Euphrasia officinalis: Ultimative Profi-Analyse & Anwendung

Wie wir schon gehört haben, enthält Augentrost (Euphrasia officinalis) zahlreiche bioaktive Inhaltsstoffe wie Iridoidglykoside (z.B. Aucubin), Flavonoide (Apigenin, Quercetin u.a.), Tannine sowie ätherische Öle und Bitterstoffe. Nach Analysen enthält das Kraut zudem nennenswerte Mengen an Vitamin C und β-Carotin (jeweils etwa 10–70 mg pro kg Trockenmasse) sowie Mineralien wie Calcium (ca. 1,8–11,5 g/kg) und Spuren von Chrom. Diese Nährstoffe und sekundären Pflanzenstoffe erklären zum Teil die bekannten entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften des Extrakts.

Euphrasia officinalis Augentrost - Arnika Gel
Augentrost – Arnika Gel

Traditionelle Verwendung und Geschichte

Anwendung in der Hautpflege

Risiken und Nebenwirkungen

Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder

In Schwangerschaft und Stillzeit sollte Euphrasia officinalis nicht angewendet werden. Es fehlen zuverlässige Studien zur Sicherheit, weshalb medizinische Quellen generell zur Abstinenz raten. Ähnliches gilt für Kleinkinder: Die meisten Hersteller emp­fehlen Euphrasia-Produkte (z.B. Augentropfen) erst ab einem Alter von 2 Jahren. So gibt Weleda an, dass ihre Euphrasia-Augentropfen erst ab 2 Jahren unbedenklich sind; bei unter 2-Jährigen solle man ärztlichen Rat einholen. Einige Apothekenheiler verweisen zwar darauf, dass auch bei Babys hängende oder verklebte Augen mit milden Augentropfen (mit Euphrasia) behandelt werden, doch gilt hier besondere Vorsicht. Auch aufgrund der Alkaloid-Warnung wird im Zweifelsfall zu konservativen Anwendungen (z.B. homöopathische Verdünnungen) geraten. Ich empfehle generell in meinen Kursen, an den Augen wird nicht herumexperimentiert.

Zusammenfassung und Vorsichtshinweise

Euphrasia officinalis ist ein vielseitiges Volksmittel: Es wirkt entzündungshemmend, adstringierend und wird sowohl für Augenbeschwerden als auch in der Hautpflege eingesetzt. Zugleich birgt die Pflanze Risiken, vor allem bei falscher Anwendung oder bei speziellen Patientengruppen. Häufige Nebenwirkungen sind lokale Reizungen oder Allergien. Insbesondere sollten Schwangere, Stillende und Kleinkinder auf Euphrasia-haltige Produkte verzichten. Wer Augentrost äußerlich nutzt, sollte darauf achten, sterile Arzneiformen zu verwenden und keine überdosierten Hausmittel anzurühren. Rücksprache mit dem Arzt ist unabdingbar. Ich verwende keine Tinktur an den Augen!

Professionelles Rezept für eine Euphrasia-Tinktur

Zutaten:

  • Euphrasia officinalis (Augentrost), getrocknet: 100 g
  • Ethanol (45 %): 500 ml

Anleitung:

  1. Vorbereitung: Die getrocknete Euphrasia officinalis fein zerkleinern, um die Oberfläche für die Extraktion zu vergrößern.
  2. Mazeration: Die zerkleinerte Pflanze in ein Glasgefäß geben und mit Ethanol übergießen, sodass die Pflanze vollständig bedeckt ist.
  3. Extraktion: Das Gefäß verschließen und an einem kühlen, dunklen Ort für 14 Tage aufbewahren. Täglich schütteln, um die Extraktion zu fördern.
  4. Filtration: Nach der Mazeration die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder Filterpapier abseihen, um die festen Pflanzenteile zu entfernen.
  5. Lagerung: Die fertige Tinktur in dunkle Glasflaschen abfüllen und lichtgeschützt lagern.

Dosierung:

Laut der französischen Arzneimittelbehörde ANSM kann die Tinktur in einer Verdünnung von 1:5 mit 45 % Ethanollösung hergestellt werden.


Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Extraktion

Studien haben gezeigt, dass die Extraktionsmethode einen Einfluss auf die Wirksamkeit der Tinktur hat. Eine Untersuchung verglich die Wirkung von Ethanol-, Ethylacetat- und Heptan-Extrakten von Euphrasia officinalis auf kultivierte menschliche Hornhaut-Epithelzellen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ethanol-Extrakte die gewünschten biologischen Aktivitäten am effektivsten vermitteln.

Augentrost – Arnika Gel

Das ist mein absolutes Lieblingsrezept mit Augentrost. Es wird bei Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen usw. verwendet.

60 g Arnika Tinktur (Arnica montana)

34 g Augentrost Tinktur (Euphrasia officinalis)

5 g Glycerin

1 g Xanthan

Das Glycerin und das Xanthan in einem Becherglas zusammen rühren und etwas lösen. Die beiden Tinkturen in einem weiteren Becherglas mischen.

Nun das Xanthangemisch zu den Tinkturen geben. Am besten schwenkst du das Glas nur ohne zu rühren. Jetzt deckst du das Glas luftdicht ab und lässt das Xanthan seine Wirkung entfalten. So vermeidest du recht gut eine Verklumpung und musst die Tinkturen nicht erwärmen. Lass das Glas über Nacht herumstehen. Du kannst ab und zu schwenken. Solltest du trotzdem Klümpchen im Glas haben, kannst du es am nächsten Tag etwas erwärmen. Das hilft, dass das Xanthan sich schnell löst. Vor dem Abfüllen gut rühren, bis eine schöne Gelkonsistenz entstanden ist.

Augentros - Arnika Gel
Augentrost – Arnika Gel

Während einer meiner Kräuterführungen ließ ich meinen Gedanken freien Lauf und fragte mich, ob Augentrost (Euphrasia officinalis) noch mehr kann, als nur für klassische Augenauflagen verwendet zu werden. Betrachtet man die Inhaltsstoffe, insbesondere Aucubin, liegt die Vermutung nahe, dass die Pflanze über starke entzündungshemmende Eigenschaften verfügt.

Inspiriert von dieser Idee entstand der Gedanke, Augentrost mit Arnika zu kombinieren, um ein pflegendes Gel für Bänder, Prellungen und Verstauchungen herzustellen. Das Ergebnis war beeindruckend: Das Gel ließ sich hervorragend auf verletzte Stellen auftragen und zeigte eine spürbare Schmerzlinderung sowie eine unterstützende Wirkung bei der Heilung.

Praktisch erprobt wurde das Gel bei verschiedenen Beschwerden – von einem Bänderriss über einen stark geprellten Zeh bis hin zu einem verdrehten Knie. In allen Fällen konnte eine lindernde und unterstützende Wirkung festgestellt werden. Die Kombination der beiden Heilpflanzen wirkt synergistisch: Augentrost liefert entzündungshemmende und beruhigende Effekte, während Arnika für ihre bewährten blutstillenden und regenerativen Eigenschaften bekannt ist.

Dieses Erlebnis hat mir einmal mehr gezeigt, wie vielseitig Heilpflanzen eingesetzt werden können, wenn man ihre Inhaltsstoffe und traditionellen Anwendungen mit modernen Erkenntnissen verbindet. Augentrost ist weit mehr als nur eine Pflanze für die Augenpflege – er kann aktiv zur Schmerzlinderung und Unterstützung bei Verletzungen beitragen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Johanniskraut-Rosen Schüttellotion

 

 

Die Schüttellotion aus Johanniskrautöl und Rosenhydrolat ist ganz einfach und schnell selbstgemacht.

Du benötigst nur eine desinfizierte saubere Flasche mit Sprühkopf.

Ich destilliere mein Rosenhydrolat selber aber es gibt auch wunderbares Rosenhydrolat zu kaufen.

Weiters benötigst du Johanniskrautölmazerat welches du nach dieser Herstellungsmethode machen kannst: klick.

Nun kannst du die Flasche zur Hälfte mit Rosenhydrolat auffüllen und den Rest der Flasche füllst du mit Johanniskrautöl auf.

50 % Johanniskrautöl

49 % Rosenhydrolat

1 Prise Salz

1,5 % Preservative eco oder ein Konservierer nach Wahl.

Wenn das Rosenhydrolat nicht Konserviert ist, muss noch unbedingt ein Konservierer wie zB Preservative eco mit 1,5 % hinzugegeben werden. Ansonsten reicht 1 % Preservative eco aus.

Eine Prise Salz gibt man auch noch ins Fläschchen. Dieses hilft, dass sich die beiden Phasen wieder optimal trennen.

Wenn deine Haut etwas mehr Feuchtigkeit benötigt kannst du auch etwas mehr Hydrolat verwenden. Benötigt sie aber mehr Fett dann nimmst du weniger Hydrolat und dafür mehr Öl. Vor Gebrauch sehr gut schütteln damit sich das Öl und Hydrolat verbindet.

Deine Haut kannst du nun nach dem Duschen wunderbar damit pflegen und der Duft ist himmlisch. Als Erste-Hilfe kannst du diese Lotion nach dem Sonnenbaden auch verwenden. Als Wissen aus der Volksheilkunde kann damit schmerzender Sonnenbrand gut gelindert werden. Bei starken Verbrennungen oder anderen Erkrankungen ersetzt es nicht den Gang zum Arzt.

Beachte: Im oberen Bild links siehst du ein Mazerat, welches zweimal ausgezogen wurde. Wie du das machst kannst du hier nachlesen: klick

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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DIY Vanille-Immortelle Körperpeeling Rezept

Ich habe ein wunderbares Körperpeeling-Rezept gebastelt. Ein Peeling ist eine ideale Pflege für unsere Haut. Es entfernt Hautschuppen und pflegt die Haut mit den enthaltenen Ölen zugleich. Ideal unter der Dusche angewandt und dann einfach mit Wasser abgespült. Anschließend wird die Haut nur trocken getupft. Ein zusätzliches Eincremen ist nicht nötig.

Vanille-Immortelle-Zuckerpeeling

1 1/2 Cup Zucker, fein vermörsert damit er die Haut nicht schneidet

1 Cup Kokosöl

1 EL Aprikosenkernöl
1 EL Wildrosenöl
1  EL Mandelöl
1 El Sesamöl
1 EL Sonnenblumenöl

2 EL Kieselerde
1 EL Tonerde gelb

0,5 % Vitamin E

ätherische Öle:
0,5 % Vanille absolue
0,5 % Immortelle ätherisches Öl
Den Zucker und die Öle mischen und das Vitamin E einrühren bis es gelöst ist. Anschließend die ätherischen Öle zu der Ölmischung geben. Die Öle in ein Glas füllen, verschließen und beschriften.

Kieselerde und Tonerde in einem separaten Becher mischen und in ein Glas füllen. Verschließen und beschriften.
Anwendung:Bei Bedarf etwas von der Zucker-Ölmischung mit einem Teelöffel Erden verrühren und als Körperpeeling verwenden.

Nicht nur als Körperpeeling sondern auch als Handpeeling  ist es ein absoluter Traum!

Statt Zucker kannst du auch ein anderes Exfoliant verwenden.

Beachte:

Tonerden lassen sich nicht gut konservieren, daher werden solche Mischungen immer erst kurz vor der Anwendung vermengt.

Ach ja und hier habe ich noch ein weiteres Rezept für alle Selbermacher: Kaffee Body Scrub

und dieses Rezept: Kokos-Bittersalz-Lippenpflege

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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DIY Kokos Lippenpeeling für zarte Lippen im Winter

Dieses mal habe ich ein eher ungewöhnliches Rezept für euch. Dieses Peeling macht trockene, spröde und rissige Lippen tatsächlich zart. Besonders im Winter neigen wir dazu, trockene Lippen zu haben. Besonders gemein ist es, wenn sie eingerissen sind. Dies kann dann auch schmerzhaft sein. Dabei ist dieses Peeling Rezept ganz simple und schnell hergestellt und äußerst hilfreich.

Rezept Kokos-Lippen-Peeling ©Marlies Schneider

Es kommt jedes Jahr die kalte Jahreszeit und gerne hat man aufgesprungene, ja sogar manchmal schmerzhafte Lippen. Damit wir dieses Problem gar nicht erst bekommen, sollte natürlich die Flüssigkeitsaufnahme für den Tag gewährleistet werden. So zwei Liter Wasser für einen Erwachsenen sollten es ungefähr sein. Seltener aber doch kann auch ein Vitaminmangel die Ursache dafür sein.  Und doch, passiert es uns hin und wieder, dass wir trockene Lippen nicht verhindern können. Dabei kannst du dir ganz einfach selber helfen.

Nimm einen Waschlappen und befeuchte ihn mit warmen Wasser. Dann legst du ihn für ein paar Minuten auf deine Lippen. Dies macht deine Lippen weicher.

Nun kannst du dir eine Mixtur aus Bittersalz  und Kokosöl mischen.

1 EL Bittersalz fein mörsern

1 EL Kokosöl

in einer Schüssel vermischen. In ein sauberes Glas füllen. Massiere, bitte sehr vorsichtig, etwas von der Masse auf deine Lippen und lass es einwirken, ca. 3 Minuten. Danach kannst du mit einem weichen warmen feuchten Tuch runter wischen. Du kannst die Anwendung nochmals wiederholen, sollten die Lippen noch nicht fein weich sein.

Bei aufgesprungenen Lippen brennt das Bittersalz zu anfangs etwas. Bitte reibe nicht über die Lippen um die zarte Haut nicht zuverletzten. Das Bittersalz sollte wirklich fein vermörsert werden.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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