Kürbislikör ist eine meiner liebsten Ideen, wenn die Kürbisernte reichlich ausgefallen ist und ich neben Suppe auch einmal etwas anderes zubereiten möchte. In meinem Garten habe ich hauptsächlich Hokkaido angebaut, weil mir sein Aroma besonders gut gefällt. Aus der Ernte entstanden schon Suppe, Marmelade, Chutneys mit Vogelbeeren und schließlich dieser Likör. Für den Kürbislikör kommen Grapefruit, Chili und Vanille mit ins Ansatzglas. Das ergibt eine ungewöhnliche Kombination für alle, die gerne neue Rezepte ausprobieren und sich etwas Herbstgenuss in die Flasche holen möchten.
Das Rezept braucht vor allem Geduld: Der Ansatz zieht mindestens fünf bis sechs Wochen an einem dunklen Ort. Wenn du ihn im Oktober vorbereitest, kannst du das Abfiltern bereits für den November einplanen. Ich serviere ihn gerne eiskalt und finde, dass er sich auch als kleines Mitbringsel für erwachsene Likörliebhaber anbietet.
Hokkaido-Kürbis für meinen herbstlichen Ansatz
Für dieses Rezept verwende ich Hokkaido-Kürbis. Diese Vorliebe stammt aus meiner eigenen Küche: Für mich passt sein Aroma besonders gut in den Ansatz mit Grapefruit und Gewürzen. Wenn du Kürbisse selbst anbaust, kennst du vielleicht die Freude, die eigene Ernte auf ganz unterschiedliche Weise zu verarbeiten. Genau daraus ist meine Idee für diesen Likör entstanden.
Die Kürbismenge im Rezept bezieht sich auf die vorbereiteten, klein geschnittenen Stücke. Entferne vorher den Stiel, die Kerne und das faserige Innere. Arbeite mit einem sauberen Messer und einem stabilen Schneidebrett. Wasche den Kürbis vor dem Zerteilen gründlich und verwende nur einwandfreie Zutaten. Für den Ansatz brauchst du außerdem ein sauberes, verschließbares Glas, in dem die Zutaten samt Flüssigkeit Platz haben.
Likör selber machen: die Zutaten
Wenn du Likör selber machen möchtest, lege dir zunächst alle Zutaten und die benötigten Gefäße bereit. So musst du während der Vorbereitung nicht nach Zucker, Gewürzen oder dem Ansatzglas suchen. Die Mengen stammen aus meinem ursprünglichen Kürbislikör-Rezept. Hier verwende ich die darin bereits genannte Vanille-Alternative.
Rezept für einen feinen Kürbislikör
Zutaten für einen Hokkaido-Kürbis Ansatz:
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800 g Hokkaido-Kürbis, klein geschnitten 1 Grapefruit, Fruchtfleisch in kleine Würfel geschnitten ohne Schale 2 Chili, nicht zu scharf 1/2 Tonkabohne oder eine Vanilleschote Ich habe dir eine besonders gute Vanilleschote verlinkt. Ich mag diese Qualität besonsers gerne. Markennennung ist einfach nur aus persönlicher Freude am Produkt und stellt keine Werbepartnerschaft dar. 560 g Kandiszucker braun |
Gib die vorbereiteten Kürbisstücke, das Grapefruitfruchtfleisch, die Chilischoten, die Vanilleschote und den braunen Kandiszucker in das Ansatzglas. Füge das Wasser hinzu und übergieße alles mit dem Korn. Verschließe das Glas und beschrifte es mit dem Inhalt und dem Datum des Ansatzes. Stelle das Glas für mindestens fünf bis sechs Wochen an einen dunklen Ort. Schüttle es während dieser Zeit immer wieder vorsichtig, damit sich der Kandiszucker auflösen kann. Das Glas bleibt dabei geschlossen. Ein Eintrag im Kalender hilft dir, den frühesten Zeitpunkt zum Abfiltern im Blick zu behalten. Nach der Ziehzeit seihst du die festen Zutaten ab. Anschließend kannst du den Likör durch einen Kaffeefilter laufen lassen. Bei meinem ursprünglichen Ansatz habe ich ihn zweimal auf diese Weise gefiltert, um möglichst viele Schwebstoffe zu entfernen. Fülle den gefilterten Kürbislikör in saubere, verschließbare Flaschen und beschrifte sie mit dem Abfülldatum. |
| Abseihen und in Flaschen füllen. Eiskalt servieren. |
Durch braunen Kandis, erhält der Likör eine schöne goldene Farbe. Bei den Chilis muss man aufpassen, wenn man nicht so gerne scharf isst. Du kannst auch Sternanis dazu geben für einen Weihnachtlichen touch oder eine Stange Zimt. |
Tipp:
Bei uns ist das Wasser sehr hart und es könnte dazu führen, dass der Likör trübe wird. Man kann für diese geringe Menge Wasser auch destilliertes Wasser verwenden. Bei weichem Wasser ist es kein Problem
Ich habe den Ansatz übrigens zweimal durch einen Kaffeefilter laufen lassen, um möglichst alle Schwebestoffe rauszufiltern. Viel Spaß beim Ausprobieren.
Ein Geschenk aus der Küche für den Herbst
Als Geschenk aus der Küche gefällt mir Kürbislikör besonders für Menschen, die ungewöhnliche Ansätze schätzen. Eine kleine Flasche mit einem schlichten Etikett reicht dafür schon aus. Notiere den Namen, die verwendeten Zutaten und das Abfülldatum. Vergiss den Hinweis auf Grapefruit und Alkohol nicht, damit der Beschenkte selbst entscheiden kann, ob der Likör für ihn passt.
Ich serviere meinen Kürbislikör gerne eiskalt. Du kannst eine kleine Flasche vor dem Servieren kalt stellen und ihn in kleinen Likörgläsern anbieten. Für mich steht dabei die Freude am Selbermachen im Vordergrund: Aus einem vertrauten Herbstgemüse entsteht etwas, das viele zunächst gar nicht erwarten.
Wenn du einen Teil deiner Ernte lieber zum Kochen verwenden möchtest, findest du auf meinem Blog auch meine Apfel-Kürbis-Suppe. So hast du neben dem Ansatz eine zweite Idee für deine Kürbisküche. Welche Zubereitung gefällt dir im Herbst am besten: Suppe, Chutney oder ein selbst angesetzter Likör?
Meine 5 besten Tipps für deinen Hokkaido-Kürbis Ansatz
- Alles vorher bereitstellen: Wiege die Kürbisstücke und den Kandiszucker ab und stelle Ansatzglas, Zutaten und Beschriftung bereit.
- Milde Chili wählen: Notiere dir die Sorte, damit du den Ansatz später mit derselben Schärfe wiederholen kannst.
- Den Termin festhalten: Schreibe das Ansatzdatum auf das Glas und plane mindestens fünf bis sechs Wochen Ziehzeit ein.
- In Ruhe filtern: Lass den Likör portionsweise durch den Kaffeefilter laufen. Mein ursprünglicher Ansatz wurde zweimal gefiltert.
- Persönlich verschenken: Beschrifte die Flasche mit Rezeptname und Abfülldatum und lege ein kleines Rezeptkärtchen dazu.
Im Anschluss findest du noch weitere Rezepte mit Kürbis sowie das Pflanzenportrait.
© Marlies Schneider, Buchautorin, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse und Kräuterwanderungen in Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz
Wichtiger Hinweis
Die Inhalte dieses Blogs dienen der allgemeinen Information und Wissensvermittlung rund um Pflanzen, traditionelle Anwendungen, Rohstoffe und Rezepturen. Grundlage meiner Beiträge sind Fachliteratur, überliefertes Wissen aus der Volksheilkunde sowie meine eigenen Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit Pflanzen und Rohstoffen.
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Meine Rezepte und Anleitungen erstelle ich mit großer Sorgfalt. Trotzdem können Pflanzen, Rohstoffe und Zubereitungen unterschiedlich reagieren und nicht für jeden Menschen gleichermaßen geeignet sein. Bitte achte deshalb auf mögliche Allergien, Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen sowie auf die notwendigen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen.
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