Ich freue mich, dass ich euch auch im neuen Jahr wieder meinen Seifenkurs im Kaltverfahren anbieten kann.
Du willst wissen, wie man Naturseifen herstellt und worauf es beim Sieden ankommt? Das lernst du im Seifenkurs im Kaltverfahren.
In meinem Seifenkurs im Kalkverfahren lernst du die Grundlagen, um eigene Naturseifen herzustellen. Du verstehst, wie Fette, Lauge miteinander reagieren und was beim Verseifen passiert.
Gemeinsam machen wir drei einfache Seifen, mit etwas Farbe und Duft (optional) für schöne Akzente. Du arbeitest mit mir Schritt für Schritt mit und nimmst am Ende 500 g deiner eigenen Seifen mit nach Hause.
Der Seifenkurs im Kaltverfahren ist bewusst klein gehalten. So kann ich auf jede Frage eingehen und du lernst in ruhiger Atmosphäre.
Naturseifen herstellen – lerne, wie echte Seife entsteht
Du willst wissen, wie du Naturseifen herstellen und selbst sieden kannst und was beim Verseifen wirklich passiert? Dann bist du in meinem Seifenkurs im Kalkverfahren genau richtig.
Viele kennen Seifen nur aus dem Supermarktregal. Doch die Kunst des Seifensiedens hat eine lange Geschichte. Schon die Babylonier stellten vor über 4.000 Jahren Mischungen aus Ölen und Laugen her. Auch damals ging es um Sauberkeit und Pflege – heute kommt der Wunsch nach Natürlichkeit dazu. In meinem Kurs bringe ich dir diese alte Technik mit modernen Grundlagen näher.
Was erwartet beim Naturseifen herstellen?
Wir arbeiten mit guten Pflanzenölen. Ich zeige dir, wie du sicher und sauber arbeitest. Du lernst, welche Reaktionen im Topf stattfinden. Ich helfe dir, die richtige Mischung zu finden. Jede Seife wird ein wenig anders, aber alle stammen aus unserer eigenen Hand.
Warum dieser Naturseifenkurs anders ist?
Der Naturseifenkurs ist bewusst klein. Ich nehme mir Zeit für jeden Teilnehmer. Du stellst deine Fragen direkt, bekommst ehrliche Antworten und klare Anleitungen. Kein Massenkurs, wir arbeiten miteinander.
Ich zeige dir, wie du mit einfachen Mitteln zu Hause weiterüben kannst. Du erfährst, welche Werkzeuge du wirklich brauchst. Ich erkläre auch, welche Öle sich gut eignen. Du lernst, wie du Farben gezielt einsetzt und worauf du bei Düften achten solltest.
Wenn du Lust hast, selbst kreativ zu werden, ist dieser Seifenkurs im Kaltverfahren der richtige Einstieg. Er bietet dir die Möglichkeit, echte Handarbeit zu erleben.
Für wen ist der Naturseifenkurs geeignet?
Für Einsteiger, die Seife sieden lernen wollen
Für alle, die natürliche Pflegeprodukte bevorzugen
Für Menschen, die lieber selbst herstellen statt kaufen
Für alle, die Spaß an Handarbeit und neuen Techniken haben
Du brauchst keine Vorkenntnisse. Alles, was du wissen musst, lernst du im Kurs.
Warum Seifesieden im Kaltverfahren?
Es liefert milde, stabile Seifen mit angenehmem Hautgefühl. Die Herstellung erfordert etwas Wissen – genau das bekommst du hier.
Sichere dir deinen Platz zum Seifensieden im Kaltverfahren:
Der Seifenkurs im Kaltverfahren ist schnell ausgebucht, und es gibt bereits eine Warteliste. Wenn du also beim nächsten Termin dabei sein willst, melde dich frühzeitig an. Du lernst, wie du Seife von Grund auf herstellst, und nimmst dein eigenes Stück Handwerk mit nach Hause.
Seifenkurs im Kalkverfahren – dein Start in die Welt der echten Naturseife.
Tipp: Seifenrechner by Kathrin ist einer der besten und hilfreichsten, finde ich zumindest.
Du wirst feststellen Nautrseife herstellen ist gar nicht so schwer. Aber Achtung, Seifesieden im Kaltverfahren macht auch ein bisschen süchtig.
Bitte zieh Kleidung an, die schmutzig werden darf, oder nimm eine Schürze mit. Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und eventuell eine Maske wären hilfreich.
Seifenkurs im Kaltverfahren: 3 Seifen selbst gemacht!
Seifenkurs im Kaltverfahren: 3 Seifen selbst gemacht!
Seifenkurs im Kaltverfahren: 3 Seifen selbst gemacht!
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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Vanillezucker aus der Vanille, welche oft als „Königin der Gewürze“ bezeichnet, ist einfach hervorragend. Ursprünglich stammt sie aus den tropischen Wäldern Mexikos.
Vanillezucker Rezept – Die besten Tipps zur Zubereitung
Die Totonaken, ein indigenes Volk, kultivierten sie als Erste und integrierten sie in ihre Rituale und kulinarischen Genüsse. Später übernahmen die Azteken die Vanille und kombinierten sie mit Kakao zu einem Getränk namens „Xocolatl„. Im 16. Jahrhundert brachten spanische Eroberer, darunter Hernán Cortés, die Vanille nach Europa, wo sie schnell an Beliebtheit gewann.
Dieses Rezept gibt es tatsächlich schon lange auf meinem Blog.
Ich hatte es bei meinem Schokolade-Rezept integriert und ist untergegangen, da es nicht gefunden werden konnte. Nun widme ich dem Rezept einen eigenen Beitrag. Ich verwende relativ oft beim Backen Vanillezucker. Allerdings schmeckt uns der selbstgemachte Vanillezucker am besten.
Für mich ist dies die beste Zubereitungsform für Vanillezucker und du kannst jeden Zucker dafür verwenden. Ob Haushaltszucker, Birkenzucker oder Kokosblütenzucker. Sie eignen sich alle dafür.
Vanillezucker aus Zucker / Birkenzucker selber machen
2 ganze Vanilleschoten
Die Vanilleschoten kannst du vorher noch auskratzen und die Schoten schneidest du in kleine Stücke.
250 g echten Birkenzucker (nicht aus Mais gewonnen) oder Kokosblütenzucker oder Haushaltszucker
Jetzt gibst du alles zusammen, ausgekratztes Mark der Vanilleschoten, die klein geschnittenen Schoten und den Zucker in die Kaffeemühle. Die klein geschnittenen Schoten kommen tatsächlich hinzu. Sie ergeben erst ein richtig intensives Aroma und wären zu schade, um sie zu entsorgen.
Alles zusammen fein mahlen.
Dies ergibt einen wunderbar schmackhaften Vanillezucker. Er ist gleich verwendbar.
In einem luftdichten Gefäß aufbewahren, dann hält sich das Aroma über Monate. Sollte er etwas klumpig werden, dann mörsert man den Zucker einfach etwas an. Er wird dann gleich wieder Streu-fähig.
Für mich ergibt diese Zubereitungsform den besten Vanillezucker überhaupt. Denn es wird die komplette Schote verwendet und nicht nur das Mark.
Fakten zu Vanille:
Vanille enthält zahlreiche Aromastoffe, insbesondere Vanillin, dem verschiedene positive Auswirkungen auf unseren Körper nachgesagt werden. So soll Vanille stimmungsaufhellend wirken und bei depressiven Verstimmungen oder Angstzuständen helfen können.
Zudem wird ihr eine beruhigende Wirkung zugeschrieben, die zur Linderung von Stress beiträgt und eine positive Stimmung fördert.
In der Küche verleiht Vanille zahlreichen Süßspeisen, Gebäck und Getränken ein unverwechselbares Aroma. Durch ihre Vielseitigkeit und die positiven Eigenschaften ist Vanille sowohl kulinarisch als auch gesundheitlich ein wertvolles Gewürz.
Echte Vanille oder künstliches Aroma? Worauf du beim Vanillezucker achten solltest
Die Vanille gilt als Königin der Gewürze – sinnlich, warm, weich und gleichzeitig geheimnisvoll. Doch hinter ihrem süßen Duft verbirgt sich eine faszinierende botanische, kulturelle und auch wirtschaftliche Geschichte. Und wer sich einmal intensiver mit Vanille beschäftigt, erkennt schnell: Vanille ist nicht gleich Vanille.
Die Herkunft der Vanille
Vanille stammt ursprünglich aus Mexiko. Die Ureinwohner, vor allem die Totonaken, verwendeten die fermentierten Schoten der Vanilla planifolia schon lange, bevor sie von spanischen Eroberern nach Europa gebracht wurde. Botanisch gehört Vanille zur Familie der Orchideen – sie ist also kein Gewürz im klassischen Sinn wie Pfeffer oder Zimt, sondern die Frucht einer Kletterorchidee.
Heute kommt der größte Teil der Welternte aus Madagaskar, Réunion (früher Bourbon), Tahiti, Uganda und Mexiko. Die klimatischen Bedingungen, die Art der Fermentation und die jeweilige Vanillesorte führen zu deutlichen Qualitäts- und Geschmacksunterschieden.
Die wichtigsten Vanillesorten im Überblick
1. Bourbon-Vanille (Vanilla planifolia) Diese Sorte stammt überwiegend aus Madagaskar und den Komoren. Sie ist die klassische, intensiv duftende Vanille mit einem warmen, leicht karamelligen Aroma. Bourbon-Vanille ist die am häufigsten verwendete Sorte in der Küche.
2. Tahiti-Vanille (Vanilla tahitensis) Etwas seltener und teurer. Sie besitzt eine blumigere, an Kirsche und Anis erinnernde Note. Ihr Duft ist weicher und parfümierter. Sie wird oft in feiner Pâtisserie, Parfümherstellung oder edlen Desserts verwendet.
3. Mexikanische Vanille Das Ursprungsland der Vanille liefert eine besonders harmonische und erdige Sorte mit Noten von Schokolade und Gewürzen. Echte mexikanische Vanille ist heute selten und meist hochpreisig.
4. Ugandische Vanille Diese Sorte hat sich in den letzten Jahren am Markt etabliert. Sie ist kräftig, süß und vanillinreich – perfekt für Gebäck und Liköre.
Was ist echter Vanillezucker – und was nicht?
Beim Blick ins Supermarktregal fällt sofort auf: Es gibt Vanillezucker und Vanillin-Zucker. Der Unterschied ist gewaltig:
Echter Vanillezucker enthält gemahlene Vanilleschoten oder Vanilleextrakt. Man erkennt ihn an den kleinen schwarzen Punkten – das sind die Samen, die „Vanillekörnchen“. Sein Aroma ist rund, vielschichtig und naturbelassen.
Vanillin-Zucker besteht dagegen manchmal aus synthetischem Vanillin, größtenteils aus Holz, Erdöl oder Nebenprodukten der Papierindustrie gewonnen. Das Aroma ist eindimensional und sehr stark – aber ohne die Tiefe der echten Vanille.
Wenn auf der Verpackung „mit echter Bourbon-Vanille“ steht, handelt es sich um ein natürliches Produkt. Steht dagegen nur „Vanillin“ oder „natürliches Aroma“, ist meist kein echter Vanilleextrakt enthalten.
Qualität, Nachhaltigkeit und Ethik
Echte Vanille ist teuer – und das hat Gründe. Jede Blüte muss von Hand bestäubt werden, und die Schoten reifen viele Monate lang, bevor sie fermentiert und getrocknet werden. Die gesamte Verarbeitung kann bis zu acht Monate dauern.
Aufgrund des hohen Preises gibt es im Handel viele gestreckte oder künstlich aromatisierte Produkte. Wer nachhaltig kaufen möchte, sollte auf Fair-Trade- oder Bio-Siegel achten. Diese garantieren gerechte Entlohnung und vermeiden chemische Behandlung der Schoten.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Quelle:
R. Verhoef et al., „Vanillin production from lignin,“ Journal of Biotechnology, 2009.
Chemistry World, Royal Society of Chemistry (RSC), 2016: “Vanillin: the case for the synthetic flavouring.”
P. Dignum et al., “Production of vanillin from guaiacol,” Applied Microbiology and Biotechnology, 2020.
European Food Safety Authority (EFSA), “Flavouring Group Evaluation 21 (FGE.21): Vanillin and related substances”, EFSA Journal 2008.
Molecules, 2024, 29(2), 442 – “Synthetic and Natural Vanillin: Biotechnological Advances and Market Overview.”
In diesem dritten Beitrag widmen wir uns konkret den Electuarium–Rezepte: historisch überlieferten Rezepturen bis hin zu modernen Interpretationen im Kräuter-Honig-Bereich – inklusive Hinweisen auf die ayurvedische Tradition.
3 antike & 3 moderne Electuarium-Rezepte: Tradition trifft heute
Historische Electuarium-Rezepte
Mithridaticum Das berühmte Mithridatium (oder Mithridat) war eine antike komplexe Arznei mit vielen Zutaten, die König Mithridates VI entwickelte. Es war in Form eines Electuariums gebunden: Pulver + Süßstoff (Honig) und wurde als Antidot eingesetzt.
Theriac (Theriacale) Die Weiterentwicklung: In der griechisch-römischen und mittelalterlichen Ärzteschaft galt Theriak als panaceales Mittel. Die Zubereitung erfolgte oft als Paste mit Honig, z. B. „electuarium theriacum“. Die öffentlichen Zubereitungs-Zeremonien zeigen den kulturellen Status.
Diese Zubereitungen werden heute nicht mehr angewandt bzw. gemischt. Denn Grundzutaten wie Opium und Tiergifte sind nicht erlaubt und gefährlich.
Latwerge der Klosterheilkunde Im deutsch-sprachigen Raum war die Latwerge eine dicke Saft-Honig-Mischung, medizinisch und kulinarisch genutzt – also eine Variante des Electuariums. Beispiel-Rezept wie ein Latwerg ausgesehen haben könnte: Fruchtsaft aus Quitten oder Pflaumen stark einkochen, mit Honig und Gewürzen versetzen, bis zäh-pastös.
Vermutlich wurde das Electuarium durch das Latwerg abgelöst. Denn nicht jeder hatte damals Zugang zu Honig. Aber Obst gab es doch hin und wieder.
Moderne Electuarium-Rezepte
Es werden getrocknete und möglichst fein pulverisierte Kräuter verwendet. Ein Honig nach Wahl kann für die Zubereitung verwendet werden.
Kräuter-Honig zur Immun-Stärkung Zutaten: Honig, Hagebuttenpulver, Sanddornpulver, Kurkumapulver, eine Prise schwarzer Pfeffer. Herstellung: Pulver mischen, Honig erwärmen, Zutaten einrühren, in Glas abfüllen.
„Goldene Milch“-Paste Zutaten: Kurkumapulver, Ingwerpulver, Zimt- und schwarzer Pfeffer-Pulver, Honig. Mischung ergibt pasteartige Zubereitung, die mit warmer Milch eingenommen wird. Besonders an kalten Tagen ist sie als Getränk konsumiert wunderbar. Die Goldene Milch ist wohl eine der bekanntesten Zubereitungsformen. Nur wissen viele nicht, dass es sich im Grunde um ein Electuarium handelt.
Hustenhonig Zutaten: Honig, Thymianpulver, Fenchelsamenpulver, Eibischwurzelpulver. Herstellung: Pulver mischen, Honig erwärmen, einrühren, abfüllen. Anwendung: bei Husten oder Halsschmerzen lutschen. Ich rühre es auch ganz gerne in meinen Tee.
Stärkende Zubereitung Gänseblümchen, Giersch, Brennnessel, Ackerschachtelhalm, Schlüsselblumen und Gundermann in gleichen Teilen pulverisieren und mit Honig mischen. Das ist übrigens die Mischung der Kugeln auf dem Foto. Es wird nur so viel Honig verwendet, dass Kugeln geformt werden können. Ich habe sie einfach in Himbeerpulver für pink und Spirulina Pulver für blau und Fichtenpulver für grün gerollt.
Ayurveda-Hinweis
Im Ayurveda kennt man eine ähnliche Zubereitungsform: sogenannten Lehya (लिह्य), eine geleartige Zubereitung von Kräutern, Zucker oder Honig und Gewürzen, die gelutscht werden. Diese Tradition zeigt die universelle Verbreitung des Electuarium-Gedankens: Kräuter + süße Trägersubstanz.
Anwendungstipps
Verwende möglichst hochwertigen Honig und fein gemahlene Kräuter.
Sanft erwärmen, damit die Inhaltsstoffe nicht überhitzt werden.
Dunkle, luftdichte Aufbewahrung – Paste haltbar im Kühlschrank einige Wochen.
Dosierung: kleine Mengen reichen – ½–1 Teelöffel
Achte auf mögliche Wechselwirkungen (z. B. wenn Kräuter bestimmte Wirkstoffe enthalten) und konsultiere Fachpersonen bei Unsicherheit.
Schlussbemerkung
Vom antiken Mithridatium über die mittelalterliche Theriak-Tradition bis zur heutigen Kräuter-Honig-Paste: Das Konzept des Electuarium zeigt eine durchgehende Verbindung von Heilkunst, Geschmack und Textur. Wer heute eine moderne Version herstellt, folgt einem jahrhundertealten Ansatz – und kann ihn mit zeitgemäßen Zutaten kreativ weiterdenken. Vermutlich war die Kräuter-Honig-Zubereitung das erste bekannte Dessert.
Begriffserklärung Teil 3:
Ab etwa 1900 verschwand das Wort weitgehend aus dem allgemeinen Sprachgebrauch, weil die pharmazeutischen Formen standardisiert wurden – man sprach nun von „Sirup“, „Paste“, „Elixier“ oder „Konfitüre“. In der heutigen phytotherapeutischen Szene erlebt das Wort Electuarium jedoch eine Renaissance, oft im englischen Sprachraum („herbal electuary“), aber zunehmend auch wieder im deutschsprachigen Kräuterkontext. Dort dient es als elegante, traditionsbewusste Bezeichnung für Honig-Kräuter-Zubereitungen, die zwischen Nahrung und Heilmittel stehen.
Erste Belege: antike Pharmatexte (1. Jh.), im Deutschen ab ca. 13.–14. Jh.
Heutige Verwendung: Wiederentdeckung in der Kräuterheilkunde als traditionelle, honigbasierte Darreichungsform
Ursprung der Electuarium-Rezepte:
Culpeper beschrieb in seinem berühmten Werk The English Physician (1652) bzw. Pharmacopoeia Londinensis (1649) viele Electuaria, die er meist nach ihrer Hauptwirkung oder Hauptsubstanz benannte, etwa:
Electuarium aromaticum – mit Gewürzen zur Stärkung von Magen und Herz
Electuarium e scoria ferri – eisenhaltig, stärkend
Theriacal Electuary – abgeleitet vom Theriak, als Allheilmittel gegen Gifte
Culpeper selbst notierte diese Rezepte in Lateinisch-Englischer Mischsprache, meist als Sammlung von Zutaten (Pulver, Harze, Honig, Zucker) mit genauen Dosierungen, bezogen auf das damalige Apothekermaßsystem (Drachmen, Unzen, Scrupel).
1. Beruhigendes Electuarium bei Husten
Zutaten:
50 g Honig
3 g Süßholzwurzelpulver
10 g Eibischwurzelpulver
5 g Thymianpulver
5 g Fenchelsamenpulver
Zubereitung:
Die pulverisierten Zutaten gut vermischen.
Den Honig erwärmen (nicht über 40 °C), um ihn flüssiger zu machen.
Die Pulver langsam in den Honig einrühren, bis eine gleichmäßige Paste entsteht.
In einem verschließbaren Glasgefäß aufbewahren. Anwendung: 1 Teelöffel bei Bedarf einnehmen.
2. Verdauungsfördernde Zubereitung
Zutaten:
30 g Honig
5 g Fenchel- oder Anispulver
10 g Angelikawurzelpulver
5 g Ingwerpulver
1–2 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl (optional)
Zubereitung:
Die Pulver gut mischen.
Honig erwärmen und mit den Pulvern verrühren.
Optional das ätherische Pfefferminzöl hinzufügen.
Die Masse in ein Glas füllen. Anwendung: ½–1 Teelöffel nach dem Essen einnehmen.
3. Immunsystem-stärkende Zubereitung
Zutaten:
40 g roher Honig
25 g Hagebuttenpulver, ich verwende immer komplett pulverisierte Hagebutten.
10 g Sanddornfruchtpulver
5 g Kurkumapulver
1 Prise schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Hagebutten- und Sanddornpulver sieben, um größere Stücke zu entfernen.
Honig mit allen Pulvern verrühren.
In einem Glasgefäß, kühl und dunkel lagern. Anwendung: 1 Teelöffel täglich, am besten morgens.
4. Harz-Electuarium zur Atemwegsunterstützung
Zutaten:
5 g Kiefernharz (gereinigt), wie von der Fichte
30 g Bienenhonig
10 g Eibischwurzelpulver
5 g Myrrhenpulver
Zubereitung:
Das Kiefernharz vorsichtig im Wasserbad schmelzen.
Den Honig hinzufügen und verrühren.
Die Pulver nach und nach einrühren, bis eine homogene Paste entsteht.
In einem Glas, luftdicht verschließen. Anwendung: ½ Teelöffel bei Husten oder Verschleimung einnehmen.
5. Belebendes Electuarium (adaptogen)
Zutaten:
40 g Honig
10 g Ginsengpulver
10 g Macapulver
5 g Ashwagandhapulver
1 Prise Zimt
Zubereitung:
Pulver gut vermischen und nach und nach in den Honig einrühren.
Masse in ein Glas geben und luftdicht verschließen. Anwendung: 1 Teelöffel morgens oder vor geistiger Anstrengung einnehmen.
Fun Facts:
Electuarium Theriacale Magnum Original aus den Chronicles of Pharmacy
Wurzel der Florentiner Schwertlilie, Süßholz, jeweils 12 oz; Arabischer Costus, Pontischer Rhabarber, Fingerkraut, jeweils 6 oz; Ligusticum meum, Rhabarber, Enzian, jeweils 4 oz; Osterluzei, 2 oz; Scordiumkraut, 12 oz; Zitronengras, Andorn, Kretischer Diptam, Bergminze, jeweils 6 oz; Polei-Minze, Pinienrinde, Gamander, jeweils 4 oz; Blätter von Lorbeerkassie, 4 oz; Blüten von roten Rosen, 12 oz; Lavendel, 6 oz; Johanniskraut, 4 oz; Tausendgüldenkraut, 2 oz; Safran, 6 oz; Früchte von Amyris opobalsamum, 4 oz.; Zimt, 12 oz.; Cassia lignea,
Narde, je 6 oz.; Keltische Narde, 4 oz.; Langer Pfeffer, 24 oz.; Schwarzer Pfeffer, Ingwer, je 6 oz.; Kardamom, 4 oz.; Rapssamen, Blätterpilz, je 12 oz.; Samen von mazedonischer Petersilie, 6 oz.; Anis, Fenchel, Kresse, Seseli, Thlaspi, Amomum, Sandkraut, je 4 oz.; Karotte, 2 oz.; Opium, 24 oz.; Opobalsamum, 12 oz.; Myrrhe, Olibanum, Terpentin, je 6 oz.; Storax, Gummi arabicum, Sagapenum, je 4 oz.; Asphalt, Opoponax, Galbanum, jeweils 2 Unzen; Saft von Akazie und Hypocist, jeweils 4 Unzen; Rizinus, 2 Unzen; Lemnischer Bolus, gebrannter Vitriol, jeweils 4 Unzen; Trochisken von Meerzwiebeln, 48 Unzen; von Vipern, von Kalmus, jeweils 24 Unzen.
Verreiben Sie die Balsame, Harze und Gummis in einer ausreichenden Menge Wein, um eine dünne Paste zu bilden, und vermischen Sie das Ganze mit 960 Unzen Honig.
Confectio Damocratis (Mithridatium) Original aus den Chronicles of Pharmacy
Zimt: 14 Drachmen, Myrrhe: 11 Drachmen; Blätterpilz, Narde, Ingwer, Safran, Thlaspi-Samen, Weihrauch, Chio-Terpentin, jeweils 10 Drachmen, Kamelheu, Arabischer Costus (Zetower), Indisches Blatt (Muskatblüte), Französischer Lavendel, Langer Pfeffer, Hartkrautsamen, Saft aus Zistrosen, abgeseihtes Storax, Opoponax, abgeseihtes Galbanum, Balsam von Gilead (ausgedrücktes Muskatnussöl), Russischer Rizinus, jeweils 1 oz. Poley Mountain, Wasser-Gamander, Früchte des Balsambaums (Kubebben),
weißer Pfeffer, kretische Karottensamen, passiertes Bdellium, jeweils 7 Drachmen. Keltische Narde, Enzianwurzel, kretische Diptamblätter, rote Rosen, mazedonische Petersiliensamen, Samen des Kleinen Kardamoms, süße Fenchelsamen, Gummi arabicum, gefiltertes Opium, je 5 Drachmen. Kalmuswurzel, wilde Baldrianwurzel, Anissamen, passiertes Sagapenum, jeweils 3 Drachmen. Bärwurz, Johanniskraut, Akaziensaft (Catechu), Wadenbäuche, jeweils 2½ Drachmen.
Geklärter Honig, dreimal so schwer wie alles andere.
Theriaca Andromachi Original aus den Chronicles of Pharmacy
Pralinen mit Meerzwiebeln, ½ Pfund. Langer Pfeffer, abgesiebtes Opium, getrocknete Vipern, jeweils 3 oz. Zimt, Balsam von Gilead (ausgedrücktes Muskatnussöl), jeweils 2 oz. Blätterpilz, Iriswurzel, Scordium, rote Rosen, Navewsamen, Süßholzextrakt, jeweils 1½ Unzen. Narde, Safran, Kardamom, Myrrhe, Costus (Zitwer), Kamelheu, jeweils 1 oz. Fingerkrautwurzel, Rhabarber, Ingwer, Indisches Blatt (Muskatblüte), Kretische Diptamblätter, Andorn, Bergminze, Französischer Lavendel, schwarzer Pfeffer, Petersiliensamen, Weihrauch, Chio-Terpentin, Baldrianwurzel, jeweils 6 Drachmen. Enzianwurzel, Keltische Narde, Bärwurz, Berg-Johanniskraut, Pinienkerne, Kriechender Gamander, Früchte des Balsambaums (Kubeben), Anis, Fenchelsamen, Kleine Kardamompflanze, Bischofskraut, Hartkraut, Melassesenf, Saft aus Zistrosen, Katechu, Gummi arabicum, Storax, Sagapenum, Lemnische Erde (Armenischer Baumstamm), gebrannter Grüner Schwefel, jeweils ½ oz. Kriechende Osterluzei, Tausendgüldenkraut, kretische Karottensamen, Opoponax, passiertes Galbanum, russischer Rizinus, Judenpech (weißer Bernstein), Kalmuswurzel, jeweils 2 Drachmen.
Geklärter Honig, dreimal so schwer wie alles andere.
Man sieht schon, historisch waren es recht verrückte Rezepte mit fragwürdigen Zutaten.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Der Begriff historisches Electuarium bezeichnet – wie bereits im ersten Beitrag erläutert – eine Arzneiform, bei der pulverisierte Wirkstoffe in eine süße Masse wie Honig oder Sirup eingebettet werden. Es ist also eine Kräuter-Honig-Paste.
Der heutige Beitrag stellt die Anwendungen, Vorteile und Risiken eines solchen honiggebundenen Arzneimittels ins Zentrum: warum Honig? Welche Vorteile bringt diese Zubereitungsform? Und welche Nachteile sollten beachtet werden?
Electuarium Zubereitung
Ein historisches Electuarium war über Jahrhunderte eine wichtige Zubereitungsform in der Kräuterkunde. Kräuter wurden mit Honig oder Sirup zu einer streichfähigen Masse verarbeitet.
Auch wenn ein historisches Electuarium traditionell gut verträglich ist, lohnt sich ein genauer Blick auf Herstellung, Haltbarkeit und Anwendung. In diesem Beitrag erfährst du, was ein historisches Electuarium ausmacht und worauf du heute achten solltest.
Warum Honig?
Honig fungiert nicht nur als Süßungsmittel, sondern bringt mehrere günstige Eigenschaften mit:
Er dient als Bindemittel: Pulver wirkt trocken und ungenießbar, mit Honig entsteht eine Paste, die gut gelutscht werden kann („electuariums“ = „zu leckendes Arzneimittel“).
Er verbessert die Geschmacklichkeit: Viele Kräuter oder Mineralien sind bitter oder „streng“ im Geschmack – die Honigbindung macht die Einnahme angenehmer, was die Compliance in historischen Zeiten steigerte.
Honig kann selbst eine mild heilende Wirkung haben – z. B. bei Husten, Halsbeschwerden oder äußerer Anwendung.
Historisches Electuariums : Vorteile einer Kräuter-Honig-Paste
Palatabilität: Eine bitter wirkende Mischung wird durch Honig leicht akzeptierbar.
Langsame Freisetzung: Pastehafte Zubereitungen bleiben im Mund und wirken über längere Zeit, was insbesondere bei Kräuterwirkstoffen sinnvoll sein kann.
Flexibilität der Einnahme: Man kann die Paste direkt lutschen, in warmem Wasser/Milch oder Tee auflösen oder auf Brot einnehmen – das macht sie vielseitig.
Kombination vieler Wirkstoffe: Historisch erlaubte die Pasteform die Kombination zahlreicher Zutaten – wie bei Theriak oder Mithridat.
Haltbarkeit und Lagerung: Honig- oder Sirupgebundene Zubereitungen waren in Zeiten ohne moderne Konservierung länger verwendbar.
Symbolische/mystische Wirkung: In früheren Jahrhunderten verlieh die „edle Form“ (süß, dick, pastös) einer Arznei zusätzliches Prestige – was die therapeutische Wirkung weiter stärkte (Placebo-/Ritualeffekt).
Moderne Adaption: Heute finden sich „Electuaria“ im Bereich der Kräuter-Honig-Pasten wieder – z. B. als Hustenhonig, Digestivpaste oder Gewürzhonig („goldene Milch“-Kur). Auch hierbei handelt es sich um ein historisches Electuarium.
Nachteile und Risiken
Zuckergehalt: Honig enthält viel Frucht- und Traubenzucker – bei regelmäßigem, größeren Verzehr sind Kalorien und Einfluss auf Blutzucker zu bedenken.
Unkontrollierte Dosierung: In historischer Form enthielten Electuaria häufig viele, auch potenziell riskante Inhaltsstoffe (z. B. Opium, Tierbestandteile bei Theriak) – moderne Adaptationen müssen sauberer formuliert sein.
Haltbarkeit/ hygienische Risiken: Wenn nicht korrekt gearbeitet oder gelagert, kann die Paste fermentieren oder mikrobiell kontaminiert werden. Das passiert meist, wenn frische Pflanzen verwendet werden. Früher war ab und zu eine Fermentation erwünscht.
Allergien & Unverträglichkeiten: Kräuter, Harze, Scharfstoffe oder Honig selbst können Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen.
Falsche Sicherheitsannahmen: Historisch wurden Electuaria oft als „Allheilmittel“ beworben (z. B. Theriak als Universalantidot) – moderne Evidenz fehlt vielfach.
Kinder & Honig: Bei Säuglingen besteht Risiko einer Botulismus-Erkrankung bei Rohhonigverzehr – auch wenn diese Form selten so konzentriert eingesetzt wird, sollte Vorsicht gelten.
Praktische Anwendungshinweise für ein historisches Electuarium:
Wenn du eine moderne Kräuter-Honig-Paste (Electuarium) herstellen möchtest, achte auf eine gute Qualität des Honigs, getrocknete Kräuter (fein gemahlen), saubere Gefäße und dunkle Lagerung. Die Pulver sollten gesiebt werden, für eine angenehme Einnahme.
Die Einnahme kann z. B. vor dem Schlafen, bei Husten oder zur allgemeinen Stärkung erfolgen – kleine Mengen reichen oft.
Konsultiere bei chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft oder Kindern vorher eine Fachperson – nicht jede Kräutermischung ist harmlos.
Behalte realistische Erwartungen: Solche Pasten können unterstützend wirken, aber ersetzen nicht notwendige medizinische Therapien.
Begriffserklärung Teil 2 für ein historisches Electuarium:
Die erste belegte deutschsprachige Erwähnung findet sich im späten Mittelalter, wo man den Begriff in den Apothekenbüchern oft in lateinischer Form ließ, aber im Deutschen übersetzte man ihn bald zu „Latwerge“ oder „Leckmittel“.
Das Wort Latwerge geht etymologisch auf das mittellateinische electuarium zurück, via althochdeutsch latuarich → mittelhochdeutsch latwerge. Diese Formen bezeichneten genau dieselbe Zubereitung – eine dicke, süß gebundene Paste aus Heilsubstanzen.
In alten Kräuterbüchern wie dem von Hieronymus Bock (1539) oder Leonhart Fuchs (1543) findet man beides: das gelehrte Electuarium in der lateinischen Rezeptüberschrift und den volkstümlichen Begriff Latwerge oder Leckmittel in der Beschreibung.
Beispielhafte Entwicklung der Begriffe:
Griechisch: ἐκλείχειν → „ablecken“
Lateinisch: electuarium → „Leckmittel“
Mittellateinisch: lectuarium, electuarium
Althochdeutsch: latuarich
Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch: Latwerge
Während Latwerge im Laufe der Zeit ins kulinarische Sprachfeld überging – also Mus, Fruchtpaste, eingekochter Saft –, blieb Electuarium im pharmazeutischen Bereich als Fachbegriff erhalten. In Apothekenverzeichnissen des 17. bis 19. Jahrhunderts findet man ihn häufig, etwa in Kombinationen wie Electuarium lenitivum (milde Latwerge), Electuarium aromaticum (gewürzreich) oder Electuarium theriacale (Theriak-Latwerge).
Für mich gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied zwischen einem Latwerg, welches oft eingedicktes Obst/Mus ist. Und das historische Electuarium, welches Kräuterpulver mit Honig darstellt.
So ein historisches Electuarium ist auch eine etwas gesündere Alternative zu Süßkram.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Quellen zum Weiterlesen & Verlinken:
Quellen:
„Electuaries are medicinal pastes …“ (Hrcak) hrcak.srce.hr
Das Wort Electuarium bezeichnet eine Arzneiform, die ihren Ursprung in der Antike hat: eine zähflüssige Masse aus pulverisierten Wirkstoffen, häufig Kräutern, Resinen oder Mineralien, gebunden mit Honig, Melasse oder Sirup – sodass sie „geleckt“ oder gelutscht werden konnte.
Was ist ein Electuary
In diesem ersten Beitrag widmen wir uns dem Thema Electuarium in seiner geschichtlichen Ausdehnung, seinen mystischen und magischen Aspekten – und ziehen gezielt Vergleiche zu bekannten Formen wie dem Theriak (Theriaka), dem Mithridat (Mithridatium) und der im deutschsprachigen Raum bekannten Zubereitungsform des Latwerge.
1. Antike Ursprünge
Bereits in griechisch-römischer Zeit finden sich Hinweise auf dicke Arzneipasten, bei denen Honig oder süßende Substanzen als Vehikel verwendet wurden, um bittere, starke oder exotische Wirkstoffe – etwa Gifte, Tierprodukte oder exotische Harze – verträglich zu machen. Besonders die Geschichte des Mithridatiums ist legendär: Der König Mithridates VI Eupator von Pontus (2. Jh. v. Chr.) soll eine komplexe Mixtur entwickelt haben, um sich gegen Vergiftung zu schützen – diese Form ging später in die Theriak-Tradition ein. Auch der Begriff „theriak“ leitet sich vom griechischen therion („Wildtier, Bestie“) ab, da solche Mixturen ursprünglich als Gegengift bei Tier- oder Schlangenbissen galten.
2. Mittelalter & Ritual
Im Mittelalter nahm das Electuarium (lat. electuarium) eine zentrale Rolle in der Arzneimittelpraxis ein – sowohl im Kloster- wie auch im städtischen Umfeld. In deutschsprachigen Regionen war eine Variante als Latwerge bekannt, dick eingekochter Saft oder Mus mit Honig oder Sirup, der sowohl als Arznei als auch kulinarische Zubereitung diente. Parallel dazu entwickelten sich öffentliche Zubereitungen von Theriak, bei denen Apotheker und Ärzte in Zeremonien große Chargen kochten – ein Hinweis auf das hohe Prestige dieser Arzneiform.
3. Besonderheiten & Magie
Was macht das Electuarium so offen für mystische bzw. magisch-medizinische Vorstellungen? Erstens: Die dicke, süße Konsistenz – Honig war seit Ägypten für seine konservierende, „heilende“ Wirkung bekannt. Zweitens: Die Formulierung mit sehr vielen und oft exotischen Zutaten (z. B. Tier- oder Giftprodukte) erzeugte den Eindruck eines „Wundermittels“. Besonders bei Theriak hieß es, die Mixtur benötige eine Reifung von Jahren, um ihre vollständige Wirkung zu entfalten. Drittens: Das Zusammenspiel von Heilpflanze, Geschmack, Textur und ritueller Zubereitung – das Erzeugen einer besonderen Arzneiform – trug zur magischen Aura bei. Der Begriff „Electuarium mirabile“ taucht in Werbeanzeigen des 18. Jahrhunderts auf.
4. Vergleich: Theriak, Mithridat, Latwerge
Mithridatium war eine frühe, komplexe Mixtur mit Dutzenden von Zutaten, entwickelt im antiken Pontus.
Theriak gilt als Weiterentwicklung bzw. Ableger: Eine noch umfangreichere Mischung (zum Teil > 50 Zutaten), oft mit Honig gebunden, als „Universalantidot“ im Mittelalter und der frühen Neuzeit.
Latwerge im deutschsprachigen Mittelalter: Ursprünglich eher saft-honigbasierte Paste, häufig auch mit medizinischer Funktion („Leckmittel“) – eine Variante des Electuariums. Somit liegt das Electuarium begrifflich und funktional zwischen diesen Formen – es ist die generische Kategorie, unter der solche pastösen Heil- oder Genussmittel laufen.
In der heutigen Zeit erlebt die Idee von honiggebundenen Kräuter-Pasten eine echte Renaissance – etwa im Bereich der „Goldenen Milch“, jener Kur aus Kurkuma, Pfeffer, Honig und anderen Gewürzen, die nun in Herbst- und Winterzeit als Gesundheitsbeigabe wieder populär wird. Diese Zubereitung entspricht in ihrer Grundidee dem Electuarium-Gedanken: Kräuter oder Gewürze mit süßem Träger vermischt, um ihren Nutzen angenehmer und wirkungsvoller einzunehmen. Damit kann man sagen: Die Tradition des Electuariums lebt weiter – neu interpretiert, aber mit Wurzeln, die Jahrtausende zurückreichen.
Die Herkunft des Wortes Electuarium
Der Begriff Electuarium stammt ursprünglich aus dem Lateinischen, genauer von ēlectuārium (später electuarium geschrieben). Dieses wiederum leitet sich vom griechischen ἐκλεικτόν (ekleiktón) bzw. ἐκλείχειν (ekleíchein) ab, was wörtlich „auflecken“, „ablecken“ oder „lecken“ bedeutet. Das spiegelt die ursprüngliche Anwendungsweise dieser Arzneiform wider: Man sollte sie ablecken oder im Mund zergehen lassen, um die Wirkstoffe langsam aufzunehmen – ganz ähnlich wie bei einem Sirup oder einer modernen Kräuter-Honig-Paste.
In der lateinischen medizinischen Terminologie taucht das Wort bereits in antiken pharmazeutischen Texten auf. Spätestens im 1. Jahrhundert n. Chr. verwendete Dioskurides (in De Materia Medica) vergleichbare Begriffe für pastöse, süß gebundene Arzneiformen. Im späteren mittelalterlichen Latein blieb electuarium erhalten und wurde in medizinischen Handschriften, Klosterrezepturen und Apothekenordnungen regelmäßig gebraucht.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
Sie sind kleine Orangenwunder, die im Herbst leuchten, als hätten sie Sonnenstrahlen eingefangen.
Für deine Apfel-Kürbis-Suppe ist ein Hokkaidokürbis ideal. Ihre dünne Schale wird beim Kochen weich – ein echter Vorteil für deine Apfel-Kürbis-Suppe, denn so entfällt das mühsame Schälen. Und das Fruchtfleisch? Fein, samtig und mit einem Hauch von Maroni-Aroma, das sich perfekt in Suppen, Pürees oder Ofengerichte einfügt.
Kürbisse kannst du dunkel und kühl ein paar Wochen lang wunderbar lagern. Ist er aber angeschnitten und im Kühlschrank, hält er sich nicht mehr lange und sollte rasch aufgebraucht werden.
Apfel-Kürbis-Suppe Rezept
Obwohl heute fast jeder Herbstkoch einen Hokkaido kennt, hat er eine relativ junge Geschichte. In Japan wurde im 19. Jahrhundert eine Kürbislinie gezüchtet, die aus importierten amerikanischen Sorten entstanden war. In den 1930er Jahren erreichte man schließlich die heutige Sorte „Uchiki kuri“, die später exportiert wurde und über Umwege auch nach Deutschland gelangte. In Europa erlangte der Hokkaido besonders in den 1990er Jahren Popularität, da er relativ einfach zu kultivieren war und sich gut lagern ließ.
Sein Name allerdings stammt nicht direkt von der japanischen Insel – vielmehr wurde der Kürbis so genannt, weil der erste verkaufte Samen aus Hokkaido kamen. In der Schweiz wird der Hokkaido übrigens oft „Oranger Knirps“ genannt – ein liebevoller Kosename, der an sein kompaktes Format erinnert.
Um Prostataleiden zu lindern, können Kürbiskerne verzehrt werden. Diese helfen einen Zinkmangel auszugleichen, denn dieser geht oft bei genau diesem Problem einher. Kürbiskerne enthalten nämlich sehr viel Zink.
Tja, und heute habe ich dir unser bestes Apfel-Kürbis-Suppe-Rezept dabei. Die Apfel-Kürbis-Suppe ist wirklich ein Gedicht.
Diese Apfel-Kürbis-Suppe ist einfach gut. Mit Äpfeln kombiniert finde ich sie unschlagbar. Ich koche immer eine große Menge und koche sie danach ein. Das ergibt mir meist einen Vorrat bis zur nächsten Saison.
Ich verwende immer zwei ganz große Töpfe und teile alles auf. Zwiebel und Knoblauch kleinschneiden und in etwas Butter andünsten. Ich gebe hier auch immer gleich meine Suppenwürze mit hinzu. Die Äpfel vom Kerngehäuse befreien und etwas kleinschneiden und zu den Zwiebeln geben und mitdünsten. Nun den Kürbis in kleinen Stücken in die Töpfe geben und mit Wasser und Weißwein ablöschen. Wird kein Weißwein verwendet, bitte die Menge durch Wasser ersetzen. Die Flüssigkeitsmenge ist nur ein ungefährer Richtwert.
Normalerweise gehe ich nie nach Rezept vor. Es sollte einfach alles gut mit der Flüssigkeit bedeckt sein. Wenn du den Kürbis im Ofen weich gegart hast, dauert die Herstellung der Suppe nicht mehr lange. Ansonsten muss er direkt in der Suppe weichgekocht werden. Allerdings lässt er sich nach dem Backen im Ofen viel leichter zerschneiden. Wenn der Kürbis weichgekocht ist, wird alles püriert und die Gewürze kommen hinzu. Da die Suppe bei Verwendung noch mit etwas Kokosmilch verfeinert wird, mache ich sie nicht zu dünn und fülle sie in Gläser ab. Die Gläser werden jetzt noch für 60 Minuten bei 100°C eingekocht.
Benötige ich eine Kürbis-Suppe, entnehme ich diese aus dem Glas und schütte sie in einen Kochtopf und koche sie noch einmal ordentlich auf. Nun gebe ich etwas Kokosmilch hinzu und würze gegebenenfalls noch nach. Serviert wird sie mit etwas Kürbiskernöl.
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Lavendel Räucherkegel öffnen Türen zu alten Mythen, verführerischen Düften und innerem Frieden. Diese Räucherkegel tragen nicht nur das Aroma der Provence und heilende Wirkung in sich, sondern auch eine tiefe mystische Geschichte, in der Duft und Ritual eins werden.
Lavendel Räucherkegel verbinden uns mit Geschichten aus Tausenden von Jahren. Schon die alten Griechen nannten Lavendel „nardus“ (bezieht sich auf aromatische Pflanzen), eine Pflanze, deren Duft sehr geschätzt war, sowohl als Medizin als auch in Ritualen.
Die Römer verwendeten Lavendel (von lateinisch lavare „waschen“) in Badehäusern, streuten Blüten ins Wasser und glaubten, der Duft reinige nicht nur den Körper, sondern auch den Geist.
Eine alte Legende erzählt, wie Kleopatra Lavendel nutzte, um Caesar und später Antonius zu bezaubern – ihr Duft sollte Macht und Verführung zugleich sein.
Lavendel räuchern: Magie in Ritualen & Schutz
Lavendel räuchern galten durch die Geschichte hindurch als Schutz gegen das Böse und negative Energien. Im Mittelalter hängte man Lavendel über Türen oder verbrannte ihn in Kaminen, um Dämonen fernzuhalten und die Luft von Krankheiten zu reinigen – wenn man noch nicht wissen konnte, dass viele dieser Krankheiten durch Mikroben verursacht wurden, glaubte man an dunkle Mächte.
In mediterranen Regionen war es Brauch, Lavendel in Hausaltäre zu legen oder in Kirchen bei Festen zu streuen. Am Johannistag wurden Lavendelblüten manchmal in Feuer geworfen, um Licht, Reinheit und Schutz zu feiern.
Lavendel räuchern wirkt beruhigend und klärend – in alten Zeiten verwendete man ihn auch bei schlaflosen Nächten, bei Nervosität oder zur Beruhigung der Gemüter. Es heißt, wer Lavendelduft in seinem Schlafraum habe, finde leichter in Träume und gute Visionen
Lavendel Räucherkegel: Symbolik & Mythos
Das Symbol des Lavendels ist tief verwoben mit Liebe, Reinheit und Treue. In der viktorianischen Sprache der Blumen wurde Lavendel manchmal als Zeichen der Eifersucht oder des Misstrauens gedeutet – interessante Kontraste zu seiner sanften, beruhigenden Wirkung.
Ebenso ranken sich Mythen um Lavendel als Brücke zwischen diesseitiger Welt und dem Feenhaften: Wer Lavendel blühen lässt oder Lavendelduft eingeatmet, soll Feen in seinen Garten locken. In manchen Überlieferungen wird gesagt, Lavendel erlaube einen Blick in die Zukunft – wenn man ihn in Träumen sieht oder riecht.
Lavendel Räucherkegel & dein Ritual
Wenn du einen Lavendel Räucherkegel anzündest, öffnet sich nicht nur der Raum für Duft – oft beginnt ein kleines Ritual:
Das Licht gedimmt, eine Kerze daneben, und tiefes Einatmen beim ersten Rauch.
Die Flamme lässt den Kegel glühen, der Rauch trägt Lavendel hinaus in den Raum, füllt Ecken und zieht Schatten fort.
Diese Rituale sind nicht neu – sie greifen die Praxis alter Kulturen auf, die Lavendel verbrannten, um Böses abzuschirmen und Frieden herzustellen.
Lavendel Räucherkegel: Anwendung & DIY-Hinweis
Und hier kommt dein Rezept ins Spiel: Wenn du selbst Lavendel Räucherkegel herstellst, gestaltest du nicht nur ein Produkt, sondern du kreierst ein persönliches Werkzeug für deine Rituale. Diese Räucherkegel können helfen:
Räume energetisch zu reinigen
Stimmung zu beruhigen und Ängste zu lindern
klare Gedanken zu fördern und die Sinne zu öffnen
Verwende nur getrockneten Lavendel, ein gutes Bindemittel. Lasse die Räucherkegel langsam und gründlich trocknen, damit sie gleichmäßig glühen und ihren Duft voll entfalten.
Wissenschaft trifft Mystik
Interessanterweise bestätigen moderne Studien, dass Lavendel beruhigende Wirkungen hat – etwa zur Linderung von Angstzuständen, zur Förderung guten Schlafs und zur Verbesserung der Gemütslage.
So verschmilzt hier Mystik mit Fakten: Die alten Geschichten zeigen uns, wie Lavendel Räucherkegel gebraucht wurden, während heutige Forschung viele Wirkungen bestätigt.
DIY Lavendel Räucherkegel Rezept
DIY Lavendel Räucherkegel Rezept
Es ist nicht nur ein Duft. Es ist ein Erlebnis, ein Moment der Ruhe und Magie. Und mit deinem DIY-Rezept kannst du diese Magie selbst in dein Zuhause bringen.
8 g Lavendel, getrocknet 2 g Buchenholzkohle, ohne Zusätze 1,5 g Nelken Pulver 0,5 g Gummi arabicum, Pulver 4 g Eibisch Wurzel, getrocknet etwas Lavendel-Hydrolat
Den Lavendel pulverisieren und sieben und 8 g vom feinen Material abwiegen. Die Eibisch Wurzel mit einem Mixer zu Pulver vermahlen. Vom feinen Pulver 4 g abwiegen und mit dem Lavendel mischen.
Zur Lavendel-Eibisch-Mischung alle weiteren Zutaten untermischen. Sehr gut vermengen. Nun mit einer Pipette etwas Lavendel-Hydrolat hinzufügen. Sehr vorsichtig, bis eine formbare Masse entsteht. Gut durchkneten und abgedeckt etwas rasten lassen. Anschließend mit Geduld Kegel formen und auf einem Holzbrett trocknen lassen.
Die Trockenzeit benötigt ein paar Tage, je nach Größe deiner Kegel. Auf einer hitzestabilen Unterlage oder auf einem Sandbett anzünden und genießen. Beachte, diese Kegel erzeugen etwas mehr Rauch. Also bitte achte auf eine gute Durchlüftung.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Wie wir schon gehört haben, enthält Augentrost (Euphrasia officinalis) zahlreiche bioaktive Inhaltsstoffe wie Iridoidglykoside (z.B. Aucubin), Flavonoide (Apigenin, Quercetin u.a.), Tannine sowie ätherische Öle und Bitterstoffe. Nach Analysen enthält das Kraut zudem nennenswerte Mengen an Vitamin C und β-Carotin (jeweils etwa 10–70 mg pro kg Trockenmasse) sowie Mineralien wie Calcium (ca. 1,8–11,5 g/kg) und Spuren von Chrom. Diese Nährstoffe und sekundären Pflanzenstoffe erklären zum Teil die bekannten entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften des Extrakts.
Augentrost blickt auf eine lange volksheilkundliche Tradition zurück. Schon in der Signaturenlehre der Renaissance wurde sein Aussehen mit Augengesundheit in Verbindung gebracht. Der berühmte Kräuterbuchautor Nicholas Culpeper empfahl Euphrasia im 17. Jahrhundert als Mittel für Augenleiden und „stärkt dabei das schwache Gehirn“. Tatsächlich heißt es bei Culpeper, Augentrost rette das Augenlicht und „stärkt das schwache Gehirn oder Gedächtnis“ (frei übersetzt). In früherer Zeit trank man Augentrost nicht nur als Tee: In der elisabethanischen Ära war sogar ein „Augentrost-Ale“ (Eyebright Ale) ein beliebtes Getränk, dem man stimmungsaufhellende Wirkungen zuschrieb. Bis heute wird Euphrasia – meist als Tinktur oder Fertigpräparat – bei akuten Bindehautentzündungen, Heuschnupfen und verspannten Augen eingesetzt. Traditionell sollen Augentrost-Aufgüsse und Kompressen Rötungen lindern, Schwellungen hemmen und Schmerzen mildern.
Anwendung in der Hautpflege
Moderne Kosmetik nutzt Euphrasia-Extrakt vor allem wegen seiner hautberuhigenden Wirkung. Der Wirkstoff wird als feuchtigkeitsspendend und antioxidativ beschrieben – daher findet er sich häufig in Anti-Aging- und Pflegepräparaten für empfindliche Haut. Euphrasia-Extrakt soll die Hautbarriere stärken und gereizte, gerötete Hautpartien besänftigen. Auch Weleda weist darauf hin, dass Euphrasia-Auszüge adstringierend wirken und Entzündungen hemmen. In klinischen Untersuchungen zeigte sich z.B., dass Euphrasia-Augentropfen die Reizung tränender, geröteter Augen schnell lindern können. Die Kosmetikindustrie listet Euphrasia officinalis oft als „hautberuhigend, entzündungshemmend und hautpflegend“.
Risiken und Nebenwirkungen
Obwohl Euphrasia officinalis als Arzneipflanze gilt, gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen. Bei äußerlicher Anwendung kann es in seltenen Fällen zu lokaler Augenreizung kommen (z.B. verstärkte Rötung, Brennen, Jucken). Allergische Hautreaktionen (Rötung, Ausschlag, Schwellungen) sind möglich, insbesondere bei empfindlichen Personen oder Allergie gegen Pflanzen der Familie Orobanchaceae. Wird Augentrost eingenommen, können gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall auftreten. Auch Kopfschmerzen wurden vereinzelt berichtet. Da die Pflanze unbekannte Alkaloide enthält, raten Fachleute zu Zurückhaltung: Überdosierung oder Langzeitanwendung sollten vermieden werden. Für selbst angesetzte Augenspülungen (z.B. Aufgüsse) gilt besondere Vorsicht: Ohne sterile Bedingungen kann schnell eine Infektion entstehen. Fertigzubereitete, geprüfte Augentropfen sind daher meist sicherer.
Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder
In Schwangerschaft und Stillzeit sollte Euphrasia officinalis nicht angewendet werden. Es fehlen zuverlässige Studien zur Sicherheit, weshalb medizinische Quellen generell zur Abstinenz raten. Ähnliches gilt für Kleinkinder: Die meisten Hersteller empfehlen Euphrasia-Produkte (z.B. Augentropfen) erst ab einem Alter von 2 Jahren. So gibt Weleda an, dass ihre Euphrasia-Augentropfen erst ab 2 Jahren unbedenklich sind; bei unter 2-Jährigen solle man ärztlichen Rat einholen. Einige Apothekenheiler verweisen zwar darauf, dass auch bei Babys hängende oder verklebte Augen mit milden Augentropfen (mit Euphrasia) behandelt werden, doch gilt hier besondere Vorsicht. Auch aufgrund der Alkaloid-Warnung wird im Zweifelsfall zu konservativen Anwendungen (z.B. homöopathische Verdünnungen) geraten. Ich empfehle generell in meinen Kursen, an den Augen wird nicht herumexperimentiert.
Zusammenfassung und Vorsichtshinweise
Euphrasia officinalis ist ein vielseitiges Volksmittel: Es wirkt entzündungshemmend, adstringierend und wird sowohl für Augenbeschwerden als auch in der Hautpflege eingesetzt. Zugleich birgt die Pflanze Risiken, vor allem bei falscher Anwendung oder bei speziellen Patientengruppen. Häufige Nebenwirkungen sind lokale Reizungen oder Allergien. Insbesondere sollten Schwangere, Stillende und Kleinkinder auf Euphrasia-haltige Produkte verzichten. Wer Augentrost äußerlich nutzt, sollte darauf achten, sterile Arzneiformen zu verwenden und keine überdosierten Hausmittel anzurühren. Rücksprache mit dem Arzt ist unabdingbar. Ich verwende keine Tinktur an den Augen!
Professionelles Rezept für eine Euphrasia-Tinktur
Zutaten:
Euphrasia officinalis (Augentrost), getrocknet: 100 g
Ethanol (45 %): 500 ml
Anleitung:
Vorbereitung: Die getrocknete Euphrasia officinalis fein zerkleinern, um die Oberfläche für die Extraktion zu vergrößern.
Mazeration: Die zerkleinerte Pflanze in ein Glasgefäß geben und mit Ethanol übergießen, sodass die Pflanze vollständig bedeckt ist.
Extraktion: Das Gefäß verschließen und an einem kühlen, dunklen Ort für 14 Tage aufbewahren. Täglich schütteln, um die Extraktion zu fördern.
Filtration: Nach der Mazeration die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder Filterpapier abseihen, um die festen Pflanzenteile zu entfernen.
Lagerung: Die fertige Tinktur in dunkle Glasflaschen abfüllen und lichtgeschützt lagern.
Dosierung:
Laut der französischen Arzneimittelbehörde ANSM kann die Tinktur in einer Verdünnung von 1:5 mit 45 % Ethanollösung hergestellt werden.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Extraktion
Studien haben gezeigt, dass die Extraktionsmethode einen Einfluss auf die Wirksamkeit der Tinktur hat. Eine Untersuchung verglich die Wirkung von Ethanol-, Ethylacetat- und Heptan-Extrakten von Euphrasia officinalis auf kultivierte menschliche Hornhaut-Epithelzellen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ethanol-Extrakte die gewünschten biologischen Aktivitäten am effektivsten vermitteln.
Augentrost – Arnika Gel
Das ist mein absolutes Lieblingsrezept mit Augentrost. Es wird bei Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen usw. verwendet.
60 g Arnika Tinktur (Arnica montana)
34 g Augentrost Tinktur (Euphrasia officinalis)
5 g Glycerin
1 g Xanthan
Das Glycerin und das Xanthan in einem Becherglas zusammen rühren und etwas lösen. Die beiden Tinkturen in einem weiteren Becherglas mischen.
Nun das Xanthangemisch zu den Tinkturen geben. Am besten schwenkst du das Glas nur ohne zu rühren. Jetzt deckst du das Glas luftdicht ab und lässt das Xanthan seine Wirkung entfalten. So vermeidest du recht gut eine Verklumpung und musst die Tinkturen nicht erwärmen. Lass das Glas über Nacht herumstehen. Du kannst ab und zu schwenken. Solltest du trotzdem Klümpchen im Glas haben, kannst du es am nächsten Tag etwas erwärmen. Das hilft, dass das Xanthan sich schnell löst. Vor dem Abfüllen gut rühren, bis eine schöne Gelkonsistenz entstanden ist.
Augentrost – Arnika Gel
Während einer meiner Kräuterführungen ließ ich meinen Gedanken freien Lauf und fragte mich, ob Augentrost (Euphrasia officinalis) noch mehr kann, als nur für klassische Augenauflagen verwendet zu werden. Betrachtet man die Inhaltsstoffe, insbesondere Aucubin, liegt die Vermutung nahe, dass die Pflanze über starke entzündungshemmende Eigenschaften verfügt.
Inspiriert von dieser Idee entstand der Gedanke, Augentrost mit Arnika zu kombinieren, um ein pflegendes Gel für Bänder, Prellungen und Verstauchungen herzustellen. Das Ergebnis war beeindruckend: Das Gel ließ sich hervorragend auf verletzte Stellen auftragen und zeigte eine spürbare Schmerzlinderung sowie eine unterstützende Wirkung bei der Heilung.
Praktisch erprobt wurde das Gel bei verschiedenen Beschwerden – von einem Bänderriss über einen stark geprellten Zeh bis hin zu einem verdrehten Knie. In allen Fällen konnte eine lindernde und unterstützende Wirkung festgestellt werden. Die Kombination der beiden Heilpflanzen wirkt synergistisch: Augentrost liefert entzündungshemmende und beruhigende Effekte, während Arnika für ihre bewährten blutstillenden und regenerativen Eigenschaften bekannt ist.
Dieses Erlebnis hat mir einmal mehr gezeigt, wie vielseitig Heilpflanzen eingesetzt werden können, wenn man ihre Inhaltsstoffe und traditionellen Anwendungen mit modernen Erkenntnissen verbindet. Augentrost ist weit mehr als nur eine Pflanze für die Augenpflege – er kann aktiv zur Schmerzlinderung und Unterstützung bei Verletzungen beitragen.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Im zweiten Teil zu Euphrasia officinalis dem Gemeinen Augentrost geht es weiter mit den Inhaltsstoffen, Anwendungen und seiner Wirkung.
Aber zuerst möchte ich noch danke sagen für die lieben Nachrichten bezüglich meines Willkommens E-Mail! Ich habe mich sehr gefreut und dass es funktioniert, freut mich umso mehr. Ich habe lange daran gearbeitet, bis ich eine passende Lösung gefunden habe. Nun sollte es so sein, dass meine Blogbeiträge wie seit Jahren gleich gesendet werden. Und mein Freebie Magazin kommt über meinen neuen E-Mail-Versender.
So nun geht es weiter mit Euphrasia officinalis dem Gemeinen Augentrost und seine Wirkung!
Euphrasia officinalis Tinktur
1. Inhaltsstoffe mit therapeutischem Potenzial
Euphrasia officinalis enthält eine Vielzahl bioaktiver Verbindungen:
Iridoidglykoside: Aucubin, Catalpol und Euphrosid, bekannt für entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften.
Flavonoide: Apigenin, Luteolin und Rutin, die antioxidativ wirken und die Gesundheit der Blutgefäße unterstützen.
Phenolcarbonsäuren: Ferulasäure und Kaffeesäure, die entzündungshemmend wirken und freie Radikale neutralisieren.
Gerbstoffe: Haben adstringierende Effekte und tragen zur Linderung von Schleimhautreizungen bei.
Diese Inhaltsstoffe machen Euphrasia zu einer wertvollen Pflanze in der Phytotherapie.
Schauen wir uns Aucubin genauer an.
Aucubin: Struktur und Löslichkeit
Aucubin ist ein Iridoidglykosid mit der Summenformel C₁₅H₂₂O₉. Es besitzt eine geringe orale Bioverfügbarkeit, wird jedoch in verschiedenen Organen wie Leber, Nieren und Herz nachgewiesen. In vitro zeigt Aucubin eine gute Löslichkeit in Wasser (15 mg/mL bei 25 °C) und in DMSO (69 mg/mL bei 25 °C).
Pharmakologische Eigenschaften von Aucubin
Aucubin weist eine Vielzahl biologischer Aktivitäten auf:
Antioxidativ: Schutz vor oxidativem Stress.
Entzündungshemmend: Hemmung der Prostaglandinsynthese.
Hepatoprotektiv: Schutz der Leberzellen vor toxischen Einflüssen.
Neuroprotektiv: Schutz der Nervenzellen vor Schädigungen.
Antimikrobiell: Aktivität gegen verschiedene pathogene Mikroorganismen
Weitere Iridoide in Euphrasia officinalis
Neben Aucubin enthält Euphrasia officinalis weitere Iridoidglykoside wie Catalpol und Verbenalin, die ebenfalls entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzen.
2. Klinische Studien und Anwendungen
Euphrasia officinalis wird in der Augenheilkunde geschätzt:
Augentropfen: Wässrig-ethanolische Extrakte zeigen entzündungshemmende und antioxidative Wirkungen. In einer weiteren Studie wurde die Anwendung von Euphrasia-Augentropfen bei Frühgeborenen mit okulären Erkrankungen untersucht. Die Ergebnisse zeigten eine gute Verträglichkeit und positive Effekte auf die Augenheilkondition.
In-vitro-Studien: Bestätigen die Wirksamkeit bei der Behandlung von Augenreizungen und Entzündungen.
Homöopathie: Euphrasia D6 wird bei Bindehautentzündungen und Heuschnupfen eingesetzt.
UVB-induzierte Hautalterung: Ein 95 %-Ethanol-Extrakt der Pflanze reduzierte oxidative Stressmarker und entzündungsfördernde Aktivitäten in menschlichen Hautfibroblasten.
3. Traditionelle Anwendungen in der Volksmedizin
In der Volksmedizin wurde Euphrasia nicht so vielseitig genutzt:
Teezubereitungen: Bei Erkältungen, Husten und Verdauungsbeschwerden.
Augenkompressen: Zur Linderung von Augenreizungen und Müdigkeit.
Homöopathische Mittel: Bei entzündlichen Prozessen der Augen und Atemwege.
4. Anwendungen in der Phytotherapie
Euphrasia officinalis wird traditionell bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
Konjunktivitis: Entzündung der Bindehaut.
Blepharitis: Entzündung der Augenlider.
Allergische Reaktionen: Linderung von Symptomen bei Heuschnupfen.
Sinusitis: Entzündung der Nasennebenhöhlen.
Die Anwendung erfolgt meist in Form von Tees, Tinkturen oder Augentropfen als Fertigpräparat.
5. Magische Bedeutung und Symbolik
Euphrasia officinalis besitzt auch eine mystische Bedeutung:
„Bright Eye“: Der Name verweist auf die Förderung der geistigen Klarheit und Wahrnehmung.
Räucherungen: In alten Ritualen genutzt, um die Wahrnehmung zu schärfen und spirituelle Klarheit zu erlangen.
Der Name „Euphrasia“ leitet sich vom griechischen Wort „euphrosyne“ ab, was „Fröhlichkeit“ bedeutet. In der antiken Mythologie war Euphrasia eine der Chariten (Grazie), Göttinnen der Schönheit und des Anmuts. Die Pflanze wurde daher mit positiven Eigenschaften wie Klarheit und Wohlbefinden assoziiert.
Im Mittelalter wurde Euphrasia als „Augentrost“ bekannt, da man glaubte, sie könne die Sehkraft stärken und Augenkrankheiten heilen. Die Pflanze ist ein Symbol für Augenpflege und Klarheit.
6. Praktische Anwendung und Zubereitung
Euphrasia kann auf verschiedene Weisen genutzt werden:
Tee: 1 TL getrocknetes Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.
Augenkompressen: Abgekühlten Tee auf sterile Kompressen geben und auf die geschlossenen Augen legen.
Augentropfen: In Apotheken erhältliche Präparate mit Euphrasia-Extrakt.
Fazit
Euphrasia officinalis, auch bekannt als Augentrost, ist nicht nur eine wertvolle Heilpflanze mit nachgewiesenen therapeutischen Eigenschaften, sondern auch eine Pflanze mit reicher Geschichte und mystischer Bedeutung. Leider wird sie in der Lektüre und auch in der Phytotherapie auf die Anwendung bei Augenleiden reduziert. Meines Erachtens besitzt die Pflanze ein großes Potenzial, welches nicht ausgeschöpft wird.
Im nächsten Artikel geht es dann weiter mit der Tinkturherstellung und einem Gel-Rezept.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Die Gattung Euphrasia umfasst über 350 Arten weltweit, mit einem Schwerpunkt in Europa und Asien. Euphrasia officinalis, auch als Gemeiner Augentrost bekannt, ist eine der bekanntesten Arten dieser Gattung. Weitere Arten wie Euphrasia minima (Zwerg-Augentrost) unterscheiden sich in Größe, Blütenfarbe und Wuchsform.
2. Erscheinungsbild und Wuchsform
Euphrasia officinalis erreicht eine Höhe von 10 bis 30 cm und zeichnet sich durch einen aufrechten, verzweigten Stängel aus. Die gegenständigen, eiförmigen Blätter sind gezähnt. Die Blüten sind weiß oder leicht violett mit violetten Streifen und einem markanten gelben Fleck, der an ein Auge erinnert.
Im Vergleich dazu ist Euphrasia minima deutlich kleiner (2 bis 10 cm), meist unverzweigt und besitzt kürzere, weniger auffällige Blüten. Euphrasia rostkoviana hingegen hat größere Blüten und ist in allen Pflanzenteilen drüsig behaart.
3. Verbreitung und Standort
Euphrasia officinalis ist in Europa weit verbreitet und bevorzugt frische, nährstoffarme Wiesen, Weiden und Magerrasen. Sie wächst in Höhenlagen bis zu 2.400 m. Euphrasia minima ist in den Alpen und den europäischen Gebirgen von den Pyrenäen bis zum Balkan heimisch. Euphrasia stricta kommt in höheren Lagen der Alpen vor.
4. Blütezeit und Fortpflanzung
Die Blütezeit von Euphrasia officinalis erstreckt sich von Mai bis Oktober, wobei die Pflanze im Juli bis September am häufigsten blüht. Euphrasia minima blüht von Juli bis September. Alle Arten sind einjährige Pflanzen, die sich durch Samen fortpflanzen.
5. Ökologische Bedeutung
Alle Euphrasia-Arten sind Halbschmarotzer, die Nährstoffe von anderen Pflanzen aufnehmen, aber auch selbst Photosynthese betreiben. Sie tragen zur Biodiversität in ihren Lebensräumen bei und sind Indikatoren für gesunde, wenig gestörte Ökosysteme.
6. Historische und mystische Bedeutung
Bereits im Mittelalter wurde Euphrasia officinalis als Heilpflanze verwendet. Der Name „Augentrost“ deutet auf seine Anwendung bei Augenbeschwerden hin. In der Volksmedizin galt die Pflanze als Mittel gegen „böse Blicke“ und wurde in Zaubertränken verwendet.
In der Antike glaubte man, dass Euphrasia die Fähigkeit besaß, das „dritte Auge“ zu öffnen und spirituelle Wahrnehmungen zu fördern. Diese mystischen Zuschreibungen machten die Pflanze zu einem Symbol für Weisheit und Erkenntnis.
Relativ groß, kräftige Pflanze, auffällige Blüten mit gelbem Fleck – „typischer Augentrost“
Euphrasia minima
2–10
Meist un-verzweigt
Weiß mit gelbem Fleck
Hochalpine Regionen, Pyrenäen bis Balkan
Zwergart, kurze Blüten
Sehr klein, fast un-scheinbar, kaum Verzweig-ungen – wächst oft dicht am Boden
Euphrasia pectinata
5–20
Aufrecht, buschig
Weiß mit violetten Streifen
Mittel-europa, trockene Wiesen
Blätter stark gezähnt, auffällige Zeichnung
Leicht an den stark fiederartig gezähnten Blättern zu erkennen („Kammform“)
Euphrasia hirtella
10–25
Aufrecht, drüsig behaart
Weiß bis violett
Alpen und Voralpen
Dichte Drüsen-haare, oft klebrig-aromatisch
Wenn man die Pflanze anfasst: deutlich behaart, klebrig, fein aromatischer Geruch
Euphrasia salisburg-ensis
8–20
Aufrecht, verzweigt
Weiß bis violett
Salzburg und angrenzende Gebiete
Seltene, standort- treue Endemitenart
Oft in Salzburg-Almen, nur lokal begrenzt – wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der Standort
Euphrasia alpina
5–15
Klein, kompakt
Weiß bis violett
Hochalpine Regionen der Alpen
Robust, an Kälte angepasst
Kompakter Wuchs, eher „ge-drungene“ Pflanze, typisch in Höhen-lagen über 1800 m
Dieser Beitrag bietet einen umfassenden Überblick über Euphrasia officinalis und verwandte Arten. Für detaillierte Informationen zur historischen Verwendung, mystischen Bedeutungen und wissenschaftlichen Studien zu den Heilwirkungen von Euphrasia empfiehlt es sich, spezialisierte Literatur oder wissenschaftliche Datenbanken zu konsultieren.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Ballota nigra ist eine oft übersehene Heilpflanze der traditionellen europäischen Medizin. Besonders geschätzt wird sie für ihre beruhigende, angstlösende Wirkung und als natürliches Mittel zur Unterstützung des weiblichen Nervensystems. In diesem Beitrag findest du eine umfassende Übersicht über Inhaltsstoffe, energetische Wirkung, Auszugsmethoden sowie bewährte Rezepturen für Tinkturen.
sehr gut alkohol-löslich (>50 %), kaum wasserlöslich
Für bittere Komponente relevant
Ätherische Öle
Sesquiterpene, u.a. Caryophyllen
Antimikrobiell, nerven beruhigend
alkohollöslich (bes. >50 %), fettlöslich
Unterstützend, aber nur in Spuren relevant
Gerbstoffe
Nicht genauer beschrieben
leicht adstringierend
wasser- löslich
Nebeneffekt, keine Haupt- wirkung
Labiaten– gerbstoffe
Unklar spezifisch beschrieben
leicht entzündungs- hemmend
wasser- löslich
Hintergrund- wirkung
Fazit: Für eine nervenberuhigende Wirkung sind vor allem Phenylpropanoide und Flavonoide entscheidend, die sowohl in Wasser als auch Alkohol (besonders 50-60 %) gut löslich sind. Die Diterpene wie Marrubiin tragen zusätzlich einen tonisierenden Bittereffekt bei.
Beste Auszugsmethode & Alkoholgehalt
Empfohlene Extraktionsform:
Tinktur (1:5 Ansatz) mit 60 % Ethanol, ideal für ein breites Wirkspektrum.
Bei frischen Pflanzen bevorzugt 1:3 Ansatz mit 50 – 70 % Ethanol wegen höherem Wasseranteil.
Grund:
60% Alkohol extrahiert sowohl phenolische Glycoside, Flavonoide als auch Bitterstoffe optimal.
Hinweis aus der Praxis: Für eine maximale Extraktion der beruhigenden Flavonoide, Diterpene und ätherischen Öle wird ein höherer Alkoholgehalt von 70–80 % Ethanol empfohlen. Wer Wert auf eine vollständige Ausbeute der Wirkstoffe legt, kann 1:5 mit 70–80 % Alkohol ansetzen und zusätzlich 20 % pflanzliches Glycerin einarbeiten. Das Glycerin hilft wasserlösliche und ein paar öllösliche Komponenten zu extrahieren und sorgt für ein harmonisches Geschmackserlebnis.“
Anwendungsgebiete
Beschwerdebild
Empfohlene Zubereitung
Nervöse Unruhe, Stress
Tinktur oder Tee
Schlafstörungen
Tinktur vor dem Schlafengehen
PMS, Reizbarkeit
Tinktur oder Tee in Kombination mit Melisse und Frauenmantel
Wechseljahresbeschwerden
Tinktur über mehrere Wochen
Reizdarm, nervöse Magenprobleme
Tee (leicht bitter), verdauungsfördernd
Rezepte
1. Beruhigungstee
Zutaten:
40 g Schwarznessel, Ballota nigra Kraut
15 g Melissenblätter, Melissa officinalis
15 g Lavendelblüten, Lavandula angustifolia
15 g Passionsblumenkraut, Passiflora incarnata
15 g Hopfenzapfen, Humulus lupulus
Zubereitung: 1 TL mit 200 ml heißem Wasser übergießen, 8-10 Minuten ziehen lassen, 2-3 Tassen täglich trinken.
2. Nerventinktur (Einfachansatz)
Zutaten:
50 g getrocknetes Schwarznessel, Kraut
250 ml 60 % Ethanol
Zubereitung: Alles in ein Schraubglas geben, 2-3 Wochen bei Raumtemperatur ausziehen lassen, täglich schütteln, danach abfiltern.
Dosierung: 20-30 Tropfen 2-3x täglich oder 40 Tropfen abends.
Ich habe meine Tinktur im Perkolator erstellt. Zusätzlich mit einer Einreduzierung. Es handelt sich dabei um ein besonders effektives, aber um ein spezielles, Verfahren.
Hier habe ich für dich das Rezept als Normalansatz. Du kannst also eine klassische Tinktur ansetzen und für ca. 2-3 Wochen, aber mindestens 10 Tage ausziehen.
Wechseljahresunruhe: 30 Tropfen morgens und abends über 6-8 Wochen
Energetische Einordnung
Energetisches Prinzip
Beschreibung
Temperatur
Kühlend bis leicht neutral
Geschmack
Bitter, leicht aromatisch
Bewegungsrichtung
Nach unten führend, zentrierend, erdend
Wirkung auf das Nervensystem
Beruhigend, entspannend, löst geistige Anspannung
Emotionale Wirkung
Stabilisiert bei Reizbarkeit, Unruhe, Stimmungsschwankungen
Besonders hilfreich für
Frauen mit PMS, hormonellen Dysbalancen, Reizbarkeit
Fazit
Es ist eine vielseitige Heilpflanze für das Nervensystem und hormonelle Balance. Besonders wirksam in Kombination mit Scutellaria und Hopfen, entfaltet sie ihr volles Potenzial als sanft beruhigendes Nerventonikum. Die Kombination aus hochwertigen Extrakten und gut dokumentierter traditioneller Nutzung macht Ballota nigra zu einer wertvollen Begleiterin für mehr Ruhe und Stabilität im Alltag. Ich finde es ist eine der besten Nerventinkturen welche ich bis lang hergestellt habe.
Kontraindikationen und Wechselwirkungen
Ballota nigra gilt bei sachgemäßer Dosierung als relativ nebenwirkungsarm. Bekannte Warnhinweise umfassen jedoch: Schwangerschaft und Stillzeit: Die Pflanze kann den Hormonhaushalt beeinflussen und den Menstruationszyklus stören, daher sollte sie nicht in Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden. Gleiches gilt für Kleinkinder – im Zweifel lieber ärztlich abklären. Parkinson-Medikamente: Da Inhaltsstoffe von Ballota dopaminerge Rezeptoren beeinflussen können, ist Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von Dopamin-Agonisten oder Levodopa geboten. Konkrete Interaktionen mit Parkinson-Mitteln (z.B. Bromocriptin, L-Dopa) sind dokumentiert. Psychose/Schizophrenie: Theoretisch könnte Ballota die ZNS-Wirkung anderer Psychopharmaka verstärken oder ungünstig modifizieren. Eine Fachquelle warnt vor der Anwendung bei Schizophrenie oder psychotischen Erkrankungen (rxlist.com). Sedativa und Antidepressiva: Es gibt keine belastbaren Studien, aber wegen der potenziell sedierenden Wirkung sollte man kombinierte Beruhigungsmittel vorsichtig dosieren.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
Ich hätte nie gedacht, dass diese Pflanze so spannend sein kann. Vermutlich hätte ich gar nicht recherchiert, wenn sie nicht mein Hochbeet überwuchern würde. Hier habe ich ein paar spannende Fakten für dich zusammen getragen.
Isolierte Phenylpropanoide (z. B. Verbascosid, Forsythosid B) zeigten in vitro:
Bindung an Benzodiazepin-, Dopamin- und Opioidrezeptoren (IC₅₀ ca. 0,4–4,7 mg/ml)
Antioxidative Aktivität gegen ROS wie Superoxid, H₂O₂, Hypochlorit (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
3. Sedativ‑antidepressiver Effekt (Tiermodelle)
In vivo-Studien mit Ballota‑Extrakten an Mäusen/Ratten ergaben:
Verminderte Bewegungsaktivität
Verlängerte pentobarbital-induzierte Schlafdauer
Antidepressiver Effekt im „forced swim“-Test und offenem Feldtest
4. Antibakterielle Wirkung
In vitro zeigte der Lithiumschal‑Blatt‑Extrakt Aktivität gegen Bakterien wie E. coli, Salmonella typhi, Micrococcus luteus und Bacillus subtilis. Methanol‑Extrakt war am wirksamsten (Hemmzonen 12–22 mm)
5. Ätherische Öle & Antimikrobielle Potenz
Essenzöle der Unterart B. nigra subsp. kurdica und subsp. uncinata enthalten Hauptkomponenten wie Caryophyllen, Germacren, (E)-Phytol etc. und zeigen moderate bis starke antimikrobielle Aktivität (pmc.ncbi.nlm.nih.gov+2brieflands.com+2journals.sagepub.com)
6. ESCOP-Monographie
Eine pflanzliche Arzneibuch-Zusammenfassung (ESCOP, 2015) stellt:
Sedative und angstlösende Wirkungen
Hypoglykämische Effekte
In vivo sedative Effekte, antidepressive Aktivität
Erste off‑label klinische Hinweise: ~ 65 % Responder-Rate bei Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen (nicht randomisiert, offen)
Fazit – Forschungsschwerpunkte:
Stoffwechselforschung: Hypoglykämie, Insulin-Release – nachweislich in Tiermodellen
Zentralnervöse Effekte: Versuchsergebnisse deuten auf sedative, anxiolytische und antidepressive Eigenschaften hin
Antimikrobielle Wirkung: sowohl in vitro (Extrakte) als auch ätherische Öle aktiv
Antioxidative Aktivität: durchaus belegt durch chemische und zellfreie Tests
Klinische Belege: Bislang begrenzt – etwa eine offene ESCOP-Studie zu psychischen Beschwerden
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
Ballota nigraist ein mehrjähriger, behaarter Lippenblütler – Lamiaceae aus dem Mittelmeerraum, die sich über Mitteleuropa, Westasien und Nordafrika bis nach Nordamerika ausgebreitet hat.
Schwarznessel im Porträt: und ihre Formen in Österreich
Bestimmungshilfe für die Schwarznessel und ihre Unterarten in Österreich:
Diese bebilderte Bestimmungshilfe unterstützt bei der Unterscheidung der drei Unterarten in Mitteleuropa – insbesondere bei Exkursionen, Gartenführungen oder in der Ausbildung von Kräuterinteressierten.
Ballota nigra Pflanzenportrait
Im Folgenden werden die wichtigsten Merkmale in einer Gegenüberstellung aufgeführt:
Allgemeine Merkmale
Lippenblüter mit meist rosa bis purpurnen Blüten (10–14 mm), die Oberlippe ist haarig.
Kelch 5-zähnig, glockenförmig, stark behaart und mit einem deutlichen Stiel.
Blätter gegenständig, eiförmig, grob gezähnt, runzelig, weich behaart. Blattränder oft rötlich bei Ruderalis. Blätter sehen oft aus als ob sie lahm sind.
Stängel vierkantig, hohl, verzweigt, oft rötlich bei Ruderalis.
Geruch stark modrig-unangenehm
Die Pflanze kommt in Österreich vor, aber immer in Form von Unterarten (subspecies). Das bedeutet: Es gibt keine „Ballota nigra“ im engeren, nominalen Sinn ohne Zusatz – also keine Art, die einfach nur als Ballota nigra (ohne subspezifische Zuordnung) eindeutig vorkommt.
In Österreich sind laut botanischer Fachliteratur drei Unterarten nachgewiesen:
Ballota nigra subsp. foetida – Kurzzähnige Schwarznessel
Ballota nigra subsp. nigra – Langzähnige Schwarznessel
Ballota nigra subsp. ruderalis – Ruderal-Schwarznessel (selten, ruderal verwildert)
Ballota nigra Pflanzenportrait
Unterarten-Vergleich: Erkennungsmerkmale und Unterscheidung
Merkmal
subsp. foetida (Kurzzähnige)
subsp. nigra (Langzähnige)
subsp. ruderalis (Ruderalform)
Kelchzähne
Kurz, stumpf, nur 1–3 mm, mit Mini-Spitze
Lang, spitz, 4–6 mm, dreieckig
Sehr kurz, kaum sichtbar über Kelch hinausragend
Blätter
Breit, weich, dicht behaart
Größer, dunkler, ebenfalls stark behaart
Kleiner, schmaler, weniger behaart
Blütenfarbe
Rosa bis blassrosa
Rosa bis purpurn
Blassrosa bis fast weiß
Geruch
Sehr stark, muffig
Ebenso stark, modrig
Schwächer, teilweise kaum auffällig
Wuchs
30–90 cm, buschig-verzweigt
Bis 120 cm, robuster Stängel
Niedrig, zierlich, oft nur 20–50 cm hoch
Standort
Ränder, Wegränder, Mauerfugen, sonnig
Ähnliche Orte, auch Bahntrassen
Innerstädtisch, Schuttplätze, Bahnhöfe
Verbreitung
Vor allem Westösterreich (z. B. Vorarlberg?)
Östliches Österreich (z. B. Burgenland)
Selten, v. a. Wien und urbane Zentren
Die Pflanze bevorzugt stickstoffreiche, kalkhaltige Böden in Höhen bis etwa 1300 m
Tipps zur Bestimmung im Feld
Kelchzähne mit Lupe betrachten: Länge und Form sind das sicherste Unterscheidungsmerkmal.
Blattbehaarung und -form: foetida meist weicher und filziger.
Standortumgebung analysieren: ruderalis oft an Bahnhöfen und städtischen Rändern, foetida an sonnigen Rändern.
Blüte rosa bis blassrosa mit einer Länge von 10 – 14 mm. Oberlippe ist hochgewölbt und die Unterlippe dreilappig. Dabei ist der mittlere Lappen keilförmig. Die Oberlippe ist deutlich behaart.
Ballota nigra Erkennungsmerkmale
Historisches zur Schwarznessel – eine Pflanze am Rand der Heilkunst
Bereits in der Antike wurde eine Pflanze namens Ballote in den Schriften des griechischen Arztes Dioskurides erwähnt – übelriechend, doch wirksam gegen Krämpfe, Bisse und nächtliche Unruhe. Auch Plinius der Ältere kannte sie als schweißtreibende Zutat in alten Salben. In den Kräuterbüchern der frühen Neuzeit – etwa bei Tabernaemontanus – fand sich die Pflanze unter Namen wie „stinkender Andorn“ oder „schwarze Nessel“ wieder. Ihre Heilwirkung wurde kaum geschätzt, ihr modriger Geruch oft bemängelt. So blieb sie eine Außenseiterin der hohen Klostermedizin – gemieden von Mönchen, aber nicht vergessen vom Volk. In der bäuerlichen Überlieferung galt sie als Schutzpflanze an Schwellenorten: dort, wo Weg und Wildnis sich berühren, wo Menschen loslassen müssen, was sie beschwert.
Die Schwarznessel, ist nicht nur botanisch faszinierend, sondern besitzt auch ein magisches und mystisches Potenzial, das sich besonders in der Kräuterkunde, im Räucherwerk und der Pflanzenmystik entfalten lässt. Obwohl sie in der modernen Magie kaum noch Beachtung findet, trägt sie altes Wissen in sich.
Mystische und magische Aspekte über die Pflanze
Magische Pflanzenweisheit
„Wo die Wege enden und der Stein zu bröckeln beginnt, da wächst sie. Nicht schön, nicht lieblich, doch stark im Schatten. Wer sie findet, dem flüstert sie vom Loslassen, vom Schutz vor dem Unausgesprochenen – und vom Mut, das Alte hinter sich zu lassen.“
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
11 kraftvolle Pflanzen wie Rumex für eine natürliche Eisentinktur bei Eisenmangel
Müdigkeit, blasse Haut, Konzentrationsschwäche – all das können Anzeichen für einen Eisenmangel sein. So ein Mangel lässt sich gut vom Arzt abklären. Doch anstatt sofort zu isolierten Eisenpräparaten zu greifen, kann die Natur auch hier sanft und nachhaltig unterstützen. In dieser selbst angesetzten Eisentinktur bei Eisenmangel vereinen sich wurzelige Bitterstoffe, eisenreiche Wildkräuter und fruchtige Vitamin-C-Quellen zu einem stärkenden Kräuterauszug, der die Eisenaufnahme auf natürliche Weise fördert.
Warum gerade Ampfer für diese Eisentinktur bei Eisenmangel spannend ist, habe ich dir in den letzten Blogartikeln schon berichtet. Im Amerikanischen ist Rumex als Yellow Dock sehr bekannt. Es lässt sich kombiniert mit eisenreichen Kräutern eine wunderbare Eisentinktur bei Eisenmangel daraus herstellen. Nur bei uns ist sie eher unbekannt und gilt als nutzloses Unkraut.
Eisentinktur bei Eisenmangel mit Yellow dock
Diese Eisentinktur bei Eisenmangel habe ich mit 80 % Korn im Verhältnis 1:3 (Pflanze zu Alkohol) angesetzt und mit einem Esslöffel Honig sanft abgerundet.
Diese Eisentinktur bei Eisenmangel enthält eine kraftvolle Mischung aus eisenhaltigen, blutreinigenden und nährstoffreichen Pflanzen.
Die Eisentinktur bei Eisenmangel dient zur Unterstützung, wenn der Körper Eisen benötigt. Etwa bei starker Menstruation oder nach Krankheiten.
Warum diese Pflanzen?
1. Alpen-Ampfer-Wurzel (Rumex alpinus, getrocknet oder frisch) Yellow dock
Der Alpen-Ampfer enthält nicht nur von Natur aus Eisen, sondern wirkt durch seine bitteren Wurzelstoffe auch leber- und galleanregend – wichtig für eine gesunde Eisenverwertung. In der traditionellen Kräuterkunde wird er genutzt, um „gespeichertes“ Eisen aus der Leber besser verfügbar zu machen. Als Ersatz ist auch Rumex crispus oder Rumex obtusifolius geeignet.
2. Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale, getrocknet oder frisch)
Ein klassisches Lebermittel, das den Stoffwechsel anregt und den Gallenfluss fördert. Das unterstützt die Eisenaufnahme über den Darm. Für mich ist der Löwenzahn ein besonders wichtiges Entgiftungskraut und darf in dieser Tinktur nicht fehlen. Löwenzahn ist außerdem reich an Mineralstoffen und unterstützt die Verdauung.
3. Kurkuma (Curcuma longa, frisch)
Kurkuma ist nicht nur antioxidativ und entzündungshemmend, sondern fördert nachweislich die Gallenproduktion und unterstützt so eine gesunde Leberfunktion – unerlässlich für einen funktionierenden Eisenstoffwechsel.
4. Sarsaparilla (Smilax officinalis., getrocknet, hier in Pulverform verwendet)
Diese Wurzel gilt als blutreinigend und tonisierend, reinigt das Gewebe und fördert die Ausscheidung. Weiters ist sie reich an Vitamine A, B-Komplex, C und D und Mineralien Eisen, Mangan, Natrium, Silicium, Schwefel, Kupfer, Zink und Jod. Sie ist sehr gut für eine Entgiftung geeignet.
Ein wahres Vitamin-C-Kraftpaket! Vitamin C ist essenziell, um pflanzliches Eisen besser aufnehmen zu können. Sanddorn bringt zudem Flavonoide, Fruchtsäuren und Antioxidantien mit – eine wunderbare Frucht zur Unterstützung von Immun- und Blutgesundheit. Weiters verbessert die Zugabe von Sandornbeeren das Aroma.
6. Hagebutten (Rosa canina, getrocknet)
Auch Hagebutten sind reich an Vitamin C, was die Eisenaufnahme im Darm deutlich steigert. Dazu liefern sie sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ und leicht adstringierend wirken – wohltuend für Schleimhäute und Blutgefäße.
Diese leuchtend roten Früchte enthalten neben Vitamin C auch organische Säuren und Bitterstoffe. Sie regen Leber, Verdauung und Durchblutung an und bringen eine leicht säuerliche Frische in die Tinktur. Die Früchte sind nicht so stark Leberwirksam wie die Wurzel, hier aber mehr als ausreichend.
8. Brennnesselblätter (Urtica dioica, getrocknet)
Brennnessel gilt als eine der eisenreichsten Wildpflanzen überhaupt! Als ganzes gegessen, wäre es vermutlich noch besser, aber auch die Brennnessel ist hier nicht der Star. Zusätzlich enthält sie Vitamin C, Kieselsäure, Flavonoide und Chlorophyll – eine wunderbare Pflanze zur Blutbildung, Entgiftung und Kräftigung.
9. Himbeerblätter (Rubus idaeus, getrocknet)
Zwar nicht extrem eisenreich, aber es sind viele Mineralstoffe enthalten. Sie wirken harmonisierend und sind eine sinnvolle Ergänzung in einer Tinktur zur Eisenregeneration.
10. Kardamom (Elettaria cardamomum, grün)
Kardamom fördert die Verdauung und Resorption von Nährstoffen. Er verleiht der Tinktur einen warm-würzigen Geschmack und wirkt sanft aktivierend auf Magen und Darm. Zudem ist auch er eine gute Eisenquelle. 100 g Kardamom enthalten auch 100 mg Eisen. Somit zählt er zu den Spitzenreitern der eisenhaltigen Pflanzen.
11. Zimtstangen (Cinnamomum verum oder cassia)
Zimt regt die Durchblutung und Verdauung an, wirkt wärmend und stabilisierend. Außerdem hat er eine harmonisierende Wirkung auf den Blutzucker. Überdies sind 30 mg Eisen auf 100 g Zimt enthalten.
Rezept
Die Kräuter und Gewürze wurden mit 80 % Kornalkohol im Verhältnis 1:3 (Pflanzenmenge: Alkohol) extrahiert. Nach rund 4–6 Wochen Ziehzeit an einem dunklen Ort wurde die Tinktur gefiltert und mit einem Esslöffel Honig abgerundet für eine bessere Einnahme. Meine Tinktur habe ich in 8 Stunden im Magical Buttermaker bei 54 °C ausgezogen.
35 g Alpen-Ampfer Wurzel, frisch 6 g Löwenzahn Wurzel, getrocknet 10 g Kurkuma Wurzel, frisch
6 g Sarsaparilla, pulverisiert 6 g Sanddorn Früchte, getrocknet 6 g Hagebutten, getrocknet
6 g Berberitzen Früchte, getrocknet 6 g Himbeerblätter, getrocknet 4 g Kardamom grün, Pulver 5 g Zimt-Pulver, Ceylon-Zimt
Zum Ansetzten wird 80 % Korn verwendet. Im Verhältnis 1:3
90 g Pflanzenmaterial werden mit 270 ml Korn 80 % angesetzt.
Ich habe die Tinktur im Magical Buttermaker bei 54 °C für 8 Stunden ausgezogen.
Nach dem Ausziehen in abfiltern und in dunkle Flaschen füllen. Ich verwende eine Flasche mit einer Pipette.
1 x 30 Tropfen täglich als Kur für einen Monat anwenden.
Alternativ kann die Tinktur auch in Korn angesetzt werden und für eine Mondphase ausgezogen werden. Täglich schütteln!
Achtung!
Keine Anwendung bei Nierenproblemen und Nierensteinen und Steinen. Dies sollte unbedingt mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.
Um etwas Oxalsäure zu reduzieren, kann man die Wurzel mit Wasser auskochen und erst dann für die Tinktur ansetzten.
Eisentinktur bei Eisenmangel
Kurkuma & Eisenaufnahme: Was sagt die Wissenschaft?
Kurkuma, insbesondere sein Wirkstoff Curcumin, ist bekannt für seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. In vitro-Studien zeigen, dass Curcumin Eisen binden kann, was theoretisch die Eisenaufnahme im Darm hemmen könnte. Allerdings ergab eine randomisierte, placebokontrollierte Studie mit 154 gesunden Erwachsenen, dass die gleichzeitige Einnahme von bioverfügbarem Curcumin und Eisenpräparaten die Eisenaufnahme nicht signifikant beeinträchtigt. (PubMed: Acute Administration of Bioavailable Curcumin Alongside Ferrous Sulphate Supplements Does Not Impair Iron Absorption in Healthy Adults in a Randomised Trial). Bleibt Curcumin im Rahmen des Rezeptes, hat es positive Eigenschaften für diese Tinktur.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.
Im letzten Beitrag ging es um die Herstellung vom Ampfermehl, welches recht einfach ist. Nun habe ich für dich das typische Rezept für Yellow Dock Cracker. Bei uns ist es leider etwas unbekannt. In den USA jedoch sind Yellow Dock Cracker oder Dock See Cracker sehr wohl bekannt.
Ich kann dazu nur sagen: „Eat the weeds“ In diesem Fall Yellow Dock Cracker!
Probiere sie aus! Ich bin sicher du wirst überrascht sein, dass sie so gut schmecken.
Im letzten Beitrag ging es um die einfache Herstellung von Ampfermehl – genauso unkompliziert ist nun dieses typische Rezept für Yellow Dock Cracker. Der Begriff „Yellow Dock Cracker“ bedeutet im Wesentlichen ein knuspriges Cracker‑Knäckebrot aus Yellow Dock (gelber Ampfer oder Rumex crispus) Samen oder Mehl. Hier wird Alpen Ampfer oder Rumex alpinus verwendet.
Yellow Dock Cracker ergänzen perfekt das Ampfermehl, das du bereits aus dem letzten Artikel kennst. Einfach Samen sammeln, rösten, mahlen – fertig ist der Rohstoff für dein Cracker‑Rezept!
Eat the weeds – In diesem Fall Yellow Dock Cracker! Probiere sie aus – du wirst überrascht sein, wie gut sie schmecken. Nun kommen die Rezepte – abwechslungsreich und kreativ.
Yellow Dock Cracker Marlies Variante
In diesem Beitrag findest du sieben kreative Ideen rund um Yellow Dock Cracker.
(hier Alpen-Ampfer) 40 g Alpenampfer Mehl (optional 20 g Ampfersamen und 20 g Canihuasamen) 100 ml Wasser heiß 180 g Mehl (welches du bevorzugst, je nach dem variiert das Wasser etwas) 20 g Butter 15 g Ahornsirup ¼ El Zitronen-Knoblauch-Salz
Das Ampfermehl wird mit dem Wasser verrührt. Das Ganze abdecken und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen werden der Sirup und das Salz untergerührt. Nun wird die Masse mit dem Mehr vermischt und zum Schluss die Butter untergeknetet. Es sollte ein Teig entstehen.
Die Masse etwas im Kühlschrank ziehen lassen. Ca. 20 Minuten. Der Teig lässt sich nun gut auf ein Backpapier legen. Man rollt ihn möglichst flach aus, indem man ein weiteres Backpapier darüberlegt.
Nun gibt man das zweite Stück Backpapier wieder weg und schneidet mit dem Pizzaroller gleich die Stücke vor. So lassen sie sich nach dem Backen gut brechen. Du kannst den Teig noch mit Körner oder Salz bestreuen.
Bei 180 °C für ca. 15 Minuten backen. Auskühlen lassen und in einer luftdichten Box aufbewahren oder gleich verzehren.
Warum Yellow Dock Crackers fantastisch sind
Saisonal im Spätsommer geerntet, wenn Samen braun und trocken sind – ideal für gutes Aroma.
Nussig-herber Geschmack, ähnlich Buchweizen – durchaus mit etwas Bitterkeit, die du durch Rösten oder Einweichen mildern kannst.
Sie wären auch als glutenfreie Basis möglich, ideal als Protein- und Ballaststoff‑Snack.
In den USA häufiger bekannt, aber bei uns noch ein Geheimtipp – höchste Zeit für kreative Rezepte!
Basis-Rezept – klassisch & einfach
Zutaten (für ca. 4–6 Portionen)
30 g Tasse gemahlene Yellow Dock Samen (oder Ampfermehl aus meinem letzten Beitrag)
60 g Tasse Mehl deiner Wahl (z. B. Weizen‑ oder Dinkelmehl)
1/2 Teelöffel Meersalz
Wasser (nach Bedarf)
Zubereitung
Samen sammeln, trocknen, rösten und mahlen – so entsteht dein Ampfermehl.
Alle Zutaten in einer Schüssel mischen, langsam Wasser zugeben, bis ein geschmeidiger, nicht klebriger Teig entsteht
Auf geöltem Backblech verteilen, bei ca. 190 °C (375 °F) 10–12 Min. backen, bis die Cracker knusprig sind.
Auskühlen lassen, luftdicht lagern. Haltbarkeit: etwa eine Woche
7 kreative Varianten für deine Yellow Dock Cracker
1. Röstwürze-Thymian Cracker
Variation: 1 EL getrockneter Thymian oder Rosmarin, 2 TL natives Olivenöl, evtl. etwas Honig. Dunkler röstaroma und Kräuternote.
2. Roggen-Honig-Knister
60 g Roggenmehl, ½ TL Honig, 1 EL Traubenkern‑Öl.
3. Nettle‑Dock Seed Cracker
Mit 3 EL Brennnesselsamen gemischt – noch nährstoffreicher und wild. Aromatisch und ballaststoffreich. Diese Variante ist wirklich sehr gut.
4. Parmesan‑Dock Cracker
30 g Tasse Parmesan fein gerieben, 60 g Vollkornmehl, Kräuter wie Oregano oder Dost, Thymian und Co. Rustikal und würzig
5. Mushroom‑Dock Crunch
2 Tassen Dock-Mehl, ½ Tasse Pilzpulver (Pilze nach Wahl), 1 EL Kräuter wie Mutterwurz, Thymian, Dost. Exotisch und herzhafter Crunch
6. Sumac‑Frucht Note
Mit Sumach (geriebene Früchte) bestreuen für säuerlich exotische Note – passt super zu Hummus, Käse oder Chutneys.
7. Yellow Dock Cracker mit Sauerteig Rest
Hier habe ich aus meinem Sauerteig Rest einfach einen Teig hergestellt.
30 g Sauerteig Rest, 30 g Mehl und etwas Wasser, grüne getrocknete und geröstete Ampfersamen ganz. Die Ganzen Samen unter den Teig geknetet und wie gewohnt ausgewalkt und vorgeschnitten. Vor dem Backen noch mit schwarzem Sesam und etwas Salz bestreuen. Etwas andrücken.
Tipps & Tricks für beste Ergebnisse
Samen-Erntezeitpunkt: Ende August–September, wenn Samen bräunlich sind und trocken – vermeide feuchte Witterung. Heuer sind sie zum Teil jetzt schon perfekt zum Sammeln.
Bitterness reduzieren: Leichtes Einweichen des gemahlenen Mehls in kaltem Wasser über Nacht, dann abgießen. Wenn man nicht zu viele Samen verwendet, kann man sich den Schritt sparen.
Röstverfahren: Leicht rösten bei 160–175 °C für 5–10 Minuten – bringt Aroma und reduziert Feuchtigkeit. Ich könnte sie in dem Zustand so knabbern. Gib die Samen auch einmal über den Salat oder ins Müsli.
Luftdicht lagern: Fertige Cracker in Schraubglas oder Dose – hält mehrere Tage knusprig. Bei hoher Luftfeuchte ggf. nochmal kurz aufbacken.
Gesundheit & Wirkung der Yellow Dock Samen
Yellow Dock (gelber Ampfer auch der Alpen Ampfer) enthält Anthraquinone, die leicht abführend wirken, die Gallenproduktion fördern und Verdauung unterstützen. Die Samen sind protein- und ballaststoffreich (ca. 11–12 % Protein, hoher Anteil an Kohlenhydraten und Ballaststoffen)
Traditionell wurde Yellow Dock in der Kräutermedizin verwendet bei Hautproblemen (z. B. Ekzemen), Leber‑ und Gallenbeschwerden, sowie zur Entgiftung. Die Samen und die Wurzel gelten als tonisierend und blutreinigend. Sie liefert viel Eisen und hat eine kühlende Wirkung.
Fazit – Warum du Yellow Dock Cracker ausprobieren solltest
Yellow Dock Cracker sind nicht nur lecker und überraschend vielseitig, sie bringen auch wertvolle Nährstoffe in deine Ernährung. Das vegetarische, vegane und glutenfreie Power-Knäckebrot zeigt: „Eat the weeds“ lohnt sich! Du kannst dein Ampfermehl sofort nutzen – und leckere Cracker selbst backen. In sieben kreativen Varianten – dort ist bestimmt etwas für dich dabei.
Viel Spaß beim Experimentieren und überzeug dich selbst, wie köstlich diese gerade wiederentdeckte Kräuter-Knabberei ist!
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
Dieses Mal habe ich ein wirklich ungewöhnliches Rezept für euch. Leider ist es den wenigsten bekannt. Dabei schmeckt es wirklich gut und ein Ausprobieren lohnt sich. Benötigt werden die Früchte vom Alpen-Ampfer oder Krausen-Ampfer. Schon alleine angeröstet schmecken sie total gut.
Zuerst müssen die Ampfersamen getrocknet werden. Die Stiele sortiere ich immer raus, damit das spätere Ampfermehl besonders fein wird. Anschließend werden diese in einer Pfanne angeröstet, bis sie cross sind. Dieses Anrösten bringt ein herrliches nussiges Aroma hervor, das du lieben wirst.
Du kannst die gerösteten Samen auch über den Salat geben, ins Müsli mischen oder was dir sonst noch so einfällt. Sie schmecken richtig gut und bringen eine Extraportion Nährstoffe. Für das Mehl werden die Samen in einem Mixer zu feinem Ampfermehl vermahlen.
Nun hast du fertiges Ampfermehl, welches du in deinen Brotteig mit einarbeiten kannst. Es eignet sich wunderbar zum Verfeinern von selbst gebackenem Brot oder auch für herzhafte Cracker. Im nächsten Beitrag habe ich ein Rezept für Dock Seed Cracker für dich! Die solltest du unbedingt ausprobieren.
Ein Hinweis zur Qualität: Die Bauern behandeln den Ampfer bei uns oft mit chemischen Keulen. Daher verwende ich gesammelte Samen aus unseren Bergen. So stellst du sicher, dass dein Ampfermehl frei von Schadstoffen bleibt.
Übrigens kannst du aus den Blättern des Krausen Ampfers auch Chips herstellen. Die Vorgehensweise ist gleich wie bei meinem Rezept: Bärlauchchips. Eine leckere und gesunde Knabberei!
Ein weiteres wertvolles Produkt aus dem Ampfer ist die klassische Tinktur:
3. Standard Tinktur
Die Wurzel im Verhältnis 1:2 bei frischen Wurzeln in 96 % Weingeist.
Die Wurzel im Verhältnis 1:5 bei getrockneten Wurzeln in 60 % Alkohol.
10 Tropfen bis 2 ml – 3 x täglich
Rumex, wie der botanische Name lautet, ist reich an organischen Eisenverbindungen und scheint in der Leber gespeichertes Eisen freizusetzen. Noch besser ist er wirksam in Kombination mit weiteren eisenhaltigen Kräutern. Deshalb ist Ampfermehl hin und wieder auch eine spannende Ergänzung für die Ernährung.
Er gilt als Blutreiniger bei Hauterkrankungen und allgemeinen Leberproblemen. Rumex regt den Gallenfluss an, wirkt leicht abführend und kann so das Verdauungssystem unterstützen. Er reduziert Hitze und Reizungen im Verdauungstrakt. Außerdem zeigt Rumex Wirkung bei Darmentzündungen und Verstopfung.
Achtung:Ampferist nicht geeignet bei Steinleiden und Problemen des Harnsystems!
Wenn du deine Ernährung bewusst erweitern möchtest, ist selbstgemachtes Ampfermehl eine einfache Möglichkeit. Du kannst es wunderbar mit anderen Samen und Körnern kombinieren, etwa beim Backen von Müsliriegeln, Cracker, herzhaftem Gebäck oder Brot.
Ein kleiner Tipp für die Vorratshaltung: Ampfersamen lassen sich nach dem Trocknen luftdicht lagern. Mahlen solltest du sie allerdings immer frisch, damit dein Ampfermehl sein volles Aroma behält. Am besten nutzt du einen Hochleistungsmixer oder eine Kaffeemühle.
Ampfermehl lässt sich sogar mit Gewürzen wie Thymian oder Bärlauch kombinieren und passt sehr gut zu Wildgerichten oder Salaten. Damit kannst du deiner Küche ganz neue Aromen verleihen.
Probiere Ampfermehl aus – ein unterschätzter Geheimtipp aus der Volksheilkunde mit überraschend gutem Geschmack!
Ampfer ist nicht geeignet bei Steinleiden und Problemen des Harnsystems!
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
Weltweit gibt es etwa 200 verschiedene Rumex-Arten, alle gehören zur Familie der Knöterichgewächse. Einige von ihnen sind nicht nur für Menschen von Interesse, sondern auch als wertvolle Futterpflanzen für Schmetterlinge. Bisher haben Forscher 29 Rumex-Arten untersucht. Diese enthalten etwa 268 Substanzen. Dazu gehören Anthrachinone, Flavonoide, Naphthaline, Stilbene, Diterpenalkaloide, Terpene, Lignane und Tannine.
Familienzugehörigkeit und Synonyme: Beide Pflanzen gehören zur Gattung Rumex in der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Rumex crispus wird auch als Krauser Ampfer bezeichnet, im Englischen ist er als Yellow Dock bekannt.
Der Name Rumex stammt vom lateinischen rumo, was „saugen“ bedeutet. Die Römer hatten die Angewohnheit, auf den säuerlichen Blättern zu kauen. Sie stillten ihren Durst auf natürliche Weise. Vermutlich kennst du den sauren Geschmack vom Sauerampfer. Diese Methode war eine Erfrischung, lange bevor es Limonaden gab. In Griechenland ist die Pflanze heute als Lapatho bekannt. Sie wird dort geschätzt und genutzt. Das gilt auch für viele andere Kulturen.
In Vorarlberg sagt man zu den großen Rumex-Arten oft Schmalzblätter oder Schmalzblackte. Allerdings variiert das in Vorarlberg von Ort zu Ort sehr stark.
Spannende Arten sind dabei folgende:
Rumex crispus: Ursprünglich in Eurasien beheimatet, ist er heute weltweit in gemäßigten Klimazonen verbreitet.
In Deutschland und Österreich ist er weit verbreitet. In Vorarlberg eher spärlich.
Er wächst in Unkrautfluren, an Ufern, Gräben, auf Äckern und in nassen Wiesen.
Rumex alpinus: Typisch für alpine Regionen, wächst er in Höhenlagen und ist in den Alpen verbreitet.
Man vermutet ein Handel mit Sämereien der Pflanze betrieben wurde. Die Älpler haben diese bei ihren Wanderungen mitgenommen.
Man geht davon aus, dass Ende des 16. Und Anfang der 17. Jahrhunderts die Pflanze als Nutz und auch als Heilpflanze verwendet wurde.
Der Verbreitungsgrad soll sich bis in den südpolnischen Raum erstrecken. (Putlitz und Meyer, 1911 Jerosch Brockmann, 1925 und Kopecky 1973)
Wurzel: Tiefreichend, bis zu 3 Meter tief.
Blätter: Grundständige Blätter sind lanzettlich, bis 30 cm lang, am Rand stark kraus gewellt. Viele Ampferblätter haben gekräuselte Ränder. Der Krause Ampfer ( Rumex crispus ) ist ein bemerkenswertes Beispiel.
Diese Pflanzen wachsen oft in trockenen Gebieten und werden als selbstbewässernd bezeichnet. Die Kräuselungen des Blattes fangen Regen, Nebel und Tau auf. Sie leiten das Wasser zur zentralen Blattader. Schließlich gelangt das Wasser zur Wurzel.
Blüte: Grünliche Blüten von Juni bis August.
Fruchtstand: Valven (innere Perigonblätter) sind ganzrandig mit Schwiele.
Früher wurde sogar Unkraut gejätet und mit Rindenstücken und Sägespänen gemulcht.
Damit er gut gedeihen konnte. (Jerosch Brockmann, 1921)
In Vorarlberg finden wir im Alpinenbereich sehr oft Rumex alpinus. Er ist unbelastet und kann gut geerntet werden.
Rumex crispus: Traditionell wird die Wurzel zur Behandlung von Hauterkrankungen, Verstopfung und als Blutreinigungsmittel eingesetzt. Sie wirkt abführend, galleanregend und entgiftend. Je nach Dosierung wirkt er gegen Durchfallerkrankungen. Er ist mäßig reich an organischen Eisenverbindungen und scheint aber das in der lebergespeicherte Eisen freizusetzen. Rumex unterstützt Prozesse, bei denen die Leber überlastetes oder fälschlich gespeichertes Eisen ausleitet bzw. abbaut, insbesondere bei Hämatochromatose oder Entgiftungsstörungen. Das ist bemerkenswert und auch ein Grund, warum er in der Volksheilkunde bei Eisenanämie verwendet wird. Sehr gut eignet sich eine Kombination mit Randig.
Studienlage
Es gibt wenig direkte Forschung dazu, dass Rumex „gespeichertes Eisen auflöst“. Aber:
Traditionell wird Rumex bei Eisenanämien, Hautproblemen, rheumatischen Beschwerden und Lymphstau eingesetzt.
In der humoralmedizinischen Denkweise geht man eventuell davon aus, dass überaktive Leberfunktionen durch Rumex moduliert werden.
Rumex alpinus: Historisch wurde er als Ersatz für den Medizinalrhabarber verwendet und weiters für das Vieh als Mastfutter eingesetzt. Man würde es kaum glauben aber er gilt als eines der ältesten Gemüsearten im Alpenraum. (lt. Jerosch Brockmann) Verwendet wurden alle Pflanzenteile. Besonders bei Alpinus gibt es weitere Hinweise, dass er bei Blähungen und Husten verwendet wurde und der Absud bei Durchfallerkrankungen verwendet wurde.
Energetik: beide kühlend und leicht trocknend
Eigenschaften: blutreinigend, adstringierend und leberstärkend
Verwendete Pflanzenteile: Hauptsächlich die Wurzel wird medizinisch genutzt.
Inhaltsstoffe: Die Wurzeln enthalten Gerbstoffe (3–6%) und Anthrachinone. Sie enthalten auch Oxalsäure, Eisen, Vitamin C und B₁. Weiterhin sind Stärke, Phytosterole, harzige Bestandteile, Fettsäuren, Zucker und ätherisches Öl enthalten.
Standardabkochung: 60-120 ml 2-mal täglich
Tinktur 1:2 in 95% Alkohol oder getrocknet 1:5 in 60 % Alkohol, Dosierung: 10 Tropfen 3-mal täglich
Pulver verkapseln und 100 mg 3-mal täglich. Achtung, umso lockerer der Stuhlgang, umso niedriger muss dosiert werden.
Giftigkeit
• Anthrachinone (Chrysophanol, Emodin, Physcion) ca. 0,35 – 4,0 % Laxierende (abführende) Wirkung ((Demirezer 1994; Demirezer and Kuruuzum 1995; List and Hörhammer 1973; Mills and Bone 2005). Und in hoher Dosis potenziell lebertoxisch
• Oxalsäure & Oxalate (15 – 45 mg/100 g Frischmasse) Können Calcium im Blut binden → Hypokalzämie (Calciummangel) Es kann zur Bildung von Calciumoxalat-Kristallen in den Nieren führen → Nierenschädigung oder -versagen
• Nitrat Kann im Körper zu Nitrit reduziert werden, was die Sauerstoffaufnahme im Blut hemmen kann.
• Toxine wie Rumicin Mögliche zusätzliche toxische Wirkungen sind noch nicht vollständig erforscht.
• Tannine bis zu 12 – 20 % (List and Hörhammer 1973)
Untersuchungen haben gezeigt, dass es wirklich großer Mengen für eine Vergiftung bedarf. Ein Todesfall wurde dokumentiert. Ein 53-jähriger insulinabhängiger Diabetiker hatte mit seiner Familie 1 kg gelben Ampfer (die verwendeten Teile sind nicht bekannt) verzehrt. Die Personen die wenig gegessen haben, zeigten leichte Vergiftungssyptome (Reig et al. 1990). Es kam auch zu Vergiftungen bei einer Schafherde. Innerhalb von 40 Stunden nach dem Weidegang konnten diese festgestellt werden. Proben ergaben einen Oxalsäurewert von 6,6 – 11,1 %. (Panciera et al. 1990)
Vorsicht / Kontraindikationen
Bei Nierensteinen oder Oxalatproblemen darauf verzichten!
Nicht bei akuten Eisenmangelzuständen als alleinige Therapie. Nur mit Absprache des behandelnden Arztes anwenden.
Felter 1922 empfiehlt Rumex unteranderem bei verdorbenen Blut, mit Hautstörungen, geringe Drüsen- und Zellablagerungen, mit Neigung zu Geschwüren, bei Kurzatmigkeit – Dyspnoe, epigastrisches Völlegefühl.
Magie und Aberglaube:
Im germanischen Aberglauben dachte man die Samen von Rumex haben eine heilende Wirkung gegen Geschlechtskrankheiten.
Hinweis:
Im Arzneibuch der Vereinigten Staaten von Amerika von 1890 wurden „die Wurzeln von Rumex crispus und einigen anderen Rumex-Arten“ offiziell aufgeführt. So findet auch Rumex obtusifolius die gleiche Verwendung. Hierbei handelt es sich um den Stumpfblättrigen Ampfer, welcher in Vorarlberg auch sehr viel vor kommt. Aber der Gelbe Ampfer (Rumex crispus) ist die Art, die am häufigsten in der Medizin verwendet wird. Allerdings ist dieser bei uns in Vorarlberg eher selten. Der Ampfer wird vor allem zur Blutreinigung und zur Behandlung von Hautkrankheiten verwendet.
Historisches:
Gilbert und P. Lereboullet haben eine bemerkenswerte Eigenschaft von Rumex crispus entdeckt. Den Wurzeln dieser Pflanze wird nämlich die Fähigkeit zugeschrieben, dass im Boden vorhandene Eisen aufzunehmen und in Form von organischen Eisenverbindungen zu fixieren. Rumex soll gute Ergebnisse bei der Behandlung von Chlorose und Anämie liefern. Die Autoren verabreichten die getrocknete und pulverisierte Wurzel während der Mahlzeiten in Dosen von fünfzehn bis fünfundvierzig Körnern (1 – 3 g) und betrachten sie aufgrund ihrer guten Ergebnisse als wertvolle Eisenmedizin.
George G. Flemyng (L. L., i, 1896) berichtete über den Tod zweier Schwestern im Alter von fünf bzw. sechseinhalb Jahren, dem Symptome einer Oxalsäurevergiftung infolge der Einnahme von Sauerampferblättern vorausgingen. (United States Dispensatroy 1918)
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
In den letzten beiden Artikel habe ich dir den Kalifornischen Goldmohn vorgestellt. Ich habe auch das Rezept für eine Tinktur aus diesem vorgestellt.
Heute habe ich ein weiteres Rezept für dich. Beruhigende Schlaftropfen mit Goldmohn in Kombination mit Hopfen ergeben eine weitere Möglichkeit zu wirksamen Schlaftropfen.
Beruhigende Schlaftropfen mit Hopfen und Kalifornischem Goldmohn: (Humulus lupulus und Eschscholzia californica)
50 ml Hopfendoldentinktur 1:5 Alkohol 60% 50 ml Kalifornischer Goldmohn 1:5 Alkohol 60% Mischen und in eine Tropferflasche füllen.
Einnahme: Bei Bedarf 30 Minuten vor dem zu Bett gehen 10 – 20 Tropfen einnehmen. (eventuell mit etwas Wasser einnehmen.)
Wirkung Eschscholzia californica: fördert die allgemeine Ruhe und behandelt Stress, Angst und Schlaflosigkeit. Wirkung Humulus lupulus: wirkt beruhigend und entspannend.
Kalifornischer Goldmohn: Das sanfte „Schlafmützchen“
Der Goldmohn, auch als Schlafmützchen bekannt, ist eine in der traditionellen Pflanzenheilkunde hochgeschätzte Pflanze zur Förderung der Entspannung. Seine beruhigenden Eigenschaften sind besonders hilfreich bei stressbedingten Ein- und Durchschlafproblemen sowie bei nervöser Unruhe.
Die in der Pflanze enthaltenen Alkaloide, wie beispielsweise Protopin, werden für die sanft sedierende und leicht angstlösende Wirkung verantwortlich gemacht. Im Gegensatz zu manchen synthetischen Schlafmitteln zielt der Goldmohn darauf ab, den Körper in einen Zustand der Ruhe zu versetzen, der das natürliche Einschlafen erleichtert. Er kann die Einschlafzeit verkürzen und das nächtliche Aufwachen reduzieren, indem er den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützt.
Hopfen: Der Meister der inneren Balance
Er ist den meisten vor allem als Zutat im Bier bekannt, er ist eine ebenso wirksame Heilpflanze, wenn es um die Förderung des Schlafs geht. Seine beruhigende Wirkung auf die Psyche ist seit Langem bekannt und wird traditionell zur Behandlung von nervöser Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt.
Die schlaffördernden Effekte dieser Pflanze werden auf seine Bitterstoffe, insbesondere Lupulon und Humulon, sowie auf seine ätherischen Öle zurückgeführt. Diese Inhaltsstoffe wirken sanft sedierend und helfen dabei, die innere Anspannung zu lösen. Er ist besonders wertvoll für die Verbesserung der Schlafqualität und das Durchschlafen, da er zur allgemeinen Entspannung des Nervensystems beiträgt.
Die Synergie: Einschlafen und Durchschlafen
Die Kombination von Goldmohn und Hopfen in Schlaftropfen nutzt die synergistische Wirkung beider Pflanzen, um einen umfassenden Ansatz für einen erholsamen Schlaf zu bieten
Einschlafhilfe, Reduzierung des nächtlichen Aufwachens
Hopfen
Beruhigend, entspannend
Durchschlafhilfe, Linderung nervöser Unruhe
Während der Goldmohn den Weg in den Schlaf ebnet und das Einschlafen erleichtert, sorgt der Hopfen dafür, dass die innere Ruhe während der Nacht erhalten bleibt. Diese pflanzliche Allianz ist eine ideale Wahl für alle, die eine milde, nicht abhängig machende Alternative suchen, um den Kreislauf aus Stress und Schlaflosigkeit sanft zu durchbrechen und die natürliche Regeneration des Körpers zu unterstützen.
Bevor Sie pflanzliche Mittel zur Behandlung von Schlafstörungen einsetzen, ist es ratsam, sich von einem Arzt oder Apotheker beraten zu lassen, um die Ursachen Ihrer Schlafprobleme abzuklären.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.
Letztes mal gab es schon viele Informationen zum Kalifornischen Mohn. Heute beschreibe ich dir wie du ganz einfach wirkungsvolle Schlaftropfen selbst herstellen kannst. Beachte, diese ersetzen nicht den Gang zum Arzt. Es handelt sich dabei um eine einfache Hilfe aus der Volksheilkunde. Bei schwerwiegenden Problemen muss man diese mit dem Arzt abklären.
Um die Zeit von 1890 war der Kalifornische Mohn so beliebt, dass sein Flüssigextrakt sogar in den Park-Davis-Katalog aufgenommen wurde. Dabei handelt es sich um ein bedeutendes historisches Dokument in der Geschichte der Pharmazie und Medizin. Er bietet wertvolle Einblicke in die pharmazeutischen Produkte und medizinischen Praktiken vergangener Zeiten und zeigt die Entwicklung und Standardisierung von Arzneimitteln durch eines der führenden Pharmaunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts auf. Die Erwähnung in einem solchen Katalog würde auch darauf hinweisen, dass die Pflanze in der westlichen Medizin anerkannt und verwendet wurde. Dabei gab es zwei Einträge ¬– 1892 sowie 1893 – über Eschscholtzia californica und seine Wirkung und Anwendung.
Rezept für Tinktur
Blüten und Blätter
Alkohol 60%
Im Standardverhältnis
1:5 bedeutet 1 Teil Pflanzenmaterial und 5 Teile Menstruum
Vorgehensweise: Blüten und Blätter klein schneiden und in einen Messbecher geben. Andrücken und die Markierung ablesen. (Bei dieser Tinktur muss man etwas anders vorgehen, da das Material recht füllig ist.) Wenn das Pflanzenmaterial z.Bsp. bei 50 ml abgelesen werden kann, werden 250 ml Alkohol 60% benötigt. Das kleingeschnittene Pflanzenmaterial gibt man nun in ein sauberes Glas und übergießt dies mit dem abgemessenen Alkohol. Dieser Ansatz sollte nun für mindestens 10 Tage besser eine Mondphase lang ausgezogen werden. Täglich mehrmals schütteln und beschriften nicht vergessen.
Einnahme: je nach Bedarf 1 – 3 mal täglich 10 – 20 Tropfen einnehmen. (eventuell mit etwas Wasser einnehmen.) Wirkung: fördert die allgemeine Ruhe und behandelt Stress, Angst und Schlaflosigkeit.
In der traditionellen Volksmedizin werden nur die oberirdischen Pflanzenteile, wie Kraut und Blüten des Kalifornischen Mohns, verwendet. Aufgrund seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden und leicht sedierenden Eigenschaften findet er in diesem Bereich Anwendung. Er gilt aber nicht als Narkotikum, da er kein echtes Opium enthält. Er löst nervöse Spannungen, Angstzustände, Schmerzen (innen wie außen) und hilft sehr bei Schlaflosigkeit.
Energetik: kühlend, bitter.
Eigenschaften: schmerzstillend, schlaffördernd, beruhigend bei Unruhezuständen, entspannend.
Interaktionen: sind keine bekannt.
Side Effects: beim empfohlenen Standard-Bereich sind keine bekannt.
Achtung: keine Anwendung in der Schwangerschaft oder nur mir Rücksprache des Arztes. (Moor, 2003)
Traditionelle Anwendungen aus der Volksmedizin: gilt als schmerzreduzierend. Er ist schlaffördernd. Er soll den Schlaf auch bei Kindern fördern, besonders bei Keuchhusten. Er soll Schmerzen reduzieren und Koliken bei Kindern lindern. Weiters wird er bei Migräne verwendet, kann bei Depressionen unterstützen, soll Stress reduzieren.
Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.