Kräuterkraft: Beinwell-Ölauszug für Regeneration und Pflege

Ich habe einen großen Stock Beinwell im Garten. In der Volksheilkunde wird Beinwell lange verwendet und ist eine besonders wichtige Heilpflanze. Symphytum officinalis aus der Familie der Boraginaceae – Raublattgewächse. Er ist der Knochenheiler schlechthin. Sogar die Schulmedizin hat ihn zu schätzen gelernt. Diese Pflanze wurde in der Tat gut untersucht und man weiß das die Wallwurz – so auch genannt – die Heilung der Knochen bzw. das Zusammenwachsen fördert und unterstützt.

 

Rezept Beinwell-Öl-Mazerat selbstgemacht ©Marlies Schneider

Früher hat man die Blätter gegessen. Diese sollte man allerdings nicht mehr konsumieren denn man hat wie bei den meisten Raublattgewächsen Pyrrolizidinalkaloide gefunden. Dieser Wirkstoff gilt als Leberschädigend und findet sich auch in manchem Korbblütler wie im Huflattich – Tussilago farfara oder der Pestwurz – Petasites alba und Petasites hybridus wieder.

Man weiß, dass dieser Stoff den Fettsäurestoffwechsel und die Gallensäuresekretion stört. Zudem wirkt er auf die Leberzellen und hat einen mutagenen und cancerogenen Effekt da es zu einer chemischen Reaktion in der Leber kommt. Dieses Alkaloid ist ein Fraßschutz der Pflanze und ich glaube wir haben genug andere Pflanzen zu essen, um darauf verzichten zu können.

Auch für die anderen Heilpflanzen gibt es ausreichend unschädlichen Ersatz.

Allerdings möchte ich nicht auf meine Beinwellsalbe verzichten und diese wird äußerlich angewendet und stellt somit in der Regel kein Problem dar.

Beachte bitte: der Pyrrolizidingehalt ist bei der Wurzel bei 0,3-0,4 %. Dabei ist es gut zu wissen, dass Pyrrolizidinalkaloide nur wasserlöslich jedoch nicht öllöslich sind. Eine Salbe äußerlich angewendet ist hiermit nicht das große Problem.

Beachte bitte, dass die Produkte der Apotheken keine PAs (da aus Zuchtformen) mehr enthalten.

Die Wurzel kannst du zur frostfreien Zeit im Spätherbst, Winter und zeitigem Frühjahr graben. Ich steche ein Stück ab und wasche sie ganz vorsichtig. Die schwarze Schicht, welche die Wurzel umgibt sollte erhalten bleiben auch der Schleim sollte nicht abgewaschen werden. Damit wertvolle Wirkstoffe, die wir in der Salbe haben wollen, nicht verloren gehen.

Dann lösche ich die Kerzen und wiederhole den Vorgang an den nächsten beiden Tagen wieder. Anschließend wird das Öl abgeseiht und in ein sauberes Glas gefüllt. Du kannst das Öl für Salbe verwenden oder aber direkt als Einreibung benutzen.

Bei einem Knochenbruch kannst du so die Heilung unterstützen, auch bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelkater, Gelenkbeschwerden. Der Hauptwirkstoffe in der Beinwellwurzel sind ist Allantoin der 0,6-0,8% ausmacht, weiters Gerbstoffe, Schleimstoffe und Asparagin, Pyrrolizidinalkaloide.

Ich empfehle vor der Anwendung die Rücksprache mit dem Arzt.

Beachte: Die Salbe darf nur auf unverletzte Haut aufgetragen werden.

Du kannst auch gut getrocknete Beinwellwurzel verwenden.

Wie du den Echten Beinwell von anderen Arten unterscheiden kannst lernst du in meinem FNL-Kräuterexpertenlehrgang nach Ignaz Schlifni der FNL-Kräuterakademie.

Beachte: Hierbei handelt es sich wie bei all meinen Blogbeiträgen um Erfahrungen aus der Volksheilkunde. Diese Anwendung ersetzt keinen Gang zum Arzt.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.