Sagapenum Harz

Herkunft und Merkmale

Sagapenum Harz, auch bekannt als Ferula persica die persische Asafoetida, gehört zur Familie der Apiaceae. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus dem Iran sowie dem Kaukasus und ist dort heimisch. Sie zeichnet sich durch ihre charakteristischen Merkmale aus, die sie von anderen Pflanzenarten unterscheiden. Eine weitere Art ist Ferula latisecta. Dabei handelt es sich um Doldenblütler mit ausgeprägtem Aroma. Im Iran sind 30 Gattungen Ferula erfasst worden. Einige dieser Gattungen werden für in der traditionellen Medizin zur Behandlung von Organerkrankungen eingesetzt. Weitere Namen zu Ferula persica wären Steckenkraut oder Persischer Riesenfenchel.

Harzgewinnung und Inhaltsstoffe

Die Gewinnung von Sagapenum Harz erfolgt hautsächlich aus der Wurzel der Pflanze. Eine Methode besteht darin, den oberen Teil der Wurzel vom umgebenden Erdreich zu entfernen und eine dünne Schicht der Wurzelspitze zu entfernen. Dieser Vorgang wird alle 4 Tage innerhalb 14 Tage wiederholt. Und ein Exsudat gewonnen. Das Harz aus dem ersten Schnitt wird als Kokh verkauft und hat einen höheren Preis als die darauffolgende Ernte die als Shir verkauft wird. Dieses Harz hat eine hohe Konzentration an wertvollen Inhaltsstoffen, die für verschiedene Anwendungen genutzt werden können. Dazu gehören unter anderem ätherische Öle, Terpene und andere bioaktive Substanzen wie Sesquiterpen-Cumarine, schwefelhaltige Verbindungen, Umbelliprenin, Farnesiferole. Allerdings gibt es eine weitere Gewinnung des Harzes in dem man den Stängel anritzt und das Harz austreten lässt. (sciencedirect.com, Mohsen Varzandeh)

Löslichkeit und Verwendung

Es handelt sich um ein Oleogummi Harz. Sagapenum Harz ist daher in Wasser unlöslich, löst sich jedoch gut in Alkohol auf. Diese Eigenschaft macht es zu einem beliebten Bestandteil in der traditionellen Volksheilkunde. Es wird zur Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt, wie z.B. Verdauungsprobleme, Entzündungen und Atemwegserkrankungen.

Es wurde eine Vielzahl an chemischen Verbindungen gefunden. Diese wirken antibakteriell, antimykotisch, zytotoxisch, entzündungshemmend und haben eine chemopräventive Wirkung gegen Krebs. (ncbi.nlm.nih.gov)

Brauchtum und Volksheilkunde

In einigen Kulturen hat Sagapenum Harz eine besondere Bedeutung im Brauchtum. Die Pflanze wurde für verschiedene Beschwerden verwendet wie Rheuma, Diabetes, Rückenschmerzen. Weiters wird es gerne für Parfums verwendet. In Lebensmitteln wird es als Gewürz eingesetzt. In kleinen Mengen gegessen hat es eine erwärmende Wirkung. Es ist blähungswidrig und leicht abführend. Es wird auch gerne bei Gicht oder Gelenkschmerzen verwendet. Empfohlen wird 0,5-3 g in etwas Honig eingenommen, um die sexuelle Kraft zu unterstützen. Weiters wird ihm nachgesagt, wenn man 6 Tränen isst, soll es gegen eine Nierenentzündung wirksam sein. Es wird diesem Harz also eine Vielzahl an Wirkungen nachgesagt. (aspfood.com)

Räuchern

Es wird beispielsweise beim Räuchern verwendet, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und negative Energien abzuwehren. Das Aroma des Harzes gilt beruhigend und erfrischend aber der Geruch ist eher scharf und würzig. Es macht also Sinn dieses Harz mit anderen Hölzern und Kräutern zu mischen. Das Harz wird in kleinen Mengen verwendet, damit es nicht zu dominant erscheint. Es ist hilfreich in Räuchermischungen die bei Angstgefühlen oder bei Kummer helfen sollen. Die Nerven kommen zur Ruhe und Stressgefühle lösen sich auf.

Fazit

Insgesamt ist Sagapenum Harz eine faszinierende Pflanze mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Ihre Herkunft aus dem Iran, ihre einzigartigen Merkmale und ihre Bedeutung in der Volksheilkunde machen sie zu einem interessanten Forschungsobjekt. Der Artenschutz spielt dabei eine entscheidende Rolle, um die Zukunft dieser Pflanze zu sichern und ihre nachhaltige Nutzung zu gewährleisten.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

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