Lippenpflege für kalte Tage


Ich habe schon oft Lippenbalsam gerührt aber so wirklich zu 100% glücklich war ich bis jetzt noch mit keinem Rezept. Schon länger habe ich somit geplant eine feine Lippenpflege zu rühren. Ganz besonders eine, für kalte Wintertage, die sich leicht auftragen lässt und ein angenehmes Gefühl verleiht.

Ich habe mir sagen lassen, dass Lanolin ganz besonders gut sein soll. Nun habe ich Lanolin eigentlich nicht in Verwendung. Allerdings habe ich vor einer Weile von einer FNL-Kollegin ein Döschen bekommen. Es ist von ihren eigenen Schafen gewonnenes Lanolin. Ich finde es wunderbar, wenn man Menschen kennt, die solche Produkte selbst erzeugen und man diese von ihnen beziehen kann. So weiß man doch zumindest was man hat und kann es ohne schlechten Gewissen nutzten.

Weiters habe ich in meinem Vorrat Hanfsamenbutter gefunden. Hanfsamenbutter ist ideal bei trockener, reifer oder empfindlicher Haut. Sie liefert uns essentielle Fettsäuren zudem sind sie reich an Omega 3,6 und 9 sowie Vitamin E. Überrascht bin ich auch über den angenehmen Geruch der Hanfsamenbutter, ist er doch anders als beim Öl. Ringelblumen- und Nachtkerzenöl sprechen fast schon für sich und dürfen in meinem Rezept nicht fehlen.

Folgendes Rezept ist nun entstanden:

8 g Lanolin

4 g Hanfsamenbutter

2 g Jojobaöl

4 g Ringelblumen – Mazerat (Ringelblume in Olive)

3 g Nachtkerzenöl

2 g reines Bienenwachs

2 g Honig vom Imker des Vertrauens

1 Tr. Vitamin E (optional)

2 Tr. D-Panthenol (optional)

5 Tr. ätherisches Öl, Lavendel fein

Lanolin, Hanfsamenbutter, Bienenwachs und die Öle über dem Stövchen zum Schmelzen bringen. Wenn alles verflüssigt ist, vom Stövchen nehmen und Honig, Vitamin E, D-Panthenol und das ätherische Öl dazu geben.

Alles sehr gut verrühren und schnell arbeiten damit du die Masse noch flüssig in die Tiegel abfüllen kannst. Abkühlen lassen und erst dann verschließen.

Dieser Lippenbalsam ist bewusst nicht sehr fest und eignet sich nicht als Lippenpflegestift.

Wunderbar lässt sich diese Lippenpflege auch mit Kindern herstellen. Es macht Spaß und sie ist schnell gemacht.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL

Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

 

 

 

Beinwell – Salomonssiegel – Balsam

Pflanzen Portrait:

Den Echten Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) kennt man auch unter dem Namen Wohlriechende Weißwurz oder Siegelwurz. Sie gehört zu der Familie der Asparagaceae – Spargelgewächse.

Die bei uns heimische, bis zu 50 Zentimeter hoch werdende Art, zeigt ihre weiß-grünen hübschen Blüten von ca. April bis Juni. Zu finden ist der Echte Salomonssiegel in Mischwäldern und gelegentlich auch mal auf einer Wiese. Die Pflanze hat ein Kreuz besonders die Beeren dürfen nicht verzehrt werden! Es gibt bei uns drei Arten sie unterscheiden sich wie folgt:
– Echter Salomonssiegel oder Wohlriechende Weißwurz – Polygonatum odoratum: 1 Blüte – im Herbst dann immer pro Blüte eine dunkle Beere. Kantiger Stängel und sie ist kleiner im Wuchs als Polygonatum multiflorum.

© Marlies Schneider

 

© Marlies Schneider

 

– Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum): 3 bis 5 Blüten – im Herbst mehrere dunkle Beeren. Runder Stiel. Etwas höher im Wuchs als Polygonatum odoratum. Ihr sagt man auch im Volksmund Vielblütiges Salomonssiegel.

© Marlies Schneider

 

– Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum): Blätter quirlständig – im Herbst rote Beeren und erst später schwarz-blau.

© Marlies Schneider

In der Pflanzenheilkunde benutzt man vom Salomonssiegel den im Herbst gesammelten Wurzelstock oder im frostfreien Winter. Der Wurzelstock ist geruchlos, die Blüten riechen angenehm aromatisch, der Geschmack der Pflanze ist aber eher bitter bis herb und kann Brechreiz auslösen.
Die Volksheilkunde sagt der Salomonssiegel wirkt abschwellend und hämolytisch. Der Salomonssiegel wird nur äußerlich angewendet. Aus dem Wurzelstock kann eine Tinktur oder ein Ölauszug hergestellt werden. Daraus wird ein sensationell guter Sehnen- und Bänderbalsam gemacht, für die diese Pflanze auch bekannt ist. Sie wird auch Siegelsalbe genannt, das ist vielleicht manchen ein Begriff.
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© Marlies Schneider

Den Ölauszug kann man gleich wie bei Beinwell herstellen. Die gereinigte Wurzel klein schneiden. In Olivenöl erhitzen nicht kochen sondern nur simmern lassen. Dann 10-20 Tage im Öl ziehen lassen, abseihen in eine dunkle Flasche füllen und beschriften.
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© Marlies Schneider

Für die Tinktur das Rhizom klein schneiden. In ein Glas geben und mit 80 % Alkohol aufgießen. 28 Tage (eine Mondphase) ziehen lassen. Abseihen und in eine dunkle Flasche füllen und beschriften.

Mein Balsam habe ich wie folgt gemacht:
50 ml Salomonssiegel-Öl
50 ml Beinwell-Öl
20 ml Johanniskraut-Öl
10 g Kakaobutter
10 g Bienenwachs (oder etwas mehr)Öl mischen im Wasserbad mit erwärmen bis sich Kakaobutter und Bienenwachs gelöst haben. Abfüllen und beschriften.
Sie kann bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelschmerzen, Bänderdehnung, Wunden und Rückenschmerzen eingesetzt werden.
Bänder und Knochen können mit diesem Balsam gut gepflegt werden.
Wenn du keinen Zugang zu Salomonssiegel hast, kannst du in der Apotheke fragen oder im Internet nach geschnittener Wurzel suchen.
Tinkturen gibt es auch fertig im Internet zu erwerben. Diese kann man aber sicher auch in einer guten Apotheke kaufen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.