Natürlich gegen Akne: Löwenzahn und Klette

Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale jetzt Taraxacum sect. Ruderalia) und Große Klette (Arctium lappa) sind klassische Pflanzen in der naturheilkundlichen Behandlung von Hautproblemen, insbesondere bei Akne und unreiner Haut. Es ist gemein wenn die Hormone in der Pubertät verrückt spielen. In dem Alter möchte man aber trotzdem gerne gut aussehen. Auch hierbei bekommen wir wirksame Hilfe aus dem Garten.

Darstellung von Löwenzahn- und Klettenwurzeln auf einem hellen Hintergrund mit dem Text 'LÖWENZAHN- UND KLETTEN-WURZEL' und 'Rezept' in stilvoller Schrift.
©Marlies Schneider Löwenzahn Wurzel Links, Mitte und Rechts Große Kletten Wurzel

1. Löwenzahnwurzel (Taraxacum officinale radix)

Wichtige Inhaltsstoffe:

  • Bitterstoffe (Taraxacin, Taraxacerin)
  • Triterpene
  • Flavonoide (Luteolin, Apigenin)
  • Inulin (präbiotisch wirksames Polysaccharid)
  • Phenolcarbonsäuren (z. B. Kaffeesäurederivate)
  • Mineralstoffe (v. a. Kalium)

Wirkung bei Akne:

  • Mild antibakteriell, entzündungshemmend, kann gereizte Haut beruhigen. Wird traditionell bei Ekzemen & Akne verwendet (z. B. in Tinkturen oder Umschlägen).

2. Große Klette (Arctium lappa radix)

Wichtige Inhaltsstoffe:

  • Schleimstoffe
  • Lignane (Arctiin, Arctigenin)
  • Bitterstoffe
  • Inulin
  • Polyacetylene (antimikrobiell)
  • Flavonoide und Gerbstoffe

Wirkung bei Akne:

Schleimstoffe beruhigen entzündete Haut, helfen gegen Juckreiz.

In Salben, Umschlägen oder Gesichtsdampfbädern bei Akne & Furunkeln haben sich traditionell bewährt.


Warum diese Kombination wirkt (äußerlich):

Löwenzahn + Klette = synergetisch stark in der Entgiftung und Hautregeneration. Beide unterstützen:

  • Antibakterielle Wirkung → gezielt gegen akne-verursachende Keime
  • Entzündungshemmung → reduziert Pusteln, Papeln und Rötungen und lindert gereizte Haut.

Ergänzende Heilpflanzen bei Akne:

🔹 Innerlich sinnvoll:

  • Mariendistel (Silybum marianum) – schützt & regeneriert die Leber, besonders bei hormoneller Akne. Mariendistel Samen pulverisiere ich hierbei und verkapsle diese. Das erleichtert die Einnahme.
  • Schachtelhalm (Equisetum arvense) – wirkt ausleitend & siliziumreich → gut für Hautstruktur zudem bei fettiger Haut unterstützend. Als Tee sollte dieser für mindestens 40 Minuten gekocht werden.
  • Brennnessel (Urtica dioica) – stark entwässernd, blutreinigend, antientzündlich. Zum Entwässern reicht eine kurze Ziehzeit. Es gibt hierbei unterschiedliche Ausziehmethoden, je nach dem welche Inhaltsstoffe ich haben möchte.

🔹 Äußerlich sinnvoll:

  • Hamamelis – adstringierend & entzündungshemmend. Ein Hydrolat als Gesichtswasser ist fantastisch.
  • Kamille oder Ringelblume – beruhigend & antibakteriell. Als Tee für Waschungen oder Auflagen sind beide Pflanzen entweder einzeln oder in Kombination gut.
  • ätherisches Teebaumöl (punktuell!) – gegen akute Entzündungen. Mit etwas Trägeröl (Olivenöl) vermischen und auftragen.
  • Salbei – reguliert Talgproduktion. Als Hydrolat oder Waschungen.

Anwendungstipp:

Tee für die innerliche Einnahme bei Akne.

Aus der Volksmedizin wird
5g Kletten Wurzel (Arctium lappa)
10 g Löwenzahn Wurzel (Taraxacum officinale)
750 ml Wasser
Ein Dekokt herstellen. Dieser Tee wird auf drei Tassen aufgeteilt und morgens, mittags und abends getrunken.

Der Tee eignet sich für erwachsene Personen die mit den Bitterstoffen gut klar kommen.

Tinktur für die innerliche Einnahme bei Akne

10 g Kletten Wurzel (Arctium lappa)
10 g Löwenzahn Wurzel (Taraxacum officinale)
kleingeschnitten in Korn ansetzten.

frisch im Verhältnis 1:3
getrocknet im Verhältnis 1: 5

1:3 bedeutet Gramm zu Volumen
1 Teil Wurzeln in Gramm
3 Teile Alkohol 80 % Korn in Volumen (Milliliter)
Tinktur innerlich: 10–30 Tropfen 2–3× täglich in etwas Wasser vor dem Essen.Äußerlich: Tinktur mit Wasser verdünnen (1:5 bis 1:10) als Gesichtstonikum oder für Kompressen verwenden.

Jugendliche erfreuen sich nicht an der Tinktur zum Einnehmen, da sie sehr bitter schmeckt. Darum eignet sich am ehesten eine Anwendung rein äußerlich als Gel oder Waschung.

Essigauszug zur Behandlung von Akne

10 g Kletten Wurzel (Arctium lappa)
10 g Löwenzahn Wurzel (Taraxacum officinale)
kleingeschnitten
Für ein paar Wochen im Essig ausziehen.
frisch im Verhältnis 1:10

Ich habe die Wurzeln sogar zuerst entsaftet und den Saft in den Essigansatz gegeben. Den Trester habe ich somit zum Ansetzten verwendet und den Presssaft beigefügt. Notwendig ist das natürlich nicht. Ich habe die gepressten Blätter samt Saft auch ergänzt.

Naturtrüber Bio-Apfelessig mit Mutter ist besonders wertvoll.

Das ergibt ein starken Essigauszug.
Eine Zusammenstellung von Löwenzahn- und Klettenwurzel-Essig, einschließlich der Presssäfte aus Wurzel und Blättern, präsentiert in einem dekorativen Arrangement mit Schalen und Flaschen.
©Marlies Schneider Löwenzahn und Kletten Essig samt Presssaft Rezept

Den Essig mit etwas Wasser verdünnen und das Gesicht vorsichtig damit waschen. Du kannst auch Umschlage oder Auflagen damit machen. Ein Tuch in dem verdünnten Essig tränken und auflegen.

Tipp:

Ich setze meine Ansätze immer getrennt an. Das bedeutet ich mache eine Tinktur aus der Löwenzahn Wurzel und eine separate Tinktur aus der Großen Klette. Manchmal benötige ich die Tinkturen für etwas anderes und dann ist es praktisch wenn es nicht von Anfang an, eine kombinierte Tinktur ist.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Löwenzahn verarbeiten – Wildes Gold aus der Natur

Kaum eine Pflanze ist so bekannt – und zugleich so unterschätzt – wie der Löwenzahn. Im Frühling verzaubert er mit seinen leuchtend gelben Blüten ganze Wiesen. Das ist der perfekte Zeitpunkt, um ihn zu sammeln und zu verarbeiten. Denn der Löwenzahn ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch ein wahres Kraftpaket an wertvollen Inhaltsstoffen.

©Marlies Schneider Löwenzahn Rezepte

Alle Teile der Pflanze können auf vielfältige Weise genutzt werden. Das gilt von der Wurzel über die Blätter bis zur Blüte. Die jungen, zarten Blätter sind perfekt für Frühlingssalate oder als grüne Zutat im Smoothie. Die sonnigen Blüten können zu einem aromatischen Sirup, einer duftenden Gelee oder gar zu einem feinen Löwenzahn-Honig verarbeitet werden. Und selbst die Wurzel wird oft übersehen. Doch sie hat es in sich. Die Wurzel kann geröstet als koffeinfreier Kaffeeersatz oder als Tinktur für Leber und Galle verwendet werden.

Bei der Verarbeitung sollte man möglichst frische, saubere Pflanzen aus naturbelassenen Gegenden sammeln – fernab von Straßen und gespritzten Wiesen. Mit etwas Liebe kann man aus dem „Unkraut“ eine kleine Hausapotheke zaubern. Mit Achtsamkeit wird daraus ein kulinarischer Schatz im Handumdrehen.

Wer einmal begonnen hat, den Löwenzahn in all seinen Facetten zu entdecken, wird ihn nie mehr nur als lästigen Wiesenbewohner sehen. Stattdessen wird man ihn als treuen Begleiter durchs Kräuterjahr betrachten.

Bei mir darf er jedes Jahr im Garten etwas wuchern. So habe ich immer ein paar Wurzeln die ich ausgraben kann. Genug Blüten zum Ernten und Blätter für Salat oder zum Entsaften.

Ab wann hat die Wurzel am meisten Potenzial?

Die Wurzel wird nicht vor dem zweiten Jahr ausgegraben! Erst dann hat sie ausreichend Wirkstoffe und ist eine starke Droge.

Milder Abführtee mit Wirkung:

Darmprobleme wie hartnäckige Verstopfung:

Kräuter helfen sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall, indem sie die normale Darmfunktion sanft wiederherstellen. Verstopfung ist oft die Folge eines unzureichenden Verzehrs von Obst, Gemüse und Balaststoffen. Durchfall wird in der Regel durch eine Darminfektion oder -Entzündung, z. B. eine Lebensmittelvergiftung, verursacht. Beim Reizdarmsyndrom wechseln sich Verstopfung und Durchfall ab, und spastische Verstopfung ist die Folge von Spannungen und Muskelkrämpfen im Dickdarm.

Kräuter Löwenzahnwurzel, Süßholz und Krauser Ampfer sind milde Abführmittel.
5 g Löwenzahn Wurzel (Taraxacum officinale)
5 g Krauser Ampfer Wurzel (Rumex crispus)
2,5 g Süßholz Wurzel (Glycyrrhiza glabra)
750 ml Wasser
Bereite aus der Mischung ein Dekokt zu. Davon wird täglich ca. eine Tasse mit 250 ml getrunken.

Rezeptideen

  1. Löwenzahn-Salat: Frische junge Blätter mit etwas Zitronensaft, Olivenöl und Salz anmachen. Wer es gerne herzhaft mag, kann auch etwas Speck oder Nüsse hinzufügen. Ich gebe Löwenzahnblätter prinzipiell in meinen „Unkrautsalat“.
  2. Löwenzahn-Kaffee: Getrocknete Wurzeln des Löwenzahns können gemahlen und als Ersatz für Kaffee verwendet werden. Der „Kaffee“ hat einen leicht bitteren Geschmack und ist koffeinfrei. Die Farbe ist genauso dunkel wie bei echtem Kaffee. Nur der „Kick“ bleibt aus, da kein Koffein enthalten ist.
  3. Löwenzahn-Tinktur: Die frischen Wurzeln oder Blätter in Alkohol einlegen und nach etwa 3-4 Wochen abseihen. Diese Tinktur kann bei Verdauungsproblemen oder als Lebertonikum verwendet werden.
  4. Löwenzahn-Blütengelee/Honig: Die Blüten in Zucker und Zitronensaft kochen. Zu einem Honig verarbeiten. Dies ist eine leckere Möglichkeit, die Blüten zu konservieren.

Rezept : Löwenzahn Glycerite

Ein Glycerite ist im Grunde ein Glycerinauszug welcher sich hervorragend als Wirkstoff für kosmetische Zwecke eignet.

©Marlies Schneider Löwenzahn Glycerite Rezept aus Wurzel

In Rezepten in deren Angaben die Zugabe von Glycerin angegeben ist, kann durch ein Glycerite ersetzt werden.

Zutaten:Zubereitung:
100 ml Glycerin
50 g getrocknete Löwenzahnwurzel, zerkleinert

aber nicht zu ganz feinem Pulver
Sonst ist das Abfiltern sehr mühsam.
Im Stövchen wie ein Ölauszug bei maximal 60 °C für ca. 8 Stunden ausziehen. Auch diese Ausziehzeit kann man auf drei Tage aufteilen.

Wenn du am ersten Tag die 60 °C erreichst nimmst du das Glycerite von der Hitzequelle. Die Wurzel wird einfach ziehen gelassen. Am nächsten Tag wiederholst du den Vorgang und am dritten Tag wieder.

Insgesamt solltest du auf ca. 8 Stunden kommen. Du kannst nun das Glycerite auskühlen lassen und in ein Schraubglas geben, die Wurzel mit dazu.
Beachte: für Kosmetik kannst du auch ein Glycerite mit Blüten ansetzten.Nun lässt dieses für ca. 10 Tage stehen und schüttelst täglich.

Nach dieser Zeit, abfiltern und in eine dunkle Flasche füllen.

Dieses Glycerite kann man als Kosmetikwirkstoff verwenden oder als Tinktur für die innere Einnahme, wenn kein Alkohol gewünscht ist.

Für eine innere Einnahme benötigst du ca. die doppelte Menge als bei einer alkoholischen Tinktur.


Rezept: Löwenzahntinktur für Leber & Galle

©Marlies Schneider Löwenzahn Tinktur Rezept aus Wurzel und Blätter

Eine bewährte Tinktur aus Wurzel und Blättern zur Unterstützung der Verdauung und zum Entgiften.

Zutaten:Zubereitung:
20 g Frische Löwenzahnwurzeln und optional auch ein paar Blätter (gewaschen & zerkleinert)

(Ich habe die Blätter und Wurzeln entsaftet und den Saft samt dem Trester zum Ansetzen verwendet.)

60 g Alkohol 80%
Die Pflanzenteile in ein Glas geben und mit Alkohol bedecken. 3–4 Wochen an einem dunklen, warmen Ort ziehen lassen, regelmäßig schütteln.

Danach abseihen, anschließend auf ca. 50 % Alkoholstärke runter mischen und in Braunglasfläschchen füllen.

Ich verwende am liebsten Tropferflaschen für Tinkturen


👉 Einnahme: 2–3-mal täglich 30 Tropfen mit etwas Wasser oder direkt unter die Zunge einnehmen.


Rezept: Löwenzahn-Oxymel – Frühlingskraft im Glas

Ein Oxymel (Sauerhonig) ist ein altes Heilmittel aus Honig, Essig und Kräutern. Es ist ideal zur Immunstärkung. Es dient zur Entgiftung und zur Förderung der Verdauung. Löwenzahn bringt hier seine reinigende, leberstärkende Kraft mit.

Zutaten:Zubereitung:
1 Teil frische Löwenzahnblüten, -blätter sowie Wurzeln
3 Teile Apfelessig (naturtrüb, bio)

3 Teile Honig
Alle Zutaten in ein Schraubglas geben, gut umrühren und 2–3 Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen. Täglich schütteln. Danach abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.


👉 Einnahme: 1 EL pur oder in Wasser eingerührt, morgens auf nüchternen Magen oder vor dem Essen.


Rezept: Löwenzahnwurzel-Kaffee – Koffeinfrei & voller Bitterstoffe

Die geröstete Löwenzahnwurzel ergibt ein kräftig-herbes Getränk, das an Kaffee erinnert und dabei die Verdauung fördert.

Zutaten:

  • Frische Löwenzahnwurzeln

Zubereitung:
Wurzeln gut waschen und klein schneiden. Rösten Sie sie im Backrohr oder in der Pfanne, bis sie dunkelbraun sind und aromatisch duften. Abkühlen lassen, dann fein mahlen.


👉 Zubereitung wie Kaffee: 1 TL mit heißem Wasser übergießen, ca. 5 Minuten ziehen lassen, abseihen – fertig! Du kannst den Kaffee zubereiten wie ein klassischer Filterkaffee.

©Marlies Schneider Löwenzahn Kaffee

Magisches & Volksheilkundliches rund um den Löwenzahn

  • Wunschblume & Orakelpflanze: Wer als Kind Löwenzahnsamen gepustet hat, kennt den alten Brauch: „Wünsch dir was – und puste!“ Wenn alle Schirmchen fliegen, geht der Wunsch in Erfüllung.
  • Verbindung zum Licht: Der Löwenzahn gilt als Sonnenpflanze, die das Licht in sich trägt. Er steht für Vitalität, Tatkraft und Erneuerung.
  • Volksmedizin: In der traditionellen Heilkunde wurde Löwenzahn als „Kuhblume“ oder „Bettseicher“ bekannt – letzteres wegen seiner harntreibenden Wirkung.
  • Rituale: Ein Blütenkranz aus Löwenzahn sollte vor negativen Energien schützen. Seine Wurzel wurde manchmal getrocknet und in Amuletten getragen, um Mut und Durchsetzungskraft zu stärken.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Löwenzahnsalz – Wildkräuterpower in drei Farben

Der Löwenzahn ist eine jener Pflanzen, die uns vom Frühling bis in den Herbst begleiten. Er ist in all seinen Teilen essbar. Zudem ist er heilkräftig und unglaublich wandelbar. Ich liebe es, mit dieser leuchtenden Wiesenpflanze zu experimentieren. Eines meiner liebsten Ergebnisse möchte ich heute mit dir teilen:

Löwenzahnsalz – in drei wunderbaren Varianten!

©Marlies Schneider Löwenzahnsalz Rezept aus Wurzel, Blüten und Blätter

Denn Löwenzahnsalz ist nicht gleich Löwenzahnsalz:

  • Mit Blüten entsteht ein sonnengelbes, aromatisch-mildes Würzsalz
  • Die Blätter bringen ein kräftig grünes, herbes Salz mit vitalisierender Note
  • Und die Wurzel ergibt ein tief erdiges, leicht bitteres Salz – voller Kraft und Bodenhaftung

Diese drei Varianten fangen die ganze Fülle des Löwenzahns ein. Sie lassen sich einzeln oder kombiniert wunderbar in der Küche einsetzen. Man kann es auch nett abfüllen und verschenken.

Löwenzahnsalz aus Blüten

Sonnengelb & aromatisch mild
Die gelben Blütenköpfchen bringen eine leichte Süße. Sie haben auch ein ganz feines Kräuteraroma. Dies ist ideal für Frischkäse, Eierspeisen, helle Soßen oder als farbenfrohes Finishing-Salz.

Tipp: Die gelben Zungenblüten möglichst ohne grüne Kelchblätter verwenden – das sorgt für eine intensive Farbe und einen angenehmeren Geschmack.


Löwenzahnsalz aus Blättern

Grün & vitalisierend herb
Junge Löwenzahnblätter sind reich an Bitterstoffen und Mineralien – perfekt für ein kraftvolles, grünliches Kräutersalz. Es passt besonders gut zu Salaten, Ofengemüse oder in grüne Smoothies.

Tipp: Junge Blätter schmecken milder und bringen die schönste Farbe. Fein gehackt oder gemörsert mit Salz vermengt und getrocknet – so bleibt die grüne Farbe erhalten.


Löwenzahnsalz aus der Wurzel

Erdig & tiefenstark
Die Wurzel des Löwenzahns steckt voller Bitterstoffe. Sie hat Tiefe. Es ist ein ideales Würzmittel für kräftige Speisen, Bratkartoffeln, Pilzgerichte oder Wild. Getrocknet, gemahlen und mit Salz vermischt entsteht ein intensives, fast rauchiges Wildsalz.

Tipp: Die Wurzeln gut waschen, klein schneiden, mit dem Salz vermixen und trocknen lassen.

©Marlies Schneider Löwenzahnsalz Rezept aus Wurzel, Blüten und Blätter

Benefits von Löwenzahnsalz – warum es mehr als nur ein Würzmittel ist:

  • Reich an Bitterstoffen
    Unterstützt Leber, Galle und Verdauung – besonders das Blatt- und Wurzelsalz.
  • Mineralstoffspender
    Löwenzahn liefert Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen u. v. m. – gebündelt im Salz haltbar gemacht.
  • Kreative Wildküche
    Mit Farben und Aromen direkt von der Wiese – so kommt Abwechslung auf den Tisch.
  • Langlebig & einfach haltbar
    Getrocknetes Kräutersalz hält monatelang – ideal zum Bevorraten oder als Geschenk.
  • Ritual der Achtsamkeit
    Das Sammeln, Verarbeiten und Genießen verbindet uns mit der Natur und bringt Erdung im Alltag.

Tipp:

Das Löwenzahnsalz ist immer ein fixer Bestandteil meines Regenbogensalzes. Das bedeutet ich schichte verschiedenfarbige Salze in ein Reagenzglas. Es schaut am Schluss aus wie ein Regenbogen. Das ist immer ein wunderbares Geschenk.

©Marlies Schneider Löwenzahnsalz Rezept aus Wurzel, Blüten und Blätter

Weitere Rezepte

Luxuriöses Rosensalz

Schnittlauch Blütensalz

Ein Hauch von Luxus: Magnolien Salz

Zitronen-Knoblauch-Salz

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Löwenzahn-„Honig“ im Mai – Sonnenschein im Glas

Wenn im Frühling die Wiesen in leuchtendem Gelb erblühen, beginnt die Zeit des wilden Goldes. Es ist der perfekte Moment. So kann man die Kraft des Löwenzahns in einem ganz besonderen Genuss einfangen. Löwenzahn Honig, auch als „veganer Honig“ bekannt, ist ein traditionelles Rezept aus der Kräuterküche. Es zaubert aus den Blüten der sonnigen Pflanze einen aromatischen, bernsteinfarbenen Sirup. Honig ist also nicht der korrekte Begriff dafür, allerdings hat er sich in den letzten Jahren durchgesetzt. Es handelt sich eher um eine Art von etwas dickflüssigerem Sirup, welchen man auf das Brot streichen kann.

Sein Geschmack erinnert an echten Honig – mild, blumig und mit einer feinen Karamellnote. Ob als Brotaufstrich, zum Süßen von Tee oder einfach pur vom Löffel: Löwenzahn-Aufstrich ist ein echtes Frühlingshighlight. Er schmeckt nicht nur köstlich. Es bringt auch ein Stück Natur in den Alltag.

©Marlies Schneider Löwenzahn Honig Rezept

Die Herstellung ist einfach. Sie erfordert aber ein wenig Geduld und Hingabe. Dafür wird man mit einem Glas voller Sonnenkraft belohnt. Und ganz nebenbei: Wer einmal selbst Löwenzahn Honig gemacht hat, wird bei jedem Spaziergang durch blühende Wiesen lächeln. Ein kleines Lächeln wird auf den Lippen erscheinen.

Rezept: Löwenzahn-Gelee/Honig

Goldgelb, duftend und fein – ein Highlight auf dem Frühstückstisch.

Zutaten:Zubereitung:
4 Handvoll Löwenzahn Blüten, ohne grüne Korbhülle

500 ml Wasser

1 Bio-Zitrone (Saft und Abrieb)
1 Bio-Orange (Saft und Abrieb)
1 Apfel (gewürfelt, mit Schale)

500 g Gelierzucker 2:1
Blüten mit Wasser, Zitrone und Apfel 15 Minuten leicht köcheln. Über Nacht ziehen lassen, dann abseihen. Das geht am besten durch ein Bäckerleinen.

Nun die Flüssigkeit abmessen und mit Gelierzucker laut Packungsangabe einkochen. Der Honig wird nicht so fest wie ein Gelee.

Man muss das Ganze also mindestens bis zur Hälfte einreduzieren lassen.

In sterile Gläser füllen.

Du kannst den Löwenzahn Honig auf ein Zopfbrot streichen oder aber ganz genauso in den Tee einrühren.

Tipp: Ich schneide die grüne Korbhülle einfach mit einem Messer ab. So muss ich die Blüten nicht einzeln rauszupfen. So geht es viel schneller.


Den Sirup machst du ganz ähnlich wie das Gelee bzw. den Honig!

Rezept: Löwenzahn Blüten-Sirup

Ein aromatischer Sirup, der nach Frühling schmeckt und wunderbar zu Pfannkuchen, Desserts oder als erfrischendes Getränk mit Mineralwasser passt.

Zutaten:Zubereitung:
3 Handvoll frische Löwenzahn Blüten, ohne grüne Korbhülle
1 Liter Wasser
1 Bio-Zitrone (in Scheiben) optional eigne sich auch eine Bio-Orange
1 Kg Zucker (je nach Geschmack)
Die Blüten grob ausschütteln, aber nicht waschen. Mit dem Wasser und den Zitronenscheiben in einen Topf geben, aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen. Über Nacht abgedeckt stehen lassen.

Am nächsten Tag abseihen, mit dem Zucker aufkochen und sirupartig einkochen. Unbedingt kochend heiß in sterile Flaschen füllen.

Tipp:

Ich gebe die Blüten immer in ein Sieb und klopfe vorsichtig dagegen. So fallen Käfer und Insekten recht gut aus den Blüten heraus.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

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Die Geheimnisse des Löwenzahns: Botanik und Heilkräfte

2. Teil und kurze Wiederholung

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Begriff Taraxacum sect. Ruderalia bezieht sich auf eine spezifische Untersektion innerhalb der Gattung Taraxacum. Diese Umbenennung oder genauere Klassifizierung wurde im Rahmen der modernisierten Taxonomie vorgenommen. Genetische Studien und umfassendere botanische Forschungen unterstützten dieses Vorgehen. Beachte, dass alle Taraxacum aus der sect. Ruderalia verwendet werden können. Es ist also nicht schlimm, wenn du sie nicht genau unterscheiden kannst.

Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

In den letzten Jahren wurde die taxonomische Systematik des Löwenzahns überarbeitet. Viele der traditionell als Taraxacum officinale bezeichneten Pflanzen wurden in verschiedene Arten und Untersektionen unterteilt. Diese Umstellung resultierte aus einer besseren Kenntnis der genetischen Vielfalt innerhalb der Artengruppe.

Es ist also keine plötzliche oder vollständige Umbenennung, sondern eine Erweiterung und Präzisierung der taxonomischen Einordnung. Daher kann man immer noch auf den klassischen Namen Taraxacum officinale stoßen. In wissenschaftlicheren oder genaueren Kontexten wird die Untersektion Ruderalia verwendet. Besonders in Büchern die nicht neu verlegt werden, werden die Namen oft nicht korrigiert.

Herkunft und Fundort

Der Löwenzahn ist in Europa, Asien und Nordamerika heimisch. Er wächst wild in Wiesen, auf Weiden, an Waldrändern, auf Brachflächen und in Gärten. Die Pflanze ist in fast allen Regionen der Welt verbreitet und gilt als eine der bekanntesten und robustesten Wildpflanzen. Sie ist nicht wählerisch und gedeiht auf nährstoffreichen Böden, findet aber auch auf kargen, sandigen und lehmigen Böden gute Lebensbedingungen. Bei mir wächst er im Garten und ich lasse ihn immer etwas vermehren, damit ich Löwenzahn zum Ernten habe.

Erdreich

Löwenzahn bevorzugt tiefgründige, lockere, nährstoffreiche Böden, kommt aber auch mit weniger idealen Bedingungen gut zurecht. Besonders gut wächst er auf kalkhaltigen Böden, die eine gute Drainage ermöglichen. Da der Löwenzahn als Pionierpflanze gilt, wächst er in vielen verschiedenen Bodentypen, auch in städtischen und industriellen Gebieten. Die Pflanze ist krautig und ausdauernd und wird so bis zu 30 cm hoch. Er ist einer der wichtigsten Bienenpflanzen im Frühjahr.

Botanik von der Blüte bis zur Wurzel

Inhaltsstoffe

  • Blüten: Die Blüten enthalten Flavonoide (wie Luteolin), Saponine, Triterpene, Bitterstoffe, Mineralstoffe und ätherische Öle. Diese wirken entzündungshemmend, antioxidativ und mild harntreibend.
  • Blätter: Die Blätter sind reich an Vitaminen (A, C, K) und Mineralstoffen (Kalium, Eisen, Kalzium, Magnesium, Phosphor). Sie haben eine leichte Bitterkeit und können die Verdauung anregen und die Leberfunktion unterstützen. Weiters enthalten sie Cumarine und Carotinoide. Sie weisen mehr Vitamin C auf als Orangen.
  • Wurzel: Die Wurzel enthält Inulin, Bitterstoffe wie Triterpene, Taraxacinsäure, Taraxacolide, Taraxasterol, Taraxerol, Taraxol, Taraxacosid, und eine Reihe von Polysacchariden. Besonders bekannt ist die Wirkung des Inulins, das als präbiotische Faser wirkt und die Verdauung unterstützt. Die Wurzel hat auch eine leberschützende Wirkung und fördert die Ausscheidung von Giftstoffen. Es finden sich auch Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium.

Volksheilkunde und Vorteile von Löwenzahn in der Naturheilkunde

Hautwirkung von Löwenzahn ist: harntreibend, entgiftend und bitter.

Der Löwenzahn ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil der Volksheilkunde. Die Pflanze wird als Heilmittel bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt:

  • Leber und Galle: Die Bitterstoffe in den Blättern und der Wurzel unterstützen die Leber und regen die Gallenproduktion an. Er wird zur Entgiftung und Reinigung des Körpers verwendet.
  • Verdauungsfördernd: Löwenzahn hilft, die Verdauung zu verbessern und Völlegefühl sowie Blähungen zu lindern. Er regt die Produktion von Verdauungssäften an.
  • Entwässernd: Die Pflanze hat eine milde harntreibende Wirkung. Sie wird traditionell zur Behandlung von Wassereinlagerungen verwendet. Außerdem fördert sie die Nierenfunktion.
  • Blutreinigend: In der Volksmedizin wird Löwenzahn auch zur Reinigung des Blutes und zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens verwendet.
Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Forschung

Moderne wissenschaftliche Studien bestätigen viele der traditionellen Anwendungen des Löwenzahns. Besonders hervorzuheben ist die Forschung zu den antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften der Pflanze. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Löwenzahn die Blutfettwerte senken und die Blutzuckerregulation verbessern kann. In einigen Untersuchungen nannten Forscher den Löwenzahn sogar als Kandidaten für die Behandlung von Lebererkrankungen. Sie betrachteten ihn auch als Hilfsmittel bei der Gewichtskontrolle. 2009 ergab eine Studie, dass die Blätter ein starkes Diuretikum sind, auch wenn die genaue Wirkungsweise nicht bekannt sind. (Pilotstudie von Clare et al.)

Interessant ist, dass Löwenzahn eine aquaretische Wirkung hat. Das bedeutet, dass viele Diuretika nur die Ausscheidung von Wasser und Kalium stimulieren. Da Löwenzahnblätter aber einen hohen Kaliumgehalt aufweisen, geht man von davon aus, dass kein Nettoverlust entsteht. (An overview of Therapeutic potentials of Taraxacum officinale: A traditionally valuable herb with a reach historical background)

Eine Studie von Ovadje et al. (2012) zeigte, dass Löwenzahnwurzelextrakt selektiv Apoptose (programmierter Zelltod) in chronischen myelomonozytären Leukämiezellen induziert, ohne gesunde Zellen zu schädigen. Die Apoptose wurde durch die Aktivierung von Caspase-8 ausgelöst, was auf die Beteiligung des extrinsischen apoptotischen Weges hindeutet. ​(ScienceDirect)

Weitere Forschungen von Ovadje et al. (2016) berichteten, dass Löwenzahnwurzelextrakt das Wachstum von Dickdarmkrebszellen in vitro hemmt und die Migration dieser Zellen reduziert. In Mausmodellen mit Xenotransplantaten zeigte der Extrakt eine hemmende Wirkung auf das Tumorwachstum, ohne toxische Nebenwirkungen zu verursachen.

Pharmakologische Studien am Menschen

Gesunden Probanden wurden 8 ml eines hydroethanolischen Extraktes aus der Löwenzahnwurzel verabreicht. Alle 5 Stunden wurden über 3 Dosen eingenommen. Nach der ersten Dosis konnte ein Anstieg der Häufigkeit des Wasserlassen nachgewiesen werden. Nach der zweiten Dosis konnte ein Anstieg des Verhältnisses der Ausscheidung (Uriniervolumen: Flüssigkeitsaufnahme) beobachtet werden. Nach der dritten Dosis wurden keine Veränderungen mehr festgestellt (Clare et al. 2009).

Wechselwirkungen von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln:

Es wurden keine klinischen Studien zu Wechselwirkungen von Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln gefunden.

Anwendungen in der Volksheilkunde:

  • Tee: Ein klassisches Hausmittel ist der Löwenzahntee, der aus getrockneten Blättern und Wurzeln zubereitet wird. Er unterstützt die Verdauung und hilft bei der Entgiftung des Körpers.
  • Tinktur: Aus den Blättern oder der Wurzel lässt sich eine Tinktur herstellen, die bei Leberproblemen oder Verdauungsstörungen helfen kann.
  • Salat: Junge Blätter des Löwenzahns können roh in Salaten verwendet werden. Sie haben einen leicht bitteren Geschmack und eignen sich hervorragend als Detox-Salat.
  • Löwenzahnhonig: Aus den Blüten lässt sich ein süßer Sirup oder „Löwenzahnhonig“ herstellen, der besonders bei Husten und Erkältungen wohltuend wirkt.

Magisches und Mystisches

Löwenzahn hat in vielen Kulturen eine symbolische Bedeutung. Er steht oft für Transformation und Neubeginn. Die Pflanze geht nach der Blüte in einen Flug durch die Luft über. Sie verbreitet sich dann auf der Erde. Die gelben Blüten gelten als Symbol für Sonne und Lebensenergie. In der europäischen Folklore glaubte man, dass Löwenzahn ein schützendes Pflanze sei, die böse Geister vertreiben könne. Verwende Löwenzahnwurzel doch einmal zum Räuchern.

Altes Volkswissen und Löwenzahn in der traditionellen Heilkunst:

In der Volksmedizin und Symbolik wurde der Löwenzahn häufig mit Fruchtbarkeit und Lebenskraft assoziiert. Dies liegt unter anderem an seiner Fähigkeit, sich schnell zu verbreiten, sowie an seiner leuchtend gelben Blüte, die an die Sonne erinnert – ein traditionelles Symbol für Vitalität und Fruchtbarkeit.

Die Pflanze wurde in vielen Kulturen als Zeichen für das Frühlingserwachen und die Wiedergeburt verehrt. Im Mittelalter war Löwenzahn bereits als Heilmittel sehr geschätzt. Er fand Anwendung bei vielen Beschwerden. Diese reichten von der Unterstützung der Verdauung bis zur Behandlung von Hauterkrankungen.


Fazit: Der Löwenzahn ist weit mehr als nur ein Unkraut. Seine Heilkräfte sind zahlreich, und er hat sowohl in der traditionellen als auch in der modernen Medizin seine Berechtigung. Der Löwenzahn hat viele Anwendungsmöglichkeiten. Diese reichen von der Küche über die Volksheilkunde bis hin zu spirituellen Bedeutungen. Er bleibt eine Pflanze. Er begleitet den Menschen seit Jahrhunderten und spielt auch heute noch in vielen Bereichen eine Rolle.

Warnhinweise: Aufgrund der choleretischen Wirkung des Löwenzahns wurde bei Personen mit Gallensteinen zur Vorsicht geraten (Mills und Bone 2005; Schutz et al. 2006; Wichtl 2004).

Aufgrund der Sesquiterpenlactonverbindungen kann es zu einer Kontaktdermatitis kommen. Dies wurde mittels Patch-Tests bestätigt. (Paulsen et al. 2008)

Zudem wird der enthaltene Milchsaft nicht von jedem vertragen. Er kann zu Erbrechen oder Übelkeit führen.

Im Tierversuch konnte bei großen Dosen eines Ethanolextrakts aus der Löwenzahnwurzel eine geringe Toxizität nachgewiesen werden. (10g/kg des getrockneten Krautes / Tita et al. 1993)

Schwangerschaft und Stillzeit: Es konnten keine Informationen darüber gefunden werden.

Rezepte mit Löwenzahn

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Gesunde Rezeptidee: Löwenzahn Balsamessig

und

Pflanzenportait Löwenzahn

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Taraxacum sect. Ruderalia: Der echte Löwenzahn im Detail

Taraxacum sect. Ruderalia – Wie erkennt man den „echten“ Löwenzahn?

1. Teil

Der Löwenzahn ist eine der bekanntesten Wildpflanzen Mitteleuropas – und zugleich eine der kompliziertesten botanischen Gattungen. Denn unter dem Namen „Taraxacum officinale“ wurde früher eine Vielzahl von sehr ähnlichen Pflanzen zusammengefasst, die heute feiner gegliedert werden.
Besonders häufig vertreten ist die Sektion Ruderalia, zu der die typischen Wiesen-Löwenzähne gehören – jener kräftige, gelb blühende Löwenzahn, den die meisten sammeln. Er gehört zur Familie der Asteraceae.

Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Aber woran erkennt man Taraxacum sect. Ruderalia – und wie lässt er sich von anderen Löwenzahn-Arten oder ähnlichen Pflanzen wie dem Habichtskraut oder dem Herbst-Löwenzahn unterscheiden?

Hier kommt die Übersicht:


Erkennungsmerkmale von Taraxacum sect. Ruderalia

1. Blattrosette

  • Die Grundblätter stehen in einer bodennahen Rosette.
  • Blattspreite tief eingeschnitten und gezahnt (schrotgesägt), Zacken meist nach unten gerichtet.
  • Der Mittelnerv ist deutlich sichtbar, oft rötlich-violett überlaufen.
  • Blätter unbehaart oder nur spärlich behaart.

2. Blütenstand

  • Ein einzelner, hohler, unverzweigter Blütenstängel pro Pflanze.
  • Stängel milchführend, beim Abbrechen tritt weißer Milchsaft aus.
  • Die Blüte ist leuchtend gelb, aus vielen Zungenblüten zusammengesetzt. Es handelt sich dabei um eine Scheinblüte. Die Blüten stehen auf einem Körbchen von etwa 3-5 cm.
  • Öffnet sich nur bei Sonne, schließt sich bei Regen und abends.
  • Außenkelchblätter sind nach unten zurückgebogen („kragenartig“) – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal!

3. Fruchtstand (Pusteblume)

  • Die Blüten verwandeln sich in die typische „Pusteblume“. Die Schirmflieger verbreiten sich durch den Wind.
  • Fruchtkörper (Achänen) mit haarigem Pappus, der den Windtransport ermöglicht.

4. Wurzel

  • Stark ausgeprägte Pfahlwurzel, tiefreichend und saftig.
  • Milchführend, bitter schmeckend, hellbeige bis braun.
  • Besonders im ersten Jahr ist die Wurzel hellbeige. Im zweiten Jahr wird sie doppelt so dich und braun.
Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Unterscheidung zu ähnlichen Pflanzen

🔸 Taraxacum erythrospermum (Kleinblütiger Löwenzahn) auch Rotsamiger Löwenzahn genannt

  • Tendenziell kleinere Pflanze, oft auf mageren, trockenen Böden.
  • Außenkelchblätter nicht oder nur schwach zurückgeschlagen.
  • Blüten heller, Samen rötlich statt grau.
  • Blätter weisen durchgehend dreieckige Lappen auf. Der Echte Löwenzahn wäre unregelmäßig gelappt und weist nur eine minimale bis gar keine Dreiecksform auf.

🔸 Habichtskraut (Hieracium spp.)

  • Stängel meist behaart, oft verzweigt, trägt mehrere Blüten.
  • Blätter oft auch am Stängel verteilt, nicht nur als Rosette.
  • Kein milchiger Saft, Blüte oft kleiner, zarter.

🔸 Herbst-Löwenzahn (Leontodon autumnalis)

  • Blüht im Spätsommer/Herbst, gelbe Zungenblüten.
  • Stängel stark verzweigt, nicht hohl.
  • Kein Milchsaft, Blätter schmaler.

Botanischer Hintergrund zur Einordnung

  • Der Artkomplex Taraxacum officinale wurde taxonomisch überarbeitet.
    Heute wird die Sammelart als „Taraxacum sect. Ruderalia“ geführt, die mehrere hundert Mikrospezies umfasst.
  • Diese sind apomiktisch, das heißt sie vermehren sich ohne Befruchtung – eine Besonderheit der Gattung.
  • Daher entstehen lokal viele, genetisch stabile Kleinarten – aber für die Praxis reicht oft die Einordnung als „Taraxacum sect. Ruderalia“ (der „klassische“ Wiesenlöwenzahn). Verwendet werden können alle.

Fazit – So erkennst du den „echten“ Wiesenlöwenzahn (Ruderalia-Typ)

✅ Rosettenpflanze, weißer Milchsaft im Blattstiel sichtbar
✅ Hohler, unverzweigter, milchführender Stängel
✅ Nach unten gebogene Außenkelchblätter
✅ Leuchtend gelbe Blüten – meist im April/Mai
✅ Tiefe Pfahlwurzel mit weißem Milchsaft

Wenn du all diese Merkmale bei einer Pflanze findest, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du den klassischen, vielseitig verwendbaren Löwenzahn aus der Sektion Ruderalia vor dir hast – perfekt für Küche, Heilkunde und Wildkräuterrezepte.

Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Merkblatt: Wiesenlöwenzahn erkennen

(Taraxacum sect. Ruderalia)

📍 Typische Merkmale

MerkmalBeschreibung
BlätterRosettenförmig am Boden, tief gebuchtet, Zacken meist nach unten gerichtet
BlütenstielHohl, milchführend, aufrecht, einzeln, nicht verzweigt
BlüteLeuchtend gelb, rein aus Zungenblüten
AußenkelchblätterZurückgeschlagen (nach unten gebogen)
MilchsaftWeiß, tritt bei Bruchstellen aus allen Pflanzenteilen aus
FruchtPusteblume mit Fallschirmchen (Pappus), graubraune Samen
WurzelPfahlwurzel, kräftig, milchführend, hellbraun-beige

Verwechslungsgefahr & Unterschiede

PflanzeUnterschiede zum Wiesenlöwenzahn
Habichtskraut (Hieracium)Behaarte Stängel, verzweigte Blütenstiele, kein Milchsaft
Herbst-Löwenzahn (Leontodon autumnalis)Spätere Blütezeit, verzweigter Stängel, kein Milchsaft
Kleinblütiger Löwenzahn (T. erythrospermum)Kleinere Pflanze, nicht zurückgeschlagene Außenkelchblätter, rötliche Samen

Sammeltipps

  • Beste Zeit: April bis Mai (Blätter & Blüten), Herbst (Wurzel)
  • Sammelort: Wiesen, Wegränder, Gärten – bitte nicht an Straßen oder gedüngten Feldern!
  • Verwendung: Küche (Salz, Honig, Sirup, Pesto, Oxymel), Heilkunde (Leber, Verdauung), Magie & Räucherwerk
Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Rezepte mit Löwenzahn

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© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Entdecke die alpine Pflanzenwelt: FNL-Kräuterstammtisch

FNL-Kräuterstammtisch Vorarlberg mit Marlies Schneider

Ich bin Bezirksleiterin der Freunde naturgemäßer Lebensweise (FNL) Bregenz. Als erfahrene Wanderführerin lade ich euch herzlich zu einer besonderen Kräuterwanderung in Damüls ein. Diese Exkursion ist sowohl für FNL-Mitglieder geeignet als auch für interessierte Freunde. Sie können den Verein und unsere gemeinsame Leidenschaft für die Natur kennenlernen.

FNL-Kräuterstammtisch Vorarlberg mit Marlies Schneider

Unsere Tour beginnt mit einer gemütlichen Fahrt mit dem Uga-Express zur Bergstation. Von dort aus erkunden wir die alpine Pflanzenwelt auf einer Rundwanderung. Wir genießen die frische Bergluft. Die Vielfalt der Flora inspiriert uns. Zwischendurch gönnen wir uns eine wohlverdiente Kaffeepause, bevor es wieder hinab ins Tal geht. Unterwegs werden wir die Augen offenhalten und entdecken, welche Kräuter, Heilpflanzen und vielleicht auch essbaren Wildpflanzen uns am Wegesrand begegnen.

FNL-Kräuterstammtisch Vorarlberg mit Marlies Schneider

Diese Wanderung bietet eine wunderbare Gelegenheit. Man kann sich mit Gleichgesinnten austauschen. Es ist eine Chance, wertvolles Pflanzenwissen zu teilen und einfach einen Tag in der Natur zu genießen. Egal ob erfahrene Kräuterkundige oder neugierige Einsteiger – alle sind herzlich willkommen!

FNL-Kräuterstammtisch Vorarlberg mit Marlies Schneider

Hier geht es zur Anmeldung: FNL-Stammtisch

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Entdecke köstliche Rezepte und lade dir dein Gratis-Freebie herunter!

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Heilpflanzenwissen: Salomonssiegel für Muskelschmerzen – Rezept

Zum Salomonssiegel habe ich noch ein neues Rezept formuliert. Gerne teile ich mein Gedankengut mit dir. Das Rezept ist etwas komplex dafür wirkungsvoll. Trotz allem, sollte man einen Tennisarm oder eine Entzündung in Gelenken auskurieren und auch ärztlich abklären lassen. Zudem sollte man etwas kürzer treten und Belastungen vermeiden.
Wie du schon gehört hast kann die Salbe aus Salomonssiegel bei Prellungen, Verstauchungen, Muskelschmerzen, Bänderzerrung, Wunden und Rückenschmerzen eingesetzt werden.
Besonders gute Erfahrung haben wir bei Wachstumsschmerzen oder Sportverletzungen gemacht.

Aber wer keine Salbe rühren möchte, kann auch eine Einreibung mischen. Dazu benötig man überhaupt keine Wärmequelle und wenn man die Zutaten hat, ist es sehr schnell hergestellt.

Salomonssiegel Einreibung ©Marlies Schneider

Besonders Hilfreich ist diese Einreibung wenn man Probleme mit den Bändern und Sehnen hat. Zu lange Bänder oder auch zu kurze Bänder können mit Salomonssiegel wunderbar reguliert werden. Versuch diese Einreibung auch bei Artrithisschmerzen. Sie könnte Linderung bringen. Ergänzt mit der Schulmedizin kann es tiefgreifender wirken.

Hier eine kurze Erklärung zu jedem Inhaltsstoff und seiner Wirkung auf Bänder, Sehnen und den Bewegungsapparat:

Salomonssiegel-Tinktur (Polygonatum multiflorum)
Salomonssiegel ist bekannt für seine regenerative Wirkung auf Bänder, Sehnen und Gelenke. Es unterstützt die Heilung von Verstauchungen, Zerrungen und Sehnenentzündungen, indem es die Kollagenstruktur stärkt und Entzündungen lindert.

Arnika-Tinktur (Arnica montana)
Arnika ist ein bewährtes Mittel gegen Prellungen, Schwellungen und Entzündungen. Es fördert die Durchblutung, lindert Schmerzen und unterstützt die Regeneration des Gewebes, wodurch es ideal für Sehnen und Bänder ist. (Kann durch Gänseblümchen – Bellis perennis ersetzt werden)

Langer Pfeffer-Tinktur (Piper longum)
Langer Pfeffer wirkt durchblutungsfördernd und wärmend. Dies hilft, die betroffenen Bereiche besser mit Nährstoffen zu versorgen und Verspannungen oder Verkrampfungen in Muskeln und Sehnen zu lösen. (Kann durch Schwarzen Pfeffer – Piper nigrum ersetzt werden)

Purpur-Weide-Tinktur (Salix purpurea)
Die Weidenrinde enthält Salicylate, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken – ähnlich wie Aspirin. Sie hilft bei Sehnenentzündungen, rheumatischen Beschwerden und allgemeinen Schmerzen im Bewegungsapparat. (könnte durch Mädesüß – Filipendula ulmaria ersetzt werden)

Aloe vera Gel
Aloe vera ist bekannt für seine feuchtigkeitsspendenden und regenerierenden Eigenschaften. Es wirkt beruhigend auf die Haut, fördert die Wundheilung und hilft, die anderen Wirkstoffe besser in die Haut aufzunehmen.

Gemmo-Mazerat Mammutbaum (Sequoiadendron giganteum)
Nach der Gemmotherapie wirkt Mammutbaum regenerierend auf den gesamten Bewegungsapparat, insbesondere auf Knorpel, Sehnen und Bänder. Er stärkt das Bindegewebe und fördert die Elastizität. (Eventuell könntest du Weinreben Gemmo-Mazerat verwenden – Vitis vinifera)

Salix alba Extract (Weidenrindenextrakt)
Wie Purpur-Weide enthält auch dieser Extrakt natürliche Salicylate, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Dadurch ist er besonders gut geeignet bei Sehnenentzündungen und rheumatischen Beschwerden.

Campher-Kristalle (Cinnamomum camphora)
Campher wirkt kühlend und durchblutungsfördernd zugleich. Er lindert Schmerzen, lockert Verspannungen und unterstützt die Regeneration von Sehnen und Bändern. Zudem hat er eine leicht betäubende Wirkung, was zur Schmerzlinderung beiträgt.

Insgesamt ist diese Einreibung hervorragend zur Pflege und Regeneration von Sehnen und Bändern geeignet. Sie lindert Schmerzen und fördert die Durchblutung. Außerdem unterstützt sie die Heilung von Verletzungen)

Rezept:

39,80 g Salomonssiegel Tinktur 1:5 (Polygonatum multiflorum)

16,00 g Arnika Tinktur 1:5 (Arnica montana)

4,00 g Langer Pfeffer Tinktur 1:3 (Piperita Longum)

12,20 g Purpur Weide Tinktur 1:3 (Salix purpurea)

13,00 g Aloe vera Gel (konserviert, Bioladen)

10,00 g Gemmo Mazerat Mammutbaum (nach Dr. Pol Henry) (Sequiodendron giganteum) selbsthergestellt oder gekauft

2,20 g Salix alba Extract (zB von Alexmo)

1,50 g Campher Kristalle (in Räuchershops, Cinnamomum camphora)

0,30 g Solagum AX (zB von Alexmo)

0,20 g Kaliumsorbat (in 5 g Salomonssiegel Tinktur auflösen und auf die Seite stellen.)
Die Tinkturen in einem Becherglas mischen und die Campher Kristalle darin auflösen.

Anschließend das Solagum AX darin auflösen.

Nun können die restlichen Zutaten untergerührt werden.

Alles miteinander sehr gut emulgieren und in eine Sprayflasche füllen.

Durch den enthaltenen Alkohol von ca. 40 % und dem konservierten Aloe Vera Gel ist kein zusätzlicher Konservierer nötig.

Die Ergänzung von Kaliumsorbat ist ideal. Dabei werden 0,20 g als Konservierungsverstärker verwendet. Es hilft gegen Schimmelpilze. Dabei muss der pH-Wert aber auf pH-Wert 5 vom Endprodukt eingestellt werden, vor der Zugabe von Kaliumsorbat.

Mit einer 10 % Zitronensäurelösung lässt sich ein zu hoher pH-Wert senken.

Anschließend wird das gelöste Kaliumsorbat eingerührt

Achtung:

Das Rezept ist nicht für kleine Kinder geeignet da Campher enthalten ist.

Multiflorum kann durch eine Tinktur der genannten Arten ausgetauscht werden.

Es eignet sich sogar auch Polygonatum biflorum. Dabei handelt es sich um die nordamerikanische Art.
Bei Bedarf auf die entsprechende Hautfläche auftragen und einreiben.

Ideal bei Verstauchungen, Prellungen, Muskelschmerzen, Tennisarm oder Kletterarm, bei Bänderschwäche auftragen. Mehrmals täglich anwenden.
Auch beim Thoracic-outlet Syndrom ist es ein Versuch wert.

Ich habe einfach schöne Flaschen dafür wiederverwertet. Eine saubere Pumpflasche oder Sprayflasche ist dafür gut geeignet und erleichtert das Auftragen.

Du kannst die Tinkturen auch austauschen. Statt Arnika könntest du eine Tinktur von Bellis perennis verwenden, dem Gänseblümchen. Auch dieses ist für stumpfe Verletzungen sehr gut geeignet. Auch die Weiden Tinktur könntest du durch eine Pappel Tinktur austauschen.

Der Rest der Inhaltsstoffe sollte möglichst bestehen bleiben. Das Aloe Vera Gel sollte ein richtiges Gel sein und nicht ein Pulver oder eine 1:10 Mischung. Mein verwendetes Gel ist schon vorkonserviert. Oft gibt es im Naturkostladen ähnliche Produkte. Beachte, wenn du ein unkonserviertes Produkt verwendest, musst du berechnen, ob der Alkoholgehalt zur Konservierung ausreicht. Gegebenenfalls würde ich einen Konservierer dazu geben.

Salomonssiegel Einreibung ein Rezept ©Marlies Schneider

Ich habe noch viele weitere Rezepte für dich!

Portrait: Salomonssiegel

Rezept: Vitalbalsam mit Salomonssiegel und Beinwell

Rezept: Tinktur und Öl-Mazerat aus Salomonssiegel

Rezept: Räucherkegel mit Salomonssiegel

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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Volksheilkunde: Neunblättrige Zahnwurz gegen Dehnungsstreifen

Ich habe tatsächlich noch ein Rezept für euch zum Thema Zahnwurz.

Aber nun ist es der letzte Post zur zu dieser Pflanze und ihre Verwandten.

Die Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos) ist eine in unseren Wäldern heimische Pflanze mit cremegelben Blüten. Neben ihrer ansprechenden Optik wird sie in der Volksheilkunde für ihre positiven Eigenschaften bei Hautproblemen wie Schwangerschafts- und Dehnungsstreifen geschätzt.

Dehnungsstreifen, medizinisch als Striae cutis atrophicae oder Striae distensae bezeichnet, sind sichtbare Linien auf der Haut, die durch Überdehnung des Bindegewebes entstehen. Während einer Schwangerschaft spricht man spezifisch von Schwangerschaftsstreifen (Striae gravidarum). Die Hauptursachen für ihre Entstehung sind:

  • Mechanische Dehnung: Schnelle Gewichtszunahme oder -abnahme, Wachstumsschübe in der Pubertät oder das Wachstum des Bauches und der Brüste während der Schwangerschaft führen zu einer starken Dehnung der Haut. Wenn die Haut diese Dehnung nicht kompensieren kann, kommt es zu Rissen im Bindegewebe.
  • Hormonelle Veränderungen: Während der Schwangerschaft beeinflussen hormonelle Schwankungen die Elastizität der Haut, was sie anfälliger für Risse macht.
  • Genetische Veranlagung: Die individuelle Beschaffenheit des Bindegewebes ist genetisch bedingt. Personen mit einer familiären Neigung zu Bindegewebsschwäche haben ein höheres Risiko, Dehnungsstreifen zu entwickeln.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie Corticosteroide, können das Risiko von Dehnungsstreifen erhöhen.
  • Muskelaufbau: Intensives Bodybuilding und schneller Muskelzuwachs können die Haut ebenfalls überdehnen.

Dehnungsstreifen sind völlig normal und betreffen viele Menschen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, um ihr Erscheinungsbild zu reduzieren, aber sie verschwinden nicht vollständig. Akzeptanz und Selbstliebe sind auch wichtige Aspekte im Umgang mit Dehnungsstreifen.

Sehr oft betrifft es Frauen nach der Schwangerschaft. Hier können wir ein Mittel aus der Volksheilkunde zur Unterstützung verwenden.

Steckbrief zur Neunblättrigen Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos)

Die Neunblättrige Zahnwurz ist eine Pflanze, die traditionell in der Volksheilkunde verwendet wird. Hier einige Informationen aus meinem Blogbeitrag:

  • Merkmale: Blassgelbe Blüten und quirlständige Blätter mit meist drei Blättern pro Quirl, was ihr den Namen „Neunblättrig“ verleiht.
  • Verwendung: Traditionell eingesetzt bei Zahnschmerzen und Gewebebrüchen.
  • Vorkommen: In Vorarlberg nicht heimisch; hauptsächlich im östlichen Alpen- und Voralpenland verbreitet, besonders in Tirol und Salzburg.

Aufgrund der Signatur wurde die Zahnwurz bei Zahnschmerzen verwendet. Allerdings konnte keine Wirkung auf Zahnschmerzen nachgewiesen werden. In der Volksheilkunde wird sie nach wie vor bei Gewebebrüchen verwendet.

Rezept für ein Gel:

Gel-Rezept zur Pflege von Dehnungsstreifen

45,14 g Zahnwurztinktur

3 g Glycerite von Rubus fruticosus

0,75 g Aquaxyl

0,01 g Coenzym Q 10

0,01 g Hyaluronsäure nidrigmolekular

0,01 g Hyaluronsäure hochmolekular

0,75 g Vitamin ACE

0,3 g Solagum AX

0,05 g Kaliumsorbat

Vorgehensweise

In ein Becherglas Tinktur (5 ml auf die Seite stellen) und Glycerite abwiegen und mischen.

In einem kleinen Becherglas 5 ml Tinktur und Kaliumsorbat mischen und das Kaliumsorbat auflösen. Auf die Seite stellen.

Im großen Becherglas nach und nach das Aquaxyl, Coenzym Q 10 einrühren.

Vitamin ACE einrühren.

Nun die Hyaluronsäuren abwiegen und in das große Becherglas geben. Das Solagum AX gleich dazu geben. Ca. 2 Stunden stehen lassen damit die Hyaluronsäure und das Solagum quellen kann. Das benötigt seine Zeit. Wenn die Hyaluronsäure und der Gelbildner komplett gelöst ist, alles gut rühren.

Nun den pH-Wert messen. Dieser sollte auf pH 5 eingestellt werden.

Bei Bedarf mit einer 10% Zitronensäurelösung einstellen. Dabei den pH-Wert kontrollieren.

Erst ab pH 5 das aufgelöste Kaliumsorbat einrühren.

Alles miteinander gut rühren, aber nicht mit einem Mixer mixen. Es sollten keine Luftblasen eingerührt werden.

Bei Bedarf das Gel auf die betroffene Hautstelle auftragen.

Warum habe ich diese Inhaltsstoffe gewählt?

1. Glycerit von Rubus fruticosus (Brombeer-Glycerit)

  • Wirkung: Enthält natürliche Fruchtsäuren (AHA), die die Haut sanft exfolieren, die Zellerneuerung anregen und die Hautstruktur verfeinern.
  • Warum in meinem Rezept? Fruchtsäuren fördern die Kollagenproduktion und verbessern die Elastizität, was bei Dehnungsstreifen wichtig ist.

2. Aquaxyl

  • Wirkung: Ein Feuchtigkeitsbooster, der den Feuchtigkeitshaushalt der Haut verbessert und die Hautbarriere stärkt.
  • Warum in meinem Rezept? Elastische Haut ist widerstandsfähiger gegen Risse und Gewebebrüche. Aquaxyl hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu binden und Trockenheit vorzubeugen.

3. Hyaluronsäure (hoch- und niedermolekular)

  • Wirkung:
    • Hochmolekulare Hyaluronsäure: Bildet einen Feuchtigkeitsfilm auf der Haut und sorgt für Sofortstraffung.
    • Niedermolekulare Hyaluronsäure: Dringt tiefer in die Haut ein und polstert das Gewebe auf.
  • Warum in meinem Rezept? Unterstützt die Elastizität der Haut und hilft, feine Risse und Dehnungsstreifen aufzufüllen.

4. Vitamin ACE (Antioxidantien-Kombination)

  • Wirkung:
    • Vitamin A (Retinol-Vorstufe): Fördert die Zellerneuerung und stärkt das Bindegewebe.
    • Vitamin C: Unterstützt die Kollagenbildung, schützt vor oxidativem Stress und verbessert die Hautstruktur.
    • Vitamin E: Wirkt feuchtigkeitsspendend, schützt vor freien Radikalen und verbessert die Heilung der Haut.
  • Warum in meinem Rezept? Die Kombination aus Vitamin A, C und E fördert die Regeneration von geschädigtem Gewebe und kann Dehnungsstreifen optisch mildern.

Zusammenfassung:

Mein Rezept wirkt regenerierend, feuchtigkeitsspendend, elastizitätsfördernd und hauterneuernd. Die Fruchtsäuren fördern die Zellerneuerung. Auch Vitamin A unterstützt diesen Prozess. Hyaluronsäure versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Außerdem hält Aquaxyl die Haut geschmeidig. Vitamin C und E schützen zusätzlich vor Schäden und unterstützen die Heilung. Perfekte Mischung in Kombination mit der Tinktur der Neunblättrigen Zahnwurz!

Tipp:

Aquaxyl (Xylitylglucoside (and) Anhydroxylitol (and) Xylitol) habe ich mir bei Alexmo besorgt. Es gibt dies aber auch bei Dragon Spice,

Vitamin ACE gibt es bei der Kosmetikmacherei, Naturkosmetik Werkstatt, Dragon Spice

Die anderen Zutaten hat normalerweise jeder Kosmetik Rohstoffshop.

Das Glycerite Brombeere ist selbst hergestellt.

Wichtig ist vor einrühren des Kaliumsorbates, dass der pH-Wert maximal 5 aufweist. Denn sonst ist das Kaliumsorbat, wirksam gegen Pilze, unwirksam.

Ein zusätzlicher Konservierer ist durch den hohen Alkoholgehalt der Tinktur nicht notwendig.

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Neunblättrige Zahnwurz: Rezept für einen potenten Ölauszug

Im fast letzten Teil zur Neunblättrigen Zahnwurz machen wir noch einen Ölauszug. Bei der Neunblättrigen Zahnwurz handelt es sich um eine typische Pflanze aus der österreichischen Volksheilkunde.

Neunblättrige Zahnwurz – Cardamine enneaphyllos ©Marlies Schneider

Spezifische Informationen über die Inhaltsstoffe der Neunblättrigen Zahnwurz und deren Löslichkeit in verschiedenen Extraktionsmitteln sind in den verfügbaren Quellen nicht detailliert beschrieben. Allgemein enthalten Pflanzen der Gattung Cardamine verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe wie Glucosinolate und Flavonoide, die für ihre bioaktiven Eigenschaften bekannt sind. Um genaue Daten über die Inhaltsstoffe von Cardamine enneaphyllos und geeignete Extraktionsmittel zu erhalten, wären spezifische phytochemische Studien erforderlich. Früher hat man die Wurzel in Schweineschmalz ausgezogen. Allerdings wie das von statten ging, ist nicht überliefert.

Heutzutage hilft einem aber auch ein bisschen Phytochemie weiter, um zu überlegen, ob ein Öl-Mazerat denn überhaupt sinnvoll ist.

Betrachten wir die Inhaltsstoffe noch einmal genauer. Wir haben Cleomin und Sisymbrin, sowie ihrer echten Glucosinolate Glucocleomin und Glucosisymbrin.

Sisymbrin und Cleomin sind beide auch Glucosinolate, die in Pflanzen der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) vorkommen. Ihre Löslichkeit entspricht der typischen Löslichkeit von Glucosinolaten: Wasser oder Alkohol.

Sisymbrin (ein Glucosinolat)

  • Gut löslich in:
    • Wasser (wegen der hydrophilen Struktur)
    • Wässrige Alkohole (Methanol-Wasser, Ethanol-Wasser-Gemische)
    • Gepufferte Lösungen (z. B. mit Ammoniumacetat)
  • Schlecht löslich in:
    • Reinen organischen Lösungsmitteln (z. B. Aceton, Chloroform, Hexan)
    • Ölen und Fetten (wegen der polaren Struktur)

Cleomin (ebenfalls ein Glucosinolat)

Die Löslichkeit von Cleomin ist vergleichbar mit der von Sisymbrin, da beide zur gleichen Stoffgruppe gehören.

  • Gute Löslichkeit: Wasser, wässrige Alkohole
  • Schlechte Löslichkeit: Unpolare Lösungsmittel und Öle

Glucosinolate:

Sind wasserlösliche, schwefelhaltige sekundäre Pflanzenstoffe. Ihre Löslichkeit hängt von der Polarität des Lösungsmittels ab:

  • Sehr gut löslich in:
    • Wasser (aufgrund ihrer hydrophilen Struktur)
    • Wässrige Alkohole (Methanol-Wasser, Ethanol-Wasser-Gemische)
  • Schlecht löslich in:
    • Reinen organischen Lösungsmitteln wie Aceton, Chloroform oder Hexan (da diese unpolar sind)

Rezept Öl-Mazerat:

Damit wir nun einen möglichst potenten Öl-Auszug erreichen, bietet sich ein Zwischenlösungsmitte an.

50 g Wurzel, getrocknet und zerkleinert, werden zuerst mit
2/3 Alkohol 60 % benetzt.


Dann lässt man es für mindestens zwei Stunden luftdicht abgedeckt ziehen.
Bei diesem Alkoholgehalt hast du noch 40 % Wasser dabei. Schlau oder?
Anschließend kann man die Wurzel im Verhältnis 1:4 in Öl ausziehen.
50 g Wurzel, befeuchtet wie nasser Sand
200 ml Olivenöl
Nun werden die Zutaten gemischt und im Stövchen für ca. 8 h ausgezogen. Achte darauf, dass das Öl ca. 60-65 °C erreicht damit der Alkohol abdampfen kann.
Bitte nicht weiter erhitzen.
Nach den 8 Stunden wird das Öl abgefiltert und in dunkle saubere Flaschen gefüllt.

Dieses Öl Mazerat dient als Basis für deine Salbe.

Tipp:

Wenn du dein Öl vor dem Abfiltern stehen lässt, geht es leichter. Lass anschließend das abgefilterte Öl für eine Nacht stehen. Nun setzt sich der Satz und Alkohol/Wasser am Glasboden ab. Nun füllst du erst das Öl in eine Flasche. Den letzten Rest gibst du nicht dazu. So hast du ein sehr schönes, wirksames und sauberes Öl.

Rezept: Gewebebrüche Salbe

Portrait: Neunblättrige Zahnwurz

Rezept: Tinktur und Fakten zur Zahnwurz

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Quelle: mdpi.com; Volksmed database; ouci.dntb.gov.ua; pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39861619; phaidra.univie.ac.at;

Verwirrung um Zahnwurz und Sanikel: Fakten, Nutzung und Tinktur Rezept

Die Neunblättrige Zahnwurz und ihre Verwandten habe ich dir schon vorgestellt.

Zum Nachlesen kannst du gerne hier rein schauen:

Portrait: Zahnwurz

Rezept: Gewebesalbe

Rezept: Gel der Neunblättrige Zahnwurz bei Dehnungsstreifen

Beachte: Es kann passieren, dass du in Vorarlberg/Österreich jemandem begegnest, der dir von einer Sanikel-Salbe erzählt. In den meisten Fällen handelt es sich dann um eine Salbe aus der Zahnwurz-Wurzel. Denn Diese Pflanze wird oft als Wilder Sanikel bezeichnet. Dabei ist aber nicht der Wald-Sanikel – Sanicula europaea gemeint sondern die Zahnwurz. Diese Namensgebung aus dem Volksmund beider Pflanzen, hat zu unheimlichen Verwirrungen geführt. Das hatte zur Folge, dass man genauere Untersuchungen angestellt hat.

Neunblättrige Zahnwurz – Cardine enneaphyllos ©Marlies Schneider

Man geht davon aus, dass alle Zahnwurzarten verwendet werden können. Allerdings hat sich in alten Überlieferungen Cardamine enneaphyllos durchgesetzt.

Es gab große Probleme mit Verfälschungen oder Verwirrungen mit dem Hänge-Schaumkraut (heute Neunblättrige Zahnwurz) und dessen Volksname Saunigl.

Gemeint ist also Cadramine enneaphyllos und nicht der Wald Sanikel – Sanicula europaea. In alten Büchern wird sie oft als Hänge-Schaumkraut bezeichnet. Nicolas Lémery schrieb 1737 über die wundheilende Wirkung vom Hänge-Schaumkraut. Dabei handelte es sich früher um Radix Saniculi/Saniculae. (Heute Radix Caramine enneaphyllos)

Allerdings passiert es um ca. 1904, dass man auch zur Droge des Holz-Sanikel (heute Wald-Sanikel) also Sanicula europaea, Radix Saniculi/Saniculae sagte.

Das kam nun einem heillosen Durcheinander gleich. Es waren genaue Untersuchungen nötig, um festzustellen um welche Droge es sich denn nun tatsächlich handelte. Auch in Büchern war nicht mehr klar, von welcher Pflanze man berichtete. Verflälschungen waren vorprogrammiert.

Im Jahr 1985 veröffentlichten Jurenitsch et al. seine Entdeckung der Identifizierung von mehreren Substanzen in der Wurzel des Schaumkrautes. Es zeigte sich nämlich das Vorkommen von

  • Cleomin
  • Sisymbrin
  • Echte Glucosinolate:
    • Glucocleomin
    • Glucosisymbrin

Die Wissenschaft wollte es genau wissen und hat beide Pflanzen mit ihren oberirdischen und unterirdischen Teilen verglichen.

Die phytochemische Analysen methanolischer Extrakte von Radix und Herba Saniculae wurden durchgeführt. Ebenso wurden Analysen von Radix Cardamines enneaphyllos vorgenommen. Die Analysen von beiden Pflanzen ergaben das Vorhandensein bioaktiver Verbindungen. Diese Verbindungen haben eine potenzielle Wirkung auf die Wundheilung. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Verbindungsklassen und verschiedener Wirkmechanismen, zeigten die Extrakte Gemeinsamkeiten in ihrer chemischen Zusammensetzung. Dies lässt darauf schließen, dass sie ähnliche bioaktive Eigenschaften besitzen und möglicherweise synergistisch zur Unterstützung der Wundheilung beitragen können. Das erklärt auch warum in Österreich beide Pflanzen für die Wundheilung nach wie vor verwendet werden.

In der Volksmedizin werden von Kennern beide Pflanzen für ihre wundheilende Wirkung geschätzt. Wissenschaftlich sind jedoch weitere Untersuchungen nötig.

Tinktur Cardamine enneaphyllos:

Im Verhältnis 1:3
20 g Wurzel, klein geschnitten
60 ml Korn 60%
Wurzel klein schneiden und in ein Glas geben und mit Korn übergießen.
Für mindestens 10 Tage oder eine Mondphase ausziehen. Täglich schütteln.
Diese Tinktur kannst du direkt als Einreibung verwenden oder ein Gel herstellen.

Weiters ist es möglich diese auch in ein Creme Rezept einzuarbeiten.
Nach der Ziehzeit wird abgefiltert und die Tinktur in saubere Flaschen gefüllt.

Tipp:

Da Cardamine enneaphyllos in Vorarlberg nicht vorkommt, habe ich sie mir in den Garten geholt. Meine Pflanzen habe ich damals in einer Staudengärtnerei bestellt. Es hat ein paar Anläufe benötigt, um für die Pflanzen den richtigen Platz im Garten zu finden. Aber nun erfreuen sie mich jedes Jahr.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Haftungsausschluss/Disclaimer

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Quelle: mdpi.com; Volksmed database; ouci.dntb.gov.ua; pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39861619; phaidra.univie.ac.at;

Volksheilkunde mit Neunblättriger Zahnwurz

Neunblättrige Zahnwurz – Cadramine enneaphyllos Salbe ©Marlies Schneider

Neunblättrige Zahnwurz – Ein Schatz aus der Natur

Die Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine ennaphyllos) ist eine faszinierende Pflanze. Sie ist auch bekannt als Weiße Zahnwurz oder Wilder Sanikel. Diese Pflanze gehört zur Familie der Kreuzblütler. Sie ist in unseren Wäldern zu Hause und besticht durch ihre hübschen, cremegelben Blüten wie man oben unschwer erkennen kann. Aber die Zahnwurz ist nicht nur schön anzusehen. Sie hat auch einiges zu bieten, wenn es um Volksheilkunde und Hausrezepte geht!

Anwendungsmöglichkeiten in der Volksheilkunde

  1. Schwangerschaftsstreifen und Narbenpflege: Eine Salbe aus der Neunblättrigen Zahnwurz kann dabei helfen, Schwangerschaftsstreifen zu reduzieren bzw. etwas abzuschwächen. Dazu werden die Wurzeln in Olivenöl ausgezogen. Dann mit diesem Olivenöl und Bienenwachs zu einer homogenen Salbe verarbeitet. Diese wird täglich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.
  2. Hilfe bei Bindegewebsschäden: Eine Emulsion aus der Wurzel der Zahnwurz kann für Leistenbruch, Nabelbruch und Gewebebrüche verwendet werden. Dafür wird die Wurzel in Öl gegeben und warm ausgezogen. Dieses wird äußerlich angewendet und kann weiter zu Salbe verarbeitet werden.
  3. Oder ein Gel herstellen zur Auftragung von Dehnungsstreifen.

Man hört oft den Tipp, die Zahnwurz sei hilfreich bei Zahnungsschmerzen. Leider trifft dies nicht zu. Allerdings kommt die Namensgebung daher, da die Wurzel wie ein Gebiss ausschaut.

Köstliches aus der Küche

  1. Zahnwurz-Suppe: Die Blätter und zarten Stiele der Zahnwurz können wunderbar in Suppen oder im Omelette verwendet werden.
  2. Aufstrich mit Zahnwurz: Mische die fein gehackten Blätter der Zahnwurz mit Frischkäse und würze nach Geschmack mit Salz und Pfeffer. Ein leckerer Brotaufstrich für den Frühling!
  3. Salat: In Streifen geschnitten zum Salat geben.
  4. Essig mit Zahnwurz: Frische Blätter der Zahnwurz in Apfelessig einlegen und an einem dunklen Ort ziehen lassen. Dieser krautige Essig passt wunderbar zu Salaten.
  5. Pesto: Du kannst auch Pesto aus den Blättern machen und junge zarte Wurzeln essen.

Aus der Rührküche

Da die Neunblättrige Zahnwurz bei Nabelbrüchen, Leistenbrüchen, Schwangerschaftsstreifen sowie Dehnungsstreifen helfen kann, wird sie gerne als Salbe zubereitet.

Sehnensalbe Rezept

Als Sehnensalbe habe ich sie beim Verein Freunde naturgemäßer Lebensweise kennen gelernt.

Das Rezept ist einfach und die Salbe wird mit weiteren Zutaten ergänzt.

30 g Beinwell Ölmazerat
30 g Salomonssiegel Ölmazerat
30 g Zahnwurz Ölmazerat
10 – 15 g Bienenwachs je nach gewünschter Festigkeit
Das Beinwellöl und Zahnwurzöl in ein Salbentöpfchen geben und das Bienenwachs ergänzen.
Auf ca. 65 °C aufheizen damit das Wachs schmilzt.

Erst unter 60 °C das Salomonssiegelöl dazu geben. Salomonssiegel ist nicht sehr gut Hitzestabil, darum wird es erst später ergänzt.

In sterile Tiegel füllen.
Lass die Salbe erkalten und erst dann gibst du den Deckel rauf. Bitte die Salbe immer mit einem Spatel entnehmen.

Salbe für Dehnungsstreifen

30 g Beinwell Ölmazerat
30 g Zahnwurz Ölmazerat
30 g Johanniskraut Ölmazerat
10 – 15 g Bienenwachs
Beinwellöl und Zahnwurzöl mit dem Bienenwachs erwärmen und das Wachs zum Schmelzen bringen.
Von der Hitzequelle nehmen und unter 60°C das Johanniskraut Ölmazerat einrühren.

Das ist wichtig damit du das Hyperforin nicht zerstörst.

Portrait: Zahnwurz im Vergleich

Rezept: Neunblättrige Zahnwurz Gel bei Dehnungsstreifen

Rezept: Öl-Mazerat aus der Neunblättrigen Zahnwurz

Rezept: Zahnwurz Tinktur

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Neunblättrige Zahnwurz: Heilpflanze im Fokus

Zahnwurz – Cardamine im Vergleich ©Marlies Schneider

Die Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos) ist auch bekannt als Quirlblättrige Zahnwurz oder Weißer Sanikel. Sie ist eine faszinierende Pflanze, die in den schattigen Laubwäldern Europas heimisch ist. Mit ihren blassgelben, nickenden Blüten und den charakteristischen quirlständigen Blättern zieht sie im Frühjahr die Blicke auf sich.

Historische Bedeutung und medizinische Anwendung

In der traditionellen Volksmedizin wurde die Neunblättrige Zahnwurz aufgrund ihrer heilenden Eigenschaften geschätzt. Die Wurzeln der Pflanze enthalten ätherische Öle, Alkaloide und Tannine, die zusammenziehend und wundheilend wirken. So wurde sie bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Leider hat sich die Wirkung bei Zahnscherzen nicht bestätigt. Die Namensgeben kommt von dem Aussehen der Wurzel. Welche Zähnen ähnelt.

Besonders bemerkenswert ist ihre Anwendung bei Gewebebrüchen wie Leisten- oder Nabelbrüchen. Hierfür wurde aus den Wurzeln eine Emulsion hergestellt, die äußerlich aufgetragen wurde, um die Heilung zu unterstützen.

Es hat mich mehrere Versuche gekostet sie in meinem Garten zu kultivieren. Leider findet man sie in Vorarlberg nicht wildwachsend. Allerdings ist sie in Tirol und Salzburg zum Teil in sehr großer Zahl zu finden. Alle Zahnwurzarten gelten als nicht gefährdet. Nach mehreren Anläufen habe ich nun zwei große Stöcke die jedes Jahr austreiben. Aber vermehren wollen sie sich nicht. Zumindest ist es so, dass sie wenigstens jedes Jahr austreiben und blühen.

Vergleiche der Zahnwurzarten

Die Gattung der Zahnwurze umfasst mehrere Arten, die sich in Aussehen und Verbreitung unterscheiden:

Neunblättrige Zahnwurz – Cardamine enneaphyllos ©Marlies Schneider
  • Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos):
    • Merkmale: Blassgelbe Blüten, quirlständige Blätter mit meist drei Blättern pro Quirl, daher der Name „Neunblättrig“.
    • Verwendung: Traditionell bei Zahnschmerzen und Gewebebrüchen.
    • Vorkommen: In Vorarlberg ist diese Art leider nicht anzutreffen. Hauptsächlich ist sie im östlichen Alpen und Voralpenland verbreitet. In Tirol und Salzburg ist sie zum Teil in großen Beständen zu finden.
Zwiebel-Zahnwurz – Cardamine bulbifera ©Marlies Schneider
  • Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera):
    • Merkmale: Rosa bis violette Blüten, charakteristische Brutknospen (Bulbillen) in den Blattachseln, daher der Name „Zwiebeltragend“.
    • Verwendung: Weniger dokumentiert, jedoch gibt es Hinweise auf traditionelle Anwendungen, die heute weitgehend verloren gegangen sind.
    • Vorkommen: Bei uns in Vorarlberg kommt sie verbreitet in Mischwäldern vor. Zum Teil vereinzelt oder in großen Beständen. Die jungen Zwiebeln sind essbar und schmecken, naja nach Zwiebeln eben.
Finger-Zahnwurz – Cardamine penthaphyllos ©Marlies Schneider
  • Finger-Zahnwurz (Cardamine penthaphyllos):
    • Merkmale: Rosafarbene Blüten, unten fünfteilige Blätter und oben dreiteilige Blätter.
    • Verwendung: Wenig dokumentiert; spezifische traditionelle Anwendungen sind kaum bekannt.
    • Vorkommen: Diese Art gibt es in Vorarlberg zwar, aber man muss sie schon suchen um sie zu finden.

Die Neunblättrige Zahnwurz hat eine relativ gut dokumentierte Verwendung in der traditionellen Medizin. Die Anwendungen der anderen Zahnwurz-Arten sind weniger bekannt. Viele dieser Anwendungen gingen im Laufe der Zeit verloren. Generell ist die Zahnwurz in der Volksheilkunde nicht mehr sehr bekannt. Das ist sehr schade, da sie doch ein großes Potential bietet.

Mythologie und Märchen

Obwohl es keine spezifischen Märchen über die Neunblättrige Zahnwurz gibt, ranken sich um Pflanzen und ihre Heilkräfte zahlreiche Geschichten. Pflanzenmärchen erzählen oft von der geheimnisvollen Verbindung zwischen Mensch und Natur, von heilenden Kräften und magischen Begegnungen. Diese Geschichten betonen die Bedeutung der Pflanzen in der Kultur und das tiefe Wissen um ihre Kräfte.

Anwendung

Früher wurde die Zahnwurz bei Gewebebrüchen und Bindegewebsschwäche verwendet.

Dazu kommt aber noch ein Blogartikel mit genaueren Angaben und Rezepten!

Fazit

Die Neunblättrige Zahnwurz ist mehr als nur eine hübsche Waldpflanze. Ihre historischen Anwendungen in der Volksmedizin und ihre Präsenz in der Pflanzenwelt machen sie zu einer bemerkenswerten Vertreterin unserer Flora. Vielleicht inspiriert sie uns, die vergessenen Schätze der Natur wiederzuentdecken und ihre Geschichten neu zu erzählen.

Rezept: Salbe für Dehnungsstreifen

Rezept: Sehnensalbe

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Die Kraft des Salomonssiegels: Räucherkegel selbst herstellen

Räuchern mit Salomonssiegelwurzel ist etwas ganz besonderes. Dafür habe ich immer etwas getrocknete Wurzel im Haus.

Ihr habt mich oft nach Rezepten zu Räucherkegel oder Stäbchen gefragt. Deshalb habe ich eines für euch kreiert. Es ist geling sicher und sollte wirklich viel Freude bereiten.

Räucherkegel selbermachen Rezept ©Marlies Schneider Backflow Räuchkegel Rezept

Bitte beachte, dass du die Angaben der Zusammensetzung wirklich einhalten solltest, damit das Rezept funktioniert! Bei Abweichungen oder Materialaustausch, kann es sein, dass die Kegel nicht mehr von selbst brennen. Auch die Zugabe von Gelbindern hängt stark vom eingesetzten Material ab.

Belässt du das Rezept wie es ist, wirst du eine Freude damit haben.

Magische Räucherkegel mit Salomonssiegel

Verborgene Pfade öffnen sich, wenn der Rauch des Salomonssiegels aufsteigt und die Schleier zwischen den Welten durchbricht. Die Wurzel, gesegnet mit der Kraft uralter Könige, trägt das Siegel der Wahrheit und des Schutzes. Sie ruft die Kräfte des Lichts herbei. Sie verbirgt den Suchenden vor bösen Einflüssen. Sie weiht ihn in das Wissen des Verborgenen ein.

Während die Rose ihre sanfte Kraft einwebt – ein Schutzschild aus Licht und Leidenschaft. Die Rose ist die Blume der Mysterien, der Liebe und der Hingabe. Sie vermag das Herz zu öffnen, Seelenwunden zu heilen und das Bewusstsein auf höhere Ebenen zu lenken.

In Kombination mit Styrax entfaltet sie eine Brücke in die Tiefe der Seele. Der süße, dunkle Rauch des Styrax umhüllt die strenge Weisheit des Salomonssiegels. Er macht sie zugänglich. Dabei öffnet er das Herz und verschließt alte Wunden sanft. Gemeinsam bilden sie ein Räucherwerk für Rituale der Klärung, der Wahrheit und des spirituellen Schutzes.

Lass die Flamme erlöschen, die Glut aber weiterleben. Die Räucherkegel verströmen ihr Geheimnis in feinen Spiralen. Sie tragen deine Bitten hinauf in die höheren Sphären. Die Weisheit des Salomonssiegels lässt in dein Sein einfließen.

Ein Rezept für Räucherkegel

Räucherkegel mit Salomonssiegelwurzel und Styrax! Diese Mischung vereint die mystische Kraft des Salomonssiegels mit dem warmen, süßen Aroma von Styrax. Sie sorgt für eine harmonische, tiefgehende Räucherung.

Zutaten für Räucherkegel:

  • 4 g Salomonssiegelwurzel getrocknet in Scheiben
  • 1 g Rosenblüten getrocknet und gemahlen
  • 2 g Styraxharz (Holzchips)
  • 2 g Buchenholzkohle 100% rein, Pulver (für eine gute Glut), bitte keine Räucherkohle mit Schnellzünder verwenden
  • 0,5 g Gummi arabicum (natürliches Bindemittel)
  • 1 g Nelkenpulver (für eine gute Glut)
  • etwas Wasser

Zubereitung:

  1. Trockene Zutaten vermengen: Mische die Wurzel vom Salomonssiegel, Styrax, Holzkohlepulver, Rosenblütenpulver.
  2. Zerkleinern: Anschließend in einer Kaffeemühle vermahlen.
  3. Mischen: Zum gemahlenen Pulver gibst du nun das Gummi arabicum dazu und mischt es sehr gut unter
  4. Flüssigkeit hinzufügen: Träufle nach und nach das Wasser dazu, bis eine formbare, nicht zu klebrige Masse entsteht. Es bedarf nur 2 – 3 Pipetten. Teste vor der Zugabe von Wasser die Konsistenz.
  5. Kegel formen: Rolle kleine Kegel zwischen den Fingern.
  6. Dekoration: Zur Ummantelung der Kegel kannst du getrocknete zerkleinerte Blüten verwenden.
  7. Trocknen: Lasse die Kegel mindestens 7 Tage (je nach Raumtemperatur) an einem luftigen, trockenen Ort trocknen. Sie sollten völlig hart sein, bevor du sie entzündest.
  8. Räuchern & genießen: Setze den Kegel auf eine feuerfeste Unterlage. Alternativ kann das Räuchersieb genutzt werden. Zünde die Spitze an. Lasse ihn langsam verglimmen.

Tipp: Lass die Kegel wirklich die angegebene Zeit trocknen. Ansonsten glimmen sie nicht gut runter. Die Kegel sollten langsam getrocknet werden, damit sie keine Risse bekommen.

Räucherkegel selbermachen Rezept ©Marlies Schneider Backflow Räuchkegel Rezept

Materialkunde

Der Begriff Styrax kann verwirrend sein, weil er für verschiedene Materialien verwendet wird. Hier die Unterschiede:

1. Styrax-Harz (Rein, Klebrig, Pulvrig)

  • Aussehen & Konsistenz: Meist ein klebriges, pulveriges oder klumpiges Harz, das sich oft etwas ölig anfühlt.
  • Gewinnung: Dieses reine Styrax-Harz stammt aus dem Balsambaum (meist Styrax tonkinensis oder Liquidambar orientalis). Es wird durch Anritzen der Rinde gewonnen und getrocknet.
  • Verwendung:
    • Räucherungen: Direkt auf Räucherkohle oder einem Sieb.
    • Duftstoff: Wird in Parfüms verwendet.
    • Medizinisch: In alten Rezepturen als beruhigendes Mittel.
  • Eigenschaften: Sehr aromatisch, süßlich, balsamisch, mit vanilliger oder warm-würziger Note.
  • Beim Räuchern: Bildet dichten Rauch, verklebt schnell, braucht Kohle oder ein Räuchersieb.

2. „Styrax-Harz“ auf Holzchips (Schwarz, Holzartig)

  • Aussehen & Konsistenz: Dunkle, oft tiefschwarze Holzchips oder kleine Holzstücke.
  • Was ist es? Dabei handelt es sich um Holz (oft von der Liquidambar– oder Styrax-Pflanze), das mit echtem Styrax-Harz oder Harzauszügen getränkt wurde.
  • Warum wird es so verkauft?
    • Reines Harz ist klebrig und schwer zu dosieren.
    • Getränkte Holzchips lassen sich leichter verräuchern.
    • Sie glimmen länger als reines Harz und erzeugen weniger klebrigen Rauch.
  • Beim Räuchern: Brennt eher wie Holz, mit mildem Styrax-Duft, aber nicht so intensiv wie das pure Harz.
Räucherkegel selbermachen Rezept ©Marlies Schneider Backflow Räuchkegel Rezept

Für meine Kegel verwende ich meine unbehandelten Duftrosen aus dem Garten. Sie haben ein sehr intensives Aroma.

Tipp zu Backflow Kegel:

Wenn du Backflow Kegel herstellen möchtes, musst du nur noch ein Loch von der Rückseite bis fast zur Spitze reinbohren. Das geht am besten, wenn du den Kegel in einer Form hälst. Wie zB in einem Stück Backpapier welches du zu einer Tüte geformt hast. Denn man muss aufpassen, dass der Kegel nicht auseinander fällt. Erst durch das Loch kann der Rauch nach unten abgehen. Ein Zahnstocher oder noch besser ein ganz kleiner Kreuzschraubenzieher eignet sich sehr gut um ein Loch zumachen!

Tipp zu Buchenholzkohle:

Ich habe sie im Onlinehandel gefunden. Entweder direkt als Buchenholzkohle Mehl oder als kleine Stücke die man selbst vermörsern kann. Es eignet sich beides sehr gut. Ziel ist es keine Kohle mit Salpeter zu verwenden. Die herkömmlichen Räucherkohlen enthalten aber alle diesen. Nur die Japanischen Räucherkohlen sind frei davon, aber sehr teuer.

Portrait: Salomonssiegel im Vergleich

Rezept: Nutzen des Salomonssiegel

Rezept: Einreibung bei Muskelschmerzen

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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FNL Bezirksleitung Bregenz

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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Volksheilkunde: Nutzen des Salomonssiegels verstehen

Salomonssigel Tinktur Rezept ©Marlies Schneider

Volksheilkundliche Anwendungen im Allgemeinen:

  1. Schmerzlinderung und Wundheilung:
    • Äußerlich wurde Salomonssiegel traditionell als Breiumschlag bei Prellungen, Blutergüssen, Verstauchungen und Schwellungen verwendet.
    • Eine Tinktur oder Salbe aus der Wurzel wurde für die Behandlung von Quetschungen, Hautabschürfungen und kleinen Verletzungen eingesetzt.
  2. Knochen und Gelenke:
    • In der Volksheilkunde wurde das Salomonssiegel als unterstützendes Mittel bei Knochenbrüchen und Gelenkschmerzen verwendet. Breiumschläge oder Einreibungen mit Salomonssiegel-Tinktur galten als hilfreich, um die Heilung zu fördern.
  3. Hautprobleme:
    • Die Pflanze wurde äußerlich angewandt, um Hautentzündungen, Ekzeme und kleinere Verbrennungen zu behandeln. Der Wurzelextrakt sollte beruhigend und heilungsfördernd wirken.
  4. Verdauungsprobleme:
    • Innerlich wurde ein Tee aus der Wurzel gelegentlich zur Unterstützung bei Magenbeschwerden und Verdauungsproblemen genutzt. Hier war jedoch Vorsicht geboten, da die Pflanze in zu hohen Dosen giftig ist.
  5. Blutreinigung und Stoffwechsel:
    • In der Volksmedizin galt die Pflanze als blutreinigend und stoffwechselfördernd. Sie wurde bei rheumatischen Beschwerden und zur Entgiftung verwendet.

Inhaltsstoffe:

  • Steroidsaponine: Wirken entzündungshemmend und schleimlösend.
  • Alkaloide: Können schmerzstillend und muskelentspannend wirken.
  • Flavonoide: Besitzen antioxidative Eigenschaften.
  • Polysaccharide: Unterstützen das Immunsystem.
  • Stärke: Spendet Energie und wirkt beruhigend auf gereizte Haut.
  • Früher vermutete man herzwirksame Glycoside. Allerdings haben diese Annahme neue Untersuchungen wiederlegt. (auch bei multiflorum). Weiters enthalten sind Schleimstoffe und Gerbstoffe

Magische Eigenschaften (Volksglaube):

  • Salomonssiegel wurde in der magischen Tradition zum Schutz und zur Heilung eingesetzt. Es galt als Pflanze der Kraft, die vor bösen Geistern und negativen Einflüssen schützen sollte.
  • Die Wurzel wurde als Amulett getragen, um Stärke und Stabilität zu verleihen.
  • Der Name „Salomonssiegel“ leitet sich vom Abdruck an der Wurzel ab, der an ein Siegel erinnert. Man glaubte, dass dies göttlichen Schutz symbolisiert.

Zum Teil werden die Pflanzen allerdings in der Volksheilkunde unterschiedlich verwendet:

Polygonatum multiflorum

wurde volkstümlich hauptsächlich bei Frauenbeschwerden in den Vorwechseljahren genutzt oder aber äußerlich bei Prellungen und Verstauchungen sowie Hämorrhoiden. Besonders in Amerika wird die Tinktur nach wie vor innerlich bei Frauenbeschwerden verwendet.

Der Salomonssiegel wirkt regulierend wenn Spannungen in Bändern oder auch Sehnen auftreten. Er hat eine großartige entzündungshemmende Wirkung, sowohl äußerlich als auch innerlich.

Bei uns in Europa ist jedoch eine innere Einnahme kaum bekannt. Er ist zuverlässig wirksam bei Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis und löst ungesunde Kalkablagerungen.

Energetisch wirkt er ausgleichend und kühlend.

Ich habe gute Erfahrung bei Wachstumsschmerzen gemacht. Aber auch bei Verspannungen oder stumpfen Verletzungen, in Form von Salbe.

Reguliert den Blutfluss der Frau. Auch soll sie in den Vorwechseljahren hilfreich sein.
Unterstützt die Wiederherstellung von Bindegeweben.

Polygonatum odoratum wurde volkstümlich innerlich bei Magenbeschwerden, Gicht und Rheuma verwendet. Es wurde auch äußerlich als Breiumschläge verwendet, um Prellungen, Verstauchungen oder Blutergüsse zu lindern.

In der russischen Volksmedizin wurde die Wurzel und die gewonnene Gallerte von Amanita mucscaria vermischt und bei schmerzenden Stellen aufgetragen.


Verwendet wurde die zerstampfte Wurzel auch als Brechmittel.

Weiters gilt sie als nährstoffreiches, aphrodisierendes und verjüngendes Tonikum sowie schleimlösend und blutstillend.

Im TCM wird das Rhizom speziell durch kneten an der Sonne langsam getrocknet. Das Rhizom sollte dabei weich bleiben oder auch transparent. Die Anwendung im TCM bezieht sich auf Husten, oder ausgetrockneten Rachen mit Durstgefühl.

Erntezeitpunkt

In der Pflanzenheilkunde verwendet man den Wurzelstock des Salomonssiegels. Dieser wird im Herbst oder im frostfreien Winter gesammelt. Das geschieht, wenn die Beeren abgefallen sind. Der Wurzelstock hat einen angenehmen Duft und die Pflanzen sind schwach giftig, besonders die Beeren. Bei Überdosierung kann Salomonssiegel Erbrechen auslösen.

Tinktur und Ölauszug von Polygonatum multiflorum:

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© Marlies Schneider Salomonssiegel Rhizom für Ölmazerat

Den Ölauszug kann man gleich wie bei Beinwell herstellen. Noch besser im Verhältnis 1:4 Die gereinigte Wurzel klein schneiden. In Olivenöl erwärmen. Ich gehe kaum über eine Temperatur von 50°C. Für ca. 8 h warm ausziehen. Hitze kann hier kontraproduktiv sein. Darum verzichte ich auf ein Zwischenlösungsmittel.

© Marlies Schneider Salomonssiegel Tinktur und Ölmazerat

Für die Tinktur das Rhizom klein schneiden, in ein Glas geben und mit 80 % Alkohol übergießen. 28 Tage ziehen lassen, dann abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Bei frischem Material ist das Verhältnis 1:3 80% Alkohol, bei getrocknetem 1:5; 50 % Alkohol. Niedrige Dosierungen von 1-5 Tropfen genügen. Die Tinktur wird in der Volksmedizin bei Wechseljahrsbeschwerden oder Husten eingesetzt.

Achtung: Salomonssiegel ist kontraindiziert bei Darmfeuchtigkeit, schlechter Verdauung und Durchfall, da es etwas ölig und süßlich ist.

Die Früchte von Salomonssiegel sind nicht essbar und können zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Peter Holmes gibt drei Arten an die gleich verwendet werden können. Polygonatum odoratum, Polygonatum multiflorum, Polygonatum biflorum.

Tipp: Unter dem Namen Yu Zhu kann man die Wurzel des Polygonatum odoratum im Internet kaufen!

Pflanzen beziehen im Versandhandel: Bei der Staudengärtnerei Gaismayer in Deutschland oder bei Sarastrostauden in Österreich. Es lohnt sich auch die heimischen Gärtner zu fragen. In Vorarlberg hat die Staudengärtnerei Kopf in Sulz verschiedene Arten im Angebot.

Beachte: Polygonatum multiflorum bevorzugt einen halbschattigen Standort möchte aber auch gerne Sonne abbekommen damit es gut gedeiht.

Polygonatum odoratum findet man gerne auf Steinmauern oder im Kalkfels und hat gerne Sonne.

Rezept: Vitalbalsam mit Salomonssiegel

Rezept: Salomonssiegel Räucherkegel

Portrait: Salomonssiegel

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Pflanzenportrait: Arten des Salomonssiegels

Salomonssiegel im Vergleich – Polygonaceae ©Marlies Schneider

Pflanzen Portrait:

Den Echten Salomonssiegel (Polygonatum odoratum früher auch officinale) kennt man auch unter dem Namen Wohlriechende Weißwurz oder Siegelwurz. Sie gehört zu der Familie der Asparagaceae – Spargelgewächse. Weitere Namen sind Schminkwurz, Springwurz oder Gemeine Weißwurz.

Die bei uns heimische, bis zu 60 Zentimeter hoch werdende Art, zeigt ihre weiß-grünen hübschen Blüten von ca. April bis Juni. Zu finden ist der Echte Salomonssiegel auf kalkreichen Böden mit guter Sonnenenstrahlung. Obwohl kalkliebend ist er bei uns doch leider sehr selten anzutreffen. Die Pflanze ist leicht giftig, besonders die Beeren dürfen nicht verzehrt werden! Ansonsten sind junge Sprossen in maßen essbar und auch die Wurzel wurde früher gegessen. Ausschlaggebend ist hier die Zubereitung welche nur in kleinen Mengen verwendet wurde und mehrfach ausgekocht wurde. Das Kochwasser wurde immer gewchselt. Sie gilt nach wie vor als Survivalnahrung. Diese sollte jedoch gut gewässert werden. Die Beeren könnten zu erbrechen führen. Alle drei folgenden Weißwurzarten wurden ähnlich verwendet.

Es gibt bei uns drei Arten, sie unterscheiden sich wie folgt:

Echtes Salomonssiegel oder Wohlriechende Weißwurz – Polygonatum odoratum: Es ist 1 Blüte pro Achse vorhanden welche duftet. Manchmal sind es zwei Blüten. Die Blüten Krone ist glockig. Im Herbst bildet sich immer pro Blüte eine dunkle Beere und der Stängel ist kantig. Sie erreicht eine Höhe zwischen 15-60 cm. Bei uns in Vorarlberg ist sie selten zu finden. Aber die Pflanze ist sehr wohl da. Sie wächst gerne auf Kalk und eher lockeren sandigen, steinigen Boden. Man findet sie bei uns mitten im Klettersteig. Sie ist definitv nicht im Halbschatten anzutreffen sondern exponiert an der Sonne.

Echtes Salomonssiegel – Polygonatum multiflorum ©Marlies Schneider

Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum): 3 bis 5 Blüten in Trauben angeordnet. Die Blüte ist geruchlos und steht wie ein Glöckchen offen. Die Laubblätter sind bläulich-grün und matt . Im Herbst erscheinen mehrere dunkle Beeren. Der Stiel der Pflanze ist rund. Sie ist etwas höher im Wuchs als Polygonatum odoratum, denn sie kann bis zu 80 cm erreichen. Ihr sagt man auch im Volksmund Vielblütiges Salomonssiegel. Diese Art ist in Vorarlberg weit verbreitet und findet sich in Mischwälder oder Auwälder wieder. Sie bevorzugt Halbschatten und feuchte aber keine nassen Plätze.

Vielblütige Weißwurz oder Salomonssiegel – Polygonatum multiflorum ©Marlies Schneider

Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum): Blätter sind quirlständig. Im Herbst erscheinen erst rote Beeren welche später schwarz-blau werden. Es sind 3-7 quirlständige Laubblätter vorhanden. Die Blüten stehen meist Traubig und fast nie einzeln. Zudem ist die Blüte geruchlos. Diese Art kann durchaus bis zu 80 cm hoch werden. Bei uns in Vorarlberg kommt sie in höheren Lagen zahlreich vor. Das Rhizom ist ähnlich wie bei den anderen Arten jedoch viel kleiner. Diese Art wird heute nicht wirklich in der Volksheilkunde verwendet. Allerdings wurde sie laut überlieferten Aufzeichnung gleich oder ähnlich angewendet. Diese Art finden wir in Vorarlberg sehr oft in höheren Lagen. Auf bis 2000 m und an Böschungen. Allerdings kann man sie im Mischwald genauso antreffen. Es können zum Teil große Bestände vorhanden sein.

Quirlblättriger Salomonssiegel – Polygonatum verticillatum ©Marlies Schneider

Es gibt noch viele weitere Weißwurzarten. Die bei uns nur als Gartenstauden zu kaufen sind. Aber die oben genannten findet man wildwachsend. Alle Weißwurzarten weisen laut Mathew Wood ähnliche Eigenschaften auf.

Interessantes

Polygonatum bezieht sich auf viele Knoten. Jedes Jahr bildet die Pflanze einen neuen Knoten. Stirbt der Stängel der Pflanze im Herbst ab, hinterlässt er ein Siegel beim Rhizom. Anhand dieser Knoten kann man das Alter dieser bestimmen.

Der Pflanzenname bezieht sich auf König Salomon, da er unter anderem mit Magie in Verbindung gebracht wurde. Die Siegel der Pflanze erinnern an Sigillen. Diese Sigillen nutzten Magier, um mit Geistern in Kontakt zu treten. Sie dienten dazu, Geister zu beschwören.

In der Geschichte hatte die Weißwurz keine große Bedeutung. Erst viel später kamen die positiven Eigenschaften ans Licht. Erst 1597 machte Gerard in seinem „Herball“ auf die Pflanze aufmerksam. Zuvor wurde sie schon bei Dioskurides erwähnt und Galen meinte sie wäre giftig. Was für ein Irrtum.

Diese drei genannten Arten kann man in Vorarlberg finden. Wobei Odoratum selten zu finden ist und Verticillatum in großen Beständen vorkommen kann.

Bezug von Salomonssiegel Rhizom:
Wer die getrocknete Wurzel im Onlinehandel beziehen möchte, sucht am besten unter Yu Zhu. Ansonsten lässt sie sich sehr gut im Garten kultivieren. In den Apotheken kann die Droge radix nicht erworben werden. Allerdings ist sie in Deutschland erhältlich.

Tipp im Garten kultivieren ist am einfachsten. So hat man immer eine schöne Staude und genug Rhizome die man ernten kann. Ich habe meine Pflanzen bei Serastro Stauden (AT) bestellt. Aber ich meine bei der Staudengärtnerei Gaissmayer (D) müsste man sie auch bekommen. Einfach googeln oder beim Gärtner nachfragen. Du solltest nur beachten, dass beide Arten einen unterschiedlichen Boden benötigen. Dann ist der Erfolg im Garten gewiss.

Volkswissen

Der Pflanze wird zugeschrieben, dass sie lockere Bänder oder Sehnen festigen oder im Gegenteil auch lockern kann. Sie reguliert somit den Spannungszustand des Bindegewebes. Da Salomonssiegel auch das Knochenwachstum fördert, nach einem Knochenbruch, ist es äußerst ideal als Salbe in Kombination mit Beinwell. Ist doch das Allantoin aus dem Beinwell nicht öllöslich.


Die Volksheilkunde sagt der Salomonssiegel wirkt abschwellend und hämolytisch. Der Salomonssiegel wird in unseren Breiten fast nur äußerlich angewendet. Aus dem Wurzelstock kann eine Tinktur oder ein Ölauszug hergestellt werden. Daraus wird ein sensationell guter Sehnen- und Bänderbalsam (oder Creme) gemacht, weswegen diese Pflanze auch bekannt ist. Unter Siegelsalbe ist diese vielleicht manchen ein Begriff.

Wissenschaft
Bei Frauen ist Brustkrebs leider der häufigste Tumortyp und die zweithäufigste Todesursache durch Krebs. Der TCM hat einen hohen Stellenwert bei Antitumormitteln. So wurde auch Polygonatum odoratum auf seine Wirkung auf Krebszellen untersucht. Der Extrakt verhinderte das Wachstum der MDA-MB-231-Zellen in Abhängigkeit von der Dosis – je höher die Dosis, desto stärker die Wirkung.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Extrakt von Polygonatum odoratum möglicherweise bei der Brustkrebsbehandlung von Nutzen sein könnte. (pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5038215)

Eine Studie zeigte vielversprechende Hinweise darauf, dass verarbeitetes Polygonatum multiflorum bei Knochenerkrankungen helfen könnte. Für die Entwicklung neuer Medikamente sind jedoch weitere präklinische und klinische Studien nötig. (pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7196996)

Giftigkeit:
Es konnten bei diesen Arten keine herzwirksamen Glycoside nachgewiesen werden. Für die Unverträglichkeiten gelten Stereoidsaponine, welche zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen können.
Die Beeren gelten bei allen drei Arten als giftig.

Rezept Vitalbalsam

Rezept Räucherkegel

Rezept Tinktur und Öl-Auszug

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

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Herzlichst,
Marlies Schneider
Dipl. FNL-Kräuterexpertin, geprüfte Referentin der FNL-Kräuterakademie, Dipl. Knospenpädagogin, geprüfte Wanderführerin
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  • Ziel dieses Kurses ist es, altes Wissen der Volksheilkunde und die Lehren nach Ignaz Schlifni zu erlernen. Zudem möchten wir mit diesem Kräuterkurs in Vorarlberg den Menschen unsere heimische Natur wieder etwas näherbringen.
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An (Dubai) Schokolade angelehnte Marlies Variante

(Dubai)-Wald-Schokolade ohne Dubai ©Marlies Schneider

Diese Schokolade ist zur Zeit der Renner schlechthin. Natürlich wollte ich sie auch herstellen und schauen wie sie schmeckt. Das Problem war nur, ich habe keine Teigfäden bzw. Engelshaar bekommen, was Dubai Schokolade ausmacht. Zudem benötigt man wirklich Engelshaar für eine leckere Schokolade? Ich verstehe den ganzen Hype nicht so ganz. Weiers muss man nun aufpassen den Wortgebrauch zu verwenden. Es gibt inzwischen etliche Streitereien um das Markenrecht.

Ich habe kurzerhand eine andere Variante überlegt. Und siehe da sie schmeckt richtig gut.

Ich habe mir gedacht Brennnesselsamen schmecken auch ganz gut in Schokolade, Zirbennadeln klein gehackt geben noch das gewisse Extra und Cornflakes sorgen für den Crunch. Zudem habe ich Kuvertüre verwendet und damit es nicht zu süß wird etwas dunkle dazu.

Rezept

150 g Vollmilch Kuvertüre

100 g Zartbitter Kuvertüre

5 g Kakaobutter

1 Tasse Conrfalkes (ungesüßt)

4 El Pistaziencreme, ich habe gesüßte genommen aber es geht auch ungesüßte natürlich.

1 El Tahini, hell (darf ruhig gehäuft sein)

1 gehäufter Tl Zirbennadeln fein gehackt, alternativ gehen Lärchen, Tannen oder Fichtennadeln. Frisch oder getrocknet

2 – 4 EL Brennnesselsamen dürfen da schon rein.

Die gehackte Kuvertüre (hell und dunkel) habe ich im Thermomix zuerst auf 40 °C erwärmt. Das war zu wenig also bin ich auf 45 °C gegangen. Die Kakaobutter habe ich eingerührt und schmelzen lassen. Du kannst die Schokolade natürlich auch in einem Wasserbad schmelzen.

In der Zwischenzeit habe ich die restlichen Zutaten vermengt. Dabei habe ich zuerst aber die Cornflakes etwas zerkleinert.

In die Formen habe ich ein paar getrocknete Blüten gegeben, klein gehakte Zirbennadeln und Brennnesselsamen. Am besten sieht man die größeren Blüten, die anderen Zutaten sind in der Kuvertüre verschwunden.

Ist die Schokolade geschmolzen habe ich diese in Silikonformen gefüllt und mit einem Spatel verteilt. Auch an den Wänden sollte Kuvertüre sein. Ich habe sie kurz in den Kühlschrank gestellt. Sie ist relativ schnell fest.

Wenn die Schokolade fest ist, kann man die Pistazienmasse in die Formen streichen. Hat man das erledigt, wird die restliche Kuvertüre zum Deckeln verwendet. Kühlstellen und aushärten lassen. Die Schokolade schmeckt erstaunlich gut!

Tipp:

Für meine Schokolade Rezepte verwende ich Kuvertüre von Callebaut. Ich finde sie sehr gut im Geschmack und sie lässt sich auch gut verarbeiten. Um einen Grauschleier zu verhindern kannst du ca. 1 – 2 El Kuvertüre vor dem Schmelzen abzweigen. Wenn du die Kuvertüre geschmolzen hast gibst du diese 1-2 El dazu und die Kakaobutter gleich mit. Unter ständigem rühren schmilzt du die Kuvertüre weiter. Dann kannst du sie gleich verarbeiten.

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Veranstaltungstipp: Im Jänner 2025 startet wieder der beliebte „Volksheilkundliche Lehrgang nach Ignaz Schlifni“ zum/zur Dipl. Kräuterexperte:in in Vorarlberg.

Hier siehst du mehr dazu
Start FNL-Kräuterexpertenlehrgang Vorarlberg Jänner 2025

Entdecke unsere Kräuterkurse im Herbst 2024

Auch im Herbst habe ich ein Kursprogramm für euch zusammen gestellt. Nach dem ich so oft nach einem Seifenkurs gefragt wurde. Habe ich zwei Termine für euch ausgearbeitet.

Kräuterkurse Vorarlberg mit Marlies Schneider
Kräuterkurse Programm Rheintal ©Marlies Schneider

Alle Informationen zu den Kursen findest du unter der Rubrik Workshops und Termine.

Die Anmeldungen laufen schon, aber es gibt noch beim ein oder anderen Workshop Restplätze.

Wer einmal mit dem Seifensieden anfängt hört nicht mehr so schnell auf. Es hat auf alle Fälle einen Suchtfaktor ;-)

Also seid gewarnt :-)

Warum du einen Räucherwerk- oder Seifenkurs besuchen solltest

🌿 Tauche in die Welt der Düfte & Naturkräfte ein
Ein Räucherwerk-Kurs nimmt dich mit auf eine sinnliche Reise. Du lernst, wie du natürliche Harze, Kräuter und Hölzer kombinierst, um deine ganz persönlichen Mischungen herzustellen – sei es für Entspannung, Schutz oder spirituelle Rituale.

🛁 Seifensieden – Kreativität & Naturkosmetik vereint
Ein Seifenkurs gibt dir das Wissen, wie du hochwertige, hautpflegende Seifen aus natürlichen Zutaten selbst herstellst. Keine Zusatzstoffe, keine Chemie – nur das Beste für deine Haut!

💡 Gute Gründe, dabei zu sein:
Handgemachtes statt Massenware: Lerne, wie du einzigartige Seifen oder Räuchermischungen herstellst, die es nirgendwo zu kaufen gibt.
Natürliche Inhaltsstoffe: Vermeide künstliche Zusätze und erfahre, welche Kräuter, Öle und Harze besonders wertvoll sind.
Kreativität & Handwerkskunst: Erschaffe deine individuellen Düfte, Formen und Rezepturen.
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Gemeinschaft & Inspiration: Tausche dich mit Gleichgesinnten aus und genieße das gemeinsame Schaffen in angenehmer Atmosphäre.
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Ob für den Eigengebrauch oder als kreatives Hobby – ein Kurs eröffnet dir eine ganz neue Welt voller Düfte, Farben und Texturen! ✨

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
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