Copaivabalsamharz

Copaifera reticulata

Copaivabalsamharz, auch als Räucherharz bekannt, stammt von der Pflanze Copaifera reticulata aus der Familie der Fabaceae. Dieser Baum ist in den tropischen Regionen Südamerikas beheimatet und wird wegen seines Harzes geschätzt. Er erreicht eine Wuchshöhe von ca. 19 Meter. Das Harz wird seit vielen Jahrhunderten in der Volksheilkunde verwendet und hat auch im Brauchtum eine wichtige Rolle gespielt.

Herkunft und Merkmale

Copaifera reticulata ist ein immergrüner Baum, der eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen kann. Er zeichnet sich durch seine auffällige Rinde und sein dunkelgrünes Laub aus. Die Blüten sind klein und unscheinbar, jedoch entwickeln sich aus ihnen eine einsamige Hülsenfrucht. Die ursprüngliche Heimat ist Südamerika, Mittelamerika und Afrika.

Harzgewinnung

Die Gewinnung des Copaivabalsamharzes oder Kopaivabalsam auch Jerusalembalsam oder Copaiba-Öl genannt, erfolgt durch Anbohren des Baumstamms oder der Äste. Das Harz tritt aus den Wunden aus und wird gesammelt. Diese Methode schadet dem Baum nicht und ermöglicht eine nachhaltige Nutzung des Harzes. Erhärtet dieses Harz entsteht rezenter Kopal. Der südamerikanische Balsam galt als wertvoller für medizinische Zwecke. Der westindische Balsam wurde aufgrund seiner trüben und dicken Konsistenz eher für technische Zwecke verwendet. Die Echtheit ließ sich gut durch das Mikroskop erkennen. Das Harz auf dem Bild stammt aus Brasilien. Direkt aus dem Amazonasgebiet von einem Projekt zur Erhaltung des Regenwaldes.

Inhaltsstoffe und Löslichkeit

Das Copaivabalsamharz enthält eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, darunter ätherische Öle, Terpene und Harzsäuren wie Kopaivasäure. Aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung ist das Harz wasserunlöslich, jedoch gut in Alkohol und anderen organischen Lösungsmitteln löslich. Es handelt sich dabei also um ein Oleoresin. Die Farbe des Harzes kann von hellgold bis dunkelbraun sein. Kopaivasäure wurde einst medizinisch verwendet und zeichnete sich durch ein weißes, kristallines Pulver aus.

Volksheilkunde und Brauchtum

Im Amazonasgebiet wird Copaivabalsamharz aufgrund seiner entzündungshemmenden und antiseptischen Eigenschaften geschätzt. Es wird zur Behandlung von Hauterkrankungen, Wunden, Entzündungen und Atemwegsbeschwerden eingesetzt oder durch topische Auflagen bei Gelenksbeschwerden verwendet. Auch im spirituellen Bereich hat das Harz eine lange Tradition. Es wird beim Räuchern verwendet, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und negative Energien zu vertreiben.

Aroma und Duft

Copaivabalsamharz besitzt einen angenehmen, leicht süßlichen Duft. Beim Räuchern entfaltet es sein volles Aroma und verströmt einen warmen, holzigen Geruch. Der Duft wird als beruhigend und harmonisierend beschrieben und kann beim Meditieren oder Entspannen unterstützen.

Räuchern mit Copaivabalsamharz

Da der Balsam sirupartig ist, ist es möglich, das Harz mit anderen Räucherstoffen zu mischen, um individuelle Duftkompositionen zu kreieren. Es lässt sich also sehr gut in Räuchermischungen einarbeiten. Der Duft ist etwas holzig, balsamisch mit einem Hauch von Vanille. Es ist ideal als Fixateur in Mischungen zu verwenden.

Artenschutz

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Copaiva ist es wichtig, auf den Artenschutz zu achten. Einige Arten sind aufgrund der starken Abholzung gefährdet. Eine nachhaltige Harzgewinnung und der Schutz der Bäume sind notwendig, um die Zukunft dieser wertvollen Ressource zu sichern. Es ist wichtig, nur Harz von vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen, die sich für den Erhalt der Bäume und ihrer natürlichen Lebensräume einsetzen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

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