Klettenlabkraut – Galium aparine

Heute möchte ich euch das Klettenlabkraut im Portrait vorstellen. Es ist eine Pflanze die sicherlich einfach zu bestimmen ist. Zudem ist sie auch leicht auffindbar. Dabei handelt es sich um eine sehr unscheinbare Pflanze aus der Volksheilkunde mit großem Potential.

Interessante Fakten:

Die Gattung der Ackerunkräuter umfasst viele verschiedene Arten, die gemeinhin als einjährige Pflanzen klassifiziert werden. Diese Pflanzen sind speziell dafür bekannt, dass sie in landwirtschaftlichen Flächen oder gestörten Böden gedeihen, wo sie oft mit Kulturpflanzen um Ressourcen konkurrieren. Die Wuchsform dieser Unkräuter ist typischerweise an ihre Umgebung angepasst, um schnelles Wachstum und effiziente Reproduktion zu ermöglichen.

Die Blätter der Ackerunkräuter sind häufig einfach und oft so gestaltet, dass sie eine maximale Photosynthese unter den gegebenen Umständen erreichen können. Sie können breit oder schmal sein, je nach Art, und sind oft stark in der Lage, Wasser und Nährstoffe effizient zu nutzen. Die Blüten dieser Unkräuter sind meist unauffällig, da die Pflanzen eher auf schnelle Fortpflanzung als auf Anlockung von Bestäubern ausgerichtet sind. Die Früchte der Ackerunkräuter sind in der Regel klein und zahlreich, was eine rasante Verbreitung und Besiedlung neuer Gebiete erleichtert.

Die Ausbreitung dieser Unkräuter erfolgt meist durch Samen, die entweder durch Wind, Wasser, Tiere oder menschliche Aktivitäten wie die Landwirtschaft verbreitet werden. Einige Arten besitzen spezielle Mechanismen wie Haken, wie das Klettenlabkraut oder klebrige Oberflächen, die es ihnen ermöglichen, an Tieren oder Maschinen zu haften und so über weite Strecken transportiert zu werden. Die effiziente Ausbreitung ist ein Schlüssel zum Überleben dieser Pflanzenarten in oft feindlichen Umgebungen, wo sie schnell neue Standorte kolonisieren müssen.

Beschreibung: Das Klettenlabkraut, auch bekannt als Klebriges Labkraut, englisch Cleaver, ist eine kriechende, einjährige Pflanze aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sie ist in Europa, Nordamerika, Asien und Afrika verbreitet und wächst bevorzugt an schattigen Standorten, entlang von Zäunen, Hecken, Wegen und in Gärten. Die Pflanze ist leicht an ihren klettenartigen Haaren an den Blättern und Stängeln zu erkennen, die sich an Kleidung und Fell anheften. Sie wird als invasives Ackerunkraut eingestuft.

Die Römer wussten schon um die Eigenschaften des Klettenlabkraut und tranken es mit Wein. Im 16. Jahrhundert wurde Klettenlabkraut auch in Speisen beigemischt um Schlank zu bleiben.

Heilwirkungen:

  1. Entgiftend und entwässernd: Klettenlabkraut wirkt harntreibend und unterstützt die Ausscheidung von Giftstoffen und überschüssiger Flüssigkeit aus dem Körper. Es kann daher bei der Behandlung von Ödemen und zur Reinigung des Blutes eingesetzt werden.
  2. Hautpflege: Aufgrund seiner adstringierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften wird Klettenlabkraut traditionell zur Behandlung von Hautproblemen wie Akne, Ekzemen und Hautreizungen verwendet.
  3. Lymphatisches System: Klettenlabkraut wird auch zur Unterstützung des lymphatischen Systems eingesetzt, um Schwellungen und Entzündungen zu reduzieren und die Funktion des Immunsystems zu verbessern.
  4. Verdauungsfördernd: Die leicht abführende Wirkung von Klettenlabkraut kann helfen, die Verdauung zu fördern und Verstopfung zu lindern.
  5. Cholesterinsenkend und regulierend.

Inhaltsstoffe: Die heilenden Eigenschaften des Klettenlabkraut sind auf eine Vielzahl von bioaktiven Verbindungen zurückzuführen, darunter:

  • Flavonoide: Diese antioxidativen Verbindungen wirken entzündungshemmend und unterstützen das Immunsystem.
  • Iridoide: Sie verleihen der Pflanze ihre harntreibenden und entzündungshemmenden Eigenschaften.
  • Cumarine: Diese Verbindungen wirken leicht blutverdünnend und können die Durchblutung verbessern.
  • Schleimstoffe: Sie können die Schleimhäute beruhigen und Entzündungen lindern.
  • Weiters enthalten sind Gerbstoffe, Kaffeesäure, zahlreiche Flavone, ätherische Öle, organische Säuren.

Anwendungen:

  1. Tee: Ein Aufguss aus Klettenlabkraut kann als entwässerndes und entgiftendes Tonikum getrunken werden. Dazu 2 Teelöffel getrocknetes Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 10-15 Minuten ziehen lassen.
  2. Umschläge: Ein Abkochung von Klettenlabkraut kann zur äußerlichen Anwendung bei Hautproblemen verwendet werden. Dazu 2 Esslöffel getrocknetes Kraut in einem Liter Wasser kochen, abseihen und abkühlen lassen. Dann ein sauberes Tuch in die Flüssigkeit tauchen und auf die betroffenen Hautstellen auftragen.
  3. Tinktur: Eine Tinktur aus Klettenlabkraut kann hergestellt werden, indem man frisches Kraut in hochprozentigem Alkohol einlegt. Diese kann zur äußerlichen Anwendung bei Hautproblemen oder zur inneren Anwendung als Entgiftungsmittel verwendet werden.
  4. Succus: Ein Presssaft aus Klettenlabkraut kann wunderbar verwendet werden um die Blutreinigung und das Lymphsystem zu unterstützen.

Es ist wichtig zu beachten, dass vor der Verwendung von Klettenlabkraut als Heilmittel immer ein qualifizierter Kräuterkundiger oder Arzt konsultiert werden sollte, insbesondere bei schwangeren oder stillenden Frauen sowie bei Personen, die andere Medikamente einnehmen oder unter schweren Erkrankungen leiden.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Quelle: mikroskopie-forum.de Hans-Jürgen Koch, wikipedia.org, bioaktuell.ch, kräuter-buch.de

Kennst du schon Succus oder Succi?

Was ist denn das?

Ganz kurz gesagt handelt es sich um eine weitere Zubereitungsart von Kräutern. Dabei dreht es sich um einen frischgepressten Saft einer Pflanze oder Frucht. Es handelt sich um eine eher weniger gebräuchliche Zubereitung. Vermutlich ist sie in Vergessenheit geraten. Ich finde allerdings diese Art der Pflanzenverarbeitung hat durchaus Potential und sollte wieder etwas bekannter werden.

Rezept für Succus oder Succi ein konservierter Pflanzenpresssaft ©Marlies Schneider

Bis ins 18. Jahrhundert war ein Succus oder Succi nichts ungewöhnliches. Es wird vermutet, dass diese Art von Pflanzenextrakt durch die Zubereitung von Tinkturen verdrängt wurde.

Der Nachteil ist, ohne Entsafter wird die Zubereitung eines Succus eher schwer. Nun es gibt zwei Möglichkeiten.

  1. Man gibt die zerkleinerten Kräuter durch den Entsafter. Das ist nun keine Kunst.
  2. Man mixt die Kräuter mit etwas Wasser im Standmixer und presst den Saft anschließend durch ein Tuch. Dies ist eine ideale Lösung wenn man keinen Entsafter besitzt. Das auspressen ist vielleicht etwas anstrengender aber lohnenswert.

Kräuterkenner stellen immer noch Succus her und verwenden diese unterschiedlich. Idealerweise lassen sich so auch Kräuter, von denen reichlich vorhanden ist, gut verarbeiten. Zudem sieht man schon auf den Bildern wie gut diese Säfte voll mit Chlorophyll sind. So ein Presssaft ist voll mit Wirkstoffen und Vitaminen.

Was unterscheidet denn nun ein Succus von einem frischen Presssaft? Nun selbstverständlich kannst du den frischen Presssaft gleich verwenden. Weiters kannst du den Saft auch in Eiswürfelformen geben und einfrieren. So lässt er sich wunderbar portionsweise entnehmen. Ansonsten ist der große Nachteil, dass sie nicht lange Haltbar sind.

Traditionell wurde früher aber ein Succus haltbar gemacht, in dem man den Saft mit einem mindestens 25% Alkoholgehalt konserviert hat. Um noch einen kräftigeren Pflanzenextrakt herzustellen, kann man Tinktur aus der selben Pflanze zum Konservieren hinzu geben.

Manche verwenden statt Alkohol, 1 Teil Presssaft und 1 Teil Honig. Allerdings ist auch diese Zubereitungsform relativ kurz haltbar. Manchmal erleichtert der Honig aber die Einnahme.

Ein Succi kann man auch wunderbar als Limonade aufspritzen oder zum Mixen von Cocktails verwenden. Ein Succi passt auch wunderbar ins Salatdressing oder als Suppenzugabe. Allerdings geht es in diesem Artikel eher weniger um eine kulinarische Verwendung von diesen Säften.

Ich verwende mein Succi um meine Lymphe zu stärken und zu reinigen. Es ist eine wunderbare Frühjahrskur um der Milz und der Leber zu schmeicheln. Man sollte sich jedes Jahr in Organ vornehmen. Die Idee stammt von Ursel Bühring und ich finde sie wunderbar und für jeden umsetzbar.

Rezept für Succus oder Succi ein konservierter Pflanzenpresssaft ©Marlies Schneider

Ich habe mich an die Empfehlungen von James Green gehalten und meinen Pflanzensaft mit Alkohol konserviert. Das Verhältnis ist denkbar einfach 3 Teile Saft und 1 Teil Weingeist 96%. Wenn du Vodka oder ähnliches verwendet musst du mehr davon verwenden. Wichtig ist, dass das Endprodukt mindestens 25% Alkohol enthält.

Rezept:

verwendet habe ich für mein Succus

Klettenlabkraut – Galium aparine

Vogelmiere – Stellaria media

Große Klette – Arctium lappa

Ich habe aus allen Kräutern einen Frischpresssaft hergestellt und diesen mit Alkohol konserviert. Mein Produkt hat ca. 30 % Alkoholgehalt.

Anschließend habe ich je 50 ml entnommen und zusammen gemischt. Davon nimmt man täglich 3 tl ein.

Vor dem Gebrauch sollte man immer gut schütteln.

Noch ein paar weitere Fakten

1. Geschichte des Succus:

  • Der Begriff „Succus“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Saft“.
  • Schon in der Antike wurde der Succus als eine wichtige Form der Medizin angesehen. Sowohl die alten Griechen als auch die Römer nutzten frische Pflanzensäfte für ihre heilenden Eigenschaften.
  • Im Mittelalter wurden frische Pflanzensäfte weiterhin in der Kräuterheilkunde eingesetzt.

2. Herstellung von Succus:

  • Succus wird durch das Auspressen oder Extrahieren von Saft aus frischen Pflanzen hergestellt. Dies kann durch Pressen, Ausdrücken oder Zerkleinern der Pflanzen erfolgen.
  • Die frischen Pflanzen können Blätter, Stängel, Blüten oder Wurzeln sein, je nach den gewünschten heilenden Eigenschaften und Anwendungen des Succus.
  • Nach dem Extrahieren wird der Pflanzensaft oft filtriert, um grobe Partikel zu entfernen, und dann in Flaschen abgefüllt oder anderweitig gelagert. Meine Succus sind nicht sehr fein gefiltert und müssen darum immer gut geschüttelt werden.

3. Verwendung von Succus:

  • Succus kann intern oder extern angewendet werden, je nach den spezifischen Heilwirkungen und Anwendungen der verwendeten Pflanze.
  • Intern kann Succus als Teil einer Kräutertherapie eingenommen werden, um verschiedene Beschwerden und Krankheiten zu behandeln. Dies kann die Einnahme von kleinen Mengen des Safts allein oder die Verdünnung in Wasser oder anderen Flüssigkeiten umfassen.
  • Extern kann Succus auf die Haut aufgetragen oder für Gurgeln oder Spülungen verwendet werden, um lokale Beschwerden zu behandeln oder die Hautgesundheit zu fördern. Hierbei kannst du auch wunderbar einen Wickel daraus herstellen und auflegen. Waschungen und Kompressen sind auch möglich.
  • Als frischen Presssaft mit etwas Buttermilch schmeckt er auch hervorragend.

4. Potenzielle Vorteile von Succus:

  • Die potenziellen Vorteile von Succus hängen von den verwendeten Pflanzen ab und können eine breite Palette von Gesundheitszuständen und Beschwerden abdecken.
  • Einige häufig verwendete Pflanzen für Succus und ihre potenziellen Vorteile sind unter anderem:
    • Brennnessel: Blutreinigend, entzündungshemmend, unterstützt die Nierenfunktion.
    • Löwenzahn: Entgiftend, leberstärkend, verdauungsfördernd.
    • Schafgarbe: Entzündungshemmend, krampflösend, magenberuhigend. (Nicht in der Schwangerschaft, da das Kraut menstruationsfördernd ist.)
    • Birke: Harntreibend, entzündungshemmend, unterstützt die Nierenfunktion.
    • Vogelmiere: entzündungshemmend, regt die Verdauung an, hilft bei Rheuma und Gelenksentzündungen und unterstütz die Leber
    • Große Klette: entzündungshemmend, gilt als Detox-Kraut, generell reinigend, hilft gegen alle Art von Husten, stoffwechselfördernd, blutreinigend
    • Klettenlabkraut: regt das Lymphgefäßsystem an, stimuliert das Immunsystem, blutreinigend, antibakteriell

5. Sicherheit und Vorsichtsmaßnahmen:

  • Obwohl Succus als natürliche Form der Medizin betrachtet wird, sollten dennoch Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, insbesondere wenn sie intern eingenommen werden.
  • Einige Pflanzensäfte können allergische Reaktionen oder unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, insbesondere bei empfindlichen Personen oder bei Überdosierung.
  • Es ist ratsam, vor der Einnahme von Succus einen qualifizierten Kräuterkundigen oder Arzt zu konsultieren, um sicherzustellen, dass es für Ihre spezifischen Bedürfnisse und Gesundheitszustände geeignet ist.

Mit diesen Informationen kannst du ein fundiertes Verständnis über Succus entwickeln und entscheiden, ob es für deine individuellen Bedürfnisse und Gesundheitsziele geeignet ist.

Weiters sind nur „saftige“ Pflanzen dafür geeignet wie die oben beschriebenen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.