Herkunft und Eigenschaften von Gnali-Harz
Das Gnali-Harz stammt von dem Baum Daniellia olivieri, der zur Familie der Fabaceae gehört. Dieser Baum ist vor allem in Afrika beheimatet und wird aufgrund seines Harzes geschätzt. Das Ganli-Harz wird aus den Stammwunden des Baumes gewonnen und hat eine gelbliche bis bräunliche Farbe. Es besitzt eine klebrige Konsistenz und einen charakteristischen Duft.

Der manchmal verdrehte Stamm kann einen Durchmesser von bis zu 2 Meter aufweisen. Er weist unter 9 m keine Äste auf. Hauptsächlich beschränkt sich sein Vorkommen auf das tropische Zentral,- und Westafrika. Das Holz wurde viel für Bodenbeläge, Möbelbau, Bootsbau oder für Fässer verwendet. Allerdings eignet es sich nicht für Schnitzereien oder derlei Dinge, da das Holz zu viel Gummi enthält. Das Harz wird gerne auch zum Verfälschen von Copaiba-Balsamen verwendet, welches von Copaifera-Arten gewonnen werden würde. (wikipedia.org)
Achtung: nicht zu verwechseln mit Copaiba-Balsam von Copaiba-Arten – Copaifera officinalis!
Inhaltsstoffe und Löslichkeit
Es handelt sich um ein Oleoresin mit einer gelben bis dunkelbraunen Färbung. Die Konsistenz ist ölig bis klebrig und es ist reich an ätherischen Ölen. Oleo verweist auf die enthaltenen ätherischen Öle und Resin verweist auf die extrahierten Harze, Wachse und sekundären Pflanzenwirkstoffe. Das Harz enthält verschiedene Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Terpene, Harzsäuren, Polyalthinsäure und Flavonoide. Diese Inhaltsstoffe verleihen dem Harz seine heilenden Eigenschaften. Das Gnali-Harz ist gut löslich in Alkohol, jedoch nicht löslich in Wasser.
Anwendung in der Volksheilkunde
Das Gnali-Harz wurde zur Behandlung von verschiedenen Beschwerden eingesetzt, wie zum Beispiel Entzündungen, Hauterkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden, Angina, Schlangenbissen, Rheuma, Kopfschmerzen, Bronchitis, und Husten. Es wurde innerlich wie äußerlich eingesetzt. Man hat den Kaugummi zum Füllen von Zähnen verwendet oder gekaut. Es wurden auch Perlen daraus gebastelt. Medizinisch wird das Harz auch bei Gonorrhoe eingesetzt. Zudem hat es eine abführende Wirkung. Bei Hauterkrankungen wie Abszessen, Ekzemen kann es hilfreich sein. Bei Juckreiz oder bei Zwischenrippenschmerzen wurden Einreibungen verwendet, um die Symptome zu lindern. Das Harz wurde auch in der Parfumherstellung verwendet. Zudem wurde das Harz gerne auch als Mückenschutzmittel verwendet. Es zeigte sich auch eine Anti-Aging-Wirkung des Exsudats. (sciencedirect.com)
Wissenschaft
Es laufen Studien zu diesem Oleoresin, welches ein signifikantes antioxidatives Potenzial gegenüber Prostatakrebszellen aufweist.
Räuchern
Da das Harz gut brennt und einen feinen Duft verströmt, wurde es gerne zum Ausräuchern von Häusern verwendet. Es hat eine wunderbare, reinigende Wirkung. Es unterstützt strapazierte Nerven und sorgt für ein geborgenes Wohlbefinden. Das Harz kommt zum Einsatz, wie Weihrauch. Zudem ist das Harz perfekt geeignet, um Meditationsräucherungen zu machen. Weiters kann es die Hellsichtigkeit steigern und sich positiv auf die Psyche auswirken. Der Duft ist süß und würzig und hat etwas von Zimt und Nelken.
Brauchtum und Rezepte
Das Gnali-Harz spielt auch eine Rolle im Brauchtum einiger afrikanischer Kulturen. Es wird beispielsweise beim Bierbrauen verwendet, um dem Getränk einen besonderen Geschmack zu verleihen. Außerdem wird das Harz zum Räuchern verwendet, um einen angenehmen Duft zu verbreiten und negative Energien zu vertreiben.
In der traditionellen Volksheilkunde gibt es verschiedene Rezepte, die das Gnali-Harz enthalten. Ein beliebtes Rezept ist die Herstellung einer Salbe, die bei Hauterkrankungen wie Ekzemen und Schuppenflechte angewendet wird. Dazu wird das in Kokosöl gelöste Harz mit anderen natürlichen Zutaten wie Bienenwachs emulgiert und zur Salbe verarbeitet.
Artenschutz und Nachhaltigkeit
Da der Baum Daniellia olivieri, von dem das Gnali-Harz gewonnen wird, in einigen Regionen Afrikas bedroht ist, ist es wichtig, den Artenschutz zu beachten. Die nachhaltige Ernte des Harzes ist daher von großer Bedeutung, um die Bestände des Baumes zu erhalten. Es werden bereits Maßnahmen ergriffen, um den Baum zu schützen und die nachhaltige Nutzung des Harzes zu fördern.
Insgesamt ist das Gnali-Harz ein wertvolles Naturprodukt mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Volksheilkunde. Es besitzt eine lange Tradition, wird jedoch auch heute noch geschätzt und genutzt. Durch den verantwortungsvollen Umgang mit dem Harz und die Einhaltung von Artenschutzmaßnahmen kann seine Verfügbarkeit langfristig gesichert werden.
© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz
Haftungsausschluss/Disclaimer
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
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FNL Referentin: Marlies Schneider

