Rosskastanie: Mythen und Fakten über Aesculus hippocastanum

Jetzt fallen überall die Früchte der Rosskastanien – Aesculus hippocastanum aus der Familie der Seifenbaumgewächse. Es handelt sich dabei um eine Kapsel Frucht die den Samen frei gibt.

Sie ist nicht mit der Edelkastanie verwandt. Allerdings wurde sie früher Castaneda equina genannt, denn die Frucht der Rosskastanie ähnelt der Edelkastanie. 🌰

Man rätselt wie die Rosskastanie zum Pferd kam. Denn auch im botanischen Namen finden wir das Pferd „hippos“ sowie die Kastanie „castanum“ wieder.

Man gab die Rosskastanie vermutlich in den Pferdetrog zum Fressen bei Rosshusten 🤔. Oder man hatte die Pferde mit Brei eingerieben um die Durchblutung zu fördern. Oder kommt es etwa doch von den Hufeisen auf den Zweigen? Fragen über Fragen und doch wissen wir heute kaum wie die Pflanze zu ihrem Namen kam.

Als Amulett getragen sollte die Rosskastanie vor Krankheiten schützen.

Wusstest du, dass die Rosskastanie sehr viele Saponine enthält?

Das ist der Grund warum man mit ihr gut Wäsche waschen kann. Dazu habe ich schon einige Artikel veröffentlicht.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Wäsche waschen mit der Rosskastanie

Denk daran im September ist es wieder Zeit um Rosskastanien zu sammeln. Sie eignet sich hervorragend zum Wäsche waschen. Probiere es doch auch einmal aus. Sei überrascht wie gut es klappt und spare dabei jede Menge Geld.

Waschen mit der Rosskastanie ©Marlies Schneider

Wie es funktioniert erfährst du hier:

Rosskastanien Waschlauge

Hätte ich diese Tipps schon vorher bekommen, hätte ich mir einige Mühen sparen können.

Hier geht es also noch weiter zu nützlichen Tipps zu diesem Thema:

Rosskastanien Granulat hilfreiche Tipps

Generelle Infos zur Rosskastanie habe ich hier:

Rosskastanie Mythen und Fakten

Tipp zum Waschen:

Länge Haltbar ist deine Rosskastanien-Waschlauge wenn du die Rosskastanien mit kochend heißem Wasser übergießt. So ist sie ein paar Tage haltbar ohne das die Lauge gärt.

Du kannst aber auch auf ca 1 Liter Wasser 1 El Natron oder Borax geben.

Für Menschen die auf chemisches Waschmittel allergisch reagieren ist diese Variante ideal. Es ist ein Versuch wert.

Achtung:

Die Rosskastanie ist nicht verwandt mit der Edelkastanie – Maronen. Maronen eignen sich nicht zum Wäsche waschen. Sie enthalten nicht die nötigen Saponine der Rosskastanie.

Leider kommt diese Frage immer wieder auf!

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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DIY Waschgranulat aus Kastanien herstellen

Die Kastanien sind fertig verarbeitet und verpackt. Ich habe dafür einfach alte Weißblechkaffeedosen verwendet und ein paar Gläser. Nun kann wieder weiter gewaschen werden.

Ein paar Tipps möchte ich dir dazu noch geben. Es wäre schade, wenn es nicht gleich klappt und du das Handtuch wirfst.

Rosskastanien Waschlauge Rezept ©Marlies Schneider

In der Regel, wasche ich die Kastanien nicht vor wen ich Granulat zum Waschen herstelle. Im normal Fall sind sie nicht schmutzig und getrocknet als Wäschegranulat hatte ich in den vergangenen Jahren nie Probleme damit.

Wenn du aber weißt, dass du einen Teil davon auch für Kosmetik verwenden möchtest, dann ist es sinnvoll, die Kastanien in einem Wasserbad mit ca 1 EL Natron zu waschen. Diese Methode kannst du übrigens auch für Bio-Gemüse oder Bio-Obst anwenden (so ca. 20 Minuten sind gut). Damit wirkst du Keimen entgegen die zu vorzeitiger Schimmelbildung beitragen würden.

Wenn du nur Waschgranulat herstellen willst kannst du die Schale ohne weiteres daran lassen. Ich trockne allerdings immer einen Teil ohne Schale den ich dann zu Kastanienmehl verarbeite. Dieses Mehl dient zur Herstellung anderer Produkte.

Rosskastanien Waschlauge Rezept ©Marlies Schneider

Tipps zum Zerkleinern der Kastanien

Am leichtesten ist das Zerkleinern wenn sie so frisch wie  möglich verarbeitet werden. Ich habe sie mit der Brotmaschine zerkleinert und dann ab in den Mixer. Wenn du keine Brotmaschine hast eignet sich auch ein gutes Messer. Da dies aber sehr anstrengend ist habe ich auch ganze Kastanien getrocknet und erst bei Bedarf mit einem Nussknacker geöffnet. (Der Nussknacker auf dem Foto hat sich bewährt)

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Rosskastanien Waschlauge Rezept ©Marlies Schneider

Ich habe so gut es ging die Schale entfernt und darauf geachtet, dass die Kastanien so klein wie möglich wurden.

Auch einen Fleischhammer habe ich schon benutzt. Das führt aber nur zu einer ordentlichen Sauerei.

Tipp:

Wenn du einen Gartenhäcksler hast kannst du die Kastanien auch mit diesem zerkleinern. Zum Glück, schafft mein Mixer auch immer ein paar ganze Kastanien. Trotzdem ist es mühsame Arbeit die sich aber allemal lohnt. Beachte, dass du am meisten Saponine lösen kannst umso kleiner die Kastanie zerlegt wird. Sonst dauert es einfach etwas länger.

Da ich immer sehr große Mengen an Kastanien verarbeite bin ich mehrere Tage damit beschäftigt. Nach einer Woche ist es hilfreich wenn du das Natronbad anwendest. Dieses weicht die braune Schale etwas auf und die Kastanien lassen sich gut weiter verarbeiten.

Ich lasse die Kastanien dann für ca. 2 h im Natronbad liegen.

Möchtest du weiche Wäsche haben kannst du einen Schuss Essig zu jedem  Waschgang geben. Essig wirkt nicht nur gegen Kalk sondern er kann auch als Ersatz für Weichspüler eingesetzt werden.

Ansonsten habe ich dir ja schon berichtet, dass „Reine Soda“ ideal ist, da sich Kalk erst gar nicht ablagern kann. Ich gebe immer 1 EL in das Waschmittelfach. Bei weißer Wäsche hat sich noch 1 EL  „Reine Sauerstoffbleiche“ oder Waschsoda bewährt. Wenn du Waschsoda verwendest benötigst du die doppelte Menge von „Reinem Soda“

Am Anfang ist es komisch denn deine Wäsche hat keinen Geruch. Sie riecht einfach nach nassen Textilien. Dem kannst du aber ganz einfach entgegensteuern in dem du auf ein Tüchlein ein paar Tropfen ätherisches Öl gibst. Lavendel ist ein idealer Wäscheduft. Du betrügst dich zwar selber damit denn der Duft suggeriert frische Wäsche wie bei herkömmlichen Waschmitteln. Die Methode mit den ätherischen Ölen ist mir allerdings zu teuer geworden. So musste ich mir etwas anderes einfallen lassen.

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Duftpulver mit Natron und Kräuter ©Marlies Schneider

Wäscheduft mit Natron

Kräuter habe ich im Garten und Natron immer daheim. Du kannst also einen einfachen Wäscheduft, aus deinen Kräutern aus dem Garten und etwas Natron, selbst machen. Ich habe kein Rezept dafür. Nimm einfach ein Gläschen voll Natron und mische es mit Kräutern deiner Wahl. Diese können getrocknet aber auch frisch verwendet werden. Die Kräuter werden so fein wie möglich gemahlen. Getrocknet können sie pulverisiert werden. Frisch werden sie nach 2 Wochen raus gesiebt.

Natron konserviert die frischen fein gemixten Pflanzen. Das Natron färbt sich aber grünlich. Dies hat aber keine Auswirkung auf die weiße Wäsche.

1 EL zu jedem Waschgang hinzufügen und du hast einen feinen Duft.

Beachte, dass dieser Duft verraucht. Wenn du nun die Wäsche bügelst, kannst du dich noch weiter betrügen. Gib zum Bügelwasser ein Schuss Vodka mit ein paar Tropfen von ätherischen Ölen hinzu. So duftet dein Bügelwasser himmlisch. Weiters kannst du dir Kräutersäckchen in den Schrank legen. Diese beduften deinen Kleiderschrank. Diese haben einen großen Vorteil denn sie wirken Motten und Co damit entgegen.

Schlussendlich kommt die Phase da macht dir ein fehlender Duft nichts mehr aus. Ich verwende inzwischen nichts mehr davon. Aber es ist eine Bereicherung und gute Hilfe bei der Umstellung.

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Waschwunder Rosskastanie

Waschen mit Rosskastanie

Rosskastanien Shampoo ein Experiment

 

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Rosskastanien Shampoo Experiment

Ich wollte schon länger ein Shampoo rühren, ohne diversen schwer zu beschaffenden Inhaltsstoffen. Es sollte ein einfaches Rezept sein und einfach umsetzbar. Ich färbe meine Haare schon seit ein paar Jahren nicht mehr und verwende schon lange keine herkömmlichen Shampoos mehr. Ich habe diverse natürliche Haarwaschmittel probiert.

Ich gebe zu, dieses Rezept ist nicht gerade eine Sternstunde in meiner Reihe von Versuchen. Ich rate dringend davon ab!

Ich wollte dieses Experiment schon löschen, aber es verirren sich immer wieder Menschen hier her.

Experiment Rosskastanien-Shampoo ©Marlies Schneider

Ich habe so ziemlich alles ausprobiert. Von No Poo bis zu Water only. Naja es hat nicht so recht funktioniert wie ich mir das vorgestellt habe.

Ab  und zu brauchte es eine Natronwäsche mit anschließender Essig-Spülung. Dafür rührte ich einfach etwas Natron mit etwas Wasser an und massierst es direkt in den Haaransatz. Mit der Essig-Rinse bekam man das Natron leicht wieder raus. Aber mit der Zeit funktionierte das einfach nicht. Die Kopfhaut wurde zu trocken. Mit Roggenmehl, hatte ich immer Brösel im Haar. Das war genauso grauenhaft. Und Water only war nach drei Wochen ganz schlimm.

Nicht mal Experten sind sich einig ob unsere Haut sauer oder basisch sein soll. Fakt jedoch ist, wer schon eine trockene Kopfhaut hat, dem tut ein pH-Wert von 4,5-5 recht gut. Bei feiner eher fettigen Kopfhaut kann der pH-Wert auch etwas höher sein.

Was ich in der Zwischenzeit gelernt habe, ist das die meisten Konservierer nur im sauren Bereich wirksam sind. Auch das es wichtig ist den pH-Wert anzupassen. Aber gut, dass ist ein ganz eigenes Thema.

Nun zurück zur Natron-Essig-Spülung:

Der Essig löst das Natron auf und dies erleichtert das Ausspülen enorm. Hin und wieder hätte ich aber doch gerne mal den Griff zu einem Shampoo gehabt – und ich bin ja nicht alleine in unserem Haushalt.

Nun kam es zum Experiment mit der Rosskastanie.

Rezept (nicht nachmachen)

600 g Rosskastanien püriert (wie ich das mache: hier)

2 l Wasser

2 große Zweige Rosmarin – Rosmarinus officinalis

3 große Zweige echter Gewürz-Lavendel – Lavendula angustifolia (diese Sorte hat schöne gr0ße Blätter und ein sehr starkes Aroma)

1/2 Grapefruit, davon aber nur die Schale und den Trester vom Auspressen

1 Schale von einer Limette (allerdings kannst du jede Zitrusfrucht verwenden)

Gib alles zusammen in einen großen Topf (wirklich groß). Wir machen hier eine Aufkochung. Dies machen wir immer bei sehr hartem Pflanzenmaterial, um alle Inhaltsstoffe zu lösen. Dazu gehören Wurzeln oder wie hier die Rosskastanie. Ich habe das ganze nun für 30 bis 40 Minuten köcheln lassen. Bitte bleibe am Herd und rühre öfters um, denn das Ganze könnte sonst anbrennen. Wenn es etwas abgekühlt ist, kannst du Natron und Bittersalz hinzu geben – es schäumt. Dann erst das Öl und am Schluss noch Pektin. Ich habe alles noch etwas erwärmt- das wars dann schon. (Aus chemischer Sicht macht das keinen Sinn)

1 El Paracaxiöl – Pentaclethra Macroloba Seed Oil (du kannst auch anderes verwenden)

1 Tl Pektin

8 El Bittersalz – Epsom Salt

8 El Natron

Ob das Pektin wirklich nötig ist, bezweifle ich, weil alles schon recht dickflüssig wirkt. Der Duft ist so gut, so dass keine ätherischen Öle mehr notwendig sind. Beachte, dass die Zugabe von Natron das Shampoo stark schäumen lässt. Beim nächsten Rezept werde ich es mit weniger versuchen. (was nie kam!) Lass die Mischung bei der Anwendung eine Weile in den Haaren einwirken. Die Masse schäumt auf dem Kopf übrigens nicht.

Bittersalz, oder im englischsprachigen Raum Epsom Salt genannt, ist eine Wohltat für die Haare. Bei uns ist es hauptsächlich nur als Abführmittel bekannt. Das ist schade, den es kann so viel mehr. Das Ganze bewirkt, dass du nach der Haarwäsche ein schönes Volumen erhältst. Das Natron macht die Haare schön weich.

Mit einer Mischung aus Bittersalz und Wasser kannst du Reste deiner herkömmlichen Haarpflegeprodukte lösen. Verwende diese Mischung einfach als Spülung für deine Haare. Es braucht Geduld, denn es gelingt nicht von einem Tag auf den anderen. Ich habe Jahre dafür gebraucht, damit die Talgproduktion der Kopfhaut gut funktioniert und mit Naturshampoo klar kommt.

Die enthaltenden Kräuter dienen nicht nur dem Duft. Rosmarin hat eine durchblutungsfördernde Wirkung. Lavendel hingegen hat eine beruhigende Wirkung.

Bürsten ist noch ein weiteres Kriterium, dass man unbedingt beachten sollte. Aber auch die regelmäßige Reinigung der Bürste gehört dazu.

Da dieses Rezept keinen Konservierer enthält ist es für den sofortigen Gebrauch gedacht. Fazit, ich  habe mir gedacht ich möchte so etwas unbedingt einmal ausprobieren. Ich würde es nicht wieder machen da es ohne Konservierung nicht hält und immer frisch hergestellt werden muss.

Die Shampoo Bars sind viel unkomplizierter und inzwischen gibt es ja Kosmetik-Rohstoffhändler wie Sand am Meer. Tenside zu besorgen sind ist absolut kein Problem mehr.

Zudem ist bei Shampoo Bars oder konservierten Shampoos keine Verkeimung vorprogrammiert wie mit dem Rosskastanien-Shampoo.

Rezepte für bessere Shampoo

Shampoo Bar selbstgemacht

Du kannst ausprobieren ob du damit klar kommst. Das folgende Rezept bevorzuge ich für meine Haare jedenfalls sehr:

Shampoo Bar mit Amla

Shampoo Bars sind schnell gemacht und ein sicheres Produkt.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Rosskastanien Waschlauge: Umweltfreundliches Waschmittel Selbstgemacht

Meist wird sie als einheimische Pflanze bezeichnet. Das ist nicht ganz korrekt. Aber sie gedeiht in unseren Breiten gut. Eigentlich gehört die Rosskastanie – Aesculus Hippocastanum  zu den Neophyten. Ursprünglich stammt sie aus dem Orient und ist erst gegen 1576 nach Wien gekommen. Wir finden sie nun meistens in Parks oder Gastgärten wieder. Die Blüten kennt man als eine der Bach`s Blüten (Nr. 35) White Chestnut. Die Früchte hingegen haben wir als Kinder zum Basteln und Spielen gesammelt.

Rosskastanien Waschlauge Rezept ©Marlies Schneider

Nun habt ihr vielleicht schon mal davon gehört, dass  man aus Rosskastanien eine wunderbare Waschlauge herstellen kann. Jeder Survival Guide weiß darüber Bescheid. Denn in der Wildnis muss man sich saponinhaltige Pflanzen suchen, die Seife ersetzen können.

Saponine, dass sind Seifenstoffe die in manchen Pflanzen recht hoch enthalten sind. Dazu gehört die Rosskastanie, das Seifenkraut oder auch der Efeu und auch die importierte Waschnuss. Sie alle eigenen sich zum Wäsche waschen. In der Tat wasche ich mit der Rosskastanie schon mehrere Jahre und dies mit gutem Erfolg. Davor habe ich die indische Waschnuss verwendet und habe auch mit ihr gute Erfahrung gemacht.

Allerdings muss man sich erstmal daran gewöhnen, dass in der Waschmaschine kein Schaum zu sehen ist.

Eine Lauge für die Waschmaschine ist sehr einfach herzustellen. Dafür verwendest du die Früchte der Rosskastanie. Für alle die vorher die Waschnuss benutzt haben fällt eine Umstellung auf die Rosskastanie sehr leicht. Das schöne ist, man kann sie gratis von der Straße sammeln. Man spart nicht nur enorm viel Geld, sondern ihr schont damit die Umwelt und die Wasserbelastung sinkt.

Zubereitung von Rosskastanien Waschlauge:

1-2 El zerkleinerte Rosskastanien

1 Liter kochendes Wasser

Gib in eine Milchflasche zuerst die Rosskastanien und übergieße diese mit kochendem heißem Wasser. Verschließen und für 2 h ziehen lassen. Zwischendurch immer wieder schütteln.

Anschließend abfiltern und den Sud wieder in saubere Flaschen füllen. Der Liter Rosskastanienwasser reicht mir für drei Maschinengänge.

Rosskastanien Waschlauge Rezept ©Marlies Schneider

Zu meinen Anfängen mit der Rosskastanie:

Ich habe lange Zeit die ganzen Kastanien getrocknet. Bei Bedarf habe ich sie immer mit einem Nussknacker zerkleinert. Dann habe ich diese in einem Glas mit Wasser angesetzt. Ja du hörst richtig denn mehr braucht es dazu nicht.

Leider war das mit der Zeit sehr mühsam und benötigte immer viel Zeit.

Nun habe ich seit längerem einen Hochleistungsmixer der das Ganze doch vereinfachte. Ich ging nun her und schnitt die ganzen frischen Nüsse mit der Brotmaschine in Scheiben. Danach kamen die Scheiben in meinen Mixer und wurden so fein verarbeitet.

Nach dieser Variant mit der Brotmaschine musste ich zur Physio, da mein Rücken beleidigt war.

 Also war das noch nicht die ideale Lösung.

Bewährt hat sich, die gewaschenen, sauberen Rosskastanien Früchte durch den sauberen Gartenhäcksler zu geben.

Oben reinschmeißen und unten mit einer großen Wanne oder Kübel auffangen. Man hat sofort feines Granulat!

Danach gab ich das feine Material auf ein Backblech und trocknete alles bei ca. 80°C im Ofen.

Man muss unbedingt am Anfang die Ofentür etwas offen damit der Dampf entweichen kann.

Das feine Waschgranulat fülle ich in dichte  Gläser ab. Bei Bedarf setzte ich 1 El für 1000 ml Wasser an. Dies reicht mir für einen Waschgang. Ideal ist es  wenn die Waschlauge 2 h ziehen kann bevor du sie verwendest. Längstens einen Tag. Wenn du die Lauge länger stehen lässt  fängt sie an zu gären. Zum Waschen kannst du sie schon verwenden, aber dann ist der Geruch der Wäsche nicht so schön.

Generell ist der Geruch der Wäsche neutral. Naja sie riecht einfach nach nasser Wäsche. Wenn du einen Duft möchtest gibt es ein paar Tricks. Dazu wird es aber noch einen extra Beitrag  geben.

Rosskastanien Waschlauge Rezept ©Marlies Schneider

Umso feiner die Kastanien geschnitten sind umso schneller lösen sich die Saponine raus.

Bestimmte Flecken müssen aber vorbehandelt werden. Diese schafft die Waschlauge nicht. Damit du weiche Wäsche bekommst und auch um gegen Kalk vorzugehen kannst du einen Schuss Essig in die Waschkammer geben. Ich bevorzuge aber Reine Soda. Davon gebe ich 1 EL in die Waschkammer. Reine Soda hat den Vorteil, dass sich erst gar kein Kalk ablagert. Bei weißer Wäsche gebe ich noch 1 EL Sauerstoffbleiche hinzu.

Übrigens kannst du deine Waschlauge auch ganz normal als Geschirrspülmittel oder Puztmittel einsetzten.

Rosskastanien Waschlauge Rezept ©Marlies Schneider

Immer wieder hört man, man möge die Kastanien den Wildtieren lassen. Bei uns wachsen die Bäume aber meist kultiviert in Gärten oder Parks in den Städten. Unser Jäger hat keine Verwendung für sie da wir zu wenig Hirsche in unserer Region haben. In anderen Gebieten ist das anders und man ist über eine Abgabe froh. Erkunden lohnt sich also.

 

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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