Rosskastanien Shampoo

p1100440Ich bin total begeistert von meinem Rosskastanien Shampoo. Ich wollte schon länger ein Shampoo rühren, ohne diversen schwer zu beschaffenden Inhaltsstoffen. Es sollte ein einfaches Rezept sein und einfach umsetzbar. Ich färbe meine Haare schon seit ein paar Jahren nicht mehr und verwende schon lange keine herkömmlichen Shampoos mehr. Ich habe diverse natürliche Haarwaschmittel probiert. Eine ganze Weile davon das Shampoo von RINGANA (hierzu mehr darüber). Dieses hat mir bei der Umstellung auf No poo sehr geholfen. Ich bin nun bei der „Water-only-Methode“ angelangt und das klappt ganz gut.

Ab  und zu braucht es eine Natronwäsche mit anschließender Essig-Spülung. Dafür rührst du einfach etwas Natron mit etwas Wasser an und massierst es direkt in den Haaransatz. Mit der Essigrinse bekommst du das Natron leicht wieder raus. Dass der Essig wegen des Säureschutzmantels nötig sei, darauf möchte ich gar nicht eingehen. Denn dieses Thema ist sehr umstritten. Nicht mal Experten sind sich einig ob unsere Haut sauer oder basisch sein soll.

Aber der Essig löst das Natron auf und dies erleichtert das Ausspülen enorm. Hin und wieder hätte ich aber doch gerne mal den Griff zu einem Shampoo – und ich bin ja nicht alleine in unserem Haushalt.

Für mein Shampoo habe ich verwendet:p1100423

600 g Rosskastanien püriert (wie ich das mache: hier)

2 l Wasser

2 große Zweige Rosmarin – Rosmarinus officinalis

3 große Zweige echter Gewürz-Lavendel – Lavendula angustifolia (diese Sorte hat schöne gr0ße Blätter und ein sehr starkes Aroma)

1/2 Grapefruit, davon aber nur die Schale und den Trester vom Auspressen

1 Schale von einer Limette (allerdings kannst du jede Zitrusfrucht verwenden)

Gib alles zusammen in einen großen Topf (wirklich groß). Wir machen hier eine Aufkochung. Dies machen wir immer bei sehr hartem Pflanzenmaterial, um alle Inhaltsstoffe zu lösen. Dazu gehören Wurzeln oder wie hier die Rosskastanie. Ich habe das ganze nun für 30 bis 40 Minuten köcheln lassen. Bitte bleibe am Herd und rühre öfters um, denn das Ganze könnte sonst anbrennen. Wenn es etwas abgekühlt ist, kannst du Natron und Bittersalz hinzu geben – es schäumt. Dann erst das Öl und am Schluss noch Pektin. Ich habe alles noch etwas erwärmt- das wars dann schon.

1 El Paracaxiöl – Pentaclethra Macroloba Seed Oil (du kannst auch anderes verwenden)

1 Tl Pektin

8 El Bittersalz – Epsom Salt

8 El Natron

Ob das Pektin wirklich nötig ist, bezweifle ich, weil alles schon recht dickflüssig wirkt. Der Duft ist so gut, das keine ätherischen Öle mehr notwendig sind. Beachte, dass die Zugabe von Natron das Shampoo stark schäumen lässt. Beim nächsten Rezept werde ich es mit weniger versuchen. Allerdings hilft es, die Haltbarkeit zu verlängern. Lass die Mischung bei der Anwendung eine Weile in den Haaren einwirken. Die Masse schäumt auf dem Kopf übrigens nicht.

Bittersalz, oder im englischsprachigen Raum Epsom Salt genannt, ist eine Wohltat für die Haare. Bei uns ist es hauptsächlich nur als Abführmittel bekannt. Das ist schade, den es kann so viel mehr. Das Ganze bewirkt, dass du nach der Haarwäsche ein schönes Volumen erhältst. Das Natron macht die Haare schön weich. Die Kombination ist so gelungen und ich bin wirklich hin und weg von diesem Rezept.

Es kann aber schon sein, dass jemand der bis jetzt nur herkömmliche Shampoos benutzt hat, mit diesem Rezept nicht klar kommt.

Dabei gibt es einen einfachen Trick, wie du eine Umstellung beschleunigen kannst. Mit einer Mischung aus Bittersalz und Wasser kannst du Reste deiner Haarpflegeprodukte lösen. Verwende diese Mischung einfach als Spülung für deine Haare. Auch ein gutes Natur-Shampoo wie das von RINGANA hilft enorm, um eine rasche Umstellung zu erzielen. Es braucht Geduld, denn es gelingt nicht von einem Tag auf den anderen. Ich habe Jahre dafür gebraucht, damit die Talgproduktion der Kopfhaut gut funktioniert. So hatte ich aber nie mit fettigen Haaren zu kämpfen.

Wer unter Neurodermitis oder Schuppenflechte auf der Kopfhaut leidet, hat mit dem Bittersalz eine lindernde und heilende Wirkung. Die enthaltenden Kräuter dienen nicht nur dem Duft, sondern Rosmarin hat eine durchblutungsfördernde Wirkung – Lavendel hingegen hat eine beruhigende Wirkung.

Bürsten ist noch ein weiteres Kriterium, dass man unbedingt beachten sollte. Aber auch die regelmäßige Reinigung der Bürste gehört dazu.

 © Marlies Schneider

Rosskastanien Waschwunder

rosskastanie-1Meist wird sie als einheimische Pflanze bezeichnet. Das ist nicht ganz korrekt. Aber sie gedeiht in unseren Breiten gut. Eigentlich gehört die Rosskastanie – Aesculus Hippocastanum  zu den Neophyten. Ursprünglich stammt sie aus dem Orient und ist erst gegen 1576 nach Wien gekommen. Wir finden sie nun meistens in Parks oder Gastgärten wieder. Die Blüten kennt man als eine der Bach`s Blüten (Nr. 35) White Chestnut. Die Früchte hingegen haben wir als Kinder zum Basteln und Spielen gesammelt.

Nun habt ihr vielleicht schon mal davon gehört, dass  man aus Rosskastanien eine wunderbare Waschlauge herstellen kann. Jeder Survival Guide weiß darüber Bescheid. Denn in der Wildnis muss man sich saponinhaltige Pflanzen suchen die Seife ersetzen können. Saponine, dass sind Seifenstoffe die in manchen Pflanzen recht hoch enthalten sind. Dazu gehört die Rosskastanie, das Seifenkraut oder auch der Efeu und auch die importierte Waschnuss. Sie alle eigenen sich zum Wäsche waschen. In der Tat wasche ich mit der Rosskastanie schon mehrere Jahre und dies mit gutem Erfolg. Davor habe ich die indische Waschnuss verwendet und habe auch mit ihr gute Erfahrung gemacht.

Allerdings muss man sich erstmal daran gewöhnen, dass in der Waschmaschine kein Schaum zu sehen ist.

Eine Lauge für die Waschmaschine ist sehr einfach herzustellen. Dafür verwendest du die Früchte der Rosskastanie. Jetzt ist genau die richtige Zeit diese zu sammeln. p1100405Für alle die vorher die Waschnuss benutzt haben fällt eine Umstellung auf die Rosskastanie sehr leicht. Das schöne ist, man kann sie gratis von der Straße sammeln. Man spart nicht nur enorm viel Geld, sondern ihr schont damit die Umwelt und die Wasserbelastung sinkt.

Ich habe lange die ganzen Kastanien getrocknet und immer bei Bedarf mit einem Nussknacker zerkleinert und diese dann in einem Glas mit Wasser angesetzt. Ja du hörst richtig denn mehr braucht es dazu nicht.

Nun habe ich seit längerem einen Hochleistungsmixer der das Ganze doch vereinfacht. Ich gehe nun her und schneide die ganzen Nüsse mit der Brotmaschine in Scheiben. Danach kommen die Scheiben in meinen Mixer und werden so fein verarbeitet.

Danach gebe ich das feine Material auf ein Backblech und trockne alles bei ca. 80°C im Ofen. Lass am Anfang die Ofentür etwas offen damit der Dampf entweichen kann.

 

Das feine Waschgranulat fülle ich in dichte  Gläser ab. Bei Bedarf setzte ich 1 El für 1000 ml Wasser an. Dies reicht mir für einen Waschgang. Ideal ist es  wenn die Waschlauge 2 h ziehen kann bevor du sie verwendest. Längstens einen Tag. Wenn du die Lauge länger stehen lässt  fängt sie an zu gären. Zum Waschen kannst du sie schon verwenden, aber dann ist der Geruch der Wäsche nicht so schön.

Generell ist der Geruch der Wäsche neutral. Naja sie riecht einfach nach nasser Wäsche. Wenn du einen Duft möchtest gibt es ein paar Tricks. Dazu wird es aber noch einen extra Beitrag  geben.

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Umso feiner die Kastanien geschnitten sind umso schneller lösen sich die Saponine raus.

Bestimmte Flecken müssen aber vorbehandelt werden. Diese schafft die Waschlauge nicht. Damit du weiche Wäsche bekommst und auch um gegen Kalk vorzugehen kannst du einen Schuss Essig in die Waschkammer geben. Ich bevorzuge aber Reine Soda. Davon gebe ich 1 EL in die Waschkammer. Reine Soda hat den Vorteil, dass sich erst gar kein Kalk ablagert. Bei weißer Wäsche gebe ich noch 1 EL Sauerstoffbleiche hinzu.

Übrigens kannst du deine Waschlauge auch ganz normal als Geschirrspülmittel oder Puztmittel einsetzten.

Immer wieder hört man, man möge die Kastanien den Wildtieren lassen. Bei uns wachsen die Bäume aber meist kultiviert in Gärten oder Parks in den Städten. Unser Jäger hat keine Verwendung für sie da wir zu wenig Hirsche in unserer Region haben. In anderen Gebieten ist das anders und man ist über eine Abgabe froh. Erkunden lohnt sich also.

© Marlies Schneider