Blüten. Andere Arten, wie die Nepeta faassenii (Blaue Katzenminze), präsentieren oft kräftig blaue bis violette Blüten.
  • Blattform und -farbe: Die Blätter der Echten Katzenminze sind graugrün und filzig behaart. Andere Arten, wie die Zitronen-Katzenminze (Nepeta cataria var. citriodora), haben oft grünere, weniger behaarte Blätter mit einem zitronigen Duft.
  • Wuchshöhe: Mit 50 bis 100 Zentimetern ist die Echte Katzenminze tendenziell höher als einige Zuchtformen, die kompakter wachsen.
  • Duft und Inhaltsstoffe: Der typische Duft der Echten Katzenminze wird durch Nepetalacton verursacht, das besonders Katzen anzieht. Andere Arten können unterschiedliche Duftprofile haben und variieren in ihrem Gehalt an ätherischen Ölen.

Immer wieder sehe ich Artikel über die Katzenminze und ihre Anwendungen mit der falschen Art. Mit diesem Artikel und den Bildern kann ich hoffentlich etwas aufklären.

Die Echte Katzenminze enthält flüchtige Iridoide die Attraktanzien für Katzen sind. Um genau zu sein handelt es sich um einen Stoff im ätherischen Öl, dem Nepetalacton, welcher Katzen anzieht. Wir haben tatsächlich eine Katze aus der Nachbarschaft, die sich immer ganz in der Nähe dieser Pflanze aufhält.

Die Pflanze muss ich mit einem Rankengitter schützen, sonst würde die Katze sich darauf wälzen.

Katzenminze hat aber durchaus noch weitere Namen wie Katzenkraut, Katzemelisse und im englischen Catnip oder Catmint.


Die ausdauernde Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden. Der Stängel und die Blätter sind samtig behaart und recht verzweigt. Die Farbe ist eher grau-grünlich und die untere Seite weißlich. Die Blüten sind weiß-rötlich oder blassrosa. Sie besitzt einen pfefferminz-ähnlichen Geruch aber im Geschmack ist sie eher bitter und scharf aromatisch.

Die Eigenschaften der Katzenminze sind wie folgt:

• krampflösend
• entblähend
• verdauungsfördernd
• schweißtreibend
• kühlend
• schmerzstillend
• tonisierend
• beruhigend
• fiebersenkend
• antibakteriell

Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl wie Nepetalacton, Bitterstoffe wie Iridoide, Gerbstoffe, Flavonoide

In der Volksheilkunde findet sie also Anwendung bei Hustenerkrankungen, Magenproblemen, Schlafstörungen, Wunden und auch bei Nervenschwäche.

Wegen ihres eher angenehmen Geschmackes und der beruhigenden und sanften Wirkung ist sie in der Volksheilkunde eine Pflanze für Kinder. Besonders Kinder kompensieren ihre Ängste und Sorgen in den Bauch. Das heißt sie reagieren mit Bauchschmerzen.

Katzenminze hilft dabei diese Blähungen und Verdauungsstörungen zu lösen. Zudem kann sie bei Kopfschmerzen, die im Zuge von Verdauungsproblemen auftreten Linderung schaffen.

Äußerlich hat man die Droge auch bei stumpfen Verletzungen in Form von Breiumschlägen verwendet.

Kurioses: Auf dem esoterischen Sektor finden sich Rezepte wieder, von „neuen Hexen“, welche in ihre Flugsalbe Katzenminze, Beifuß und Co. mischen, um eine ungiftige Flugsalbe zu rühren.

Ein Repellent aus Katzenminze ist überaus spannend da Stechmücken, Flöhe und Co den Geruch der Pflanze verabscheuen.

Achtung: Die Einnahme großer Mengen Echter Katzenminze kann zu Erbrechen führen.

Tipp:

Andere Katzenminze-Arten werden von manchen Kräuterkundigen für ähnliche Anwendungen genutzt. Sie unterscheiden sich jedoch in Duftintensität und Wirkstoffgehalt. Diese Unterschiede beeinflussen ihre spezifische Verwendung.

Es ist daher wichtig, die verschiedenen Arten der Katzenminze zu unterscheiden, um ihre jeweiligen Eigenschaften und Anwendungen optimal zu nutzen.

Aufpassen muss man ganz besonders im Gartenhandel. Denn die Echte Katzenminze ist selten erhältlich. Die meisten Menschen möchten nämlich die schönen blauen Blüten im Garten haben und nicht die unscheinbaren blass-rosa Blüten. Es zahlt sich aber aus, die richtige Katzenminze zu verwenden.

Rezept:

Glycerite aus Katzenminze

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Literatur: Biogene Arzneimittel, Tauscher/Melzig/Lindequist; Naturmedizin Heilkräuter, Penelope Ody; Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen, Das Beste; Hexenmedizin, Müller-Ebeling/Rätsch/Storl; Lexikon der Arzneipflanzen, Hiller/Melzig; 

 


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