Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute

Mariendistel Rezepte – Historische und moderne Anwendungen im Überblick

Mariendistel Rezepte spielen in der Naturheilkunde seit Jahrhunderten eine Rolle. Im Folgenden findest du überlieferte Anwendungen aus gesicherten historischen Quellen, moderne Interpretationen für den Alltag und Hinweise, warum manche Zubereitungen besser geeignet sind als andere. Im dritten Teil der Serie schauen wir uns mögliche sinnvolle Zubereitungen an.

Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute
Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute

Mariendistel Rezepte: Historische Anwendungen der Kräutermeister

Die Mariendistel war für viele frühe Kräuterkundige eine geschätzte Pflanze. Sie lag nicht im Mittelpunkt jeder historischen Schrift, taucht aber in mehreren einflussreichen Werken klar erkennbar auf.

Nicholas Culpeper (England, 17. Jahrhundert)

Quelle: Culpeper’s Complete Herbal (1653)

Culpeper schreibt der Mariendistel (Milk Thistle) vor allem leber- und gallenstärkende Eigenschaften zu.

Mariendistel Rezepte – Culpeper Anwendung:

  • „Ein Abkochung der Samen stärkt die Leber und hilft gegen Gelbsucht (Obstruction of the Liver).“
  • „Die Samen in Wein gekocht tragen zur Öffnung der Verstopfungen in Leber und Milz bei.“

Historische Mariendistel Rezepte (vereinfacht nach Culpeper):

  • 1 Esslöffel zerstoßene Samen
  • 250 ml Wasser oder Wein
  • 10–15 Minuten köcheln
  • 2–3 Mal täglich 1 kleines Glas

(Hinweis: In der modernen Phytotherapie ersetzt man Wein durch Wasser wegen der Leberbelastung.) Wir trinken also keinen Heilwein, sondern einen Tee.

John Gerard (England, 1597)

Gerard nennt die Mariendistel eine Pflanze, die „die Melancholie vertreibt“ und „die Leber beruhigt“.

Gerard Anwendung:

  • Pulver aus den Samen, in Honig eingerührt, „stärkt die inneren Organe“

Historische Mariendistel Rezepte nach Gerard:

  • 1 Teelöffel Mariendistelsamenpulver
  • Mit 1 Teelöffel Honig vermischen
  • 2 Mal täglich einnehmen

Leonhart Fuchs (Deutschland, 1543)

Quelle: New Kreüterbuch

Fuchs beschreibt die Pflanze als „Carduus Marianus“ und hebt ihre Fähigkeit hervor, „die hitzige Leber zu kühlen“.

Mariendistel Rezepte nach Fuchs:

  • Samen grob zerstoßen
  • In Wasser ziehen lassen (Dekokt)
  • Bei Leberhitze und Gallenstau empfohlen

Dioskorides (1. Jh.) – vorsichtige Zuordnung

Quelle: De Materia Medica

Dioskorides beschreibt eine Pflanze namens Sillybon. Viele Botaniker sehen darin die Mariendistel oder eine sehr nahe Verwandte. Er empfiehlt die Pflanze bei „Pleuritis und Schmerzen im Brustkasten“.

Da die Zuordnung nicht zu hundert Prozent sicher.

Anmerkung: Um die Samen zu zerstoßen, gibt man sie am besten in eine Tüte oder ein Geschirrtuch und zerkleinert sie mit einem Hammer.


Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute
Mariendistel Rezepte – 7 starke Anwendungen für heute

Moderne Mariendistel Rezepte Anwendungen – wissenschaftlich untermauert

1. Mariendistelsamen-Kapseln (empfohlen bei empfindlicher Leber)

Silymarin wird am stabilsten verwertet, wenn der Samen fein gemahlen wird. Alkoholische Tinkturen sind für Menschen mit Leberproblemen nicht ideal. Ich kaufe mir das Pulver.

Rezept/Herstellung:

  • Ganze Mariendistelsamen im Mörser oder Mixer fein mahlen
  • Sofort in pflanzliche Kapseln füllen (Größe 0 oder 00)
  • Luftdicht lagern

2. Mariendistel-Tee aus ganzen oder grob geschroteten Samen

Quelle: European Medicines Agency Monograph (EMA) – Milk Thistle Fruit

Die EMA beschreibt Tee aus Samen als traditionelle Zubereitung, weist aber darauf hin, dass die Wirkstoffausbeute geringer ist als bei Extrakten.

Rezept:

  • 1–2 TL Samen grob schroten
  • Mit 250 ml heißem Wasser übergießen
  • 15 Minuten ziehen lassen
  • Bis zu 3 Tassen täglich

3. Mariendistel Rezepte-Pulver für die Küche (modern)

Aufgrund des Ölanteils der Samen (Linol- und Ölsäure) kann man Pulver als nährstoffreiche Beimischung nutzen.

Rezept:

  • 1 Teelöffel Pulver in:
    • Joghurt
    • Smoothies
    • Müslis
  • Maximal 2–3 TL pro Tag

4. Mariendistelöl aus den Samen

Historische Quellen erwähnen Öl selten, moderne Forschung dagegen deutlicher.

Quelle: Springer’s Plant Foods for Human Nutrition (2025)

Herstellung zu Hause ist möglich, aber aufwendig. Besser: kaltgepresst kaufen.

Verwendung:

  • 1 TL pur
  • Als Basisöl für Salate
  • Nicht erhitzen

5. Mariendistel-Kräutermischung nach altem englischem Vorbild

In historischen Rezepten mischte man Mariendistel mit Fenchel, Minze und Angelika für die Verdauung.

Quelle: Culpeper, Gerard (beide erwähnen Kombinationen mit „warming herbs“)

Moderne Interpretation:

  • 1 Teil Mariendistel
  • 1 Teil Fenchel
  • 1 Teil Pfefferminze
  • Alle grob schroten, 1 TL pro Tasse, 10 Minuten ziehen lassen

Wirkt verdauungsfreundlich und mild entkrampfend.


Historische Rezepturen neu interpretiert

6. “Leber-Wein” nach Culpeper – alkoholfrei modernisiert

Der originale Wein entfällt wegen der Leberbelastung.

Modern:

  • 2 TL Mariendistelsamen (geschrotet)
  • 200 ml Traubensaft
  • 10 Minuten leicht erwärmen
  • 1 Mal täglich

Diese Interpretation macht jedoch wenig Sinn aufgrund der Löslichkeit der Inhaltsstoffe.

7. Mariendistel-Electuarium nach Gerard – modern

Honig konserviert natürlich und schmeckt angenehm.

Rezept:

  • 2 TL feines Samenpulver
  • 2 TL Honig
  • Gut verrühren
  • Täglich ein kleiner Löffel

Besonderer Hinweis: PSC und Mariendistel

Dabei handelt es sich um eine ganz fiese Krankheit. Durch chronisch entzündete Gallengänge kommt es zu einer Leberzerstörung. Es gibt Hinweise darauf, dass Silymarin aus der Mariendistel helfen kann.

Studien zeigen, dass Silymarin bei chronischen Lebererkrankungen antioxidative und leberschützende Effekte besitzt.

Die Datenlage zu PSC (Primär sklerosierende Cholangitis) ist begrenzt, aber es gibt Hinweise auf antioxidative Effekte, die theoretisch unterstützend sein könnten.

Quelle: Pubmed

Für PSC gilt jedoch:

  • keine Selbsttherapie
  • immer ärztliche Betreuung

Warum Kapseln oft sinnvoller sind als Tinkturen

  • Tinkturen enthalten Alkohol, der die Leber belasten kann.
  • Silymarin ist schlecht wasserlöslich, aber als Pulver und in standardisierten Extrakten gut verfügbar.
  • Samenpulver bietet ein breites Wirkstoffspektrum ohne Alkohol.

Fazit

Die Mariendistel verbindet jahrhundertealte Erfahrungsmedizin mit moderner Forschung. Historische Kräuterkundige wie Culpeper, Gerard und Fuchs sahen die Pflanze bereits als leberstärkend und entgiftend. Moderne Studien bestätigen diese Einschätzung weitgehend, vor allem im Hinblick auf antioxidativen Schutz und Leberregeneration.

Mit diesen Rezepten bekommst du einen sicheren, klar belegten Überblick über die praktische Anwendung der Mariendistel in Vergangenheit und Gegenwart.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Mariendistel – 5 starke Inhaltsstoffe & Anwendungen

Mariendistel – die Inhaltsstoffe und wie sie wirken

Die Mariendistel ist nicht nur eine auffällige Heilpflanze, sie enthält eine Reihe bioaktiver Stoffe — und besonders ein komplexes Spektrum an Substanzen macht sie zu einer interessanten Pflanze für Phytotherapie und Naturheilkunde.

Mariendistel
Mariendistel Inhaltsstoffe und Anwendungen

Hauptwirkstoffe: Silymarin und Flavonolignane

Der entscheidende Inhaltsstoff der Mariendistel ist der sogenannte Silymarin-Komplex. Das Silymarin findet sich vor allem in den reifen Samen (Achänen) der Mariendistel.

Silymarin besteht aus mehreren Flavonolignanen — darunter Silybin A und B (oft Hauptanteil), Isosilybin A/B, Silychristin, Silydianin und andere.

Je nach Analyse enthalten die Samen typischerweise etwa 1,5 – 3 % Silymarin auf Trockenmasse.

Silybin allein macht oft 50–70 % des Silymarin-Komplexes aus und ist damit der mit Abstand wirksamste Teil.


Weitere Inhaltsstoffe der Mariendistel

Neben Silymarin enthält die Mariendistel eine Vielzahl weiterer bioaktiver Substanzen, je nach Pflanzenteil:

  • Flavonoide wie Quercetin, Taxifolin, Apigenin, Naringenin und andere.
  • Fettsäuren bzw. Pflanzenöl: Die Samen enthalten häufig 20–30 % fettes Öl; das Öl enthält vor allem Linolsäure und Ölsäure, dazu Palmitinsäure etc.
  • Weitere Stoffe: Proteine, Schleimstoffe (Mucilage), Sterole und andere pflanzliche Verbindungen.

Je nach Pflanzenteil wie Samen, Blätter, Blüten, Stängel, variieren die Konzentrationen deutlich. Eine aktuelle Studie zeigte, dass z. B. die Blüten methanolisch extrahiert besonders hohe Werte an Phenolen, Flavonoiden und Tanninen aufwiesen.


Pharmakologische Wirkungen & Medizinische Studien

Die Kombination dieser Inhaltsstoffe macht die Mariendistel zu einer der am besten untersuchten Heilpflanzen — mit zahlreichen dokumentierten pharmakologischen Effekten:

Leber- und Gallenschutz (Hepatoprotektion)

  • Silymarin stabilisiert die Membran der Leberzellen, schützt sie vor toxischen Einflüssen und fördert die Regeneration geschädigter Zellen.
  • Es erhöht den Glutathionspiegel in der Leber — Glutathion ist entscheidend für die Entgiftung und den Schutz vor oxidativem Stress.
  • Aufgrund dieser Eigenschaften wird Mariendistel traditionell bei Lebererkrankungen (z. B. durch Gifte, Medikamente, Alkohol), Hepatitis und Leberzirrhose eingesetzt.

Antioxidativ und entzündungshemmend

  • Die Flavonolignane wirken als starke Radikalfänger und hemmen lipidperoxidative Prozesse.
  • Mariendistel-Extrakte können Entzündungen modulieren: Sie beeinflussen zelluläre Signalwege, hemmen proinflammatorische Mediatoren und fördern antioxidative Schutzsysteme.

Weitere therapeutische Potenziale

Neue Forschung deutet auf ein breites Spektrum an möglichen Einsatzfeldern hin — neben Leber- und Gallenschutz:

  • Antitumor- und krebshemmende Wirkungen: In Labor- und Tierversuchen konnte Silybum marianum Zellwachstum von Krebszellen hemmen, Apoptose (programmierter Zelltod) fördern und Zellzyklus-Arrest bewirken.
  • Unterstützende Effekte bei Stoffwechselproblemen: Einige Studien nennen mögliche antidiabetische, cholesterinsenkende oder blutdruckmodulierende Effekte.
  • Antimikrobielle Eigenschaften: Extrakte aus verschiedenen Pflanzenteilen (Blätter, Stängel, Blüten) zeigten in jüngsten Studien Aktivität gegen diverse Bakterien und Pilze.

Mariendistel Inhaltsstoffe und Anwendungen
Mariendistel Anwendungen & Inhaltsstoffe

Pflanzenteile und ihre Nutzung – Was nutzt man wofür?

Obwohl alle Pflanzenteile in chemischen Analysen untersucht wurden, ist es vor allem der Samen (Früchte / Achänen) der Mariendistel, der im pflanzlichen Arzneieinsatz dominiert — wegen der hohen Konzentration von Silymarin und Ölen.

Blätter, Blüten und Stängel enthalten zwar ebenfalls phenolische Verbindungen, Flavonoide u.a., ihre Wirkung ist aber meist weniger gut dokumentiert — und sie enthalten kaum Silymarin.

Deshalb sind moderne Präparate (Extrakte, Nahrungsergänzungen) fast immer auf Basis der Samen gearbeitet — ganz klassisch als Silymarin-Extrakt.


Historische und traditionelle Nutzung – über Jahrhunderte hinweg

Die Verwendung der Mariendistel als Heil- und Nutzpflanze reicht mindestens 2.000 Jahre zurück.

Traditionell setzte man sie ein bei Leber- und Gallenerkrankungen, Gelbsucht, Gallenbeschwerden, Vergiftungen oder Verdauungsproblemen.

In manchen Regionen diente sie auch als Nahrungsmittel: Samenöl, Samenmehl oder – nach Entdornung – junge Blätter bzw. Blütenköpfe sollen früher vereinzelt genutzt worden sein.


Warum Mariendistel heute noch relevant ist

Die Mariendistel verbindet eine reiche phytochemische Ausstattung mit dokumentierten pharmakologischen Effekten und einer langen Heilertradition.

  • Der Silymarin-Komplex, besonders Silybin und weitere Flavonolignane, bietet starke antioxidative, antientzündliche und leberschützende Eigenschaften.
  • Die Samen sind darüber hinaus reich an wertvollem Öl und Nährstoffen, was die Pflanze auch ernährungsphysiologisch interessant macht.
  • Neue Studien — wie eine aus 2025 — zeigen zusätzlich antimikrobielle Aktivitäten von Extrakten, was die Bandbreite möglicher Anwendungen erweitert.
  • Das macht die Mariendistel nicht nur zu einer klassischen Heilpflanze, sondern auch zu einem Kandidaten für moderne phytotherapeutische, nutraceutical (Lebensmittel mit gesundheitsfördernder Wirkung) und kosmetische Anwendungen.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Quellen: MDPI; AWL.CH; Springer; Benthamscience;

Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze

Mariendistel: Botanik, Herkunft und Heilpflanze in einem

Die Silybum marianum — die Mariendistel — verbindet markante Erscheinung mit langer Tradition und medizinischem Potenzial.

Mariendistel – Eine markante Pflanze und ihre Merkmale

Die Mariendistel gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wächst ein- oder zweijährig (annual oder biennial). Im ersten Jahr bildet sie eine typische Blattrosette, im zweiten Jahr entwickelt sie einen aufrechten, verzweigten Stängel mit Blütenständen. Bei mir ist sie tatsächlich manchmal nur einjährig, da sie von den Schnecken liebend gerne gefressen wird.

Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze
Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze

Die Pflanze kann zwischen etwa 0,5 und 2 Meter hoch werden. Der Stamm ist meist hohl, längsrillig und kann leicht wollig behaart sein.

Die Blätter sind besonders charakteristisch: glänzend dunkelgrün bis grün, durchzogen von auffälligen weißen oder milchig-weißen Adern bzw. Marmormustern entlang der Blattnerven. Die Blattkanten sind stark gezähnt und mit stacheligen Dornen / Stacheln (spines / thorny margins) besetzt — typisch für Disteln. Interessant jedoch, dass Dornen und Stacheln vorkommen.

Blüten erscheinen in Kugel- oder Korbblütenständen (Kapiteln) am Ende des Stängels. Die Blüten sind röhrenförmig, rosa bis purpurfarben. Die Hüllblätter (Involucral bracts) sind ebenfalls mit steifen Dornen versehen.

Nach der Blüte entstehen die Früchte: dunkle, glänzende Achänen (Nüsschen), etwa 6–8 mm lang, mit einem weißen Pappus (Haarschweif), der der Windverbreitung dient.

Herkunft, Standort und natürliches Vorkommen

Die Heimat der Mariendistel liegt im Mittelmeerraum bzw. Südeuropa, Nordafrika, Kleinasien und Vorderasien. Von dort aus wurde sie weltweit verbreitet und tritt heute auch in vielen Teilen Europas, Nord- und Südamerikas sowie anderen Regionen verwildert auf.

Die Pflanze bevorzugt warme, sonnige Standorte, häufig auf trockenen, durchlässigen Böden wie etwa an Mauern, an Weg- und Wegrändern, auf Ödland, an steinigen Hängen oder in gestörten Böden. Wobei ich sie in Vorarlberg noch nie verwildert gefunden habe.

Die Bodenanforderungen sind gering: Sie gedeiht auf armen und eher mageren Böden, braucht nur wenig Nährstoffe und kommt mit Trockenheit zurecht.

Warum „Mariendistel“? Name und Geschichte

Der botanische Gattungsname Silybum weist auf die Zugehörigkeit zur Distel-Gruppe hin, der Artname marianum ehrt die Maria der christlichen Tradition. Es gibt eine alte Legende, wonach die weißen Blattadern durch Milch entstanden seien, die der Legende nach von der Jungfrau Maria beim Stillen auf die Blätter tropfte.

Diese volkstümliche Herkunft erklärt viele traditionelle Namen wie „Holy thistle“, „Mary’s thistle“ oder eben „Milk thistle / Mariendistel“.

Verwendung und Bedeutung in der Volksheilkunde

Die Mariendistel gilt seit der Antike als Heilpflanze. Schon der antike Arzt Dioscorides (ca. 40–90 n. Chr.) beschrieb ihre Wirkung. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie in ganz Europa und im Mittelmeerraum in Kloster- und Volksmedizin angewendet — insbesondere bei Beschwerden von Leber, Galle, Verdauung oder zur Entgiftung.

Heute kennt man vor allem den Samen der Mariendistel (die Früchte) als wichtige Quelle für den Wirkstoffkomplex Silymarin. Silymarin besteht aus mehreren Flavonolignanen (z. B. Silybin, Silychristin, Silydianin) und ist für seine leberschützenden, antioxidativen und entgiftenden Eigenschaften bekannt.

Diese Eigenschaften machen die Mariendistel besonders interessant bei Leber- und Gallenerkrankungen, toxischen Belastungen durch Medikamente oder Umweltgifte, Verdauungsbeschwerden oder generell zur Unterstützung der Leber- und Gallengesundheit.

Auch historisch wurden Samen und Extrakte der Mariendistel bei Gelbsucht, Gallensteinen, Menstruationsbeschwerden und zur Milchbildung bei stillenden Frauen eingesetzt.

Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze
Mariendistel – 7 kraftvolle Fakten über Heilpflanze

Produkte und Verwendung heute

Heutzutage werden aus der Mariendistel vor allem die Samen (als Ganzes oder gemahlen) und standardisierte Extrakte (meist mit definiertem Silymarin-Gehalt) hergestellt. Diese Präparate sind in vielen Ländern als Nahrungsergänzungen oder pflanzliche Arzneimittel erhältlich.

Darüber hinaus galten in früheren Zeiten auch junge Blätter, Stängel oder Blüten als essbar – etwa beim Entrinden der stacheligen Ränder und Kochen der Stammteile, oder das Kochen der Blütenköpfe ähnlich wie Artischocken. Zudem lassen sie sich entsaften.

Damit zeigt die Mariendistel, wie vielseitig eine Pflanze sein kann: als Heilpflanze, Nahrungsmittel und wild wachsendes Gewächs gleichermaßen.

Spannende Fakten und Anekdoten

  • Die charakteristische weiße Aderung der Blätter — Grundlage für den Namen „Milk Thistle / Mariendistel“ — verdankt sich der volkstümlichen Legende um die Jungfrau Maria. Diese Legende ist bis heute in vielen Ländern bekannt.
  • Obwohl die Pflanze stachelig und „dornig“ aussieht, wurde sie oft in Klostergärten und Heilgärten angebaut — ihre medizinische Wirkung machte sie wertvoll genug, um sie trotz der Dornen zu kultivieren.
  • Mariendistel gehört zu den Pflanzen mit sehr geringen Ansprüchen an Boden und Klima. Sie gedeiht selbst auf armen Böden und in trockenen, sonnigen Lagen — das macht sie robust und pflegeleicht.

Warum die Mariendistel bis heute relevant bleibt

Die Mariendistel überzeugt durch eine Kombination aus auffälliger Erscheinung, reicher Tradition und medizinischem Potenzial. Ihre botanischen Merkmale — weiße Blattadern, stachelige Blattkanten, kräftiger Wuchs, markante Blüten — machen sie unverwechselbar.

Gleichzeitig sind ihre Samen eine wertvolle Quelle für Silymarin, das als pflanzlicher Wirkstoff bei Leber- und Gallenerkrankungen geschätzt wird. Damit verbindet die Mariendistel traditionelle Heilpflanzenkunde mit moderner Phytotherapie.

Aus botanischer Sicht ist sie robust und genügsam: Sie wächst auf armen Böden, braucht wenig Pflege und verträgt Trockenheit — Eigenschaften, die sie sowohl in der Natur als auch im Garten oder Kräuterbeet attraktiv machen.

Wer Natur, Geschichte und Heilpflanzen verbindet, findet in der Mariendistel eine Pflanze, die all diese Aspekte vereint: wild, schön, schützend — und wirksam.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn, du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Quellen: PMC; Nativeplanttrust; Nativeplanttrust

Ephrasia officinalis – 7 faszinierende Fakten – Das Pflanzenportrait

1. Botanische Einordnung und Artenvielfalt

Die Gattung Euphrasia umfasst über 350 Arten weltweit, mit einem Schwerpunkt in Europa und Asien. Euphrasia officinalis, auch als Gemeiner Augentrost bekannt, ist eine der bekanntesten Arten dieser Gattung. Weitere Arten wie Euphrasia minima (Zwerg-Augentrost) unterscheiden sich in Größe, Blütenfarbe und Wuchsform.

Euphrasia officinalis – Das Pflanzenportrait

2. Erscheinungsbild und Wuchsform

Euphrasia officinalis erreicht eine Höhe von 10 bis 30 cm und zeichnet sich durch einen aufrechten, verzweigten Stängel aus. Die gegenständigen, eiförmigen Blätter sind gezähnt. Die Blüten sind weiß oder leicht violett mit violetten Streifen und einem markanten gelben Fleck, der an ein Auge erinnert.

Im Vergleich dazu ist Euphrasia minima deutlich kleiner (2 bis 10 cm), meist unverzweigt und besitzt kürzere, weniger auffällige Blüten. Euphrasia rostkoviana hingegen hat größere Blüten und ist in allen Pflanzenteilen drüsig behaart.


3. Verbreitung und Standort

Euphrasia officinalis ist in Europa weit verbreitet und bevorzugt frische, nährstoffarme Wiesen, Weiden und Magerrasen. Sie wächst in Höhenlagen bis zu 2.400 m. Euphrasia minima ist in den Alpen und den europäischen Gebirgen von den Pyrenäen bis zum Balkan heimisch. Euphrasia stricta kommt in höheren Lagen der Alpen vor.

Euphrasia officinalis – Das Pflanzenportrait

4. Blütezeit und Fortpflanzung

Die Blütezeit von Euphrasia officinalis erstreckt sich von Mai bis Oktober, wobei die Pflanze im Juli bis September am häufigsten blüht. Euphrasia minima blüht von Juli bis September. Alle Arten sind einjährige Pflanzen, die sich durch Samen fortpflanzen.


5. Ökologische Bedeutung

Alle Euphrasia-Arten sind Halbschmarotzer, die Nährstoffe von anderen Pflanzen aufnehmen, aber auch selbst Photosynthese betreiben. Sie tragen zur Biodiversität in ihren Lebensräumen bei und sind Indikatoren für gesunde, wenig gestörte Ökosysteme.


6. Historische und mystische Bedeutung

Bereits im Mittelalter wurde Euphrasia officinalis als Heilpflanze verwendet. Der Name „Augentrost“ deutet auf seine Anwendung bei Augenbeschwerden hin. In der Volksmedizin galt die Pflanze als Mittel gegen „böse Blicke“ und wurde in Zaubertränken verwendet.

In der Antike glaubte man, dass Euphrasia die Fähigkeit besaß, das „dritte Auge“ zu öffnen und spirituelle Wahrnehmungen zu fördern. Diese mystischen Zuschreibungen machten die Pflanze zu einem Symbol für Weisheit und Erkenntnis.


ArtHöhe (cm)Wuchs-formBlüten-farbeVor-kommenBesonder-heitenFeld-merkmale / Unter-scheidung
Euphrasia officinalis10–30Aufrecht, verzweigtWeiß bis violett mit gelbem FleckEuropa, Mager-rasen, Wiesen, bis 2400 mGrößte Blüten, häufigste Art in Mittel-europaRelativ groß, kräftige Pflanze, auffällige Blüten mit gelbem Fleck – „typischer Augentrost“
Euphrasia minima2–10Meist un-verzweigtWeiß mit gelbem FleckHochalpine Regionen, Pyrenäen bis BalkanZwergart, kurze BlütenSehr klein, fast un-scheinbar, kaum Verzweig-ungen – wächst oft dicht am Boden
Euphrasia pectinata5–20Aufrecht, buschigWeiß mit violetten StreifenMittel-europa, trockene WiesenBlätter stark gezähnt, auffällige ZeichnungLeicht an den stark fiederartig gezähnten Blättern zu erkennen („Kammform“)
Euphrasia hirtella10–25Aufrecht, drüsig behaartWeiß bis violettAlpen und VoralpenDichte Drüsen-haare, oft klebrig-aromatischWenn man die Pflanze anfasst: deutlich behaart, klebrig, fein aromatischer Geruch
Euphrasia salisburg-ensis8–20Aufrecht, verzweigtWeiß bis violettSalzburg und angrenzende GebieteSeltene, standort-
treue Endemitenart
Oft in Salzburg-Almen, nur lokal begrenzt – wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist der Standort
Euphrasia alpina5–15Klein, kompaktWeiß bis violettHochalpine Regionen der AlpenRobust, an Kälte angepasstKompakter Wuchs, eher „ge-drungene“ Pflanze, typisch in Höhen-lagen über 1800 m
Euphrasia officinalis – Das Pflanzenportrait

Dieser Beitrag bietet einen umfassenden Überblick über Euphrasia officinalis und verwandte Arten. Für detaillierte Informationen zur historischen Verwendung, mystischen Bedeutungen und wissenschaftlichen Studien zu den Heilwirkungen von Euphrasia empfiehlt es sich, spezialisierte Literatur oder wissenschaftliche Datenbanken zu konsultieren.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Ballota nigra: Merkmale mit 3 Unterarten zur Bestimmung im August

Ballota nigra ist ein mehrjähriger, behaarter Lippenblütler – Lamiaceae aus dem Mittelmeerraum, die sich über Mitteleuropa, Westasien und Nordafrika bis nach Nordamerika ausgebreitet hat.

Schwarznessel im Porträt: und ihre Formen in Österreich

Bestimmungshilfe für die Schwarznessel und ihre Unterarten in Österreich:

Diese bebilderte Bestimmungshilfe unterstützt bei der Unterscheidung der drei Unterarten in Mitteleuropa – insbesondere bei Exkursionen, Gartenführungen oder in der Ausbildung von Kräuterinteressierten.

Porträt der Ballota nigra (Schwarznessel), eine mehrjährige Pflanze mit lila Blüten und grünen Blättern, die den Mittelmeerraum und Mitteleuropa verbreitet.
Ballota nigra Pflanzenportrait

Im Folgenden werden die wichtigsten Merkmale in einer Gegenüberstellung aufgeführt:

Allgemeine Merkmale

  • Lippenblüter mit meist rosa bis purpurnen Blüten (10–14 mm), die Oberlippe ist haarig.
  • Kelch 5-zähnig, glockenförmig, stark behaart und mit einem deutlichen Stiel.
  • Blätter gegenständig, eiförmig, grob gezähnt, runzelig, weich behaart. Blattränder oft rötlich bei Ruderalis. Blätter sehen oft aus als ob sie lahm sind.
  • Stängel vierkantig, hohl, verzweigt, oft rötlich bei Ruderalis.
  • Geruch stark modrig-unangenehm

Die Pflanze kommt in Österreich vor, aber immer in Form von Unterarten (subspecies). Das bedeutet: Es gibt keine „Ballota nigra“ im engeren, nominalen Sinn ohne Zusatz – also keine Art, die einfach nur als Ballota nigra (ohne subspezifische Zuordnung) eindeutig vorkommt.

In Österreich sind laut botanischer Fachliteratur drei Unterarten nachgewiesen:

  1. Ballota nigra subsp. foetidaKurzzähnige Schwarznessel
  2. Ballota nigra subsp. nigraLangzähnige Schwarznessel
  3. Ballota nigra subsp. ruderalisRuderal-Schwarznessel (selten, ruderal verwildert)
Portrait der Schwarznessel (_Ballota nigra subsp. nigra_) mit lila Blüten, Blütenkelchen und grünen Blättern auf hellem Hintergrund.
Ballota nigra Pflanzenportrait

Unterarten-Vergleich: Erkennungsmerkmale und Unterscheidung

Merkmalsubsp. foetida (Kurzzähnige)subsp. nigra (Langzähnige)subsp. ruderalis (Ruderalform)
KelchzähneKurz, stumpf, nur 1–3 mm, mit Mini-SpitzeLang, spitz, 4–6 mm, dreieckigSehr kurz, kaum sichtbar über Kelch hinausragend
BlätterBreit, weich, dicht behaartGrößer, dunkler, ebenfalls stark behaartKleiner, schmaler, weniger behaart
BlütenfarbeRosa bis blassrosaRosa bis purpurnBlassrosa bis fast weiß
GeruchSehr stark, muffigEbenso stark, modrigSchwächer, teilweise kaum auffällig
Wuchs30–90 cm, buschig-verzweigtBis 120 cm, robuster StängelNiedrig, zierlich, oft nur 20–50 cm hoch
StandortRänder, Wegränder, Mauerfugen, sonnigÄhnliche Orte, auch BahntrassenInnerstädtisch, Schuttplätze, Bahnhöfe
VerbreitungVor allem Westösterreich (z. B. Vorarlberg?)Östliches Österreich (z. B. Burgenland)Selten, v. a. Wien und urbane Zentren

Die Pflanze bevorzugt stickstoffreiche, kalkhaltige Böden in Höhen bis etwa 1300 m

Tipps zur Bestimmung im Feld

  • Kelchzähne mit Lupe betrachten: Länge und Form sind das sicherste Unterscheidungsmerkmal.
  • Blattbehaarung und -form: foetida meist weicher und filziger.
  • Standortumgebung analysieren: ruderalis oft an Bahnhöfen und städtischen Rändern, foetida an sonnigen Rändern.
  • Blüte rosa bis blassrosa mit einer Länge von 10 – 14 mm. Oberlippe ist hochgewölbt und die Unterlippe dreilappig. Dabei ist der mittlere Lappen keilförmig. Die Oberlippe ist deutlich behaart.
Porträt der Schwarznessel (_Ballota nigra subsp. nigra_) mit lila Blüten und grünen Blättern, dargestellt auf einer informativen Grafik.
Ballota nigra Erkennungsmerkmale

Historisches zur Schwarznessel – eine Pflanze am Rand der Heilkunst

Bereits in der Antike wurde eine Pflanze namens Ballote in den Schriften des griechischen Arztes Dioskurides erwähnt – übelriechend, doch wirksam gegen Krämpfe, Bisse und nächtliche Unruhe. Auch Plinius der Ältere kannte sie als schweißtreibende Zutat in alten Salben. In den Kräuterbüchern der frühen Neuzeit – etwa bei Tabernaemontanus – fand sich die Pflanze unter Namen wie „stinkender Andorn“ oder „schwarze Nessel“ wieder. Ihre Heilwirkung wurde kaum geschätzt, ihr modriger Geruch oft bemängelt. So blieb sie eine Außenseiterin der hohen Klostermedizin – gemieden von Mönchen, aber nicht vergessen vom Volk. In der bäuerlichen Überlieferung galt sie als Schutzpflanze an Schwellenorten: dort, wo Weg und Wildnis sich berühren, wo Menschen loslassen müssen, was sie beschwert.

Die Schwarznessel, ist nicht nur botanisch faszinierend, sondern besitzt auch ein magisches und mystisches Potenzial, das sich besonders in der Kräuterkunde, im Räucherwerk und der Pflanzenmystik entfalten lässt. Obwohl sie in der modernen Magie kaum noch Beachtung findet, trägt sie altes Wissen in sich.


Mystische und magische Aspekte über die Pflanze

Magische Pflanzenweisheit

„Wo die Wege enden und der Stein zu bröckeln beginnt, da wächst sie. Nicht schön, nicht lieblich, doch stark im Schatten. Wer sie findet, dem flüstert sie vom Loslassen, vom Schutz vor dem Unausgesprochenen – und vom Mut, das Alte hinter sich zu lassen.“

Zuordnung

  • Element: Erde & Wasser (Schattenseite)
  • Planet: Saturn
  • Wirkung: Schutz, Loslassen, Abgrenzung, Übergangsrituale
  • Anwendung: als Räucherpflanze, Schwellenkraut, für Träume und Schattenarbeit

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

Kalifornischer Mohn: Natürliche Hilfe bei Schlaflosigkeit Rezept im Juli

Letztes mal gab es schon viele Informationen zum Kalifornischen Mohn. Heute beschreibe ich dir wie du ganz einfach wirkungsvolle Schlaftropfen selbst herstellen kannst. Beachte, diese ersetzen nicht den Gang zum Arzt. Es handelt sich dabei um eine einfache Hilfe aus der Volksheilkunde. Bei schwerwiegenden Problemen muss man diese mit dem Arzt abklären.

Kalifornischer Mohn oder Goldmohn – Eschscholtzia californica Tinktur Rezept ©Marlies Schneider

Um die Zeit von 1890 war der Kalifornische Mohn so beliebt, dass sein Flüssigextrakt sogar in den Park-Davis-Katalog aufgenommen wurde. Dabei handelt es sich um ein bedeutendes historisches Dokument in der Geschichte der Pharmazie und Medizin. Er bietet wertvolle Einblicke in die pharmazeutischen Produkte und medizinischen Praktiken vergangener Zeiten und zeigt die Entwicklung und Standardisierung von Arzneimitteln durch eines der führenden Pharmaunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts auf. Die Erwähnung in einem solchen Katalog würde auch darauf hinweisen, dass die Pflanze in der westlichen Medizin anerkannt und verwendet wurde. Dabei gab es zwei Einträge ¬– 1892 sowie 1893 – über Eschscholtzia californica und seine Wirkung und Anwendung.

Rezept für Tinktur

Blüten und Blätter

Alkohol 60%

Im Standardverhältnis

1:5 bedeutet 1 Teil Pflanzenmaterial und 5 Teile Menstruum

Vorgehensweise:
Blüten und Blätter klein schneiden und in einen Messbecher geben. Andrücken und die Markierung ablesen. (Bei dieser Tinktur muss man etwas anders vorgehen, da das Material recht füllig ist.) Wenn das Pflanzenmaterial z.Bsp. bei 50 ml abgelesen werden kann, werden 250 ml Alkohol 60% benötigt.
Das kleingeschnittene Pflanzenmaterial gibt man nun in ein sauberes Glas und übergießt dies mit dem abgemessenen Alkohol.
Dieser Ansatz sollte nun für mindestens 10 Tage besser eine Mondphase lang ausgezogen werden. Täglich mehrmals schütteln und beschriften nicht vergessen.

Einnahme: je nach Bedarf 1 – 3 mal täglich 10 – 20 Tropfen einnehmen. (eventuell mit etwas Wasser einnehmen.)
Wirkung: fördert die allgemeine Ruhe und behandelt Stress, Angst und Schlaflosigkeit.

In der traditionellen Volksmedizin werden nur die oberirdischen Pflanzenteile, wie Kraut und Blüten des Kalifornischen Mohns, verwendet. Aufgrund seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden und leicht sedierenden Eigenschaften findet er in diesem Bereich Anwendung. Er gilt aber nicht als Narkotikum, da er kein echtes Opium enthält. Er löst nervöse Spannungen, Angstzustände, Schmerzen (innen wie außen) und hilft sehr bei Schlaflosigkeit.

Energetik: kühlend, bitter.Eigenschaften: schmerzstillend, schlaffördernd, beruhigend bei Unruhezuständen, entspannend.
Interaktionen: sind keine bekannt.Side Effects: beim empfohlenen Standard-Bereich sind keine bekannt.


Achtung: keine Anwendung in der Schwangerschaft oder nur mir Rücksprache des Arztes. (Moor, 2003)


Traditionelle Anwendungen aus der Volksmedizin: gilt als schmerzreduzierend. Er ist schlaffördernd. Er soll den Schlaf auch bei Kindern fördern, besonders bei Keuchhusten. Er soll Schmerzen reduzieren und Koliken bei Kindern lindern. Weiters wird er bei Migräne verwendet, kann bei Depressionen unterstützen, soll Stress reduzieren.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Kalifornischer Mohn im Juni: Heilpflanze für besseren Schlaf

Die Bedeutung von gesundem Schlaf
Gesunder Schlaf ist ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden Lebensstils.
Er fördert die Regeneration von Körper und Geist.
Außerdem stärkt er das Immunsystem.
Er verbessert die Stimmung.
Die Auswirkungen von Schlafmangel
Schlafmangel kann schwerwiegende Folgen haben.
Er beeinträchtigt die kognitive Leistungsfähigkeit und außerdem erhöht er das Risiko für verschiedene Krankheiten.
Die Bedeutung von gesundem Schlaf für die Gesundheit.
Gesunder Schlaf ist entscheidend für die körperliche und geistige Gesundheit. Er unterstützt das hormonelle Gleichgewicht und zudem wirkt ausreichender Schlaf positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus.
Die Volksheilkunde hat einige unterstützende Pflanzen für uns bereit. Dazu möchte ich euch gerne eine äußerst hilfreiche Pflanze vorstellen.

Kalifornischer Mohn – Eschscholzia californica
Papaveraceae

Kalifornischer Mohn – Eschscholzia californica Pflanzenportrait ©Marlies Schneider

Letztes Jahr hatte ich euch meinen Artikel zum Kalifornischen Mohn als exklusiv Artikel im Gesundheitsboten des FNL. Das ist der größte und älteste Kräuterverein in Österreich. Hier kommt nun die Serie zum Goldmohn auch für euch am Blog.

Der Kalifornische Mohn, botanisch Eschscholzia californica genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Ursprünglich stammt er aus dem westlichen Nordamerika, insbesondere Kalifornien, wo er auch als offizielle Staatsblume bekannt ist. Man findet ihn jedoch an der gesamten Westküste der Vereinigten Staaten. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich nördlich bis Washington und südlich bis Mexiko.

Er könnte in allen Teilen der Welt invasiv sein. In den letzten 200 Jahren wurde er in etlichen Ländern wie Chile, Südafrika, Australien und Neuseeland eingeführt. Hier gilt er inzwischen als eingebürgertes Unkraut. Beobachtungen, besonders in Chile haben gezeigt, dass er sehr anpassungsfähig und von 0 bis 2000 m. ü. d. Meer zu finden ist. Weiters wurde er im 19. Jahrhundert in englische Gärten eingeführt.

Es handelt sich um eine ein- bis mehrjährige Pflanze. Sie kann eine Höhe von bis zu 30 – 60 cm erreichen. Die Blüten des Kalifornischen Mohns sind leuchtend orange oder gelb gefärbt und haben eine zarte, papierartige Struktur. Sie blühen von Frühling bis Sommer und sind bei Bienen und Schmetterlingen sehr beliebt. Aufgrund der Blütenfarbe wird er als „Goldmohn“ bezeichnet.

Der Kalifornische Mohn wird oft als Zierpflanze in Gärten und Parks angebaut, aufgrund seiner leuchtenden Farben und seiner pflegeleichten Natur. Er bevorzugt sonnige Standorte und gut durchlässigen Boden. Auch bei uns findet man immer mehr Gärten oder Straßenrändern, an denen der Kalifornische Goldmohn wächst. Meistens finden wir ihn zudem in Saatgutmischungen für eine Gründüngung wieder.

Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, die sich mit den verschiedenen chemischen Bestandteilen des Kalifornischen Mohns und seinen medizinischen Anwendungen befassen. Diese Studien haben gezeigt, dass die Pflanze tatsächlich eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen bieten kann, insbesondere in Bezug auf die Behandlung von Schlaflosigkeit, Angstzuständen, Entzündungen aber auch analgetisch und beruhigend wirken kann.

Weiters wurde eingehend die Wurzel untersucht, welche durch ihre enthaltenen Inhaltsstoffe wie Sanguinarin, Chelerythrin und anderen Stoffen eine ebenfalls antibakterielle und antimykotische Wirkung gezeigt hat. Allerdings kam es durch diese enthaltenen Inhaltsstoffen zu unerwünschten Nebenwirkungen. Sanguinarin wurde in Mundspülungen verwendet, welche wieder vom Markt genommen wurden, da bei Verbrauchern eine Erkrankung des Oberkiefervorhofes aufgetreten ist. (www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC10017456)

Bei der amerikanischen und hispanischen Urbevölkerung war die Pflanze längst bekannt für seine sedierende, analgetische, schlaffördernde Wirkung. Dabei wurde der Kalifornische Goldmohn bei Schmerzen und Zahnschmerzen verwendet, insbesondere auch bei Kinderzahnschmerzen. (Brinker FJ: Eclectic dispensatory of botanical therapeutics, vol 2, Sandy, Oregon, 1995, Eclectic Medical Publications)

Der Grund dafür geht auf Benzylisochinolin-Alkaloide zurück. Den höchsten Gehalt an Alkaloiden finden wir in den Wurzeln wieder. Die oberirdischen Pflanzenteile sind hingegen hauptsächlich reich an Pavin und einigen Aporphin-Alkaloide.

Kalifornischer Mohn – Eschscholzia californica Pflanzenportrait ©Marlies Schneider

In der traditionellen Volksmedizin werden nur die oberirdischen Pflanzenteile, wie Kraut und Blüten des Kalifornischen Mohns, verwendet. Aufgrund seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden und leicht sedierenden Eigenschaften findet er in diesem Bereich Anwendung. Er gilt aber nicht als Narkotikum, da er kein echtes Opium enthält. Er löst nervöse Spannungen, Angstzustände, Schmerzen (innen wie außen) und hilft sehr bei Schlaflosigkeit.

Energetik: kühlend, bitter.Eigenschaften: schmerzstillend, schlaffördernd, beruhigend bei Unruhezuständen, entspannend.
Interaktionen: sind keine bekannt.Side Effects: beim empfohlenen Standard-Bereich sind keine bekannt.


Achtung: keine Anwendung in der Schwangerschaft oder nur mir Rücksprache des Arztes. (Moor, 2003)


Traditionelle Anwendungen aus der Volksmedizin: gilt als schmerzreduzierend. Er ist schlaffördernd. Er soll den Schlaf auch bei Kindern fördern, besonders bei Keuchhusten. Er soll Schmerzen reduzieren und Koliken bei Kindern lindern. Weiters wird er bei Migräne verwendet, kann bei Depressionen unterstützen, soll Stress reduzieren.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Löwenzahn verarbeiten – Wildes Gold aus der Natur

Kaum eine Pflanze ist so bekannt – und zugleich so unterschätzt – wie der Löwenzahn. Im Frühling verzaubert er mit seinen leuchtend gelben Blüten ganze Wiesen. Das ist der perfekte Zeitpunkt, um ihn zu sammeln und zu verarbeiten. Denn der Löwenzahn ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch ein wahres Kraftpaket an wertvollen Inhaltsstoffen.

©Marlies Schneider Löwenzahn Rezepte

Alle Teile der Pflanze können auf vielfältige Weise genutzt werden. Das gilt von der Wurzel über die Blätter bis zur Blüte. Die jungen, zarten Blätter sind perfekt für Frühlingssalate oder als grüne Zutat im Smoothie. Die sonnigen Blüten können zu einem aromatischen Sirup, einer duftenden Gelee oder gar zu einem feinen Löwenzahn-Honig verarbeitet werden. Und selbst die Wurzel wird oft übersehen. Doch sie hat es in sich. Die Wurzel kann geröstet als koffeinfreier Kaffeeersatz oder als Tinktur für Leber und Galle verwendet werden.

Bei der Verarbeitung sollte man möglichst frische, saubere Pflanzen aus naturbelassenen Gegenden sammeln – fernab von Straßen und gespritzten Wiesen. Mit etwas Liebe kann man aus dem „Unkraut“ eine kleine Hausapotheke zaubern. Mit Achtsamkeit wird daraus ein kulinarischer Schatz im Handumdrehen.

Wer einmal begonnen hat, den Löwenzahn in all seinen Facetten zu entdecken, wird ihn nie mehr nur als lästigen Wiesenbewohner sehen. Stattdessen wird man ihn als treuen Begleiter durchs Kräuterjahr betrachten.

Bei mir darf er jedes Jahr im Garten etwas wuchern. So habe ich immer ein paar Wurzeln die ich ausgraben kann. Genug Blüten zum Ernten und Blätter für Salat oder zum Entsaften.

Ab wann hat die Wurzel am meisten Potenzial?

Die Wurzel wird nicht vor dem zweiten Jahr ausgegraben! Erst dann hat sie ausreichend Wirkstoffe und ist eine starke Droge.

Milder Abführtee mit Wirkung:

Darmprobleme wie hartnäckige Verstopfung:

Kräuter helfen sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall, indem sie die normale Darmfunktion sanft wiederherstellen. Verstopfung ist oft die Folge eines unzureichenden Verzehrs von Obst, Gemüse und Balaststoffen. Durchfall wird in der Regel durch eine Darminfektion oder -Entzündung, z. B. eine Lebensmittelvergiftung, verursacht. Beim Reizdarmsyndrom wechseln sich Verstopfung und Durchfall ab, und spastische Verstopfung ist die Folge von Spannungen und Muskelkrämpfen im Dickdarm.

Kräuter Löwenzahnwurzel, Süßholz und Krauser Ampfer sind milde Abführmittel.
5 g Löwenzahn Wurzel (Taraxacum officinale)
5 g Krauser Ampfer Wurzel (Rumex crispus)
2,5 g Süßholz Wurzel (Glycyrrhiza glabra)
750 ml Wasser
Bereite aus der Mischung ein Dekokt zu. Davon wird täglich ca. eine Tasse mit 250 ml getrunken.

Rezeptideen

  1. Löwenzahn-Salat: Frische junge Blätter mit etwas Zitronensaft, Olivenöl und Salz anmachen. Wer es gerne herzhaft mag, kann auch etwas Speck oder Nüsse hinzufügen. Ich gebe Löwenzahnblätter prinzipiell in meinen „Unkrautsalat“.
  2. Löwenzahn-Kaffee: Getrocknete Wurzeln des Löwenzahns können gemahlen und als Ersatz für Kaffee verwendet werden. Der „Kaffee“ hat einen leicht bitteren Geschmack und ist koffeinfrei. Die Farbe ist genauso dunkel wie bei echtem Kaffee. Nur der „Kick“ bleibt aus, da kein Koffein enthalten ist.
  3. Löwenzahn-Tinktur: Die frischen Wurzeln oder Blätter in Alkohol einlegen und nach etwa 3-4 Wochen abseihen. Diese Tinktur kann bei Verdauungsproblemen oder als Lebertonikum verwendet werden.
  4. Löwenzahn-Blütengelee/Honig: Die Blüten in Zucker und Zitronensaft kochen. Zu einem Honig verarbeiten. Dies ist eine leckere Möglichkeit, die Blüten zu konservieren.

Rezept : Löwenzahn Glycerite

Ein Glycerite ist im Grunde ein Glycerinauszug welcher sich hervorragend als Wirkstoff für kosmetische Zwecke eignet.

©Marlies Schneider Löwenzahn Glycerite Rezept aus Wurzel

In Rezepten in deren Angaben die Zugabe von Glycerin angegeben ist, kann durch ein Glycerite ersetzt werden.

Zutaten:Zubereitung:
100 ml Glycerin
50 g getrocknete Löwenzahnwurzel, zerkleinert

aber nicht zu ganz feinem Pulver
Sonst ist das Abfiltern sehr mühsam.
Im Stövchen wie ein Ölauszug bei maximal 60 °C für ca. 8 Stunden ausziehen. Auch diese Ausziehzeit kann man auf drei Tage aufteilen.

Wenn du am ersten Tag die 60 °C erreichst nimmst du das Glycerite von der Hitzequelle. Die Wurzel wird einfach ziehen gelassen. Am nächsten Tag wiederholst du den Vorgang und am dritten Tag wieder.

Insgesamt solltest du auf ca. 8 Stunden kommen. Du kannst nun das Glycerite auskühlen lassen und in ein Schraubglas geben, die Wurzel mit dazu.
Beachte: für Kosmetik kannst du auch ein Glycerite mit Blüten ansetzten.Nun lässt dieses für ca. 10 Tage stehen und schüttelst täglich.

Nach dieser Zeit, abfiltern und in eine dunkle Flasche füllen.

Dieses Glycerite kann man als Kosmetikwirkstoff verwenden oder als Tinktur für die innere Einnahme, wenn kein Alkohol gewünscht ist.

Für eine innere Einnahme benötigst du ca. die doppelte Menge als bei einer alkoholischen Tinktur.


Rezept: Löwenzahntinktur für Leber & Galle

©Marlies Schneider Löwenzahn Tinktur Rezept aus Wurzel und Blätter

Eine bewährte Tinktur aus Wurzel und Blättern zur Unterstützung der Verdauung und zum Entgiften.

Zutaten:Zubereitung:
20 g Frische Löwenzahnwurzeln und optional auch ein paar Blätter (gewaschen & zerkleinert)

(Ich habe die Blätter und Wurzeln entsaftet und den Saft samt dem Trester zum Ansetzen verwendet.)

60 g Alkohol 80%
Die Pflanzenteile in ein Glas geben und mit Alkohol bedecken. 3–4 Wochen an einem dunklen, warmen Ort ziehen lassen, regelmäßig schütteln.

Danach abseihen, anschließend auf ca. 50 % Alkoholstärke runter mischen und in Braunglasfläschchen füllen.

Ich verwende am liebsten Tropferflaschen für Tinkturen


👉 Einnahme: 2–3-mal täglich 30 Tropfen mit etwas Wasser oder direkt unter die Zunge einnehmen.


Rezept: Löwenzahn-Oxymel – Frühlingskraft im Glas

Ein Oxymel (Sauerhonig) ist ein altes Heilmittel aus Honig, Essig und Kräutern. Es ist ideal zur Immunstärkung. Es dient zur Entgiftung und zur Förderung der Verdauung. Löwenzahn bringt hier seine reinigende, leberstärkende Kraft mit.

Zutaten:Zubereitung:
1 Teil frische Löwenzahnblüten, -blätter sowie Wurzeln
3 Teile Apfelessig (naturtrüb, bio)

3 Teile Honig
Alle Zutaten in ein Schraubglas geben, gut umrühren und 2–3 Wochen an einem dunklen Ort ziehen lassen. Täglich schütteln. Danach abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.


👉 Einnahme: 1 EL pur oder in Wasser eingerührt, morgens auf nüchternen Magen oder vor dem Essen.


Rezept: Löwenzahnwurzel-Kaffee – Koffeinfrei & voller Bitterstoffe

Die geröstete Löwenzahnwurzel ergibt ein kräftig-herbes Getränk, das an Kaffee erinnert und dabei die Verdauung fördert.

Zutaten:

  • Frische Löwenzahnwurzeln

Zubereitung:
Wurzeln gut waschen und klein schneiden. Rösten Sie sie im Backrohr oder in der Pfanne, bis sie dunkelbraun sind und aromatisch duften. Abkühlen lassen, dann fein mahlen.


👉 Zubereitung wie Kaffee: 1 TL mit heißem Wasser übergießen, ca. 5 Minuten ziehen lassen, abseihen – fertig! Du kannst den Kaffee zubereiten wie ein klassischer Filterkaffee.

©Marlies Schneider Löwenzahn Kaffee

Magisches & Volksheilkundliches rund um den Löwenzahn

  • Wunschblume & Orakelpflanze: Wer als Kind Löwenzahnsamen gepustet hat, kennt den alten Brauch: „Wünsch dir was – und puste!“ Wenn alle Schirmchen fliegen, geht der Wunsch in Erfüllung.
  • Verbindung zum Licht: Der Löwenzahn gilt als Sonnenpflanze, die das Licht in sich trägt. Er steht für Vitalität, Tatkraft und Erneuerung.
  • Volksmedizin: In der traditionellen Heilkunde wurde Löwenzahn als „Kuhblume“ oder „Bettseicher“ bekannt – letzteres wegen seiner harntreibenden Wirkung.
  • Rituale: Ein Blütenkranz aus Löwenzahn sollte vor negativen Energien schützen. Seine Wurzel wurde manchmal getrocknet und in Amuletten getragen, um Mut und Durchsetzungskraft zu stärken.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Die Geheimnisse des Löwenzahns: Botanik und Heilkräfte

2. Teil und kurze Wiederholung

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Begriff Taraxacum sect. Ruderalia bezieht sich auf eine spezifische Untersektion innerhalb der Gattung Taraxacum. Diese Umbenennung oder genauere Klassifizierung wurde im Rahmen der modernisierten Taxonomie vorgenommen. Genetische Studien und umfassendere botanische Forschungen unterstützten dieses Vorgehen. Beachte, dass alle Taraxacum aus der sect. Ruderalia verwendet werden können. Es ist also nicht schlimm, wenn du sie nicht genau unterscheiden kannst.

Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

In den letzten Jahren wurde die taxonomische Systematik des Löwenzahns überarbeitet. Viele der traditionell als Taraxacum officinale bezeichneten Pflanzen wurden in verschiedene Arten und Untersektionen unterteilt. Diese Umstellung resultierte aus einer besseren Kenntnis der genetischen Vielfalt innerhalb der Artengruppe.

Es ist also keine plötzliche oder vollständige Umbenennung, sondern eine Erweiterung und Präzisierung der taxonomischen Einordnung. Daher kann man immer noch auf den klassischen Namen Taraxacum officinale stoßen. In wissenschaftlicheren oder genaueren Kontexten wird die Untersektion Ruderalia verwendet. Besonders in Büchern die nicht neu verlegt werden, werden die Namen oft nicht korrigiert.

Herkunft und Fundort

Der Löwenzahn ist in Europa, Asien und Nordamerika heimisch. Er wächst wild in Wiesen, auf Weiden, an Waldrändern, auf Brachflächen und in Gärten. Die Pflanze ist in fast allen Regionen der Welt verbreitet und gilt als eine der bekanntesten und robustesten Wildpflanzen. Sie ist nicht wählerisch und gedeiht auf nährstoffreichen Böden, findet aber auch auf kargen, sandigen und lehmigen Böden gute Lebensbedingungen. Bei mir wächst er im Garten und ich lasse ihn immer etwas vermehren, damit ich Löwenzahn zum Ernten habe.

Erdreich

Löwenzahn bevorzugt tiefgründige, lockere, nährstoffreiche Böden, kommt aber auch mit weniger idealen Bedingungen gut zurecht. Besonders gut wächst er auf kalkhaltigen Böden, die eine gute Drainage ermöglichen. Da der Löwenzahn als Pionierpflanze gilt, wächst er in vielen verschiedenen Bodentypen, auch in städtischen und industriellen Gebieten. Die Pflanze ist krautig und ausdauernd und wird so bis zu 30 cm hoch. Er ist einer der wichtigsten Bienenpflanzen im Frühjahr.

Botanik von der Blüte bis zur Wurzel

Inhaltsstoffe

  • Blüten: Die Blüten enthalten Flavonoide (wie Luteolin), Saponine, Triterpene, Bitterstoffe, Mineralstoffe und ätherische Öle. Diese wirken entzündungshemmend, antioxidativ und mild harntreibend.
  • Blätter: Die Blätter sind reich an Vitaminen (A, C, K) und Mineralstoffen (Kalium, Eisen, Kalzium, Magnesium, Phosphor). Sie haben eine leichte Bitterkeit und können die Verdauung anregen und die Leberfunktion unterstützen. Weiters enthalten sie Cumarine und Carotinoide. Sie weisen mehr Vitamin C auf als Orangen.
  • Wurzel: Die Wurzel enthält Inulin, Bitterstoffe wie Triterpene, Taraxacinsäure, Taraxacolide, Taraxasterol, Taraxerol, Taraxol, Taraxacosid, und eine Reihe von Polysacchariden. Besonders bekannt ist die Wirkung des Inulins, das als präbiotische Faser wirkt und die Verdauung unterstützt. Die Wurzel hat auch eine leberschützende Wirkung und fördert die Ausscheidung von Giftstoffen. Es finden sich auch Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium.

Volksheilkunde und Vorteile von Löwenzahn in der Naturheilkunde

Hautwirkung von Löwenzahn ist: harntreibend, entgiftend und bitter.

Der Löwenzahn ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Bestandteil der Volksheilkunde. Die Pflanze wird als Heilmittel bei zahlreichen Beschwerden eingesetzt:

  • Leber und Galle: Die Bitterstoffe in den Blättern und der Wurzel unterstützen die Leber und regen die Gallenproduktion an. Er wird zur Entgiftung und Reinigung des Körpers verwendet.
  • Verdauungsfördernd: Löwenzahn hilft, die Verdauung zu verbessern und Völlegefühl sowie Blähungen zu lindern. Er regt die Produktion von Verdauungssäften an.
  • Entwässernd: Die Pflanze hat eine milde harntreibende Wirkung. Sie wird traditionell zur Behandlung von Wassereinlagerungen verwendet. Außerdem fördert sie die Nierenfunktion.
  • Blutreinigend: In der Volksmedizin wird Löwenzahn auch zur Reinigung des Blutes und zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens verwendet.
Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Forschung

Moderne wissenschaftliche Studien bestätigen viele der traditionellen Anwendungen des Löwenzahns. Besonders hervorzuheben ist die Forschung zu den antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften der Pflanze. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Löwenzahn die Blutfettwerte senken und die Blutzuckerregulation verbessern kann. In einigen Untersuchungen nannten Forscher den Löwenzahn sogar als Kandidaten für die Behandlung von Lebererkrankungen. Sie betrachteten ihn auch als Hilfsmittel bei der Gewichtskontrolle. 2009 ergab eine Studie, dass die Blätter ein starkes Diuretikum sind, auch wenn die genaue Wirkungsweise nicht bekannt sind. (Pilotstudie von Clare et al.)

Interessant ist, dass Löwenzahn eine aquaretische Wirkung hat. Das bedeutet, dass viele Diuretika nur die Ausscheidung von Wasser und Kalium stimulieren. Da Löwenzahnblätter aber einen hohen Kaliumgehalt aufweisen, geht man von davon aus, dass kein Nettoverlust entsteht. (An overview of Therapeutic potentials of Taraxacum officinale: A traditionally valuable herb with a reach historical background)

Eine Studie von Ovadje et al. (2012) zeigte, dass Löwenzahnwurzelextrakt selektiv Apoptose (programmierter Zelltod) in chronischen myelomonozytären Leukämiezellen induziert, ohne gesunde Zellen zu schädigen. Die Apoptose wurde durch die Aktivierung von Caspase-8 ausgelöst, was auf die Beteiligung des extrinsischen apoptotischen Weges hindeutet. ​(ScienceDirect)

Weitere Forschungen von Ovadje et al. (2016) berichteten, dass Löwenzahnwurzelextrakt das Wachstum von Dickdarmkrebszellen in vitro hemmt und die Migration dieser Zellen reduziert. In Mausmodellen mit Xenotransplantaten zeigte der Extrakt eine hemmende Wirkung auf das Tumorwachstum, ohne toxische Nebenwirkungen zu verursachen.

Pharmakologische Studien am Menschen

Gesunden Probanden wurden 8 ml eines hydroethanolischen Extraktes aus der Löwenzahnwurzel verabreicht. Alle 5 Stunden wurden über 3 Dosen eingenommen. Nach der ersten Dosis konnte ein Anstieg der Häufigkeit des Wasserlassen nachgewiesen werden. Nach der zweiten Dosis konnte ein Anstieg des Verhältnisses der Ausscheidung (Uriniervolumen: Flüssigkeitsaufnahme) beobachtet werden. Nach der dritten Dosis wurden keine Veränderungen mehr festgestellt (Clare et al. 2009).

Wechselwirkungen von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln:

Es wurden keine klinischen Studien zu Wechselwirkungen von Arzneimitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln gefunden.

Anwendungen in der Volksheilkunde:

  • Tee: Ein klassisches Hausmittel ist der Löwenzahntee, der aus getrockneten Blättern und Wurzeln zubereitet wird. Er unterstützt die Verdauung und hilft bei der Entgiftung des Körpers.
  • Tinktur: Aus den Blättern oder der Wurzel lässt sich eine Tinktur herstellen, die bei Leberproblemen oder Verdauungsstörungen helfen kann.
  • Salat: Junge Blätter des Löwenzahns können roh in Salaten verwendet werden. Sie haben einen leicht bitteren Geschmack und eignen sich hervorragend als Detox-Salat.
  • Löwenzahnhonig: Aus den Blüten lässt sich ein süßer Sirup oder „Löwenzahnhonig“ herstellen, der besonders bei Husten und Erkältungen wohltuend wirkt.

Magisches und Mystisches

Löwenzahn hat in vielen Kulturen eine symbolische Bedeutung. Er steht oft für Transformation und Neubeginn. Die Pflanze geht nach der Blüte in einen Flug durch die Luft über. Sie verbreitet sich dann auf der Erde. Die gelben Blüten gelten als Symbol für Sonne und Lebensenergie. In der europäischen Folklore glaubte man, dass Löwenzahn ein schützendes Pflanze sei, die böse Geister vertreiben könne. Verwende Löwenzahnwurzel doch einmal zum Räuchern.

Altes Volkswissen und Löwenzahn in der traditionellen Heilkunst:

In der Volksmedizin und Symbolik wurde der Löwenzahn häufig mit Fruchtbarkeit und Lebenskraft assoziiert. Dies liegt unter anderem an seiner Fähigkeit, sich schnell zu verbreiten, sowie an seiner leuchtend gelben Blüte, die an die Sonne erinnert – ein traditionelles Symbol für Vitalität und Fruchtbarkeit.

Die Pflanze wurde in vielen Kulturen als Zeichen für das Frühlingserwachen und die Wiedergeburt verehrt. Im Mittelalter war Löwenzahn bereits als Heilmittel sehr geschätzt. Er fand Anwendung bei vielen Beschwerden. Diese reichten von der Unterstützung der Verdauung bis zur Behandlung von Hauterkrankungen.


Fazit: Der Löwenzahn ist weit mehr als nur ein Unkraut. Seine Heilkräfte sind zahlreich, und er hat sowohl in der traditionellen als auch in der modernen Medizin seine Berechtigung. Der Löwenzahn hat viele Anwendungsmöglichkeiten. Diese reichen von der Küche über die Volksheilkunde bis hin zu spirituellen Bedeutungen. Er bleibt eine Pflanze. Er begleitet den Menschen seit Jahrhunderten und spielt auch heute noch in vielen Bereichen eine Rolle.

Warnhinweise: Aufgrund der choleretischen Wirkung des Löwenzahns wurde bei Personen mit Gallensteinen zur Vorsicht geraten (Mills und Bone 2005; Schutz et al. 2006; Wichtl 2004).

Aufgrund der Sesquiterpenlactonverbindungen kann es zu einer Kontaktdermatitis kommen. Dies wurde mittels Patch-Tests bestätigt. (Paulsen et al. 2008)

Zudem wird der enthaltene Milchsaft nicht von jedem vertragen. Er kann zu Erbrechen oder Übelkeit führen.

Im Tierversuch konnte bei großen Dosen eines Ethanolextrakts aus der Löwenzahnwurzel eine geringe Toxizität nachgewiesen werden. (10g/kg des getrockneten Krautes / Tita et al. 1993)

Schwangerschaft und Stillzeit: Es konnten keine Informationen darüber gefunden werden.

Rezepte mit Löwenzahn

Löwenzahnblüten Cookies

Gesunde Rezeptidee: Löwenzahn Balsamessig

und

Pflanzenportait Löwenzahn

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Taraxacum sect. Ruderalia: Der echte Löwenzahn im Detail

Taraxacum sect. Ruderalia – Wie erkennt man den „echten“ Löwenzahn?

1. Teil

Der Löwenzahn ist eine der bekanntesten Wildpflanzen Mitteleuropas – und zugleich eine der kompliziertesten botanischen Gattungen. Denn unter dem Namen „Taraxacum officinale“ wurde früher eine Vielzahl von sehr ähnlichen Pflanzen zusammengefasst, die heute feiner gegliedert werden.
Besonders häufig vertreten ist die Sektion Ruderalia, zu der die typischen Wiesen-Löwenzähne gehören – jener kräftige, gelb blühende Löwenzahn, den die meisten sammeln. Er gehört zur Familie der Asteraceae.

Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Aber woran erkennt man Taraxacum sect. Ruderalia – und wie lässt er sich von anderen Löwenzahn-Arten oder ähnlichen Pflanzen wie dem Habichtskraut oder dem Herbst-Löwenzahn unterscheiden?

Hier kommt die Übersicht:


Erkennungsmerkmale von Taraxacum sect. Ruderalia

1. Blattrosette

  • Die Grundblätter stehen in einer bodennahen Rosette.
  • Blattspreite tief eingeschnitten und gezahnt (schrotgesägt), Zacken meist nach unten gerichtet.
  • Der Mittelnerv ist deutlich sichtbar, oft rötlich-violett überlaufen.
  • Blätter unbehaart oder nur spärlich behaart.

2. Blütenstand

  • Ein einzelner, hohler, unverzweigter Blütenstängel pro Pflanze.
  • Stängel milchführend, beim Abbrechen tritt weißer Milchsaft aus.
  • Die Blüte ist leuchtend gelb, aus vielen Zungenblüten zusammengesetzt. Es handelt sich dabei um eine Scheinblüte. Die Blüten stehen auf einem Körbchen von etwa 3-5 cm.
  • Öffnet sich nur bei Sonne, schließt sich bei Regen und abends.
  • Außenkelchblätter sind nach unten zurückgebogen („kragenartig“) – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal!

3. Fruchtstand (Pusteblume)

  • Die Blüten verwandeln sich in die typische „Pusteblume“. Die Schirmflieger verbreiten sich durch den Wind.
  • Fruchtkörper (Achänen) mit haarigem Pappus, der den Windtransport ermöglicht.

4. Wurzel

  • Stark ausgeprägte Pfahlwurzel, tiefreichend und saftig.
  • Milchführend, bitter schmeckend, hellbeige bis braun.
  • Besonders im ersten Jahr ist die Wurzel hellbeige. Im zweiten Jahr wird sie doppelt so dich und braun.
Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Unterscheidung zu ähnlichen Pflanzen

🔸 Taraxacum erythrospermum (Kleinblütiger Löwenzahn) auch Rotsamiger Löwenzahn genannt

  • Tendenziell kleinere Pflanze, oft auf mageren, trockenen Böden.
  • Außenkelchblätter nicht oder nur schwach zurückgeschlagen.
  • Blüten heller, Samen rötlich statt grau.
  • Blätter weisen durchgehend dreieckige Lappen auf. Der Echte Löwenzahn wäre unregelmäßig gelappt und weist nur eine minimale bis gar keine Dreiecksform auf.

🔸 Habichtskraut (Hieracium spp.)

  • Stängel meist behaart, oft verzweigt, trägt mehrere Blüten.
  • Blätter oft auch am Stängel verteilt, nicht nur als Rosette.
  • Kein milchiger Saft, Blüte oft kleiner, zarter.

🔸 Herbst-Löwenzahn (Leontodon autumnalis)

  • Blüht im Spätsommer/Herbst, gelbe Zungenblüten.
  • Stängel stark verzweigt, nicht hohl.
  • Kein Milchsaft, Blätter schmaler.

Botanischer Hintergrund zur Einordnung

  • Der Artkomplex Taraxacum officinale wurde taxonomisch überarbeitet.
    Heute wird die Sammelart als „Taraxacum sect. Ruderalia“ geführt, die mehrere hundert Mikrospezies umfasst.
  • Diese sind apomiktisch, das heißt sie vermehren sich ohne Befruchtung – eine Besonderheit der Gattung.
  • Daher entstehen lokal viele, genetisch stabile Kleinarten – aber für die Praxis reicht oft die Einordnung als „Taraxacum sect. Ruderalia“ (der „klassische“ Wiesenlöwenzahn). Verwendet werden können alle.

Fazit – So erkennst du den „echten“ Wiesenlöwenzahn (Ruderalia-Typ)

✅ Rosettenpflanze, weißer Milchsaft im Blattstiel sichtbar
✅ Hohler, unverzweigter, milchführender Stängel
✅ Nach unten gebogene Außenkelchblätter
✅ Leuchtend gelbe Blüten – meist im April/Mai
✅ Tiefe Pfahlwurzel mit weißem Milchsaft

Wenn du all diese Merkmale bei einer Pflanze findest, kannst du dir ziemlich sicher sein, dass du den klassischen, vielseitig verwendbaren Löwenzahn aus der Sektion Ruderalia vor dir hast – perfekt für Küche, Heilkunde und Wildkräuterrezepte.

Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Merkblatt: Wiesenlöwenzahn erkennen

(Taraxacum sect. Ruderalia)

📍 Typische Merkmale

MerkmalBeschreibung
BlätterRosettenförmig am Boden, tief gebuchtet, Zacken meist nach unten gerichtet
BlütenstielHohl, milchführend, aufrecht, einzeln, nicht verzweigt
BlüteLeuchtend gelb, rein aus Zungenblüten
AußenkelchblätterZurückgeschlagen (nach unten gebogen)
MilchsaftWeiß, tritt bei Bruchstellen aus allen Pflanzenteilen aus
FruchtPusteblume mit Fallschirmchen (Pappus), graubraune Samen
WurzelPfahlwurzel, kräftig, milchführend, hellbraun-beige

Verwechslungsgefahr & Unterschiede

PflanzeUnterschiede zum Wiesenlöwenzahn
Habichtskraut (Hieracium)Behaarte Stängel, verzweigte Blütenstiele, kein Milchsaft
Herbst-Löwenzahn (Leontodon autumnalis)Spätere Blütezeit, verzweigter Stängel, kein Milchsaft
Kleinblütiger Löwenzahn (T. erythrospermum)Kleinere Pflanze, nicht zurückgeschlagene Außenkelchblätter, rötliche Samen

Sammeltipps

  • Beste Zeit: April bis Mai (Blätter & Blüten), Herbst (Wurzel)
  • Sammelort: Wiesen, Wegränder, Gärten – bitte nicht an Straßen oder gedüngten Feldern!
  • Verwendung: Küche (Salz, Honig, Sirup, Pesto, Oxymel), Heilkunde (Leber, Verdauung), Magie & Räucherwerk
Löwenzahn Portrait – Löwenzahn bestimmen ©Marlies Schneider

Rezepte mit Löwenzahn

Löwenzahnblüten Cookies

Löwenzahn Balsamessig

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Entdecke die alpine Pflanzenwelt: FNL-Kräuterstammtisch

FNL-Kräuterstammtisch Vorarlberg mit Marlies Schneider

Ich bin Bezirksleiterin der Freunde naturgemäßer Lebensweise (FNL) Bregenz. Als erfahrene Wanderführerin lade ich euch herzlich zu einer besonderen Kräuterwanderung in Damüls ein. Diese Exkursion ist sowohl für FNL-Mitglieder geeignet als auch für interessierte Freunde. Sie können den Verein und unsere gemeinsame Leidenschaft für die Natur kennenlernen.

FNL-Kräuterstammtisch Vorarlberg mit Marlies Schneider

Unsere Tour beginnt mit einer gemütlichen Fahrt mit dem Uga-Express zur Bergstation. Von dort aus erkunden wir die alpine Pflanzenwelt auf einer Rundwanderung. Wir genießen die frische Bergluft. Die Vielfalt der Flora inspiriert uns. Zwischendurch gönnen wir uns eine wohlverdiente Kaffeepause, bevor es wieder hinab ins Tal geht. Unterwegs werden wir die Augen offenhalten und entdecken, welche Kräuter, Heilpflanzen und vielleicht auch essbaren Wildpflanzen uns am Wegesrand begegnen.

FNL-Kräuterstammtisch Vorarlberg mit Marlies Schneider

Diese Wanderung bietet eine wunderbare Gelegenheit. Man kann sich mit Gleichgesinnten austauschen. Es ist eine Chance, wertvolles Pflanzenwissen zu teilen und einfach einen Tag in der Natur zu genießen. Egal ob erfahrene Kräuterkundige oder neugierige Einsteiger – alle sind herzlich willkommen!

FNL-Kräuterstammtisch Vorarlberg mit Marlies Schneider

Hier geht es zur Anmeldung: FNL-Stammtisch

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Neunblättrige Zahnwurz: Rezept für einen potenten Ölauszug

Im fast letzten Teil zur Neunblättrigen Zahnwurz machen wir noch einen Ölauszug. Bei der Neunblättrigen Zahnwurz handelt es sich um eine typische Pflanze aus der österreichischen Volksheilkunde.

Neunblättrige Zahnwurz – Cardamine enneaphyllos ©Marlies Schneider

Spezifische Informationen über die Inhaltsstoffe der Neunblättrigen Zahnwurz und deren Löslichkeit in verschiedenen Extraktionsmitteln sind in den verfügbaren Quellen nicht detailliert beschrieben. Allgemein enthalten Pflanzen der Gattung Cardamine verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe wie Glucosinolate und Flavonoide, die für ihre bioaktiven Eigenschaften bekannt sind. Um genaue Daten über die Inhaltsstoffe von Cardamine enneaphyllos und geeignete Extraktionsmittel zu erhalten, wären spezifische phytochemische Studien erforderlich. Früher hat man die Wurzel in Schweineschmalz ausgezogen. Allerdings wie das von statten ging, ist nicht überliefert.

Heutzutage hilft einem aber auch ein bisschen Phytochemie weiter, um zu überlegen, ob ein Öl-Mazerat denn überhaupt sinnvoll ist.

Betrachten wir die Inhaltsstoffe noch einmal genauer. Wir haben Cleomin und Sisymbrin, sowie ihrer echten Glucosinolate Glucocleomin und Glucosisymbrin.

Sisymbrin und Cleomin sind beide auch Glucosinolate, die in Pflanzen der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) vorkommen. Ihre Löslichkeit entspricht der typischen Löslichkeit von Glucosinolaten: Wasser oder Alkohol.

Sisymbrin (ein Glucosinolat)

  • Gut löslich in:
    • Wasser (wegen der hydrophilen Struktur)
    • Wässrige Alkohole (Methanol-Wasser, Ethanol-Wasser-Gemische)
    • Gepufferte Lösungen (z. B. mit Ammoniumacetat)
  • Schlecht löslich in:
    • Reinen organischen Lösungsmitteln (z. B. Aceton, Chloroform, Hexan)
    • Ölen und Fetten (wegen der polaren Struktur)

Cleomin (ebenfalls ein Glucosinolat)

Die Löslichkeit von Cleomin ist vergleichbar mit der von Sisymbrin, da beide zur gleichen Stoffgruppe gehören.

  • Gute Löslichkeit: Wasser, wässrige Alkohole
  • Schlechte Löslichkeit: Unpolare Lösungsmittel und Öle

Glucosinolate:

Sind wasserlösliche, schwefelhaltige sekundäre Pflanzenstoffe. Ihre Löslichkeit hängt von der Polarität des Lösungsmittels ab:

  • Sehr gut löslich in:
    • Wasser (aufgrund ihrer hydrophilen Struktur)
    • Wässrige Alkohole (Methanol-Wasser, Ethanol-Wasser-Gemische)
  • Schlecht löslich in:
    • Reinen organischen Lösungsmitteln wie Aceton, Chloroform oder Hexan (da diese unpolar sind)

Rezept Öl-Mazerat:

Damit wir nun einen möglichst potenten Öl-Auszug erreichen, bietet sich ein Zwischenlösungsmitte an.

50 g Wurzel, getrocknet und zerkleinert, werden zuerst mit
2/3 Alkohol 60 % benetzt.


Dann lässt man es für mindestens zwei Stunden luftdicht abgedeckt ziehen.
Bei diesem Alkoholgehalt hast du noch 40 % Wasser dabei. Schlau oder?
Anschließend kann man die Wurzel im Verhältnis 1:4 in Öl ausziehen.
50 g Wurzel, befeuchtet wie nasser Sand
200 ml Olivenöl
Nun werden die Zutaten gemischt und im Stövchen für ca. 8 h ausgezogen. Achte darauf, dass das Öl ca. 60-65 °C erreicht damit der Alkohol abdampfen kann.
Bitte nicht weiter erhitzen.
Nach den 8 Stunden wird das Öl abgefiltert und in dunkle saubere Flaschen gefüllt.

Dieses Öl Mazerat dient als Basis für deine Salbe.

Tipp:

Wenn du dein Öl vor dem Abfiltern stehen lässt, geht es leichter. Lass anschließend das abgefilterte Öl für eine Nacht stehen. Nun setzt sich der Satz und Alkohol/Wasser am Glasboden ab. Nun füllst du erst das Öl in eine Flasche. Den letzten Rest gibst du nicht dazu. So hast du ein sehr schönes, wirksames und sauberes Öl.

Rezept: Gewebebrüche Salbe

Portrait: Neunblättrige Zahnwurz

Rezept: Tinktur und Fakten zur Zahnwurz

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Quelle: mdpi.com; Volksmed database; ouci.dntb.gov.ua; pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39861619; phaidra.univie.ac.at;

Verwirrung um Zahnwurz und Sanikel: Fakten, Nutzung und Tinktur Rezept

Die Neunblättrige Zahnwurz und ihre Verwandten habe ich dir schon vorgestellt.

Zum Nachlesen kannst du gerne hier rein schauen:

Portrait: Zahnwurz

Rezept: Gewebesalbe

Rezept: Gel der Neunblättrige Zahnwurz bei Dehnungsstreifen

Beachte: Es kann passieren, dass du in Vorarlberg/Österreich jemandem begegnest, der dir von einer Sanikel-Salbe erzählt. In den meisten Fällen handelt es sich dann um eine Salbe aus der Zahnwurz-Wurzel. Denn Diese Pflanze wird oft als Wilder Sanikel bezeichnet. Dabei ist aber nicht der Wald-Sanikel – Sanicula europaea gemeint sondern die Zahnwurz. Diese Namensgebung aus dem Volksmund beider Pflanzen, hat zu unheimlichen Verwirrungen geführt. Das hatte zur Folge, dass man genauere Untersuchungen angestellt hat.

Neunblättrige Zahnwurz – Cardine enneaphyllos ©Marlies Schneider

Man geht davon aus, dass alle Zahnwurzarten verwendet werden können. Allerdings hat sich in alten Überlieferungen Cardamine enneaphyllos durchgesetzt.

Es gab große Probleme mit Verfälschungen oder Verwirrungen mit dem Hänge-Schaumkraut (heute Neunblättrige Zahnwurz) und dessen Volksname Saunigl.

Gemeint ist also Cadramine enneaphyllos und nicht der Wald Sanikel – Sanicula europaea. In alten Büchern wird sie oft als Hänge-Schaumkraut bezeichnet. Nicolas Lémery schrieb 1737 über die wundheilende Wirkung vom Hänge-Schaumkraut. Dabei handelte es sich früher um Radix Saniculi/Saniculae. (Heute Radix Caramine enneaphyllos)

Allerdings passiert es um ca. 1904, dass man auch zur Droge des Holz-Sanikel (heute Wald-Sanikel) also Sanicula europaea, Radix Saniculi/Saniculae sagte.

Das kam nun einem heillosen Durcheinander gleich. Es waren genaue Untersuchungen nötig, um festzustellen um welche Droge es sich denn nun tatsächlich handelte. Auch in Büchern war nicht mehr klar, von welcher Pflanze man berichtete. Verflälschungen waren vorprogrammiert.

Im Jahr 1985 veröffentlichten Jurenitsch et al. seine Entdeckung der Identifizierung von mehreren Substanzen in der Wurzel des Schaumkrautes. Es zeigte sich nämlich das Vorkommen von

  • Cleomin
  • Sisymbrin
  • Echte Glucosinolate:
    • Glucocleomin
    • Glucosisymbrin

Die Wissenschaft wollte es genau wissen und hat beide Pflanzen mit ihren oberirdischen und unterirdischen Teilen verglichen.

Die phytochemische Analysen methanolischer Extrakte von Radix und Herba Saniculae wurden durchgeführt. Ebenso wurden Analysen von Radix Cardamines enneaphyllos vorgenommen. Die Analysen von beiden Pflanzen ergaben das Vorhandensein bioaktiver Verbindungen. Diese Verbindungen haben eine potenzielle Wirkung auf die Wundheilung. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Verbindungsklassen und verschiedener Wirkmechanismen, zeigten die Extrakte Gemeinsamkeiten in ihrer chemischen Zusammensetzung. Dies lässt darauf schließen, dass sie ähnliche bioaktive Eigenschaften besitzen und möglicherweise synergistisch zur Unterstützung der Wundheilung beitragen können. Das erklärt auch warum in Österreich beide Pflanzen für die Wundheilung nach wie vor verwendet werden.

In der Volksmedizin werden von Kennern beide Pflanzen für ihre wundheilende Wirkung geschätzt. Wissenschaftlich sind jedoch weitere Untersuchungen nötig.

Tinktur Cardamine enneaphyllos:

Im Verhältnis 1:3
20 g Wurzel, klein geschnitten
60 ml Korn 60%
Wurzel klein schneiden und in ein Glas geben und mit Korn übergießen.
Für mindestens 10 Tage oder eine Mondphase ausziehen. Täglich schütteln.
Diese Tinktur kannst du direkt als Einreibung verwenden oder ein Gel herstellen.

Weiters ist es möglich diese auch in ein Creme Rezept einzuarbeiten.
Nach der Ziehzeit wird abgefiltert und die Tinktur in saubere Flaschen gefüllt.

Tipp:

Da Cardamine enneaphyllos in Vorarlberg nicht vorkommt, habe ich sie mir in den Garten geholt. Meine Pflanzen habe ich damals in einer Staudengärtnerei bestellt. Es hat ein paar Anläufe benötigt, um für die Pflanzen den richtigen Platz im Garten zu finden. Aber nun erfreuen sie mich jedes Jahr.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Quelle: mdpi.com; Volksmed database; ouci.dntb.gov.ua; pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39861619; phaidra.univie.ac.at;

Neunblättrige Zahnwurz: Heilpflanze im Fokus

Zahnwurz – Cardamine im Vergleich ©Marlies Schneider

Die Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos) ist auch bekannt als Quirlblättrige Zahnwurz oder Weißer Sanikel. Sie ist eine faszinierende Pflanze, die in den schattigen Laubwäldern Europas heimisch ist. Mit ihren blassgelben, nickenden Blüten und den charakteristischen quirlständigen Blättern zieht sie im Frühjahr die Blicke auf sich.

Historische Bedeutung und medizinische Anwendung

In der traditionellen Volksmedizin wurde die Neunblättrige Zahnwurz aufgrund ihrer heilenden Eigenschaften geschätzt. Die Wurzeln der Pflanze enthalten ätherische Öle, Alkaloide und Tannine, die zusammenziehend und wundheilend wirken. So wurde sie bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen eingesetzt. Leider hat sich die Wirkung bei Zahnscherzen nicht bestätigt. Die Namensgeben kommt von dem Aussehen der Wurzel. Welche Zähnen ähnelt.

Besonders bemerkenswert ist ihre Anwendung bei Gewebebrüchen wie Leisten- oder Nabelbrüchen. Hierfür wurde aus den Wurzeln eine Emulsion hergestellt, die äußerlich aufgetragen wurde, um die Heilung zu unterstützen.

Es hat mich mehrere Versuche gekostet sie in meinem Garten zu kultivieren. Leider findet man sie in Vorarlberg nicht wildwachsend. Allerdings ist sie in Tirol und Salzburg zum Teil in sehr großer Zahl zu finden. Alle Zahnwurzarten gelten als nicht gefährdet. Nach mehreren Anläufen habe ich nun zwei große Stöcke die jedes Jahr austreiben. Aber vermehren wollen sie sich nicht. Zumindest ist es so, dass sie wenigstens jedes Jahr austreiben und blühen.

Vergleiche der Zahnwurzarten

Die Gattung der Zahnwurze umfasst mehrere Arten, die sich in Aussehen und Verbreitung unterscheiden:

Neunblättrige Zahnwurz – Cardamine enneaphyllos ©Marlies Schneider
  • Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos):
    • Merkmale: Blassgelbe Blüten, quirlständige Blätter mit meist drei Blättern pro Quirl, daher der Name „Neunblättrig“.
    • Verwendung: Traditionell bei Zahnschmerzen und Gewebebrüchen.
    • Vorkommen: In Vorarlberg ist diese Art leider nicht anzutreffen. Hauptsächlich ist sie im östlichen Alpen und Voralpenland verbreitet. In Tirol und Salzburg ist sie zum Teil in großen Beständen zu finden.
Zwiebel-Zahnwurz – Cardamine bulbifera ©Marlies Schneider
  • Zwiebel-Zahnwurz (Cardamine bulbifera):
    • Merkmale: Rosa bis violette Blüten, charakteristische Brutknospen (Bulbillen) in den Blattachseln, daher der Name „Zwiebeltragend“.
    • Verwendung: Weniger dokumentiert, jedoch gibt es Hinweise auf traditionelle Anwendungen, die heute weitgehend verloren gegangen sind.
    • Vorkommen: Bei uns in Vorarlberg kommt sie verbreitet in Mischwäldern vor. Zum Teil vereinzelt oder in großen Beständen. Die jungen Zwiebeln sind essbar und schmecken, naja nach Zwiebeln eben.
Finger-Zahnwurz – Cardamine penthaphyllos ©Marlies Schneider
  • Finger-Zahnwurz (Cardamine penthaphyllos):
    • Merkmale: Rosafarbene Blüten, unten fünfteilige Blätter und oben dreiteilige Blätter.
    • Verwendung: Wenig dokumentiert; spezifische traditionelle Anwendungen sind kaum bekannt.
    • Vorkommen: Diese Art gibt es in Vorarlberg zwar, aber man muss sie schon suchen um sie zu finden.

Die Neunblättrige Zahnwurz hat eine relativ gut dokumentierte Verwendung in der traditionellen Medizin. Die Anwendungen der anderen Zahnwurz-Arten sind weniger bekannt. Viele dieser Anwendungen gingen im Laufe der Zeit verloren. Generell ist die Zahnwurz in der Volksheilkunde nicht mehr sehr bekannt. Das ist sehr schade, da sie doch ein großes Potential bietet.

Mythologie und Märchen

Obwohl es keine spezifischen Märchen über die Neunblättrige Zahnwurz gibt, ranken sich um Pflanzen und ihre Heilkräfte zahlreiche Geschichten. Pflanzenmärchen erzählen oft von der geheimnisvollen Verbindung zwischen Mensch und Natur, von heilenden Kräften und magischen Begegnungen. Diese Geschichten betonen die Bedeutung der Pflanzen in der Kultur und das tiefe Wissen um ihre Kräfte.

Anwendung

Früher wurde die Zahnwurz bei Gewebebrüchen und Bindegewebsschwäche verwendet.

Dazu kommt aber noch ein Blogartikel mit genaueren Angaben und Rezepten!

Fazit

Die Neunblättrige Zahnwurz ist mehr als nur eine hübsche Waldpflanze. Ihre historischen Anwendungen in der Volksmedizin und ihre Präsenz in der Pflanzenwelt machen sie zu einer bemerkenswerten Vertreterin unserer Flora. Vielleicht inspiriert sie uns, die vergessenen Schätze der Natur wiederzuentdecken und ihre Geschichten neu zu erzählen.

Rezept: Salbe für Dehnungsstreifen

Rezept: Sehnensalbe

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Gnali Harz – Wirkung, 1A-Anwendungen und Herkunft

Herkunft und Eigenschaften von Gnali-Harz

Das Gnali-Harz stammt von dem Baum Daniellia olivieri, der zur Familie der Fabaceae gehört. Dieser Baum ist vor allem in Afrika beheimatet und wird aufgrund seines Harzes geschätzt. Das Ganli-Harz wird aus den Stammwunden des Baumes gewonnen und hat eine gelbliche bis bräunliche Farbe. Es besitzt eine klebrige Konsistenz und einen charakteristischen Duft.

Eine Schale mit verschiedenen Stücken von Gnali-Harz, auch bekannt als Copaiba-Harz, auf einem weißen Hintergrund. Neben der Schale sind Informationen über die Inhaltsstoffe und Anwendungen des Harzes abgedruckt.
Gnali-Harz Portrait

Der manchmal verdrehte Stamm kann einen Durchmesser von bis zu 2 Meter aufweisen. Er weist unter 9 m keine Äste auf. Hauptsächlich beschränkt sich sein Vorkommen auf das tropische Zentral,- und Westafrika. Das Holz wurde viel für Bodenbeläge, Möbelbau, Bootsbau oder für Fässer verwendet. Allerdings eignet es sich nicht für Schnitzereien oder derlei Dinge, da das Holz zu viel Gummi enthält. Das Harz wird gerne auch zum Verfälschen von Copaiba-Balsamen verwendet, welches von Copaifera-Arten gewonnen werden würde. (wikipedia.org)

Achtung: nicht zu verwechseln mit Copaiba-Balsam von Copaiba-Arten – Copaifera officinalis!

Inhaltsstoffe und Löslichkeit

Es handelt sich um ein Oleoresin mit einer gelben bis dunkelbraunen Färbung. Die Konsistenz ist ölig bis klebrig und es ist reich an ätherischen Ölen. Oleo verweist auf die enthaltenen ätherischen Öle und Resin verweist auf die extrahierten Harze, Wachse und sekundären Pflanzenwirkstoffe. Das Harz enthält verschiedene Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Terpene, Harzsäuren, Polyalthinsäure und Flavonoide. Diese Inhaltsstoffe verleihen dem Harz seine heilenden Eigenschaften. Das Gnali-Harz ist gut löslich in Alkohol, jedoch nicht löslich in Wasser.

Anwendung in der Volksheilkunde

Das Gnali-Harz wurde zur Behandlung von verschiedenen Beschwerden eingesetzt, wie zum Beispiel Entzündungen, Hauterkrankungen, Magen-Darm-Beschwerden, Angina, Schlangenbissen, Rheuma, Kopfschmerzen, Bronchitis, und Husten. Es wurde innerlich wie äußerlich eingesetzt. Man hat den Kaugummi zum Füllen von Zähnen verwendet oder gekaut. Es wurden auch Perlen daraus gebastelt. Medizinisch wird das Harz auch bei Gonorrhoe eingesetzt. Zudem hat es eine abführende Wirkung. Bei Hauterkrankungen wie Abszessen, Ekzemen kann es hilfreich sein. Bei Juckreiz oder bei Zwischenrippenschmerzen wurden Einreibungen verwendet, um die Symptome zu lindern. Das Harz wurde auch in der Parfumherstellung verwendet. Zudem wurde das Harz gerne auch als Mückenschutzmittel verwendet. Es zeigte sich auch eine Anti-Aging-Wirkung des Exsudats. (sciencedirect.com)

Wissenschaft

Es laufen Studien zu diesem Oleoresin, welches ein signifikantes antioxidatives Potenzial gegenüber Prostatakrebszellen aufweist.

Eine Schüssel mit verschiedenen Stücken von Gnali Harz, das in unterschiedlichen Farben und Texturen dargestellt ist.
Gnali Harz oder Copaiba Harz Portrait ©Marlies Schneider

Räuchern

Da das Harz gut brennt und einen feinen Duft verströmt, wurde es gerne zum Ausräuchern von Häusern verwendet. Es hat eine wunderbare, reinigende Wirkung. Es unterstützt strapazierte Nerven und sorgt für ein geborgenes Wohlbefinden. Das Harz kommt zum Einsatz, wie Weihrauch. Zudem ist das Harz perfekt geeignet, um Meditationsräucherungen zu machen. Weiters kann es die Hellsichtigkeit steigern und sich positiv auf die Psyche auswirken. Der Duft ist süß und würzig und hat etwas von Zimt und Nelken.

Brauchtum und Rezepte

Das Gnali-Harz spielt auch eine Rolle im Brauchtum einiger afrikanischer Kulturen. Es wird beispielsweise beim Bierbrauen verwendet, um dem Getränk einen besonderen Geschmack zu verleihen. Außerdem wird das Harz zum Räuchern verwendet, um einen angenehmen Duft zu verbreiten und negative Energien zu vertreiben.

In der traditionellen Volksheilkunde gibt es verschiedene Rezepte, die das Gnali-Harz enthalten. Ein beliebtes Rezept ist die Herstellung einer Salbe, die bei Hauterkrankungen wie Ekzemen und Schuppenflechte angewendet wird. Dazu wird das in Kokosöl gelöste Harz mit anderen natürlichen Zutaten wie Bienenwachs emulgiert und zur Salbe verarbeitet.

Artenschutz und Nachhaltigkeit

Da der Baum Daniellia olivieri, von dem das Gnali-Harz gewonnen wird, in einigen Regionen Afrikas bedroht ist, ist es wichtig, den Artenschutz zu beachten. Die nachhaltige Ernte des Harzes ist daher von großer Bedeutung, um die Bestände des Baumes zu erhalten. Es werden bereits Maßnahmen ergriffen, um den Baum zu schützen und die nachhaltige Nutzung des Harzes zu fördern.

Insgesamt ist das Gnali-Harz ein wertvolles Naturprodukt mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Volksheilkunde. Es besitzt eine lange Tradition, wird jedoch auch heute noch geschätzt und genutzt. Durch den verantwortungsvollen Umgang mit dem Harz und die Einhaltung von Artenschutzmaßnahmen kann seine Verfügbarkeit langfristig gesichert werden.

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffen treffe, basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder Ähnliches, diese basieren auf Erfahrungswerten der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst, dann auf Eigenverantwortung.

WERDE FNL KRÄUTEREXPERT*IN und besuche unseren Volksheilkundlichen Kräuterkurs nach Ignaz Schlifni!

September 2024 . KURSSTART VORARLBERG – RHEINTAL. Raum Hard . Wochenends

FNL Referentin: Marlies Schneider

Kräuterwanderungen in Vorarlberg: Natur neu entdecken mit Marlies Schneider

Vorarlberg ist botanisch eine wahre Schatzkammer – hier wachsen eine unglaubliche Vielfalt an Heilpflanzen, Wildkräutern und aromatischen Blüten. Ob Gast oder Einheimischer, eine Kräuterwanderung mit mir eröffnet dir eine völlig neue Sicht auf die Natur.

Kräuterwanderungen Vorarlberg mit Marlies Schneider

🌱 Warum du diese Kräuterwanderung nicht verpassen solltest:

Entdecke die verborgenen Schätze der Natur
Lerne essbare und heilkräftige Wildpflanzen kennen, die direkt vor deiner Haustür wachsen – oft unbemerkt, aber voller wertvoller Wirkstoffe!

Fachkundige & praxisnahe Vermittlung
Ich teile nicht nur botanisches Wissen, sondern auch alte Überlieferungen, praktische Anwendungen und Tipps zur sicheren Nutzung von Kräutern.

Vorarlbergs Natur mit neuen Augen sehen
Ob Almwiesen, Wälder oder Bachufer – jede Landschaft birgt besondere Pflanzen, die du mit mir auf eine spannende Art und Weise entdecken wirst.

Gesundheit & Genuss aus der Natur
Erfahre, wie du Wildkräuter in der Küche, Hausapotheke und Naturkosmetik einsetzen kannst – von Wildsalaten über Tees bis hin zu Heilölen.

Nachhaltigkeit & Wertschätzung der Umwelt
Lerne den verantwortungsvollen Umgang mit Wildpflanzen und wie du sie achtsam und im Einklang mit der Natur sammelst.

Für jedes Level geeignet – von Einsteiger bis Kräuterfreund
Ob du Wildkräuter ganz neu entdecken möchtest oder dein Wissen vertiefen willst – die Kräuterwanderung ist für alle Naturliebhaber geeignet.

Vorarlberg ist ein wahres Paradies für Kräuterfreunde – komm mit auf eine Wanderung und tauche ein in die faszinierende Welt der wilden Pflanzen! 🌿🏞✨

Kräuterführung Tagestour Vorarlberg mit Marlies Schneider

Kräuterführung Tagestour

Die Termine findest du in der Termin-Übersicht.

Gerne möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass ich einige botanische Exkursionen geplant habe.

Dies ist der letzte Termin für dieses Jahr

19.09.2021 von 09:00-17:00 Uhr

Exklusiv: maximal 6 Teilnehmer

Marlies Schneider, Referentin der FNL-Kräuterakademie

Die Exkursionen richten sich an alle Kräuterinteressierte aber vor allen an Dipl. Kräuterexperten/innen nach Ignaz Schlifni oder Dipl. Kräuterpädagogen/innen die gerne eine Auffrischung und/oder Vertiefung haben möchten.

Infos/Anmeldung: naturzumwohlfuehlen@a1.net oder 0680 2113129 oder hier

Kräuterwanderung in Vorarlberg – Wildkräuter entdecken & genießen! 🌿✨

Vorarlbergs Natur steckt voller Überraschungen – eine bunte Vielfalt an Wildkräutern, Heilpflanzen und essbaren Blüten wartet darauf, von dir entdeckt zu werden! Auf meiner Kräuterwanderung lernst du, wie du diese Schätze erkennst, nachhaltig sammelst und vielseitig verwendest.

Botanik Exkursion in Vorarlberg mit Marlies Schneider

Kräuterführung Tagestour

Die Termine findest du in der Termin-Übersicht.

Gerne möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass ich einige botanische Exkursionen geplant habe.

Dies ist der vorletzte Termin für dieses Jahr

12.09.2021 von 09:00-17:00 Uhr

Kosten: EUR 85,00 pro Person und Tag

Exklusiv: maximal 6 Teilnehmer

Marlies Schneider, Referentin der FNL-Kräuterakademie

Die Exkursionen richten sich an alle Kräuterinteressierte aber vor allen an Dipl. Kräuterexperten/innen nach Ignaz Schlifni oder Dipl. Kräuterpädagogen/innen die gerne eine Auffrischung und/oder Vertiefung haben möchten.

Infos/Anmeldung: naturzumwohlfuehlen@a1.net oder 0680 2113129 oder hier

🌱 Was dich erwartet:

Wildkräuter mit allen Sinnen erleben – Sehen, Riechen, Schmecken: Lerne die heimischen Pflanzen hautnah kennen.
Pflanzenwissen aus erster Hand – Ich zeige dir, wie du Wildkräuter sicher bestimmst und verrate dir alte überlieferte Anwendungen.
Köstliche & heilsame Naturapotheke – Ob für die Küche, als Tee oder Naturkosmetik – du erfährst, wie du die Kraft der Pflanzen nutzen kannst.
Achtsames Sammeln & Nachhaltigkeit – Erfahre, wie du Wildkräuter im Einklang mit der Natur erntest und verwertest.
Praktische Tipps für zu Hause – Nach der Wanderung kannst du direkt loslegen und deine eigenen Kräuterschätze nutzen.

Ob du Vorarlberg zum ersten Mal erkundest oder hier zu Hause bist – diese Wanderung wird deine Sicht auf die Natur für immer verändern! 🌿🏔💚

Kräuterpädagogik Ausbildung 2026 – Jetzt die Top-Ausbildung sichern

FNL-Kräuterexperte:in in Vorarlberg – Jetzt durchstarten

Die Kräuterpädagogik Ausbildung in Vorarlberg bietet dir eine einmalige Chance, fundiertes Kräuterwissen mit einem anerkannten Abschluss zu verbinden. Diese FNL-Kräuterexperten:innen Ausbildung richtet sich an alle, die traditionelles Kräuterwissen erlernen und praktisch anwenden möchten. Die Kräuterexperte:innen Ausbildung vermittelt dir umfassendes Wissen über Wildkräuter, Heilpflanzen und nachhaltige Anwendungen für Hausapotheke, Küche und Alltag.

Kräuterpädagogik Ausbildung
Diplomlehrgang zum/zur FNL-Kräuterexperte:in nach Ignaz Schlifni Vorarlberg

Kräuterpädagogik Ausbildung mit direktem Naturbezug

Diese Kräuterpädagogik Ausbildung überzeugt durch ihre intensive Praxisnähe. Anders als viele Online- oder Theorie-Kurse findet die FNL-Kräuterexperten Ausbildung direkt in der Natur statt. Du lernst, Kräuter sicher zu bestimmen, zu sammeln und vielseitig einzusetzen.

Kräuterpädagogik Ausbildung mit persönlicher Betreuung

Dank kleiner Gruppen bietet die Kräuterpädagogik Ausbildung einen außergewöhnlich persönlichen Rahmen. Die geringe Teilnehmerzahl garantiert eine individuelle Betreuung, was die Kräuterpädagogik Ausbildung deutlich effektiver und angenehmer macht. In der Kräuterpädagogik Ausbildung bleibt ausreichend Raum für Fragen, praktisches Üben und den persönlichen Austausch.


FNL-Kräuterexperte:in mit bewährtem Wissen nach Ignaz Schlifni

Die Kräuterpädagogik Ausbildung folgt den erprobten Methoden von Ignaz Schlifni. Dieses traditionsreiche Wissen wird in der Volksheilkunde modern und praxisnah weitergegeben. Die Kombination aus historischer Volksheilkunde und aktuellen Erkenntnissen macht die FNL-Kräuterexperten:innen Ausbildung besonders wertvoll.


Kräuterpädagogik Ausbildung Vorarlberg – Deine Vorteile

Mit der FNL-Kräuterexperten Ausbildung in Vorarlberg profitierst du von einer regional verwurzelten und gleichzeitig professionellen Ausbildung.

Anerkanntes Diplom: Der FNL-Kräuterexperten:innen Lehrgang nach Ignaz Schlifni schließt mit einer freiwilligen Diplomprüfung ab, die dir neue berufliche Möglichkeiten eröffnet.

Anders wie bei anderen Kräuterpädagogik Ausbildungen ist der erworbene Titel Dipl. FNL-Kräuterexperte:in nach Ignaz Schlifni eine eingetragene Marke und darf nur von den positiv abgeschlossenen Absolventen verwendet werden.

Praxisorientiert: Die FNL-Kräuterexperten:innen Ausbildung legt den Fokus auf praktische Anwendungen. Du verbringst viel Zeit draußen in der Natur.

Berufliche Erweiterung: Nach dem FNL-Kräuterexperten Lehrgang kannst du Kräuterführungen anbieten, Kurse leiten oder eigene Produkte entwickeln.

Persönliche Entwicklung: Die Kräuterpädagogik Ausbildung stärkt dein Wissen und deine Selbstsicherheit im Umgang mit Wildkräutern.


Ablauf der Kräuterpädagogik Ausbildung in Vorarlberg

Die FNL-Kräuterexperte:innen Ausbildung 2026 in Vorarlberg startet im September 2026 und dauert mehrere Monate.

📅 Starttermin: September 2026
📍 Ort: Vorarlberg
🕰 Zeiten: 9:00 – 17:00 Uhr
👥 Gruppengröße: Maximal 8 Teilnehmer:innen
📜 Abschluss: Diplomprüfung optional möglich

Die FNL-Kräuterexperten:innen Ausbildung bietet ausreichend Freiraum, um zwischen den Unterrichtstagen das Wissen praktisch umzusetzen.


Für wen ist die Kräuterpädagogik Ausbildung geeignet?

Die Kräuterpädagogik Ausbildung ist ideal für alle, die Kräuterwissen fundiert und praxisnah erlernen wollen. Sie richtet sich an Hobby-Kräuterkundige, Interessierte, die ihr Wissen vertiefen möchten, sowie Menschen, die das Gelernte beruflich nutzen wollen.

Sichere dir deinen Platz!

Diplomlehrgang zum/zur FNL-Kräuterexperte:in nach Ignaz Schlifni Vorarlberg
Diplomlehrgang zum/zur FNL-Kräuterexperte:in nach Ignaz Schlifni Vorarlberg mit Marlies Schneider http://www.naturzumwohlfuehlen.com

Warum du die Kräuterpädagogik Ausbildung in Vorarlberg 2026 unbedingt machen solltest:

Fundiertes Wissen über Wildkräuter und Heilpflanzen – sicher bestimmen und vielfältig nutzen.

Praxisnahe Ausbildung – Lernen direkt in der Natur, statt nur Theorie.

Individuelle Betreuung – kleine Gruppen mit maximal 8 Teilnehmer:innen.

Anerkanntes Diplom – sichere dir neue berufliche Chancen mit einem anerkannten Abschluss.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten – für Hausapotheke, Küche, Naturkosmetik und Kurse.

Mehr Naturverbundenheit und Gesundheit – stärke dein Wissen für dich und deine Familie.

Traditionelles Wissen bewahren – lerne echtes volksheilkundliches Wissen weiterzugeben.

Nachhaltiger Wissensschatz – unabhängig von Trends, ein Wissen für dein ganzes Leben.

Kräuterpädagogik Ausbildung
FNL-Kräuterakademie nach Ignaz Schlifni Lehrgang mit Marlies Schneider Vorarlberg

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Unterschiede zwischen Echter Katzenminze – und deren andere Arten erklärt

Die Echte Katzenminze stammt ursprünglich aus Südeuropa, Vorderasien und Nordamerika. Bei uns findet man sie in der Natur nur verwildert aus Kulturen. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler – Lamiaceae und besitzt blassrosa Blüten in Scheinquirlen. Der Name Katzenminze kommt daher, da sie auf Katzen anziehend wirkt. Katzenminzen gibt es ca. 300 Arten. Jedoch ist die Heilkräftige die Echte Katzenminze. Sie ist Nepeta cataria mit ihren hellen weißlichen Blüten. Die großen Blätter erinnern an Zitronenmelisse.

Porträt der Echten Katzenminze (Nepeta cataria)

Die Echte Katzenminze (Nepeta cataria), auch bekannt als Katzenmelisse oder Katzenkraut, ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie erreicht Wuchshöhen von 50 bis 100 Zentimetern und zeichnet sich durch ihre graugrüne, filzige Behaarung aus. Die Laubblätter sind eiförmig bis dreieckig, grob gezähnt und besitzen eine herzförmige Basis. Von Juli bis September erscheinen die weißlichen bis blassblauen Blüten, die in Scheinquirlen angeordnet sind. Ein charakteristisches Merkmal der Echten Katzenminze ist ihr intensiver, herber Duft, der auf das enthaltene ätherische Öl Nepetalacton zurückzuführen ist.

Unterschiede zu anderen Katzenminze-Arten

Obwohl alle Katzenminze-Arten zur Gattung Nepeta gehören und gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, gibt es markante Unterschiede:

  • Blütenfarbe: Die Echte Katzenminze hat weißliche bis blassbrosa Blüten. Andere Arten, wie die Nepeta faassenii (Blaue Katzenminze), präsentieren oft kräftig blaue bis violette Blüten.
  • Blattform und -farbe: Die Blätter der Echten Katzenminze sind graugrün und filzig behaart. Andere Arten, wie die Zitronen-Katzenminze (Nepeta cataria var. citriodora), haben oft grünere, weniger behaarte Blätter mit einem zitronigen Duft.
  • Wuchshöhe: Mit 50 bis 100 Zentimetern ist die Echte Katzenminze tendenziell höher als einige Zuchtformen, die kompakter wachsen.
  • Duft und Inhaltsstoffe: Der typische Duft der Echten Katzenminze wird durch Nepetalacton verursacht, das besonders Katzen anzieht. Andere Arten können unterschiedliche Duftprofile haben und variieren in ihrem Gehalt an ätherischen Ölen.

Immer wieder sehe ich Artikel über die Katzenminze und ihre Anwendungen mit der falschen Art. Mit diesem Artikel und den Bildern kann ich hoffentlich etwas aufklären.

Die Echte Katzenminze enthält flüchtige Iridoide die Attraktanzien für Katzen sind. Um genau zu sein handelt es sich um einen Stoff im ätherischen Öl, dem Nepetalacton, welcher Katzen anzieht. Wir haben tatsächlich eine Katze aus der Nachbarschaft, die sich immer ganz in der Nähe dieser Pflanze aufhält.

Die Pflanze muss ich mit einem Rankengitter schützen, sonst würde die Katze sich darauf wälzen.

Katzenminze hat aber durchaus noch weitere Namen wie Katzenkraut, Katzemelisse und im englischen Catnip oder Catmint.


Die ausdauernde Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden. Der Stängel und die Blätter sind samtig behaart und recht verzweigt. Die Farbe ist eher grau-grünlich und die untere Seite weißlich. Die Blüten sind weiß-rötlich oder blassrosa. Sie besitzt einen pfefferminz-ähnlichen Geruch aber im Geschmack ist sie eher bitter und scharf aromatisch.

Die Eigenschaften der Katzenminze sind wie folgt:

• krampflösend
• entblähend
• verdauungsfördernd
• schweißtreibend
• kühlend
• schmerzstillend
• tonisierend
• beruhigend
• fiebersenkend
• antibakteriell

Inhaltsstoffe:

Ätherisches Öl wie Nepetalacton, Bitterstoffe wie Iridoide, Gerbstoffe, Flavonoide

In der Volksheilkunde findet sie also Anwendung bei Hustenerkrankungen, Magenproblemen, Schlafstörungen, Wunden und auch bei Nervenschwäche.

Wegen ihres eher angenehmen Geschmackes und der beruhigenden und sanften Wirkung ist sie in der Volksheilkunde eine Pflanze für Kinder. Besonders Kinder kompensieren ihre Ängste und Sorgen in den Bauch. Das heißt sie reagieren mit Bauchschmerzen.

Katzenminze hilft dabei diese Blähungen und Verdauungsstörungen zu lösen. Zudem kann sie bei Kopfschmerzen, die im Zuge von Verdauungsproblemen auftreten Linderung schaffen.

Äußerlich hat man die Droge auch bei stumpfen Verletzungen in Form von Breiumschlägen verwendet.

Kurioses: Auf dem esoterischen Sektor finden sich Rezepte wieder, von „neuen Hexen“, welche in ihre Flugsalbe Katzenminze, Beifuß und Co. mischen, um eine ungiftige Flugsalbe zu rühren.

Ein Repellent aus Katzenminze ist überaus spannend da Stechmücken, Flöhe und Co den Geruch der Pflanze verabscheuen.

Achtung: Die Einnahme großer Mengen Echter Katzenminze kann zu Erbrechen führen.

Tipp:

Andere Katzenminze-Arten werden von manchen Kräuterkundigen für ähnliche Anwendungen genutzt. Sie unterscheiden sich jedoch in Duftintensität und Wirkstoffgehalt. Diese Unterschiede beeinflussen ihre spezifische Verwendung.

Es ist daher wichtig, die verschiedenen Arten der Katzenminze zu unterscheiden, um ihre jeweiligen Eigenschaften und Anwendungen optimal zu nutzen.

Aufpassen muss man ganz besonders im Gartenhandel. Denn die Echte Katzenminze ist selten erhältlich. Die meisten Menschen möchten nämlich die schönen blauen Blüten im Garten haben und nicht die unscheinbaren blass-rosa Blüten. Es zahlt sich aber aus, die richtige Katzenminze zu verwenden.

Rezept:

Glycerite aus Katzenminze

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung und Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.

Literatur: Biogene Arzneimittel, Tauscher/Melzig/Lindequist; Naturmedizin Heilkräuter, Penelope Ody; Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen, Das Beste; Hexenmedizin, Müller-Ebeling/Rätsch/Storl; Lexikon der Arzneipflanzen, Hiller/Melzig; 

 

Duft-Veilchen-Sirup: Rezept und Nutzen für die Gesundheit und Bestimmungshilfe

Jetzt ist die Zeit der Veilchen und sie blühen jeden Tag wie verrückt. Ganz besonders interessant ist Viola odorata – das Duft-Veilchen. Es verströmt einen wunderbaren lieblichen Duft. Die Pflanze stammt aus der Familie der Veilchengewächse – Violaceae.

Veilchen-Sirup Rezept ideal für Kinder bei Husten ©Marlies Schneider

Stell dir vor diese Pflanze wurde schon in der Antike kultiviert. Was für eine fantastische Geschichte, oder?

Sie spielte bei Ritualen aber auch in der Heilkunde eine zentrale Rolle. Sie ist eine ausdauernde und unkomplizierte Pflanze. Zudem ist sie gut an ihrem Duft zu erkennen. Weiters enthält Viola odorata ätherische Öle, Schleimstoffe und Flavonoide. Früher war sie sehr bekannt und besonders beliebt für kostbarstes Parfum.

Sie wird kulinarisch aber auch in der Volksheilkunde genutzt. Ich mache gerne verschiedene Produkte daraus.

  • Kandierte Veilchen sind wunderbar auf Gebäck.
  • Veilchen-Zucker zum Backen ist ein Genuss.
  • Veilchen-Salz auf den Salat ist etwas ganz Besonderes und eine feine Zutat für Gourmets.
  • Wundervoll ist der Sirup, der bei Husten auch von Kindern gerne eingenommen wird.

Durch die enthaltenen Saponine ist die Pflanze besonders bei Husten sehr hilfreich. Aber auch bei Heiserkeit oder Bronchitis, denn die enthaltenen Schleimstoffe lindern Reizhusten und bilden einen schützenden Film auf den Schleimhäuten. Allerdings schmeckt der Sirup auch so richtig gut.

Die Blüten werden auch sehr gerne zu verschiedenen Mazeraten verarbeitet welche sich für Kosmetika eignen wie Veilchenöl, Veilchentinktur oder Veilchenessig.

Viola odorata ist wunderbar bei Hautleiden. Auch hier wird sie in der Volksheilkunde gerne zum Beispiel auch für Waschungen verwendet. Ganz besonders hilfreich ist die Pflanze in Form von Salbe bei Menstruationsbeschwerden für eine Massage im Unterbauchbereich.

Ich habe ein Glycerit von den Blüten angesetzt und werde euch berichten sobald es fertig gestellt ist. Dies ist eine weitere Art eines Pflanzenauszuges den ich für selbstgemachte Kosmetika verwenden werde. Also du siehst die Ideen sind fast Grenzenlos.

Veilchen-Sirup Rezept:

1 l Wasser
1 kg Zucker
2 Handvoll Veilchen wären ideal wenn du hast
2 Zitronen in Scheiben geschnitten
Weinsäure oder Zitronensäure optional
Wasser und Zucker aufkochen und abkühlen lassen. Veilchen, Weinsäure und Zitronen dazu geben.

Ich lasse den Ansatz eine Woche, aber mindestens 48 Stunden, im Kühlschrank ziehen. Jeden Tag umrühren.

Nach dieser Zeit wird abgeseiht durch ein Tuch oder sehr feines Sieb. Anschließend erwärme ich den Sirup kurz.


Ich achte darauf, dass sich die Weinsäure oder Zitronensäure gut gelöst hat. Dann fülle ich ihn in sterile Flaschen ab. 

Beachte: Wenn du Zitronensäure verwendest wird die Farbe schwächer. Denn der pH-Wert verändert sich und neutralisiert die Farbe der Veilchen. Auch wenn du nicht so viele Veilchen hast, kann der Sirup recht hell sein. Keine Sorge er schmeckt trotzdem, da du ihn lange genug ziehen lässt.

So ein Sirup ist ein kostbares Geschenk. Ich habe selbst mal einen bekommen und war total entzückt. Mach doch auch mal jemanden eine Freude damit.

Tipp:

Setzt doch auch einmal einen Veilechen-Essig an. Du wirst überrascht sein wie wundervoll dieser schmeckt!

Pflanzenbestimmung von Viola odorata ©Marlies Schneider

Botanische Merkmale:

  • Blüten: Blauviolett bis purpurfarben, selten weiß; stark duftend
  • Kelchblätter: Mit nach unten verlängerten Anhängseln und stumpf an der Spitze und behaart.
  • Sporn: Kräftig, meist dunkelviolett, leicht gebogen
  • Blütenstiel: Behaart
  • Blütezeit: Februar bis April

Wichtig zur Bestimmung sind:

Kelchblätter:

  • Form: Eiförmig bis stumpf.
  • Anhängsel: Die Kelchblätter besitzen an ihrer Basis kleine, krautige Anhängsel. Diese Fortsätze sind ein charakteristisches Merkmal der Gattung Viola und dienen der Unterscheidung von anderen Veilchenarten.

Unterschiede bei den Anhängseln:

  • Viola odorataDeutlich ausgeprägte, nach unten verlängerte Kelchblatt-Anhängsel
  • Viola riviniana (Hain-Veilchen) → Längere, schmalere Anhängsel als V. odorata
  • Viola reichenbachiana (Wald-Veilchen) → Kürzere und weniger auffällige Anhängsel

Sporn:

  • Farbe: Kräftig violett, entspricht der Farbe der Kronblätter.
  • Form: Meist gerade oder leicht gebogen.
  • Länge: Etwa 5 bis 7 Millimeter.

Diese Merkmale sind hilfreich, um Viola odorata von anderen Veilchenarten zu unterscheiden. Beispielsweise hat das Hain-Veilchen (Viola riviniana) einen weißen Sporn und längere Kelchblatt-Anhängsel, während das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) einen dünnen, violetten, gebogenen Sporn und kürzere Kelchblatt-Anhängsel aufweist. Zudem sind die Kelchblätter spitz zulaufend und nicht stumpf wie bei Viola odorata.

Blätter:

  • Form: Rundlich bis nierenförmig, leicht gekerbt
  • Oberfläche: Meist behaart, dunkelgrün

Wuchsform:

  • Kleine, kriechende Staude mit unterirdischen Ausläufern

Fundorte & Lebensraum:

  • Standort: Halbschattige bis schattige Plätze
  • Boden: Humusreich, feucht, nährstoffreich
  • Vorkommen: Gärten, Waldränder, Wiesen, Parks, Hecken
Pflanzenbestimmung von Viola odorata im Unterschied zu anderen Veilchen ©Marlies Schneider

© Marlies Schneider, Dipl. Kräuterexpertin FNL
Kräuterkurse, Kräuterwanderungen Vorarlberg
FNL Bezirksleitung Bregenz

Haftungsausschluss/Disclaimer

Ich muss aufgrund der Rechtslage darauf hinweisen, dass ich keine Medizinerin oder auch Kosmetikerin, Köchin bin. Alle Aussagen, die ich auf meinem Blog treffe über Wirkungsweisen/Eigenschaften von Kräutern, Rezepten, Rohstoffe basieren auf meiner persönlichen Erfahrung, Verwendung und aus der Volksheilkunde. Es handelt sich bei keinem meiner Blogbeiträge um ein Heilversprechen oder ähnliches diese basieren auf Erfahrungswerte der Volksheilkunde. Die Inhalte ersetzen keinen Gang zum Arzt. Eine Eigendiagnose kann nicht gestellt werden. Wenn du meine Rezepte nachmachst dann auf Eigenverantwortung.